Obstbaumrekultivierung mit Zeit aber ohne Geld

  • Hallo Sabine,


    wenn Du keine Zeit hast, mach es jetzt.
    die Blätter fallen von selbst.
    Ansonsten hast Du noch Zeit, bis die ersten richtig kalten Tage vorüber sind.
    Wichtig ist, beim Umpflanzen den Wurzelballen möglichst komplett mitzunehmen.
    Gerade Weiden lassen sich problemlos verpflanzen.

  • Moin Sabi(e)ne,


    Zitat von Michael

    Gerade Weiden lassen sich problemlos verpflanzen.


    Mach Dir da keine Sorgen, krumme auch. Sogar Büsche. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry!


    Als Imker bin ich zwar (noch) Anfänger, hoffe aber, dass ich Dir zum Veredeln von Bäumen den ein oder anderen Tipp geben kann. Das Veredeln von Steinobst (Kirsche, Zwetschge, Pflaume...) ist nach meiner Erfahrung deutlich schwieriger als das Veredeln von Kernobst (Birne, Apfel). Habe selbst bei Kernobst die besten Erfahrungen mit Edelreisern, (einjährigen Trieben von gut tragenden Bäumen) die nach Möglichkeit in der Saftruhe (Januar) bei frostfreiem Wetter geschnitten werden. Je mehr Leitäste man stehen lässt, desto mehr Veredelungsstellen musst Du einplanen, wobei ich immer mindestens 2 Edelreißer "hinter der Rinde" verwende. Das mit dem Bast als Befestigungsmaterial ist sicherlich überholt - Franz Xaver hat schon darauf hingewiesen, dass er Plastikbänder verwendet. Ich selbt nehme aber gleich Isolierband, das klebt besser und hält das Edelreiß mit 3 bis max. 4 Augen (Knospen). Zum Schluss noch mit Veredelungswachs luftdicht verschliessen und dann sollte es funktionieren. Nicht vergessen sollte man das Freischneiden der Veredelungsstellen direkt beim Veredeln und im Frühsommer, wo man dann auch gleich die Veredelungsstelle freilegen sollte, damit nichts fault!


    Der Erfolg der Veredelung von Steinobst ist höher, wenn es genügend Feuchtigkeit/Niederschläge gibt. Noch wichtiger ist aber das Alter der Unterlage. Je jünger desto besser, auch wenn dann das Veredeln "hinter der Rinde" ein ganz schönes "Gefummel" ist und unter Umständen nur Platz für ein einziges Edelreiß bleibt. Wenn es eben nicht klappt, hat man ja im nächsten Jahr noch ne Chance und im Jahr darauf wieder (usw. :D )


    Viel Glück beim Veredeln, denn das gehört wie bei den Bienen auch dazu.


    Grüße


    Luffi



    P.S. Mein Vater schwört übrigens darauf, beim Veredeln unbedingt auf die Mondphase zu achten. Besser funktioniert es nach seiner Meinung bei zunehmenden Mond - zieht angeblich den Saft in die Veredelungsstellen.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Henry,


    also die Unterlagen brauchst du nicht ausgraben, durch das Umpflanzen ist der Streß so groß dass u.U. Edelreiser nicht anwachsen könnten.


    Meine Empfehlung wenn du selbst veredeln willst:


    Unterlagen z.B. Unterlagenbaumschule Lodder


    Apfel - Sämling relativ groß 0,55 € / Stück


    Birne - Sämling relativ groß 0,55 €


    Vogelkirsche 0,59 €


    Pflaumensämling 0,48 - 0,65 €


    www.lodder.de


    Edelreiser falls du nicht hast - Reisermuttergarten Weinsberg - preislich geht das grad noch


    www. reiserschnittgarten.de


    Tip: Steinobstedelreiser etwa immer um den 4. Advent schneiden - beste Winterruhe !


    Wenn du kaufen willst kann ich Apfelhalbstämme verschiedene Sorten ab etwa 14 € besorgen ...


    Veredlungszeitpunkt: Steinobst - bis Ende Februar (Winterhandveredlung)


    Kernobst - bis Mitte April


    Schöne Grüße


    Björn

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


    "ex oriente lux"

  • Hallo,
    @hallo Henry,


    wenn man Hochstämme haben will gibt es die Möglichkeit, Bäume deren Veredlungsstelle knapp über dem Wurzelballen liegt einfach tiefer zu pflanzen. Die Veredlungsstelle muß mindestens 20 cm unter der Erde liegen. So bildet der Veredlungsreis dann eigene Wurzeln und die Unterlage stirbt ab. Es dauert aber 10 Jahre bis man ernten kann. Es klappt da, meistens schnell wachsende Triebe auf langsam wachsende Unterlagen gesetzt werden. Ich habe in meinen Garten 4 Hochstämme die ich durch das Tieferpflanzen von Zwergobstbäumen erhalten habe.


    Eine Möglichkeit günstig an Obstbäume zu kommen ist, Restbestände in Baumärkten aufzukaufen. Sie sehen nicht mehr besonders aus aber das wächst sich in einem Jahr aus. Man muß einfach nur fragen. Die Bäumchen sollten dann vor dem Pflanzen 3 Tage im Wasser stehen.


    Grüße,


    Annerose

  • Moin Annerose,


    ich will nicht mit so veredelter Baumarktware anfangen, die sich dann auswachsen. Und ich will auch keine OBI-Trockenbäume mit Billig-Preis-Garantie. Ich will's eigentlich lieber ganz selber machen. Vielleicht kaufe ich tatsächlich noch die Unterlagen und versuche dann selbst zu veredeln und zwar an Ort-und-Stelle. Wenn ein Pfropf wurzeln bildet, da weiß man ja nie was einem da widerfährt. Frostanfällige oder nicht standfeste Sorten nützen mir nichts. Ich muß wieder Bäume erzeugen die dann so 50-100 Jahre aushalten ohne zu erfrieren und ohne umzustürzen. Ich brauch also bei den Kernobstbäumen wohl Bäume aus Unterlage, Stammbildner und Reis.


    Björn: Noch weiß ich ja alles nur aus Büchern, doch ich wollte die Vogelkirschen erst wachsen lassen und dann oben veredeln, wenn die schon in 2m Höhe stehen. Bis dahin stehen die aber schon auf dem Berg und zwar genau da, wo sie auch in Zukunft stehen sollen. Die Vogelkirschunterlagen sollen ja die Wurzel und den Stamm bilden. Denke ich da falsch? Im Moment trage ich die Vogelkischunterlagen zusammen, schneide sie auf Stammform und setzte sie um meine Komposthaufen, damit sie's gut und nährstoffreich haben. Erst nächsten Winter will ich sie dann auf den Berg setzen und erst wenn der Stamm wirklich einer ist veredeln.


    Die paar Apfel- und Birnbäume werde ich vielleicht doch hier in der Baumschule kaufen. Einfach damit man schon sieht, daß was losgeht auf dem Berg.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ja Henry,


    ich denke das klappt !


    Pflanz sie dahin - gut und regelmäßig ( April - August nicht länger) regelmäßig wässern !


    danach veredeln - wie schon gesagt Steinobst ist schwieriger.


    ich empfehle dir Edelreiser im Dezember schneiden (1-jährige bleistiftstarke - bisca. 1 cm starke Triebe !


    nicht aus Bereichen des Spenderbaumes schneiden der wenig Licht bekommt - schlechtes Anwachsergebnis !


    Veredeln im Februar wenn mal kein Frost ist !


    Schau mal im Buch nach bei Kopulation - relativ sicher !


    Oder Chip budding (auch chippen) !


    Wenn du es ganz einfach habenwillst okulierst du deine Kirschen nächstes Jahr August und nimmst O.S.V. zum verbinden ! Anwachserfolg ca. 95 %


    bei Fragen , ... einfach melden



    Grüße Bj :D rn

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


    "ex oriente lux"

  • Moin Björn,


    gleich die erste Frage: Was'n O.S.V?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • O.S.V.


    ist ein Okulationsschnellverschluß


    geniale Erfindung - Pfennigkram !


    Latexband 4 cm lang 3 cm breit mit ner Drahtklammer an ein Seite !


    wird über das Okulat gezogen und mit dem draht arretiert.


    Gummi löst sich durch sonnenlicht auf - hervorragende anwachserfolge !!!


    [Blockierte Grafik: http://www.osv-fleischhauer.de/okulette_inhalt_de.htm](alt+p)

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


    "ex oriente lux"

  • Hallo Henry,


    wenn du irgendetwas dazu brauchst :


    http://veredelungsunterlagen.de/ - für Hobbygärtner


    www.hermann-meyer.de --> für Firmen


    und wenn du nirgends was bekommst melde dich bei mir !!!



    ciao Björn

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


    "ex oriente lux"

  • Hatte gestern ne Wuffi im Briefkasten, von


    www.brenninger.de
    Könnte sich lohnen, da mal reinzuschauen, und falls hier jemand wie ich Kartoffelfan ist, wäre auch noch:
    www.biogartenversand.de interessant.
    Ferme de sainte marthe kennt genauso wie Dreschflegel eh schon fast jeder, aber hier nochmal ne schöne Linkliste:
    http://www.kuechengarten.de/Bestelladressen.htm

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Henry


    ich selbst habe auch schon über 30 Apfel-Bäume selber aufgezogen und veredelt.
    Man nimmt als Samen aus dem Bittenfelder Apfel und zieht die Unterlage selbst. Du musst die Samen im Herbst ausbringen um die Keimung durch Kälte zu fördern.
    Nach mehreren Jahren 2-3 kannst du dann aufpfropfen. Es werden mächtige Boim!


    Empfehlen möchte ich hier allen Hobygärtnern auch noch das Buch von Sepp Holzners Permakultur. Stocker Verlag.


    Er empfielt Mostreste vom pressen zu sammeln in denen sich zigtausend Samenkerne befinden. Man bringt das großflächig aus und erzeugt einen Obstwald. Die guten belässt er und die schlechten werden umgesägt.
    Es werden dadurch auch neue Sorten entstehen und die weniger ertragreichen werden mit guten Edelsorten veredelt.


    viele grüße
    uli