Behandlung schief gelaufen, wie weiter machen?

  • Hallo,


    ich bin Anfänger und habe jetzt den zweiten Bienen-Winter vor mir. Meine beiden starken Wirtschaftvölker habe ich Mitte August auf eine Zarge eingeengt, mit je 50ml 85%iger Ameisensäure (Med.-Flasche) behandelt und bis Ende Sept. je 18kg zugefüttert. Die zweite Behandlung ging irgendwie schief, weil sich die Med.-Flaschen irgendwie nicht richtig geleert haben (verstopft/ verschlossen, keine Ahnung warum), d.h. ein Volk hat innerhalb einer Woche nochmal ca. 50ml abbekommen, das andere höchstens 25ml.


    Nun wollte ich nochmals zufüttern und habe dafür die Behandlung unterbrochen. Gestern habe ich aber gesehen, dass die Bienen so gut wie nichts mehr an Futter aufgenommen haben --> zu spät, zu kalt, oder waren 18kg genug? Nun habe ich die Futtereimer aber in den Völkern gelassen und die Med.-Flaschen wieder zugestellt, bin mir nun aber unsicher, ob man das überhaupt darf? Was tun? Füttern abbrechen? Ist das Futter (3:2 Zuckerlösung) vielleicht gegohren (wie kann man das testen -> probieren möchte ich ehrlich gesagt nicht).


    Über einen Ratschlag würde ich mich sehr freuen!


    Viele Grüsse von der Ostalb,


    Holger

  • Hallo Holgi,


    eigentlich sollte das Füttern, gerade in "deinen" Gegenden mit doch ausgeprägten Witterungsverläufen längst abgeschlossen sein.
    Die Bienen nehmen kein Futter mehr an, wenn es ihnen zu kalt wird, da sie dieses (du nimmst Zuckerwasser) ja auch noch invertieren müssen.
    Und dann hast Du die Völker auf 1 Zarge (welches Mass?) eingeengt und 18 Kilo Futter beigegeben.
    Ja, wo sollen denn die Bienen da noch sitzen?
    Die Varroabehandlung kannst Du beenden. Es wird tagsüber nicht mehr ausreichend lange warm, um die Tropfflaschen noch zu leeren.
    Beobachte bitte durch Windeleinlagen den natürlichen Totenfall über 1 Woche.
    Dadurch erhälst Du in etwa einen Überblick, wie viele Varroen noch in den Kisten sind.
    Im Winter, bei Brutfreiheit, nimm dann noch einmal eine Winterbehandlung, egal mit welchem Mittel, vor.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael, danke für die rasche Antwort :-)


    Ja, das mit dem Einengen wurde mir von einem erfolgreichen Imker so gesagt. Die Völker waren zu diesem Zeitpunkt noch sehr stark und ich war unsicher, ob das Einengen nicht zu früh war - naja, jetzt ist es so gelaufen.


    Sind 18kg denn genug für den Winter? Oder muss ich jetzt mit dem schlimmsten rechnen oder im März Notfütterungen machen? Gäbe es noch Fertigfutter, das jetzt noch in Frage käme? Ich habe bisher nur Zuckerlösung gegeben, mit anderen Futtersorten und -arten habe ich noch keine Erfahrung, ich bin - wie gesagt - noch ziemlich in den Anfängen.


    Ja, ich werde dann in der brutfreien Zeit (Mitte Dezember?) evtl. die Sache mit der Milchsäure probieren.


    Viele Grüsse,


    Holger

  • Hallo!
    Ob die 18 kg Futter ausreichen, hängt davon ab, welche Biene(nrasse) du hast, wie hoch du liegst, wie lange der Winter dauert, etc. etc. etc.
    Und wenn du mit 18 kg Futter 18 kg Zucker meinst, hast du noch um einiges mehr an fertigem Futter in den Zargen. Damit ist eine Zarge DNM nahezu gerammelt voll; das ist mehr als genug.
    Wenn du zuviel einfütterst, müssen die Bienen auf dem kalten Futter sitzen - und das bekommt ihnen auch nicht.
    Ich bin im östlichen, österreichischen Flachland zu Hause und füttere nicht mehr als 9-12 kg Zucker ein. Meine Wald-und-Wiesen-Carnica-Buckfast-Mischungen sind damit noch alle über jeden Winter gekommen. (Ich geb' aber zu, dass es nach dem letzten elend langen Winter schon recht knapp war).


    lg, Stefan

  • Hallo!
    Ein kleiner Nachtrag:
    Willst du wirklich im Winter Milchsäure sprühen? Du musst jede Wabe ziehen und besprühen. Ich brächte es nicht übers Herz die Wintertraube auseinanderzureissen; das wär' mir zuviel Störung des Volkes in der kalten Jahreszeit.
    Träufel doch Oxalsäure (rein oder als Bienenwohl): Deckel auf - Oxalsäure in die Wabengasse träufeln - Deckel zu - fertig.
    Du sparst dir viel Arbeit und deine Bienen werden es dir danken; der Behandlugserfolg ist ausreichend.


    lg, Stefan

  • Hallo Holgi,


    also mit deinen 18 kg müsstest du deine einzargigen Völker bei Zander oder DN mehr als ausreichend aufgefüttert haben. Da geht kaum mehr rein. Außerdem belastet das Umarbeiten die Winterbienen, die sollen bis zum Frühjahr faul sein dürfen. Hast du mal kontrolliert, ob deine Behandlungen wirklich so unwirksam waren - Milbenfall. Bei einem natürlichen Milbenfall <0,5 pro Tag (frühestens 3 Wochen nach letzter AS Behandlung gemessen) lass ich die Bienen über den Winter auch mal in Ruhe. Bei höherem Milbenfall ist eine Oxalsäurebehandlung z.B. mit Träufelmethode ratsam.


    Gruß Magnus

  • Hallo, und danke schon mal für die zahlreichen Antworten :-) Tolles Forum, wirklich!


    Ich habe DN normal, da passen 11 Waben in eine Zarge. Letztes Jahr haben die Bienen über 20kg aufgenommen (ja, ich gebe immer nur die reine Zuckermenge an), deswegen dachte ich, dass 18kg zu wenig sind - aber das Argument, dass die Bienen bei zu viel Futter zu wenig Brut haben, habe ich auch schon mal in der Bienenpflege gelesen, daher denke und hoffe ich auch mal, dass 18kg Zucker genug sind.


    Das mit der Kontrolle des Milbenbefalls habe ich bisher nicht richtig gemacht; ich habe mein ganzes Equipment von einem Altimker bekommen und da lassen sich die Kästen unten, wo normalerweise der Schieber/das Blech für die Gemülldiagnose rein kommt, nicht öffnen. D.h. ich imkere diesbezüglich blind. Ich habe vor, mir über den Winter die Holzkisten umzubauen und vernünfige Schieber einzuführen und im Frühjahr dann komplett umzurüsten. Ich weiss, dass die Gemülldiagnose sehr wichtig ist - umso schlimmer, dass ich keine Aussage treffen kann.


    Wie genau geht das mit der Oxalsäure? Man träufelt das mit einer Spritze o.ä. in alle 10 Wabengassen, selbst, wenn Bienen dazwischen sitzen? Dann würden die Bienen diese Säure ja unmittelbar abbekommen, oder? Und wenn ich da die Königin treffe????


    Viele Grüsse,


    Holger

  • Hi,

    Zitat

    Wie genau geht das mit der Oxalsäure? Man träufelt das mit einer Spritze o.ä. in alle 10 Wabengassen, selbst, wenn Bienen dazwischen sitzen? Dann würden die Bienen diese Säure ja unmittelbar abbekommen, oder? Und wenn ich da die Königin treffe????


    Jau, tut man.
    Schau mal da:
    www.apis.admin.ch/de/krankheiten/oxal.php
    So wie die Kollegen in der Schweiz arbeiten wir hier in der Regel auch.
    Lies Dir die Vorlagen in Ruhe durch, bei Fragen melde dich.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Holgi,


    das Träufeln bringt sowieso nur etwas, wenn Du auf die Bienen träufelst. Die leeren Wabengassen kannst Du auslassen! Die Bienen geben die Flüssigkeit weiter, bis sie sich verteilt hat, so kann die Oxalsäure dann als Kontaktgift auf die Varroa wirken.


    Viele Grüße,
    Effendi