Neue Honiggläser reinigen?

  • Hallo allerseits.
    Jetzt im Herbst habe ich eine Reihe alter Imkerzeitungen vom Paten gesichtet.
    Dabei hat mich ein Artikel zum Thema Gläserpfand und Rentabilität von Gebrauchtgläsern aufgestört. Dort wurde zum Ausdruck gebracht, es sei ja selbstverständlich, dass neue Gläser aus dem Karton vor dem Gebrauch gespült werden müssten.


    Mir viel dazu ein:
    1. Wenn es selbstverständlich wäre, würde es niemand so betonen müssen.
    2. Wenn es selbstverständlich wäre, hätte ich es ohne Anweisung bei meiner ersten Honigernte von selbst gemacht (Habe ich nicht).
    Andererseits:
    3. Wenn es weniger selbstverständlich, aber nötig und wünschenswert wäre, hätte mir doch irgendjemand vorher (im Imkerkurs z. B. ) etwas gesagt. Oder?


    Da die oben genannten Punkte alle nicht zutreffen, frage ich mich:
    Habe nur ich nicht begriffen was Trumpf ist, oder ist dieser Punkt doch nicht so selbstverständlich wie behauptet?


    Viele Grüsse
    Friedhelm

    Frische Wachteleier und ausgeblasene Wachteleier immer zu haben.

  • Moin Wachtelbauer,


    das mit dem Reinigen, vor der Erstbefüllung ist durchaus nicht Standard.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Also bei mir ist es selbstverständlich, dass auch neue Gläser im Geschirrspüler gewaschen werden, denn es könnten sich ja durch den Transport feine Glassplitter oder Staub usw ansammeln.
    Also allein schon wegen der Hygienebestimmungen - die wir ja gelernt haben, Gläser reinigen.
    Genauso ist es bei mir selbstverständlich, dass ich mir morgens nach dem aufstehen, die Zähne putze und mich rasiere, ohne dass mir das vom Imkerverein wer sagen muss.


    lg.
    happybee

  • Hallo zusammen
    Stellt euch doch diese Frage:
    Trinke und esse ich aus neu gekauften Gläsern oder Tellern, ohne sie zu waschen? Nein!

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo Jungs,


    unser Klinikhygieniker hat mir mal Befunde gezeigt von Material, das in Papier eingewickelt in verschlossenen Schubladen lag.
    Nach 3 Monaten Lagerzeit war darauf Staub festzustellen.
    Wie sehen dann wohl die Gläser aus, die monatelang im Keller auf dem Regal standen?
    Trotz Karton?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Nun ja.
    Ich würde niemals neu gekaufte Kleidung anziehen (von kurzer Anprobe abgesehen), ohne sie vorher zu waschen. Meine Frau schon. Solche und ähnliche Dinge führen bei mir zu Hause schon mal zu Kontroversen. Ich glaube, man nennt das Individualität. Nur weil man selbst etwas ganz Bestimmtes tut, mag oder bevorzugt, muss dies noch lange nicht Standard sein.


    Ich präzisiere meine Frage also und teile sie in zwei Fragen auf:


    1. Ist in diesem Zusammenhang etwas gesetzlich bestimmt?
    Dann ist der Standard aus meiner Sicht klar vorgegeben.


    2. Falls es keine eindeutige gesetzliche Regelung gibt, was macht die Mehrzahl von euch? Dann kann ich mich meinen eigenen Standard aus der Mehrheitsmeinung und meinem "gesunden Volksempfinden" bilden.


    Michael
    happybee
    Bei Kleidung weiß ich, dass sie gesundheitsschädliche Imprägnierungen enthält.
    Wie ist das mit den Gläsern & Deckeln?
    Stäube allein wären aus meiner jetzigen Sicht kein Problem.
    Wir verarbeiten unseren Honig doch nicht unter Schutzatmosphäre, wie Festplattenhersteller oder Wurstproduzenten.
    Wie gesagt: Bisher habe ich das so gesehen, bin aber durchaus bereit zu lernen.


    Viele Grüsse
    Friedhelm

    Frische Wachteleier und ausgeblasene Wachteleier immer zu haben.

  • Hallo Friedhelm,
    ich spüle neue Gläser unter fließendem, ca. 50 ° heißem Wasser innen und außen einmal ab und trockne dann mit einem frischen, trockenen, fusselfreien Geschirrtuch nach. Genauso mit neuen Deckeln.
    Vor dem befüllen schau ich jedes Glas gegen das Licht an, obs wirklich sauber ist.
    Gebrauchte Gläser kommen immer, auch wenn sie von Kunden schon gespült sínd, immer in die Spülmaschine und werden nach Ablauf gleich nachgetrocknet, damit die Trockenflecken von Wassertropfen weg sind.
    Gruß
    Gerhard Eißner

  • Hallo Imker,
    ja wie macht Ihr das denn nun mit den neuen Gläsern?
    Ein paar mehr Antworten auf dieses Thema, das wohl jeden betrifft, hätte ich schon erwartet.
    Das ausspülen mit heißem Wasser gefällt mir nicht wirklich und das abtrocknen dauert bei 6 Kartons immer ziemlich lang.
    Hat keiner eine Methode, mit der das auch sauber ist und schneller geht.
    Oder befüllt Ihr alle die Gläser direkt aus dem Karton?
    Gruß
    Gerhard Eißner

  • Huhu, Gerhard,


    Spülmaschine, 55°C Schnelldurchgang, extra für Gläser und leicht verschmutzte Tassen...


    Früher war die Alternative, die Kartons in die Stammkneipe zu tragen; eine Gewerbespülmaschine braucht 3 Min. incl. Trocknen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Wachtelbauer schrieb:


    3. Wenn es weniger selbstverständlich, aber nötig und wünschenswert wäre, hätte mir doch irgendjemand vorher (im Imkerkurs z. B. ) etwas gesagt. Oder?


    Friedhelm


    Ich zitiere mal aus "Grundwissen für Imker" vom Deutschen Landwirtschaftsverlag: 06-03-01
    (bekommen beim Honigkurs in Mayen)
    >
    Die Gebinde erst vorbereiten
    Gläser müssen vor dem Befüllen immer gespült werden - egal, ob es sich um ein zurückgenommenes Pfand- oder ein fabrikneues Honigglas handelt. Am besten sind zwei Spülvorgänge. Einer fürs Grobe, bei dem auch die Etiketten entfernt werden. Der zweite spült evtl. anhaftende Paierreste und die Seifenlauge des ersten Durchgangs ab. Das Spülmittel wird sparsam dosiert, da die Gläser normalerweise fettfrei sind. Das Nachspülwasser sollte zur Entspannung auch einen Tropfen Gläserspülmittel enthalten.
    Damit das Wasser restlos abtropft, ist es vorteilhaft, die Gläser etwas schräg zu stellen. Mit den Deckeln kann man ähnlich verfahren. Geht man mit der Wassertemperatur an die Obergrenze, trocknet alles sehr rasch , und man muß nicht noch mit einem Tuch unnötig Fusseln verteilen.
    <


    Nenn mir einen Betrieb, (Weinfirma, Konservenhersteller, Mineralwasserfabrik) der seine Gläser nicht vor dem Befüllen spült, auch wenn sie noch nie benutzt wurden.


    Laß Dir von einem Keramiker wie mir sagen, daß Glas grundsätzlich aus Siliziumoxid Soda und Bleioxid oder anderen giftigen Metalloxiden hergestellt werden. (zur Herabsetzung der Schmelztemperatur, allerdings im Lebensmittelbereich nur bis zu gesetzlich bestimmten Obergrenze der Bleilöslichkeit)
    Zwar sind toxische Oxide im Glas gebunden und eingeschlossen und damit ungefährlich, aber direkt nach der Herstellung ist an der Oberfläche genügend freies vorhanden, welches sich mit Wasser oder besonders gut mit Säuren lösen läßt.
    Deswegen auch beim ersten Spülgang mit fettfreien Neugläsern bitte immer etwas Spülmittel reintun. Die Tenside lösen auch leichter das oberflächige Blei raus als reines Wasser.


    Ich kann Dir sogar sagen, daß ich eine Zeit lang in der Weinabfüllung mit dem Aufstellen der fabrikneuen Flaschen auf das Fließband beschäftigt war. Das war eine etwas veraltete Füllanlage und ich mußte alle Flaschen in die Hand nehmen und aufs Band setzen. Am Abend waren meine Hände schwarz. (von dem sauberen neuen Glas)
    -
    Neue Kleidung ist übrigens auch grundsätlich zu waschen. Da sind nicht nur Färbemittel drin, sondern (vor allem in Baumwolle) Insektiziede, die hier in Deuschland schon lange verboten sind (weil neurologische Vergiftungsgefahr), Chlorbleichmittel und (auch hier längst verbotene) Mottenschutzmittel für Übersee-Verpackung.
    Hier in Trier hat eine Frau schwerwiegende neurologische Vergiftungserscheinungen (ähnelt sehr dem Spasmus), die sie davon bekam, daß sie beruflich, täglich die frischen Pakete mit Kleidung aus dem Ausland für ein Warengeschäft öffnete. Die hat nur 8 Stunden am Tag aufgemach und Kleider rausgeholt. -


    Die Verantwortungslosigkeit fängt bei der Bequemlichkeit (von Gläserspülen) an und hört bei der Skrupellosigkeit (der Pharmaindustrie, die hochgiftige, hier längst verbotene, Insektizide an Drittweltländer verscheuert) auf.
    Der Kunde bedankt sich.


    Wohl bekomms, Robert

  • Moin Imkers,


    radiolaria schrieb:

    Ich kann Dir sogar sagen, daß ich eine Zeit lang in der Weinabfüllung mit dem Aufstellen der fabrikneuen Flaschen auf das Fließband beschäftigt war. Das war eine etwas veraltete Füllanlage und ich mußte alle Flaschen in die Hand nehmen und aufs Band setzen. Am Abend waren meine Hände schwarz. (von dem sauberen neuen Glas)


    Sicher gingen die neuen Weinflaschen dann durch eine Spülanlage? :wink:


    Glashersteller, die neue Gläser nicht zur Direktbefüllung an ihre Kunden abgeben und denen so einen Spülgang aufzwingen wird man hier wohl kaum finden. Meine Nachfrage bei drei Herstellern hatte zum Ergebnis, daß die Gläser direkt befüllt werden können. Wer keine Pfandverarbeitung in der Abfüllung hat, hat ja in der Regel gar keine Reinigungsanlage an der Abfülle.


    Ich weiß, daß neue Gläser einen Geschmack auf der Oberfläche haben, der sich zumindest stark abbaut, wenn die Gläser durch die Spülung sind. Ich weiß aber auch, daß viele Abfüller die Gläser, wie vom Hersteller vorgesehen, trocke in die Anlage bringen. Ob ich das nun wirklich schlecht finden soll, weiß ich noch nicht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:


    Sicher gingen die neuen Weinflaschen dann durch eine Spülanlage? :wink:


    Sicher, nach dem Aufstellen von den frischen Gläserpalletten wandern die Flaschen hier grundsätzlich erst in den sogenannten Steri.
    Die werden richtig eingetaucht bis sie voll sind und wieder umgestülpt zum leerlaufen. Da kenn ich hier keine Weinfirma, die das nicht tut.


    Sollte eine Gläserfirma wirklich die Gläser direkt zum Befüllen liefern, muß sie diese wohl selber erst gespült haben. Dann gehe ich aber davon aus, daß dies schon aus werbetechnischem Vorteil auf der Verpackung steht oder dem Käufer vorweg mitgeteilt wird. Warum sollte der Hersteller stillschweigend Kosten und Mühe auf sich nehmen?


    Das Einfachste, man fragt seinen Hersteller. Bei DIB-Gläsern ist es meines Erachtens die Firma WECK.