Bienenvölker in RLP wo melden?

  • Hallo zusammen!


    Ich habe bereits hier im Forum schon verschiedene Beiträge gelesen, dass man seine Bienenvölker amtlich melden muss. Doch scheint das Ganze regional unterschiedlich zu sein. Wo muss ich nun was melden und was kostet das?


    Meine Gegebenheiten:
    Bundesland: Rheinland-Pfalz
    Anzahl der Völker: 3 (Tendenz steigend :D )
    Wandern mit den Völkern: nein


    Ich bin bereits Haftpflicht versichert (inkl. Bienen!) und bin nicht in einem Imkerverein.


    Viele Grüße
    Uli

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Hallo Ulli,


    in RLP interessiert sich der zuständige Kreisveterinär für den Standort deiner Bienen.
    Einfach formlos anmelden mit Angabe des Ortes und-wenn möglich- der Gemarkung und Flur-Nr.
    Keine Angst, da geht nix ans Finanzamt oder so, es ist aber wichtig, falls Du mal (unverhofft und unverschuldet) in einen Sperrbezirk gerätst.
    Aus dem gleichen Grund solltest Du auch den Imkerverein, in dessen Bezirk du deine Bienen hälst, formlos informieren.
    Das heißt nicht, in den Verein eintreten zu müssen, das heißt einzig, dass die Jungs wissen, wo sie dich im Notfall finden können.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    muss ich dem Kreisveterinär nur den Standort melden, oder will der auch irgendein "Gesundheitszeugnis" bzw. werden meine Bienen dann regelmäßig überprüft? Enstehen dafür Kosten? Beim Amt ist doch fast nicht kostenlos... :-?


    Und was passiert wenn ich in einen Sperrbezirk gerate?! Die Bienen stehen bei mir auf privatem Gelände - quasi hinterm Haus.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Hallo Brummser,


    nee, keine Bange.
    Es gibt keine Pflicht, dem Veterinär regelmäßig irgend etwas zu bezahlen oder ihn irgend etwas untersuchen zu lassen. :wink: 
    Er darf deine Bienen im Regelfall auch ohne dein Beisein oder deine Zustimmung nicht einmal aus der Nähe betrachten.
    Das Betreten des Grundstückes bedarf der vorherigen Einverständnis des Nutzers oder Besitzers.
    Ausnahmen sind im BSeuchengesetz geregelt.
    Wenn deine Bienen in einen Sperrbezirk geraten, entsteht automatisch eine sog. "Veränderungssperre".
    Das besagt, Du darfst Bienen, Beuten und Gerätschaften nicht aus diesem Bezirk heraus bewegen.
    Darüberhinaus wird der Veterinär dann verfügen, daß alle Bienenvölker innerhalb dieses Radius auf Faulbrutsporen untersucht werden; bevor dies nicht geschehen ist, wird der Sperrbezirk bestehen bleiben und damit auch die Veränderungssperre.
    Aber:
    Wenn der Veterinär eine Untersuchung auf AFB, meist eine sog. Futterkranzprobe anordnet, muß er sie auch bezahlen. bzw. der Steuerzahler. (Wenigstens in RLP und im Saarland, das weiß ich genau, wie es in anderen Ländern aussieht, weiß ich nicht.)
    Siehst Du, daher kann es u.U. auch für dich besser sein, dich bei dem Verein in deiner Gemeinde zu melden.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    eine sehr interesante Frage, wie gross ist den der Radius ? Ist der irgendwo festgelegt/vorgeschrieben? Mich wuundert, dass bei uns der Radius nur auf einen Kilometer festgelgt wird, da sind meist nicht viele Stände drin. Dank den Imkerfreunden, die in Ihrrem Verein dann doch etwas grossiger untersuchen, konnten noch weitere Infektionen festgestellt werden.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Bernie,


    den Radius legt der Veterinär fest.
    Ich habe schon erlebt 1km bis 5 km, je nach Lokalität und Massierung an Bienenvölkern.
    Normalerweise wird sich ein kluger ( :D ) Veterinär (ja, die gibt es!) mit den örtlichen BSSV zusammentun und den Radius sinvoll ausweisen.
    Sinnvoll dahingehend, daß möglichst die Infektionsquelle lokalisiert ist und andererseits nicht allzuviel Kohle aus dem Fenster geworfen wird.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo zusammen,
    mein Eindruck bei der letzten amtlichen Bekanntmachung
    eines Faulbrutsperrbezirkes in unserem(Land-) Kreis:
    Es wird kein Radius gezogen, sonst wär das "Ding" annähernd rund,
    Bei ein KM ist sicherlich kaum ein Nachbarimker "betroffen".
    Die Sache muss sich lohnen, also wird ein Sperrbezirk so gelegt,
    das er möglichst viele Imkereien umfasst.
    In der Gegend gibt es nur kleine Dörfer, fast keine Imker.
    Also ausdehnen das Ganze.
    Der Ort mit Sitz eines Imkerbedarfsgeschäfts bleibt aussen vor.
    Obwohl auch benachbart.
    Wenn bei mir mal so was eintreten sollte, lege ich Beschwerde ein.
    Im Gesetz steht was von Radius. Das kenne ich als Halbmesser eines Kreises.
    Eine festgelegte Umgebung wie im oben genannten Fall halte ich nicht für zulässig.
    Aber vielleicht erklärt mir/uns ein/eine BSV einmal, wie so ein Sperrgebiet festgelegt wird.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    einen "Radius" in der Natur kreisrund ziehen zu wollen ist ausgemachter Unfug. :wink: 
    Das funktioniert von mir aus in der Nordsee, aber da isses eh für uns uninteressant.
    Man muß sich da nach Bebauung, Bienendichte, natürliche Gegebenheiten usw. richten.
    Auch bei Ellypsen oder ellysoiden Gebilden wird von einem Radius gesprochen !
    Damit der Herr Amtsveterinär seine Sperrbezirke nicht nach Gusto aussucht, dafür sind ja wir Imker mit im Boot.
    Wenn der Veterinär wenigstens etwas Sachverstand hat, und davon gehe ich nunmal aus, wird er die Sperrbezirke zusammen mit den Imkern aussprechen.
    Sonst könnten wir uns das ganze Gedöns mit BSSV und sowas ja gleich schenken.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin allerseits,
    laut § 10 Abs. 1 Bienenseuchen Verordnung " erklärt die zuständige Behörde das Gebiet in einem Umkreis von mindestens einem Kilometer um den Bienenstand zum Speerbezirk"


    In diesem Speerbezirk müssen und dürfen dann alle Völker vom Veterinär untersucht werden.
    Wie groß der Speerbezirk dann maximal wird, hängt u.a. von folgendem ab:
    Standort der betroffenden Stände,
    Standort der Kontaktimker,
    Flugkreis der Bienen je nach Jahreszeit
    d.h. im Herbst bei Räuberei wird der Speerbezirk größer als im Sommer bei Volltracht.
    Gab es da schon öfter Faulbrut und konnte bisher keine Quelle identifiziert werden? Folge: Jetzt suchen wir auch mal bei denen, die bisher außen vor waren.
    Gibt es da einen Imker, der sich nie in die Karten schauen läßt und dem es zuzutrauen ist, die Faulbrut nicht zu erkennen? Folge: Da wird der Sperbezirk so gelegt, das der mit drin ist.
    Das ganze, auch die Art der Sanierung, hängt halt stark vom Charakter, der Einstellung und dem Fachwissen des jeweiligen Veterinärs bezüglich Bienen ab.


    Merke: Im Faulbrutverdacht kommt der Amtsveterinär gleich nach Gott




    Bezüglich der Grenzen: Die müssen in der Tageszeitung amtlich veröffentlicht werden. Und damit jeder sofort sieht, wo die Grenzen sind, nimmt man nicht als Grenze z.B. 1,5 km im Umkreis um den betroffenen Bienenstand sondern definiert die Grenzen an markanten Geländepunkten wie Straßen, Bahnlinien oder Flüssen.


    Übrigens sollte jeder Imker die Bienenseuchen Verordnung mal gelesen haben. Und zwar bevor ihm der Amtsveterinär die Tür zum Bienenstand eintritt.
    Hier für alle die sie noch nicht haben, die Adresse zum download:
    http://imkerverein-salzkotten.…enverordnung._3_11_04.pdf
    Viele Grüße Hubert
    P.s.: Ob das alles so toll ist, steht wieder auf einem anderen Blatt.
    Und ob damit die Faulbrut wirklich eingedämmt werden kann, darüber läßt sich trefflich streiten.

  • Hallo @ all,


    irgendwie sind wir nun mal wieder vom Kuchenbacken zu A...backen gekommen. :wink: 
    Sorry, Brumser, deine Frage ist aber hoffentlich beantwortet ?


    Der Amtstierarzt kommt, wie beschrieben, gleich nach dem Papst, und einige sollen genau so unfehlbar sein.
    Das stimmt.
    Aber Fakt ist und bleibt immer noch, wie arbeiten wir mit ihm zusammen, wie begenen wir ihm?
    Über das System sowie Sinn und Unsinn der Sperrbezirke wollen wir hier mal nicht reden! Die Gesetze sind halt so, und noch müssen wir damit leben!
    Wenn wir Imker mit offenen Karten spielen und ihm das Gefühl geben, ihn ernst zu nehmen, wird er das auch mit uns tun.
    Denn Fakt ist:
    Obwohl ein Amtsveterinär auch gegen den Willen der Tierhalter Verordnungen erlassen kann, ist er besser bedient, er arbeitet mit den Imkern zusammen.
    Und was haben wir denn zu verbergen?
    Na also.
    Dazu kommt noch (und das hat mir unser Amtstierarzt nach dem 5. Bärenfang bei unserem Sommerfest am Schaubienenstand mal unter der Hand gestanden!)
    Bienen kommen im Studium und in der Fachausbildung so gut wie nicht vor. Die wenigsten kennen sich überhaupt damit aus.
    Und sind froh, wenn ihnen die Imker behilflich sind.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Brauche ich eigentlich in Baden-Württemberg ein Gesundheitszeugniss wenn ich einen neuen Bienenstand anmelden möchte ?

  • Hallo zusammen,
    sicherlich weiss ich auch, das man das nicht so einfach mit ´nem Zirkel
    auf der Landkarte festlegen kann.
    Ich weiss auch, das in km auf der Karte in Wirklichkeit viel weiter sein kann. Die Welt ist halt nicht platt.
    Aber das was da konstriert wurde, ist nicht annähernd etwas kreisähnliches.
    Eher eine Wurst von 1,5 bis 2km Breite und fast 8km Länge.
    Wenn ich von so was betroffen würde, legte ich Protest ein.
    Solche angeführten Gründe wie der Imker oder die Imker in dieser Gegend sind noch nie untersucht worden, der ist nicht im Verein, den würgen wir eins rein, der hat mir Kunden weggenommen, halte ich nun mal nicht für objektiv um einer Verordnung zu entsprechen.
    Die genannten Bestimungen in §10 Bsv sind doch eindeutig.
    Wenn man dann ausnahmsweise mal eine ganze Ortschaft dazuschlägt, weil der Großteil betrofen ist, könnte man das noch akzeptieren.
    Aber im oben genannten Beispiel sehe ich eine Art Arbeitsbeschaffung.
    Hat der LV Westfalen-Lippe nicht gerade wieder zwei Dutzend frischgebackener BSV auf uns losgelassen?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Wenn Du Dich bei Deinem in der Nähe befindlichen Imkerverein mal meldest kann der dir alles genau erklären auserdem muss mann nicht unbedingt mitglied werden .
    Der hat auch die Formulare für den Kreis wo man seinen Stand melden sollte.
    Gruß Honigmann