Reinigung von Rähmchen

  • Hallo zusammen
    ich habe in meiner Werkstatt einen Berg gebrauchter Rahmen die ausgeschmolzen wurden.Ein älterer Imker sagte , ich solle Sie in heißer,verdünnter Natonlauge waschen.
    Kennt jemand diese Methode ?????
    wenn ja , wie stark muß die Lauge verdünnt werden ???
    Was haltet Ihr von dieser Art der Reinigung , wie reinigt Ihr eure Rähmchen


    Vielen dank für eure Tipps


    Gruß und schönes Wochenende


    Jockel

  • Lauge aus 3% Ätznatron aus der Apotheke, Kilo kostet 3,95€, und 97% Wasser.
    Die Lauge in das Gefäß geben und mit KALTEM Wasser aufgießen, erst wenn sich die Lauge gelöst hat, aufheizen.
    Gefäß sollte entweder emailliert ohne Macken oder aus Edelstahl sein, alles andere leidet doch enorm unter der Lauge....
    Schutzbrille, Handschuhe und möglichst Gummischürze sind Pflicht!!!!
    Und bitte nicht in der heimischen Küche oder in Anwesenheit von Kindern, das Zeugs ist ÄTZEND.Die Dämpfe sind auch nicht grad gesund.
    Und hinterher das Abspülen mit viel klarem Wasser nicht vergessen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Jockel,
    der Rat von Sabiene ist schon richtig. So kann man/frau es machen. Die Wirkung ist auch sehr gut. Was mich an dieser Methode immer wieder gestört hat, ist die Gefährlichkeit von dem Zeug. Da kannst du gar nicht vorsichtig genug sein. Da darf nichts, aber auch gar nichts auf die Haut oder gar in die Augen kommen. Auch einatmen der Dämpfe ist nicht schön. Wenn ich das Zeug bei meinem Händler gekauft habe, hat der mir immer eine ellenlage Predigt über die Gefährlichkeit gehalten. Der hatte damit täglich beruflich gearbeitet und wohl so einiges gesehen.
    Wenn Du das benutzen willst, halte Dich genau an die Hinweise von Sabiene, das fängt schon beim Ansetzen der Lauge an.
    Übrigens wird die Wirkung der Lauge mit der Zeit schwächer. Dann mußt Du neue Lauge zugießen, um die alte Konzentration zu erreichen. Das ist auch ein sehr gefährlicher Moment. Vorher das Ätznatron wieder wie beschrieben in Wasser auflösen und dann vorsichtig, ganz langsam in den Kübel geben.


    Im Frühjahr hatte ich dann Gelegenheit, den Vortrag eines Berufsimker mit ich glaube 400 Völkern zu hören.
    Der reinigte alle seine Rähmchen mit kochender Sodalauge !!
    Das ist das gleiche, mit dem Hausfrauen früher die Wäsche gewaschen haben.
    Gibt es in vielen Supermärkten bei den Waschmitteln unter der Bezeichnung Waschsoda.
    Das habe ich dann ausprobiert. Und ich war begeistert. Das Zeug reinigt wirklich gut. Die Rähmchen waren danach wieder wie neu.
    Man sollte natürlich auch dabei seine Hände und Augen schützen, aber das Zeug hat eine viel geringere Gefährlichkeit.
    Da bis auf die Sporen der Faulbrut alle anderen Erreger wie Nosema bereits bei ca 60 Grad absterben sollen, ist auch im Regelfalle wohl die Hygiene gewährleistet.
    Nun habe ich vor kurzem in den Vorschriften der Schweiz oder Österreich noch die Aussage gefunden, das im Faulbrut Fall die Desinfektion der Beuten und Rähmchen mit Ätznatron oder Sodalauge erfolgen soll.
    Da denke ich mir, das auch die Wirkung gegen eventuell vorhandene Faulbrut Sporen nicht schlecht sein dürfte.
    In der älteren Literatur habe ich übrigens inzwischen noch öfter Hinweise auf Sodalauge zur Reinigung von Rähmchen gefunden.
    Am bestens probierst Du beides mal aus.
    Viele Grüße Hubert

  • Hallo
    Wie lange muss ich die Rähmchen den in der Sodalauge baden und bei welcher Temperatur?


    Gibts vielleicht irgend wo eine Anleitung.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • hallo Ruben,


    das hatten wir erst kürzlich - Suchfunktion benutzen!


    Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Moin Hubert,

    Da denke ich mir, daß auch die Wirkung gegen eventuell vorhandene Faulbrut Sporen nicht schlecht sein dürfte.

    andere denken sie hätten nicht viel Milben in den Völkern und noch andere denken ihre Völker wären nicht geschwärmt und wieder andere denken ihre Frau geht nicht fremd. :wink: Die wirklich sichere Methode gegen Faulbrutsporen ist Feuer bzw. wiklich große Hitze. Gerade bei strukturierten Oberflächen wie Rähmchenholz. Die meisten Imker, die mit Ätznatron ihre Rähmchen kochen, benutzen eine Brühe, die im Freien zwar mächtig dampft, aber eben nicht heiß genug ist für P.L.L. Und sie waschen die Rähmchen, bis diese schön aussehen, was natürlich nichts aussagt über das Sporenleben.


    Bei einer Faulbrutsanierung würde ich die Chance ergreifen, endlich einheitliche Rähmchen in allen Kunstschwärmen zu haben und eine fette bronksmäßige Feuertonne ansetzen.


    Im getestet faulbrutfreien Völkerbestand schabe ich die Rähmchen sauber oder strahle die auf dem Kompostsieb mit dem Hochdruckreiniger ab. Hoffnung auf Faulbrutbeseitigung mach ich mir nicht dabei. Viele Rähmchen fallen meiner Leidenschaft für jede Art von Feuer zu Opfer: Kaminanzünden, Lagerfeuer anzünden, Heckenschnittverbrennung, Nachbars Scheune usw.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo allerseits,


    zum Thema Faulbrut Desinfektion mit Soda:


    http://www.alp.admin.ch/themen…/00525/index.html?lang=de


    Und dann die "Richtlinien für die Bekämpfung der Bienenkrankheiten" runterladen und dann unter Desinfektion bei Faulbrut nachlesen.


    (Aber es schadet auch nichts, die ganze Broschüre zu lesen.)


    Im übrigen hast Du natürlich wie immer Recht Henry: Rähmchen reinigen bei Faulbrut ist total über.


    Die Berater aus Celle empfehlen, das reinigen und desinfizieren der Rähmchen immer zum Schluß der Faulbrut Sanierung anzusetzen.
    Nachdem die Imker erstmal die Beuten geschrubbt haben ändert sich das Verhältnis zu den ach so wertvollen Rähmchen drastisch.
    Dann steht einemn Freudenfeuer oft nichts mehr im Weg.


    Persönlich denke ich auch, das man Rähmchen als Verbrauchsartikel sehen sollte. Spätestens wenn das Nachdrahten nötig wird, sollte über die Thermische Sanierung nachgedacht werden.
    Die gesparte Zeit kann besser in die Honigvermarktung investiert werden.


    Gruß Hubert

  • Also Rähmchen die einmal durchgelaufen sind, im Volk.


    Werden die bei euch verbrannt?


    Was ist wenn die Honigrähmchen nie in den Brutraum kommen.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • ... die brennen dann also auch außerhalb des Brutraumes.:u_idea_bulb02:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo


    Das die außerhalb des Brutraumes auch brennen ist vielleicht ein Versuch wert.


    Meine Fragen sind aber noch nicht beantwortet.


    Deswegen würde ich gerne wissen wie lange die Rähmchen in der Sodalauge köcheln sollen und bei welcher Temperatur.


    Und ob ihr eure Rämchen nach einmal durchlaufen durchs Volk verbrennt.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • also gut Ruben,


    da du den erst kürzlichen Beitrag zur Natronlauge nicht suchen willst:
    Die Brühe soll kochen, also 100 Grad.
    Ich lass die Rähmchen ca. 2- 5 minuten drin, bei ca. 3% iger Lauge.
    Vorsicht!!


    Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Moin Chemikanten:wink:,


    wenn Natronlauge kocht hat sie weniger als 100°C. Es sieht nur so aus, weil's blubbert und dampft. Die Veranstaltungen finden gewöhnlich in Waschküchen oder im Freien statt. Die Rähmchen werden also mit 0-15°C eingeworfen, kühlen also die Lauge um sich ab und werden langsam warm. ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder