Oberbehandlungs Beuten

  • Hallo
    Ich selbst arbeite mit Magazinen.
    Möchte mir auf nächstes Jahr eine Oberbehandlungsbuete zulegen
    (Dadant Lagerbeute,Golz-Beute,Bremer Buete)welche dieser Beuten
    bin ich mir noch nicht sicher da es dort bestimt unterschiede gibt.
    Hoffe das mir jemand von euch die Vorteile der einzelnen Beuten sagen kan (Sogar zeigen FOTO).

  • Moin Volle,


    ich kann mir nicht helfen, meine Magazine sind allesamt Oberbehandlung. Ich kann da garnicht nicht von hinten ran. Nur von oben. Also hast auch Du schon Oberbehandlung genau wie ich. :lol:


    Bei den Trogbeuten empfehle ich Dir ganz dringend, Dich vorher damit zu beschäftigen, ob das was Du damit erreichen willst, wirklich erreichbar ist. Eine Umstellung auf Golz zum Beispiel ist nämlich ein gewaltiger Schritt. Da ändert sich Rähmchenmaß und Betriebsweise. Und auch der Anblick dieser auch mit kleinsten Völkern besetzt immer riesigen Beute ist nicht jedermanns (und nicht jeder Fraus :wink: ) Sache. Trogbeuten sind allesamt Klopper mit stattlichem Leergewicht. Auf alle Fälle solltest Du eine Imkerei mit Trogbeuten besichtigen, ehe Du Dich darauf einläßt.


    Wenn's Dir um Dein Rücken geht, denke eher über Halbzarge nach oder über Beuten mit weniger Waben pro Zarge. Oder auch über ein Klappgerät. Golzbeuten bearbeitet man nämlich immer mit rundem Rücken. Da krichse dann de Schmerzen erst recht nur ehmd nicht mehr vom Zargenschleppen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry
    "Golzbeuten bearbeitest Du immer mit runden Rücken"
    Das ist falsch!
    Gerade bei Rückenleiden ist das DIE Beute, die ich empfehle.
    (Zur Zeit leidend unter Hexenschuss, aber nicht bei Imkerei)
    Wenn jemand das behauptet, hat er seine Beuten nicht in der für ihn richtigen Höhe stehen.
    Die Oberkante sollte etwa in Höhe des Bauchnabels liegen, dann passt das ganze.
    Warum sollte eine Beute von etwa 60 x 70 cm eine Frau erschrecken?
    Weil sie auch keine großen Autos fahren können? :wink: 
    Was ist daran erschreckend, wenn links und/oder rechts Leerraum in der Beute ist? Leere Zargen sind noch viel fürchterlicher!
    Vor allem, wenn ich sie erst noch durchs Gelände anschleppen muss. :) 
    Normalmaßwaben kannst Du übergangsweise auch in der Golzbeute verwenden.
    Gibt es Beschreibungen drüber, wie das gehandhabt wird.
    Weiterer Vorteil ist, bei der Golzbeute habe ich den Kasten immer beisammen.
    Man braucht nur einzelne Waben heben.
    Man kommt superschnell an einzelne Waben ran.
    Wie schnell kommt man beim Magazin an, sagen wir einmal dritte Wabe unten von links?
    Erst mal oben abbauen, Zargen lösen, zur Seite stellen, das mehrmals,
    bis Du entlich unten bist.
    Bei Golzbeute: Deckel hoch, Folie ab, und Bingo.
    Es soll keine schnellere Beute geben.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Lothar,


    dann brauchst Du Golz-Beuten auf Beinen. Das ist dann schon mal das Erste. Und egal wie, Honig-Raum braucht Raum. Wenn ich also dieses Jahr im Raps zum ersten mal 6 Zarge übereinander hatte, was zugegeben eine gewaltige Huckerei war, dann kriegst Du sowas in Golz nicht unter. Die Beute muß also schon und immer sehr groß sein, denn irgendwo muß der Honig hin und die Bienen auch. Gegen eine Golzbeute (zudem noch auf Beinen) sehen meine Segeberger Hochhäuser regelrecht filigran aus. Im Winter und als Jungvölker sowieso. Gegen 10 Segeberger im Garten hat mein Weibchen nichts, 10 Golzkisten auf Beinen würden deutlichen Widerwillen auslösen.
    (so mal aus'm Bauch raus: Hat eine Kunstoff-Golz-Beute wirklich nur ein Außenmaß wie von Dir angegeben?)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich bin ein Standortimker und kein Wanderimker.
    Hab keine so großen Völker wie Du und auch nicht so große Rapsfelder ( oder ähnliches) wie Du.
    Bin von der Oberbehandlungsbeute einfach begeistert weil ich auf Brut- und Honigraum ständig zugriff habe. Vorteil z.B. Drohnenwaben ausschneiden, Ablegerbildung.


    Gruß Volle

  • Hallo Henry,
    zunächst einmal ist es schön, das Du solch starke Völker hast.
    Aus Deiner Bemerkung mit den "Beinen"* (und aus früheren Beiträgen von Dir) entnehme ich, das Deine Völker fast ebenerdig stehen.
    Wenn Du das mit Golzbeuten machst, wundert mich der "runde Rücken" nicht. Auch Magazine habe ich so stehen, das man zumindest an die unteren beiden Räume ohne bücken rankommt.
    Golzbeuten stehen aber auf Unterlagen. Diese richten sich nach
    der Körpergröße des Imkers.
    Klar sind Golzbeuten aus Kunststoff größer.
    Das Material ist halt dicker als Holz.
    Aber erschreckend finde ich diese Ausmaße noch nicht.
    Ich habe mit 20-Waben-Trogbeuten (ähnlich T120) gelernt und begonnen.
    Da braucht es manchmal schon langer Arme, um die erste Wabe zu erreichen. Zumal ich da schon kennengelernt habe, das man Beuten nach seinen Körpermaß aufstellen sollte.
    Mein Imkervater ist viel kleiner. Er kam gut zurecht.
    Meinereiner hat das zwar nicht spürbar bemerkt, das steckt man in jungen Jahren noch weg,
    aber ich fand schon, das bei höherer Aufstellung ich bequemer imkern konnte.
    Aber zu Deinen Hochhäusern: ein Tritt, und das ganze liegt auf dem Bauch. Sicherlich hat eine Beute mit festem Aussenmaß seine Grenze.
    Aber wenn es im Honigraum zu eng wird, kann man HW bei schwächeren
    Völkern "zwischenparken".
    Im Brutraum: Es kommt nicht auf die Anzahl der Waben an, sondern auf die Wabenfläche, zwei Zargen Segeberger sind zweiundzwanzig Waben,
    davon vier Deckwaben sind achtzehn Waben.(Normalmaß)
    In der Golzbeute sind es siebzehn Waben, minus zwei Deckwaben,
    also fünfzehn Waben. (Kuntzschmaß ist fast identisch mit Normalmaß)
    Die Brutflächen dürften trotz größerer Wabenzahl gleich sein, ist in Magazinen aber "großzügiger verteilt".
    Der Brutraum der Golzbeute entspricht einem Dadandbrutraum, noch Fragen?
    Idealerweise sollte das Verhältnis Brutraum zu Honigraum 1 : 1 sein.
    Hattest Du wirklich drei Bruträume?
    Sicherlich war das die Ausnahme.
    Im Durchschnitt der Jahre reicht eine Golzbeute mit zwei mal siebzehn Waben aus. Ausnahmsweise muss man denn mal HW zwischenparken und noch Ableger machen. Besser noch als eine Zarge aufsetzen, die dann mit halb ausgebauten und kaum befüllten Rähmchen nach einem Vierteljahr wieder zum Ausschmelzen geht.
    *habe befürchtet, die laufen mir noch weg.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Lothar,

    Lothar schrieb:

    Hallo Henry,
    zunächst einmal ist es schön, das Du solch starke Völker hast.

    Ja manchmal kommt das vor und dann freut mich das auch.

    Zitat

    ..., daß Deine Völker fast ebenerdig stehen.

    Ja das ist so.

    Zitat

    ...
    Aber erschreckend finde ich diese Ausmaße noch nicht.

    Mein Weibchen schon. :wink:

    Zitat

    Aber zu Deinen Hochhäusern: ein Tritt, und das ganze liegt auf dem Bauch.

    Nee, die schmeißt Du nicht um. Nichtmal der Wind. :wink: Die Kisten sind doch nur so hoch weil sie wirklich voll sind, bzw. weil ich bei der letzten Zarge noch denke, daß sie voll wird.

    Zitat

    Hattest Du wirklich drei Bruträume? Sicherlich war das die Ausnahme.

    Ja, das ist ja auch die grüne No. 25 vom Michael und die ist nunmal eine Ausnahmekönigin.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo
    Wolte eigentlich keinen Beute streit auslössen.
    Habe gehoft das mir jemand die einzelnen vorteile und bearbeitungs möglichkeiten erklären kann vieleicht auch zeigen.
    Habe noch nie eine Bremer Beute gesehen und bin sehr neugirig was da anders ist.

  • volle schrieb:

    Hallo
    Wolte eigentlich keinen Beute streit auslössen.
    Habe gehoft das mir jemand die einzelnen vorteile und bearbeitungs möglichkeiten erklären kann vieleicht auch zeigen.
    Habe noch nie eine Bremer Beute gesehen und bin sehr neugirig was da anders ist.


    Kein Angst


    bis jetzt streitet da noch keiner :D 
    das geht dann anders 8)


    grüsse max

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.

  • Stimmt,
    das ist noch kein Streit.
    Wenngleich ich mein Bild, das ich mir von Henry gemacht habe,
    etwas geändert habe.
    Er ist jetzt kleiner, mit kurzen Beinen.
    Wenn er seinen japanischen Esstisch verlässt,
    um von seinen Balkonbienen zu seinen Garten
    (mit gestutzten Bäumen)
    zu fahren,
    hat er natürlich ein tiefergelegten Wagen.
    Na, was will man denn machen, wenn die Frau sich vor langbeinigen Sachen ängstigt.
    Bei meiner sind diese langbeinigen Dinge eher Spinnen.
    Aber bevor Henry diesen satirischen Seitenhieb missversteht,
    und ich denn noch dazu Ärger mit Henrys Frau bekomme,
    die ich unbekannterweise hier grüße,
    komme ich zum eigentlichen Thema zurück.
    Vorteile einer Lagerbeute:
    Kein Heben, kein Bücken.
    Arbeiten mit einzelnen Waben. Einfache Betriebsweise.
    Schnelle Greifbarkeit einzelner Waben.
    Schnelle Bearbeitung. Gute individuelle Völkerführung.
    Hohe Standfestigkeit.
    Nachteile einer Lagerbeute:
    Begrenzter Raum. Wanderung nur zu zweit möglich.*
    Erschreckt einige Frauen (Sorry, ich kanns manchmal einfach nicht lassen :lol: ). Nicht alle Betriebsweisen möglich.
    *obwohl Bruder Adam mal schrieb, der Imker, der seine Beuten allein tragen kann, taugt nichts.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Lothar,


    wenn ich ein Kleiner wär', dann wär die Lagerbeute was für mich. Aber weil ich ein Großer bin (und auch Königinnen hab', die das auch ausfüllen :wink: ) brauch ich hohe Beuten, wenn ich mich nicht Bücken will. Auch meine Frau ist groß und schlank. Unter meinen Beuten stehen bestenfalls noch 15cm hohe Beutenböcke und 'ne Kletterzarge im Winter. Das paßt schon. Den Rundrücken hab ich sowieso. (Nur für ein Bild von mir.)


    Meine Autos (Kangoo, Unimog) sind allerdings eher hoch- als tiefer gelegt. :lol:


    Bei den Einschränkungen der Lagerbeuten, zumindest bei Golz, hast Du vollkommen Recht, nur fehlt da noch a' Bissl' was. Jedenfalls wenn Du vor hast Völker zu verkaufen. Hier hat jedenfalls kein Schw... Kuntzsch hoch. DNM ist das Maß oder eben gleich Dadant. Einfache Völkervermehrung durch Zargentrennen ist auch nicht.


    Deshalb schrieb ich ja: Gut informieren und vor allem selber anschauen, ehe man sich da entscheidet.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    Völkerverkauf auf Waben wird sowieso bald der Vergangenheit angehören.
    Aus bienengesundheitlichen Gründen wird sich der Verkauf von Kunstschwärmen immer mehr durchsetzen.
    Das macht einen auch unabhängig vom Wabenmaß.
    Und Kuntzsch-Hoch liegt bei Mittelwandherstellern unter den ersten fünf
    Wabenmaßen.
    Stimmt, mal eben eine Zarge wegnehmen für einen Ableger ist nicht.
    Mit Einzelwaben macht das zwar mehr Arbeit, aber ich habe die Waben vor Auge, kann entscheiden, ob diese gut genug für einen Ableger sind.
    Klar, du weisst auch, in welcher Zarge viel Neubau ist.
    Aber muß man Ableger so groß erstellen?
    Dr. Liebig empfiehlt zwei Waben für einen Ableger.
    W. Golz teilt ein Volk auf sechs Ableger auf.
    Je weniger Waben pro Ableger, desto wirtschaftlicher und risikoärmer.
    Sabi(e)ne hat kürzlich treffend darüber geschrieben.
    Ganze Zargen je Ableger brauchst Du doch nur bei später Ablegerbildung.
    Dazu schwächst Du das "Muttervolk" noch zu sehr.
    Gerade die nachfolgenden Brutsätze sind Pflegebienen für die ersten Winterbienen. Das spricht gegen späte Ablegerbildung.
    Oder brauchst Du das als Notbremse bei Schwarmstimmung?
    Viele Grüße
    Lothar


    PS. Hast Du Deine "Grüne 25" immer noch im Wirtschaftsbetrieb?
    Da zeigt sie was sie drauf hat, aber eine für die Zucht bestimmte
    Königin haben viele griffbereit in einen Kleinvolk.

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Noch ma kurz,

    Lothar schrieb:


    PS. Hast Du Deine "Grüne 25" immer noch im Wirtschaftsbetrieb?
    Da zeigt sie was sie drauf hat, aber eine für die Zucht bestimmte
    Königin haben viele griffbereit in einen Kleinvolk.

    Ja aber ich werde meine ersten MiniPlus-Überwinterungen doch nicht mit No. 25 machen. Nee, die bleibt über Winter in ihrem Volk. Sichä iss sichä!


    Im Frühjahr kommt se dann in ein MiniPlus.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder