Angebot und Nachfrage bei Königinnen

  • Hallo zusammen,
    wie bei "Bienenbeuten" angekündigt, eröffne ich ein neues Thema.
    Angebot und Nachfrage, was wird geboten, was möchte man bekommen?
    Geht es darum, möglichst reinrassige Königinnen zu erwerben,
    oder möchte man lieber eine brauchbare Biene?
    Lässt sich beides verbinden?
    Schreibt, was Ihr beim Kauf erwartet, oder umgekehrt, welche Eigenschaften Eure angebotenen Königinnen haben (sollten?).
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Warum denn immer gleich so kommerziell? Ich denke es ist ein Imkerforum.de und kein Bienenhalterforum.de? Man müsste den Austausch von gutem Bienenmaterial vereinfachen. Es gibt genügend Imker, die gutes Material haben und auch bereitwillig tauschen bzw. abgeben. Oft ist das Bienenmaterial am eigenen Stand genügend gut für eine Auswahl zur Nachzucht. Ein Rassevorzug ist nur aus ideologischen Gründen notwendig, die Landrasse genügt. Ich kenne genügend Bienehalter, die sich jedes Jahr auf gekaufte Königinnen verlassen (müssen); zur Freude des Verkäufers, die ihm gegönnt sei. Man kann gute Bienen auch selbst herausfinden und (oder) erhalten. Einfach(er) gelingt dies mit einem größeren Bestand. Über das Jahr werden die wichtigsten Eigenschaften der Völker auf möglichst einfache und überschaubare Weise dokumentiert. Einige Imker sind bei der Selektion kompromisslos und dadurch evtl. erfolgreich? Hier entscheidet es sich in welche Richtung der Zug abfährt, besser gesagt der Schwarm hinfliegt. In meinem Bestand sind etwa 5% besonders nachzuchtwürdig , die Auswahl an Bienen, bei denen alles ganz besonders "passt":
    -Schwarmträgheit
    -Wabensitz/ Sanftmut
    -Honigertrag, Stapelung
    -Brut-/Volksstärke
    -Winterfestigkeit
    Andere Faktoren (Kalkbrut) spielen bei mir momentan keine Rolle. Das Nachzuchtvolk für 2006 habe ich schon: mit 20 000 Bienen trachtreif eingewintert, schwarmfrei zu führen im Raps, mal schauen wie sich die Töchter bewähren. Evtl. müssen noch zwei anderen Völker herhalten.
    Gruß
    Simon

  • Moin Imkers,


    ich kann ganz klar sagen, daß der Schwerpunkt schwerpunktmäßig auf dem Schwerpunkt der Vermehrung liegt, und nicht auf der Rasse oder der dahinter liegenden Zucht. Es ist bei meinen Imkerfreunden schlicht der Aufwand von Auswahl der Zuchtmutti bis zur fertig begatteten legenden Königin, der dem Vermehrer, also mir, bezahlt wird. Dafür sind die dann regelrecht dankbar. 'ne große gesunde Königin mit schönem gerade aufgeklebtem Opalithplätchen ist der Wunsch meiner Käufer.


    Wenn ich denen dann auch noch die Ergebnisse und die Völker in Natur zeigen kann und erläutern, daß ich gerne mehr als eine Zuchtkönigin kaufe und über's Jahr laufen lasse und mich erst dann entscheide, welche der Spender für's nächste Jahr wird, dann rechnen die im Kopfe mit und akzeptieren auch die Preise.


    Die wollen sich gerne den Vermehrungsaufwand sparen und die Bienenrasse (solange sie nicht gerade wespenartige Ringe hat) spielt nicht die große Rolle. Sanftmütig und schwarmträge muß sie sein, das isses aber auch schon. Gerade die Brutstärke ist für die Hinterbehandler eher ein Problem. Doch manch Opa hat dann doch plötzlich ein Magazin stehen oder der Enkel hat mit ihm über Winter die Hinterbehandler zu Oberbehandler mit Magazinaufsätzen umgebaut. Und dann leiden die unter ihren, auf Hüngler und Schwachbrüter selektierten Bienen. Dann nehmen die natürlich gerne die Nachkommen einer Königin, von der sie gesehen haben, was für Räume die füllt.


    Also nochmal, die ordentliche Aufzucht der Königinnen ist das Wesentliche.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Volle,
    ich kann "unbehandelten" Honig, damit meinst du bestimmt Varroazid-unbelasteten Honig, auch mit nicht varroaresistenten Bienenvölkern anbieten.
    Hat jemand Informationen wie das Geschäft mit den Primorskies oder den "Killerfaktor" Königinnen läuft? Kann man damit Kohle scheffeln, oder ist man nur mit dem abwimmeln von Kunden oder mit dem verbreiten von Erfahrungsberichten beschäftigt? Gibt es zwischenzeitlich Primorskies, die weniger Stechen, kaum Milben aber dafür Honig haben? Haben die Buckfastler die varroaresistenten Gene der Primorski erfolgreich in den Pedigree einhybridisiert?
    Gruß
    Simon
    der noch keine Königin gekauft hat.

  • Hallo zusammen,
    da hat Henry einen wichtigen Punkt angesprochen:
    Man sollte beim Züchter vorbeischauen, um zu sehen, wie er imkert.
    Eine Königin aus auf Zweiraumhinterbehandlungsbeuten herausgelesenen
    Völkern wird in einer Imkerei mit größeren Bruträumen versagen.
    Ebenso wird eine Königin aus einer Imkerei, die mit großen Bruträumen arbeitet, schnell die engen Grenzen einer Hinterbehandlungsbeute sprengen.
    Dieses Phänomen ist auch bei Umstellung zu erkennen.
    Völker, die vorher in kleinen Beuten wegen ihrer größeren Brutleistung
    in Schwarmstimmung gerieten, sind dann recht gute Völker,
    die Brut- und Honigraum gut füllen, ohne jetzt Schwarmstimmung zu zeigen.
    Die oben von Simon beschriebenen Eigenschaften wünscht sich jeder.
    Erhofft man sich diese nicht mit den Kauf von Königinen?
    Entsprechen die angebotenen "Wirtschaftsköniginnen" diesen wirtschaftlichen Erwartungen, die man in sie setzt?
    Oder bekommt man nur "Vermehrtes", F1 bis F?,bestenfalls noch noch zur Verbreitung von Genen geeignet?
    Klaffen vielleicht diese Wünsche zu sehr von dem Angebot ab?
    Wird beim Verkauf evtl. mehrdarauf geachtet, Rasemerkmale zu verbreiten?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Lothar,


    alles was nich gerade aussieht wie Wespe wird zur Carnica erklärt, wenn es gut und gesund ist. Oder eben zur regional angepaßten Carnica. Oder zur Carnicageprägten Landrasse, weil wir hier doch alle nur Carnica haben. :wink:


    Die Rasseüberbewertung findet also nur ganz oberflächlich statt. Wenn die Imker dann Töchter einer bestimmten Biene haben wollen, dann reden sie sich eben selbst ein. es müsse ja eine tolle "Carnica" sein. Das ist dann fast wie mit dem DIB-Glas-Honig und dem Wassergehalt. Wenn der Honig erstmal im DIB-Glas ist, dann ist es auch DIB-Honig. Und wenn's DIB-Honig ist, dann hat der unter 18%. Basta. Und wenn mein Imkernachbar als Carnica-Imker mit den Nachkommen meiner König zufrieden oder gar sehr zufrieden ist, na woran wird das liegen - klar am hohen Carnicaanteil. :lol: Und die paar grauen Haare auf'm Hinterteil hat die vielleicht nur deshalb nicht, weil die doch so langlebig ist und da gehen ihr schon mal die grauen Haare aus aber ansonsten typisch Carnica halt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, Ihr Lästerer,


    die Zeit scheint noch viel schneller unterwegs zu sein.
    Kürzlich erzählte mir ein Imkerkollege, dass ein Nachbarimker von seiner "guten alten deutschen Carnica" geschwärmt habe. Als er sie sich gelegentlich ansah, die "gadC", da war sie tatsächlich schon wieder der Ur-Sklenar ähnlich.... Nur mit der "Eingemeindung" hat er (noch) Probleme (mein Imkerkollege)!


    Gruß!


    Manne

  • Lieber Henry,


    das konntest Du Dir ja mal wieder nicht verkneifen: so einen kleinen Seitenhieb auf das Einheitsglas und den DIB. Nur, Deine Aussage ist nicht ganz korrekt. Der Honig, der ins Einheitsglas abgefüllt wird, darf einen Wassergehalt von 18% nicht überschreiten!!! (und nicht wie Du geschrieben hast: "hat unter 18%, Basta.") Also, wenn hier schon Haare gespalten werden, dann bitte auch richtig.

  • Vollkommen Off Topic und ganz weit hergeholt:


    Ja Peter,


    da hast Du gut aufgepaßt und vollkommen Recht. Danke für die wesentliche und notwendige Korrektur, die noch so manchen Honig, der schon an dieser Hürde verzweifeln wollte, zurück ins Leben, also ins DIB-Glas holt. Damit hast Du so manchem (Dräbbel-)Honig die Mehrfachnachtrocknung mit dem Melitherm oder unter der Glühbirne erspart und diesen Honigen noch einen Rest "Unbehandelt-sein" zurückgegeben. Jetzt werden sie in Würde abgefüllt, wenn auch ins DIB-Glas. :lol:


    Aber weißt Du auch wie der DIB-Glaser seinen Honig-Wassergehalt überhaupt bestimmt und sowas wie Invertase und HMF gleich mit? Ganz einfach. Er hält ein ordentlich voretikettiertes DIB-Glas unter den Hahn seiner Schleuder und wenn der Honig von alleine da rein fließt, dann ist er DIB-konform. Ist ja auch logisch, im DIB-Glas ist ja immer nur guter reiner DIB-Honig drin, also geht auch nur guter reiner DIB-Honig da rein. Es könnte aber auch sein, daß das DIB-Glas selbst den Honig erst zum DIB-Honig macht, sozusagen veredelt. Dann wäre der natürlich auch immer DIB-Honig, wenn er erst mal drin ist, im Glas. Und somit wär's ja auch gut. Der hat dann vielleicht keinen meßbaren Wassergehalt im Rahmen der DIB-Vorschrift, aber einen gefühlten oder und einen suggestiven. Einen eher inneren Wert also. Und das ist es doch was heute zählt. Das ist es was uns fehlt in dieser Zahlen-, Fakten- (und Leser)-orientierten Zeit. Ein Bißchen Heimat und Menschlichkeit (und manchmal auch Wärme) im Honigglas. Das rührt uns an, also rühren wir nicht drin rum! Bitte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Peter,


    es ist nicht der DIB, sondern das DIB-Glas-Konzept, daß aus ehrlichen Imkern Betrüger und Roßtäuscher macht, ja machen muß. Denn welcher DIB-Glaser läßt denn schon sämliche Honiglose, die er im DIB-Glas verkaufen will vorher untersuchen? Und wer wartet denn das Untersuchungsergebnis tatsächlich ab, ehe er seinen Honig dann nochmals auftaut und ins DIB-Glas füllt? Und wenn er ihn auftaut, um ihn abzufüllen, wär' dann nicht 'ne neuerliche Untersuchung fallig. HMF und Invertase werden ja gerade durch's Auftauen beeinflußt. Oder soll der gewissenhaft Imker erst ins DIB-Glas abfüllen und dann auf's Eergebnis warten und dann den Honig notfalls aus dem Glas zurückschütten und ihn erneut aber nun neutral abfüllen?


    Nein, so passiert das nicht. DIB-Glaser verkaufen ihren ganzen Honig unter dem DIB-Qualtätsanspruch. Und niemand hängt sich auf dem Dachboden weg, wenn er am Jahrsende erfahren muß, daß sein Honig doch nicht ganz den DIB-Standards entsprach und er nun hunderte seiner Kunden mit seinem vorschnell gegebenen Qualitätsversprechen betrogen hat. Ehrlich hat was mit Ehre zu tun. Also schon wieder mit inneren Werten, genau wie beim Honig.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen,
    ...äh,
    könnten wir das nicht unter "Honig" besprechen??!
    Also nochmal, was erwarten wir von zugekauften Königinnen.
    Zumindest eine oder mehrere Verbesserungen gegenüber
    dem, was man bis dahin am Stand hat.
    Mehr Honig, ruhigere Bienen, bessere Überwinterung.
    Bekommt man das auch?


    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.