• Hi !


    Da ich nur wenige Königinnen nächstes Jahr benötige möchte ich es gerne mal mit dem "Bogenschnitt" probieren.
    leider steht in den meisten Büchern nix ausführliches.
    Ist das wirklich so einfach oder gibt`s da Kniffe ???

    Grüssle aus dem Nordschwarzwald


    Lagerfeuer1971

  • Zitat

    Ist das wirklich so einfach oder gibt`s da Kniffe ???


    ...das ist wirklich so einfach und Kniffe gibt's da nicht.
    Es muß auch nicht unbedingt ein Bogen geschnitten werden, ich schneide auch ganz gern waagerecht über die gesamte Wabenbreite.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Lagerfeurer,


    du solltest nur darauf achten, dass die Maden das richtige Alter haben.


    Aus den nachgezogenen Zellen suchst du dir dann die besten raus. Nur darauf achten, ein starkes Volk nehmen, kein Schwächling. Das wird dir im nächsten Jahr gedankt, die Q's sind einfach stärker, besser, leistungsungsfähiger.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Zitat

    du solltest nur darauf achten, dass die Maden das richtige Alter haben.


    ...beim Bogenschnitt sollte man eine Eiwabe zerschneiden bzw. möglichst so schneiden, dass Larven nicht als Weiseln gezogen werden können.
    Dazu hänge ich 2-3 Tage vor dem Termin zum Schneiden eine Leerwabe in das Muttervolk mitten ins Brutnest.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin Imkers,


    nix gegen Bogenschnitt und dagegen mit eigener Königinnenerzeugung zu beginnen, aber:


    Der Bogenschnitt, genau wie das Zellenstanzen oder Zellenschneiden sind Zwischenschritte auf dem Weg zum Umlarven und Umstecken. Und man darf nicht versäumen auch auf die Nachteile des Bogenschnitts hinzuweisen.
    - Erstens versaut man eine Wabe, was dem Anfänger gewöhnlich wie der Abgang eines Nierensteines anmutet.
    - Zweitens entnimmt man einem nachzuchtwürdigen Volk ganze bestiftete Waben und schmeißt den ausgeschnittenen Teil auch noch weg.
    - Drittens muß man Zellen quirlen, damit man einzelne Weiselzellen ernten kann und es keine Mehrfachnasen gibt, von denen man dann wieder eine mittlere zerstören müßte.
    - Viertens geht das Verschulen nicht einfach, weil ja alle Zellen auf der Bogenschnittwabe festgebaut und angewachsen sind.
    - Fünftens befindet sich auch auf der Bogenschnittwabe zur Zeit des Verschulens gedeckelte Arbeiterbrut, die oft mit zerschnitten wird, um die Zellen frei zu bekommen.
    - Und sechstens handelt es sich beim Bogenschnitt, auch wenn die Zellen leicht gekürzt werden, immer nur um in Nachschaffungszellen aufgezogene Nachschaffungsköniginnen.
    - Siebtens kann man gedeckelte Zellen nicht schützen ohne sie zu berühren und auch zu verschulen.
    - Achtens ist es praktisch unmöglich, sich auf diese Weise Zuchtstoff von Kollegen zu holen (oder abzugeben), weil die sich auch nicht gerne Löcher in die Waben schneiden lassen und noch viel weniger gerne fremde Waben zum Bestiften einhängen.
    - Neuntens taugt ein Bogenschnitt immer nur für genau einen Zuchtversuch. Schlägt der fehl ist Zeit verloren und eine Wabe im Eimer.


    Mein Rat ist also, möglichst früh das Umlarven in künstliche Weiselnäpfe zu versuchen und zu probieren (Es ist viel einfacher, als es immer beschrieben wird :wink: ) oder gleich ein Umstecksystem anzuschaffen. Das kost zwar alles Geld, aber wenn ein Bogenschnitt nicht oder nur unzureichend angenommen ist, ist der Zuchtversuch hin, die Wabe versaut und Zeit vertan. Wenn umgelarvte ausgeräumt wurden belarvt man einfach neu und weiter geht's.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder