Angebot und Nachfrage bei Königinnen

  • Meine liebe Peter,


    Buckfast sieht aus wie ... Neuseelandbiene, Intalienerin, Ringe ohne Ende jedenfalls. Wie unterscheidet man dann aber rein äußerlich eine Buckfast/Cranica von einer Neuseeland/Carnica oder einer anderen Ringe tragenden Biene? Oder noch deutlicher, woher weißt Du, daß an den versauten Nachkommen einer Standbegattung wirklich Buckfast Drohnen und nichts anderes Schuld sind?


    Ich kann schon nicht sicher ermitteln, daß Carnicadrohnen zum Zuge kamen, aber Du willst am Begattungsergebnis erkennen, wer der Vater ist?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Peter Groth schrieb:

    Ich halte mich ausschließlich an selbst erlebte Fakten. Und die sind nun mal, was die Kreuzungsergebnisse Carnica/Buckfast angeht, äußerst miserabel.


    Lieber Peter,
    auch anerkannte und gute Carnica-Züchter werden dir bestätigen, daß eine Kreuzung aus einer guten Carnica und einer guten Buckfastbiene
    eine Supergute Biene ergibt, wird dann ja wohl an dem schlechten Ausgangsmaterial gelegen haben ....... :roll::roll:

  • Peter Groth schrieb:


    Und die sind nun mal, was die Kreuzungsergebnisse Carnica/Buckfast angeht, äußerst miserabel. Da gibt es aus meiner Sicht nichts hinwegzudiskutieren.


    Hallo Peter,
    hast du selbst schon dies so erlebt!!!

  • Hallo Zusammen,
    sicherlich wisst Ihr, das Herr Tiesler
    (neben zahlreichen anderen Ehrenämtern in einer recht ansehlichen Anhäufung)
    Zuchtwart des DIB und in einen der beiden LV in Niedersachsen ist oder war.
    Und diese setzen sich in ihren Richtlinien ganz klar für die Carnica ein.
    Abgesehen von den Versuchen, die versprengten Schäfchen mit den Buckfastbienen wieder in die Herde zu bekommen.
    Damit ist doch ganz klar, welchen Standpunkt Herr Tiesler offiziel zu vertreten hat.
    Nun zu der immer wieder aufkommenden Meinung, alles was der Carnicazüchter als "Ausschuss" hat, daran ist immer noch die "Nigra"
    schuld: Wie hoch war denn ihr Anteil vor etwa 70/80 Jahren an der Anzahl der Bienenvölker? -nicht höher als der Anteil reiner Carnicavölker heute (Anteil der registrierten Züchter unter ein %).
    Wie hoch schätzt ihr den in den Genen der Landbienen vorhandenen Anteil
    der Dunklen ? -bei max. 5% müsst Ihr mir das plausibel machen, nach fast 60 Jahren Verdrängungszucht, ohne Nachschub der Dunklen.
    Wo bleiben denn die versprochenen Segnungen der Carnica?
    Ruttner schreibt doch, wer im Gebiet der Carnica imkert, kennt so gut wie keine Brutkrankheiten.
    Und hier schreiben wir zig Beiträge über Faulbrut.
    Was ist mit der Nosemaanfälligkeit?
    Schwarmträgheit?
    Bei der Buckfast lese ich da nur über Zellenbrechen und notfalls Wegnahme der Königin. Dunkle geben sich meist mit dem Vorschwarm zufrieden. Diesem auf den Platz des Muttervölkes zu stellen, reicht aus, um Nachschwärme zu verhindern.
    Sanftmut? Gibt es bei anderen Bienenstämmen auch.
    Ich bin nicht der einzige, der schon von einem Carnicavolk weggelaufen ist.
    Hohe Honigleistung?
    Nicht, wenn ich die Honigmenge durch die Anzahl der eingewinterten Völker teile.
    Mit der Dunklen Biene habe ich eine robuste, angepasste, fleissige Biene kennengelernt. Manchmal fehlt ihr im Nestbereich die Wabenruhe, aber sie ist sonst sehr umgänglich. Ihre hohe Verwendung von Propolis könnte auch als störend emfunden werden. Schön ist ihr Sammeleifer, auch bei schlechteren Wetter, die Pollenvielfalt, die sie einbringt, ihre große Flugweite (sie brachten letzten Herbst Pollenhöschen aus einem weiter entfernt liegenden Phazeliafeld, das die Carnis noch nicht einmal entdeckt hatten), selbst bei andauernd schlechten Wetter sollen sie noch einen Honigraum sicher füllen. das trat zum Glück noch nicht ein.
    Aber sicher füllen, das tun sie.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Reiner,
    Ja, dazu sind sie gut, die Belegstellen, um kontrollierte "Rassenkreuzungen" (die " " sind wohl bedacht!)
    zu erstellen.
    Warum denn sonst diesen Aufwand,
    zumindest bei Bienenherkünften, bei denen man jeder Zeit "reines"
    Zuchtgut aus dem ursprünglichen Gebiet bekommen kann.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Franz Xaver, hallo Henry!


    Ja natürlich habe ich das erlebt, sonst hätte ich es hier ja nicht geschrieben.
    Henry, Du kennst ja die Verhältnisse hier an meinem Standort nicht. Und richtig ist auch, dass das hier vorhandene Carnica-Material nicht 100% "rein" ist. Dennoch müsste auch Dir zu denken geben, dass meine erste (frühe) Zuchtserie, rein äußerlich betrachtet, komplett grau ist. Und dann kommt ein Berufsimker mit ca. 150 Buckfast-Völkern (Standentfernung ca. 10-12 km Luftlinie) und die Nachkommen meiner zweiten Zuchtserie sind fast durchgehend gelb beringt.
    Und soetwas gibt euch nicht zu denken??? Mir schon!

  • Moin Peter,


    ich will ja gerne glauben, daß Deine späteren Serien beringte Bienen hervorbringen. Was ich jedoch nicht glauben will, ist, daß diese Bienen saubere Buckfast/Carnica-Kreuzungen sind und daß sie (nur deshalb und) allesamt "miserabel" seien. Und ich glaube auch nicht, daß ein Berufsimker mit 150 Zuchtvölkern anrückt. Es werden vermutlich ordentliche Wirtschaftsköniginnen sein, die da ihre Eier legen und gerade beim Berufsimker ist nicht immer Edles in den Kisten. Wer sich ob der Vielzahl der Völker und damit der Chance, sich einen einzufangen, ohnehin vor Stichen schützen muß, wird kein Volk gnadenlos umweiseln, weil es beim der Honigentnahme twas stinkig reagiert.


    Meine Standbegattungen bringen übrigens ungefähr die selbe Tendenz zu Ringen mit, wie Du sie beschreibst. Es war auch zu merken, daß spätere Begattungen mit mehr unruhigen Nachkommen aufwarteten. Doch wissen wir ja, zumindest seit den Langstrecken- und Hochflugdrohnenversuchen und den "Drohnenerlebnissen in tiefer Winternacht", daß so mancher Drohn, ob edel von Geblüt oder eher bodenständig, erstens länger lebt als es die Statistik ihm erlauben würde und zweitens in fremden Völkern sein Auskommen sucht und so Gott will auch findet und drittens weiter fliegt als es der im Schierlingsgebiet ansässigen Giftberatungsstelle lieb ist. Oder einfacher: Ende des Jahres findest Du in allen Völkern alle möglichen Drohnen. Und vielleicht schleppt Dein Berufsimker tatsächlich sogar welche ein.


    Nur, daß das, was Deine Königinnen begattet, Buckfastdrohnen sind, das ist wirklich nicht so sicher, daß man's so herumerzählen muß, als wäre es unumstößliche Gewißheit. Aussagen dieser Art bergen immer ein ganz klein Wenig die Gefahr, sich der Lächerlichkeit auszusetzen oder gar nicht mehr ernst genommen zu werden. :wink: Wie schnell kriegt man dann die Schublade mit der Aufschrift "Buckfasthasser" um die Ohren gehauen und die eitert ausgesprochen schlecht wieder raus.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Peter Groth schrieb:

    Hallo Franz Xaver, hallo Henry!


    Und dann kommt ein Berufsimker mit ca. 150 Buckfast-Völkern (Standentfernung ca. 10-12 km Luftlinie) und die Nachkommen meiner zweiten Zuchtserie sind fast durchgehend gelb beringt.
    Und soetwas gibt euch nicht zu denken??? Mir schon!


    Wahrscheinlich wird denen die Lust auf SEX nach 15 km vergangen sein, ansonsten müsstest du eine Superbiene mittlerweile haben.
    Ich persönlich stellte immer wieder an meinem Stand fest, dass Bastarde sogar oft die bessere Bienen sind. :lol::lol::lol:

  • Hallo Franz Xaver,


    das hat ich doch schon geschrieben, 30% über den Carnica's lag der Hybrid.
    Dat Problem ist ja nur, dass du die gute Kombination nicht einfach mehr hinbekommst, da du nicht weißt , wer mit wem !
    Und es kann auch mal nicht hinhauen, das kommt auch öffters vor. Die werden dann meist vergessen.


    Soll ich noch was über Hüngler- und Bruttypen bei der Carnica erzählen? Da kann sich der eine mit ner Bucki garnicht anfreunden, grade wenn der Imker seine Betriebsweise darauf abgestellt hat.


    Grüsse



    8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Berni911 schrieb:


    Dat Problem ist ja nur, dass du die gute Kombination nicht einfach mehr hinbekommst, da du nicht weißt , wer mit wem !
    8)


    und wenn du es weißt, dann hilft es dir auch nicht.
    Habe im vorigen Jahr u. a. 2 Königinnen aus der Belegstelle heim, die Mörderbienen hervorbrachten.
    Rasenmähen bei mir im Garten, getrennt vom Bienenstand , nur mit Schutzanzug möglich, beim Öffnen der Völker Angriffe, man spürte durch den Schutzanzug richtiges "Hagelgefühl" , so prallten die Angreifer auf. Es war so arg, das mein kleiner Sohn ein Verbot erhielt auch nur in die Nähe des Bienenstandes zu gehen.
    Auch nach 2 Monaten kam der "Zwiebeleffekt", den man manchmal der Verteilung in der Samenblase der Königin beobachten kann, nicht durch.
    Das "Abdrücken" der Königinnen erfolgte zwangsläufig.
    Die Geschwister der Königinnnen, bzw. deren Völker waren gut zu bearbeiten und brachten hervorragende Honigerträge.


    Also ist das Züchten immer wieder auch wie ein kleines Lotteriespiel. Übrigens ergeht es alten Vereinskollegen oft auch nicht anders, sodass viele schon auf Standbegattung schwören, da hier auch keine Nachteile ersichtlich sind, eher Gegenteiliges.

  • Hallo Lothar


    Verschiedene "neumodische" Imker versuchen das Propolisieren in der Bienenzucht zu verstärken.
    Es ist wohl Ansichtssache wieviel günstig für uns Imker ist und für die Bienen.
    Für die Bienen ist die Verwendung von viel Propolis auf jeden Fall günstiger
    hinsichtlich der Krankheitsresistenz.
    Deshalb sehe ich es als 2 schneidiges Schwert an, Propolisieren bei den Bienen wegzuzüchten.


    Ich selbst versuche wieder von Völkern nachzuziehen die gut Rähmchen mit Propolis behandeln.


    Es ist auch relativ einfach es wiederherzustellen - weil Propolisieren anscheinend dominant (laut Büchern) weitervererbt wird.


    Viele Grüße Uli

  • Hallo Franz Xaver,


    das Problem mit Stechlust habe ich schon lange nicht mehr und ich widerspreche Dir auch, dass man die Paarung bei gezielter Inzucht & Paarung nicht mehr hinbekommen könnte.


    Allerdings ist der Aufwand sehr gross.


    Grüsse 8)


    Wie machst du das eigendlich, erst Eisbären kraulen und dann Rasenmähen??? :wink: Das würde vieles erklären ! :lol::lol::lol::lol:

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Moin,


    Lothar hatte mal etwas über die Quallität von Königinnen geschrieben, die dann auch für Enttäuschungen sorgen kann.


    In diesem Zusammenhang, schreibt Dr. Büchler über den Ringtausch bei der AG Toleranzzucht:


    ... es gab vereinzelt Klagen über Königinnen, die nicht den Anforderungen entsprachen.


    Hmmm, was kann den damit gemeint sein ??? Können wir daraus messerscharf schliessen, dass die Königinnenqualität schlecht war oder das die nicht sehr tolerant waren ? :D



    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !