• Hallo zusammen!
    In meiner schönen Heimat werden mittlerweile durch die Knechte unseres fürstlichen Großgrundbesitzers auf allen sich nach Sturm oder Käferbefall anbietenden Flächen ausschließlich Douglasien gepflanzt.
    Heuer, so Ende Juni, waren die schon etwas älteren, ca. 15 Jahre alten Douglasien auf den neuen Trieben dicht besetzt mit hellen, silbrig-grauen Läusen. Auf den Zweigen wie auch auf dem Unterwuchs waren reichlich klebrige Tautropfen vorhanden. Vergleiche mit Abbildungen in Waldtrachtbüchern brachten nicht wirkliche die Erkenntnis, um was es sich da handelt. Sah bei genauer Betrachtung gar nichts ähnlich.
    Nach entsprechender Erlaubnis des fürstlichen Forstbeamten hab ich an einen derartigen Bestand testhalber zwei Völker hingefahren. Nur leider sind die Bienen überallhin geflogen, nur nicht auf die Tropfen oder Zweige direkt vor ihrer Beute.
    Hat jemand von Euch Erfahrung mit größeren Douglasien-Beständen? In meinen Büchern über Waldtracht kommen Douglasien nicht vor.
    Gibts da Honig? Wie sieht der aus und wie schmeckt der?
    Oder kann ich mich künftig zwar am schönen grünen Wald erfreuen, meine Bienen gehen aber hier stets leer aus und den Waldhonig muß ich mir dann selber kaufen?
    Gruß
    Gerhard Eißner

  • Hallo Ihr in allen imkerlichen Belangen so versierten Forumsteilnehmer,
    hat denn tatsächlich keiner von Euch eine Ahnung, ob Douglasien als Trachtpflanzen taugen?
    In einem längeren Gespräch hat mir ein Förster gesagt, daß die großflächige (und in manchen Gegenden ausschließliche) Pflanzung von Douglasien derzeit in ganz Deutschland üblich sei. Sowohl in Privatwäldern als auch im Staatsforst.
    Dadurch wird wohl die Fichte nicht gleich aussterben, aber die Zusammensetzung unserer Wälder wird sich möglicherweise deutlich ändern.
    Gruß
    Gerhard Eißner

  • Hallo,


    laut dem Berliner Honigtauerzeuger-Professor Stephan Scheurer gibt es auf Douglasien leider keine Läuse die einen für Bienen nutzbaren Tau erzeugen.


    Ergo: nicht alles glauben, was Wiki sagt. Und Kiefern honigen ja nur äußerst selten (alle 30 Jahre?). Die Lärche wurde ja ganz weggelassen, obwohl dort regelmässig Läuse gefunden werden können.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo,
    tja, das war dann heuer wohl so, wie Reiner schreibt. Viele Läuse und Tautropfen aber die Bienen nehmen das nicht an.
    Das wär dann wohl für mich der "worst-case" und schon sehr, sehr ärgerlich, wenn rund um meine Bienenstände irgendwann 5000 ha Douglasien stehen würden.
    Da kann ich dann wohl nur hoffen, daß möglichst viel Naturanflug von Fichten, Eichen usw. sich gegen die gepflanzten Douglasien und gegen die "Durchforstungen" der Holzmacher durchsetzen.
    Gruß
    Gerhard Eißner

  • Hallo zusammen,
    also wenn der Honig nach Terpentin riecht oder schmeckt ist´s wohl noch besser, es gibt gar keinen.


    Ob Douglasien als Beutenholz taugen, weiß ich nicht. Ich hab bisher Weymouthkiefer verwendet und finde diese sehr gut zum Beutenbau geeignet. Weyhmouthkiefern wachsen vereinzelt hier bei uns im Wald, wurden früher auch mal angepflanzt.


    Die Douglasien werden im großen Stil erst so seit gut 15 Jahren gepflanzt, sind also noch einige Jahre hin, bis da die ersten als Schnittholz taugen.
    Aber vielleicht hast Du ja so lange Zeit. Ich wohne in Bayerns Armenhaus, im Grenzgebiet von Mittelfranken, Schwaben, Ostalb, mitten im Oettinger Forst. Viel Wald und Feld, Weiher, Teiche, Bäche und schöne Aussicht, aber weit, weit weg von der nächsten größeren Menschensiedlung.
    Gruß
    Gerhard Eißner

  • Ich würd das Holz auf keine Fall zum Beutenbau verwenden. Es ist schwerer als Fichte oder Tannenholz.
    Ausserdem ist es sauhart. Habe schon manchen Nagel darin krummgeschlagen.


    Von Vorteil ist die natürliche Imprägnierung, die das Holz zum idealen Aussenverbauholz ( Terassen / Aussenwände) macht.


    Im Forst ist die Baumart sehr beliebt. Sie wächst so schnell wie kein anderer einheimischer Nadelbaum, braucht nur geringste Pflege in der Jugend und läßt sich zur Zeit teurer verkaufen als alle anderen Nadelhölzer.


    Sie wird immer beliebter als Fußbodenholz, als Bauholz und eben als Fassaden- und Gartenholz.


    Bei uns gibt es viele Douglasien. Habe noch nie eine Biene darin fliegen sehen.



    Gruß


    buchneria

  • buchneria schrieb:

    Ich würd das Holz auf keine Fall zum Beutenbau verwenden.



    Hallo buchneria,


    umso besser, dann bleibt mehr für mich ! :wink: 
    Nein, Spaß beiseite. Die Douglasie ist in Wahrheit ein sehr gutes Beutenholz, allerdings bei Sägewerkern kaum verbreitet bzw. im Angebot. Es ist nur unwesentlich schwerer als Weihmutskiefer (Dichte 0,4 kontra 0,43) und sehr witterungsunempfindlich, d.h. ich werde auch hier auf einen Anstrich verzichten können (Kosten /Zeit).
    Googled mal ein bißchen dann bekommt ihr noch mehr Informationen.


    Gruß
    Matthias


  • Hallo Matthias,


    nur zur Info:


    Spezifische Gewichte :


    Douglasie bei 12 % Feuchte: um 590 kg / m ²


    Weymouthskiefer bei 15 % Feuchte: um 380 kg / m ²


    Viel Spaß beim Heben.


    Gruß


    buchneria

  • buchneria schrieb:


    Viel Spaß beim Heben.


    Ja, Danke ! Habe gerade 7,3 m³ verarbeitet, war ausgesprochen leicht gegenüber den Hölzern die man sonst so verarbeitet. Wer nicht selbst bauen kann oder will und auf Ware vom Händler zurückgreifen muß, wird dort meist mit Kiefer versorgt.


    Hier noch mal die fundierte Info über die 3 Sorten:
    a. Weymouthskiefer: 0,40
    b. Redwood (Douglasie): 0,45
    c. Kiefer: 0,52


    Alle Rohdichten in g/cm³ bei 15% HF
    Quelle:”Holztechnik” Fachkunde für Schreiner ISBN 3-8085-4013-3


    Damit ist zwar klar das Weymouth deutlich leichter ist alle beide anderen, aber in der Summe, nämlich mit Einbezug der sonstigen Eigenschaften (z.B. witterungsbeständig) Redwood die bessere Alternative ist.


    Soweit zur objektiven Information.
    Nach meiner subjektiven Einschätzung wird dieses Forum immer mehr zum „Rechthaber-Forum“ in dem unabhängig ob man selbst die oder jene Betriebsweise oder wie hier schon mal Holz selbst verarbeitet hat, irgendwelche Ansichten (angelesen oder gehört) ins Forum gestellt werden. Zugegeben, das ist mir in den Anfängen auch passiert, aber ich hab draus gelernt.
    Die andere Fraktion hier sind die „Nichtentschuldiger“. Nach dem Motto: „My posting is my castle.“ Unverrückbar ist der Inhalt und die Bereitschaft davon abzurücken gleicht einer Gotteslästerung, auch wenn das Posting evtl. in der Hitze eines Gefechts geschrieben wurde.


    Vielleicht übertreibe ich etwas, aber im Gegensatz zu den Leuten Dir hier regelmäßig bzw. täglich posten, fällt mir das bei meinen seltenen Besuchen schon deutlich auf.
    Schönen Abend noch.



    Gruß
    Matthias




  • hey, es weihnachtet, seid friedlich! :wink:


    Statt euch um spezifische Dichten zu streiten, erzählt mir mal lieber, wie lange meine D3Leim-2.Wahl-Fi/Ta-Leimholz-Beuten halten werden! :wink:


    Was mich umtreibt: nehmt ihr Bretter in passender Höhe oder leimt ihr selbst was zusammen?
    Und welche Dickte?
    Abgesehen davon, daß mir gestern im Sturm bei allen 90 Beuten hier zuhause die Deckel samt 5kg Steinen drauf weggeflogen sind :evil: , was ich für absolut unmöglich gehalten hatte, aber wir hatten Böen bis zu 130km/h, sehe ich keinen Vorteil darin, selbst was zusammenzuleimen, um dann passend zu sägen.
    Den Druck beim Leimen wie in einer Fabrik kriege ich eh nicht hin, und massive Bretter reißen oder verwinden sich.
    Also, was ist besser?
    (Was billiger ist, weiß ich ja schon :wink: )

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Wie lange Deine Leimholzkisten halten... ? Auf jeden Fall gehören sie zu den schwersten hier im Vergleich. :wink: (Dachte Du bist auf Holtermanns Plastekisten ?)


    Grundsätzlich sollte man die Beute aus Brettern zusammenleimen (Leimständer, s. Schreinerei). Bei ganzen Brettern entsteht zuviel Verzug. Weiterhin ist Kernholz zu bevorzugen.
    Wir bauen uns 10erDadant mod. aber mit 141 Rähmchen im HR (h = 149) (anstatt wie üblich 159er).
    HR besteht (auch wegen der geringen Höhe) aus einem Brett. Ist ja aber auch nur in der Saison drauf. BR besteht aus 2.
    Dort kann man die Jahresringe dann schön gegeneinander legen. Und als Holzschutz gibt’s nur „Mutter-Natur“ !


    Gruß
    Matthias