Holzzargen einfetten

  • Hallo liebe "Imker-Fangemeinde",


    ich habe nun schon oft im Forum gelesen, dass die Kanten von Kunststoffzargen mit Fett bzw. Vaseline bestrichen werden, um die Beute leichter öffnen zu können. Hat das schon jemand mit Holzbeuten probiert? Und wenn ja, ist es ratsam?!


    Viele Grüße
    Uli

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Hallo Uli,


    gerade dieses Verkleben mit Propolis ist es warum die Falzlosen Bienenkisten so gut funktionieren!


    Bei meinen Holzkisten will ich grad das, was bei den Kunstoffkisten das Problem ist!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo toyotafan,


    kannst du das einem Anfänger wie mir noch näher ausführen?


    Ich besitze übrigens Holzbeuten mit Falz (Europabeute).


    Gruß
    Uli

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Hallo Brummser,


    Styroporzargen werden durch die Propolis der Bienen so fest verbaut, dass sie ohne Werkzeug, sprich Stockmeißel, nicht mehr zu öffnen sind.
    Durch Werkzeugeinsatz werden die Zargen aber nicht nur unschön, sie gehen auch mit der Dauer kaputt.
    Holzzargen ohne Falz erhalten durch das Propolisieren erst ihre Stabilität, so dass sie nicht mehr rutschen.
    Also ist bei denen der Verbau sogar erwünscht.
    Deine gefalzten Holzzargen kannst Du einfetten, mußt Du aber nicht.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Uli,


    der Michael hat recht. Das Problem bei Kunstofkisten ist, daß wenn man sehr viel Gewalt anwenden muß, diese dann Kaputt bzw. Bienenundicht werden!


    Das ist dann bei der nächsten Wanderung weniger schön!


    Falze haben den Nachteil, daß sie gerne Bienen quetschen, oder besser gesagt du brauchst viel Zeit um die Bienen alle weg zu bekommen, wenn du das Volk nach einer Kontrolle wieder zusammen bauen willst.


    oder du hast eben Briefmarken!


    Beim Falzlosen Honigraum kannst du die (schweren) Zagren verdreht auflegen ohne viel Bienen zu quetschen, weil ja die Fläche dann grad so groß ist wie 4 mal die Beutenstärke im Quadrat!


    Dann dreht man die Zargen, so daß sie Fluchten. Bei diesem drehen schiebt man die Bienen weg und quetsch diese nicht!


    ergo keine Briefmarken!


    aber flottes arbeiten!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Freunde,
    ich verwende selbst die Segeberger Beute aus Styropor und mit Falz.
    Richtig ist, dass die Bienen gern die Zargen mit Propolis verkitten. Dem kann man aber vorbeugen, indem man zuvor die entsprechenden Stellen mit Vaseline oder Melkerfett dünn bestreicht.
    Falz oder nicht Falz (das ist immer noch die Frage!). Auch mit falzlosen Zargen kann man Bienen quetschen. Beim Wandern sind die Zargen mit Falz wesentlich angenehmer. Da verrutscht nichts (auch ohne vielfache Sicherung mit Gurten oder Klebebändern!).

  • Holle Magazienfreunde!


    Habe selber Langstroth ohne Falz aus Werksneubau und Eigenbau mit Ansetzleisten.
    Der Eigenbau verrutscht nich beim Transport, aber lässt sich schlecht "knacken" - geht nur mit draufstellen auf´s Unterteil und kräftig zerren.
    Die gekauften B. gehen gut zu öffnen, aber man ahnt es, die Dinger rutschen trotz Spanngurt mal gerne auseinander. Frohes Abladen :evil: !
    Also der Hobbybastler schlägt zu. Von außen 4 Blechstreifen 3*5 cm hochkant mit 2,5 cm Übersand an die obere Zarge anschrauben (macht gute Standfüße beim Absetzen) , die untere Zarge genauso mit dem Boden gesichert (unten immer nur stecken!!!) und die Sache ist entschärft.
    Viel Spaß beim Basteln im Frühjahr!!!
    Knaecke 1959

  • Hallo allerseits,


    "Styroporzargen werden durch die Propolis der Bienen so fest verbaut, dass sie ohne Werkzeug, sprich Stockmeißel, nicht mehr zu öffnen sind.
    Durch Werkzeugeinsatz werden die Zargen aber nicht nur unschön, sie gehen auch mit der Dauer kaputt."
    Zitat Michael


    durch eigene leidige Erfahrung möchte ich auf folgenden Punkt hinweisen:
    untaugliche Stockmeißel !!!
    habe mir vor kurzem für einen Außenstand einen neuen Stockmeißel gekauft und mußte auch die Erfahrung machen, das er bei stark verbauten Beuten (Segeberger) Macken an den Beuten hinterläßt.
    Die Ursache: Der Meißel sieht zwar schön aus und liegt gut in der Hand, ist aber nur noch halb so breit wie der fast 20 Jahre alte Kollege.
    Da könnte man/frau gleich einen Schraubenzieher benutzen.
    Ich vermute, die meisten Stockmeißel sind gut genug für Holzbeuten, aber wer mit Styroporbeuten imkert, sollte auf einen Stockmeißel mit möglichst breiter Schneide achten. Dann brauchts nach meiner Erfahrung auch keine Vaseline
    Gruß Hubert

  • Moin Hubert,


    ich hab' auch einen breiten Stockmeißel und der hat auch einen breiten Kratzer bzw. Heber. Auch bei Völkern, die normal bis etwas stärker kitten ist das mit dem breiten Stockmeisel auf gänzlich unbehandelten Segeberger Zargen kein Problem. Da muß ich dem Michael mal widersprechen. Meine Segeberger von Holtermann sind wirklich schrammenfrei. Und die sind durchaus nicht neu. Ich fette da nicht dran rum. Wenn die Bienen in den Spalt zwischen Falzaußenkante und Zarge kitten, dann haben die da einen Grund dafür und wenn es nur die Abschottung gegen das Kapilarwasser dort ist. Es stimmt also schon, daß die Zargen ohne Stockmeißel nicht zu trennen sind. Eine sehr angenehme Eigenschaft für's Wandern übrigens. Nur, daß der Stockmeißel die Zargen zerstört stimm zumindest bei meinen Zargen und meinem Stockmeißel nicht.


    Ich knacke die Zargen immer rechts hinten und dann rechts vorn, während ich hinter der Beute stehe. Dann hebe ich die Zargen in Richtung ungeknackte Seite ab. Man darf halt den Stockmeißel nicht nur 2mm in den Spalt schieben. Schon ist das kein Problem. Notfalls keilt auch der Stockmeißel ganz flach die Zargen auseinander, weil man auf den Breiten Kratzer ja ordentlich drücken kann, ohne Schmerz in der Hand. Da muß man dann nicht mal heben.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry,
    Scheinen da im grundsätzlichen die gleichen guten Erfahrungen gemacht zu haben.
    Was man vielleicht noch für den Anfänger extra betonen sollte und was Du wahrscheinlich mit" unbehandelter Zarge" meintest ist folgendes:
    Wie schon der Schundau schreibt: niemals die Falzen der Segeberger Beuten mit Farbe bestreichen.
    Habe mal ein paar gebraucht gekauft und der Vorbesitzer hat die freundlicher Weise noch gestrichen-- komplett.
    Die Dinger klebten wirklich super zusammen.
    Viele Grüße
    Hubert

  • Beutenknacker für Segeberger


    Hallo !


    Mir hat es auch immer leid getan, wenn der Stockmeißel im Styropor seinen Abdruck hinterläßt. Ich habe mir dann nach dem Vorbild im Warnholz-Katalog so einen Beutenknacker selbst gebaut und komme ganz gut damit zurecht.
    Nur dass er hin und wieder in der Griffmulde einen Abdruck hinterläßt wenn die Zargen gar zu fest aneinanderkleben. Aber dort ist es ja nicht so schlimm.


    Vor einer Durchschau gehe ich meine Beuten alle durch und löse damit alle Zargen.


    Grüße aus Ostsachsen...Heiko