• Hallo


    habe 8 Wirtschaftvölker und möchte ab nächstes Jahr mein Honig Wiederverkäufer (Lebensmittelgeschäfte) anbieten.
    Muß ich das versteuern oder dem Finazamt melden????????????????

  • Nein, mußt Du nicht.
    Aber der Händler wird eine Rechnung haben wollen, mit ausgewiesener
    Mehrwertsteuer (9% !!), und Deiner Steuernummer (Vorschrift) und fortlaufender Nummerierung.
    Die Steuer selbst brauchst Du nicht an das Finanzamt abführen.
    Erkundige Dich bei deinem FA.
    Grüße
    beedieter

  • beedieter schrieb:

    Nein, mußt Du nicht.


    Das ist richtig.


    Zitat

    Aber der Händler wird eine Rechnung haben wollen, mit ausgewiesener
    Mehrwertsteuer (9% !!), und Deiner Steuernummer (Vorschrift) und fortlaufender Nummerierung.
    Die Steuer selbst brauchst Du nicht an das Finanzamt abführen.
    Erkundige Dich bei deinem FA.
    Grüße
    beedieter


    Das ist völlig falsch (zumindest in Deuschland).


    Du kannst eine Rechnung oder Quittung als Nebenberufler ausstellen, darfst aber nicht die Umsatzsteuertsteuer (Mehrwertseuer) ausweisen.
    Solltest Du dieses tun, bist Du automatisch Umsatzsteuerpflichig und muß diese an das Finanzamt abführen, darfst dann aber im Gegenzug auch selbstbezahlet UmSt für Deinen Betrieb geltendmachen.


    Dem Händler, dem Du deinen Honig verkaufst, ist es völlig wurscht ob Du mit oder ohne UmSt die Ware ausweist. Denn, solltest Du mit UmSt verkaufen, mußt Du den Betrag auf den Kaufpreis draufschlagen. Der Händler bezahlt dann mehr und würde sich das vom Finanzamt als Vorsteuer wiederholen. Das Finanzamt holt sich dann aber die UmSt von Dir. Also nur ein unnötiger Kreislauf.


    Umastzsteuer ist eine einmal entschiedene freiwillige Sache, solange man einen bestimmten Jahresumsatz nicht überschreitet (Betrag weiß ich grad nicht, ist mit 30 Völkern aber nicht zu schaffen). Danach ist man automatisch UmSt-pflichtig.


    Es ist aber nicht zu empfehlen UmSt-pflichtig zu verkaufen, denn dann muß man auch Abgaben aus den Einnahmen die direkt vom Endverbraucher stammen abführen. Das heiß Du mußt den Preis für Deine Honigesser teurer machen.


    Also nochmal, solltest Du nur einmal die Umsatzsteuer ausweisen (ich meine das wären bei Honig 7%), dann wärst Du verpflichtet diese an das Finanzamt weiterzuleiten und Du wärst fortan verpflichtet auf all Deinen Honig draufzuschlagen und an das Finanzamt abzuführen!



    Gruß, Robert

  • Hallo Robert,


    beedieter hatte schon recht. Informiere dich mal in einschlägiger Literatur. Ich meine in der Biene im Januar 2004 ungefähr war ein Artikel darüber drin. Auch das Buch "Steuervorteile nicht nur für den Imker" ist sehr empfehlenswert, auch wenn es im Detail eine Überholung bräuchte.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Zitat

    Dem Händler, dem Du deinen Honig verkaufst, ist es völlig wurscht ob Du mit oder ohne UmSt die Ware ausweist.


    Nein, denn ohne USt-Ausweis kann er die Vorsteuer nicht ziehen..


    Zitat

    Also nochmal, solltest Du nur einmal die Umsatzsteuer ausweisen (ich meine das wären bei Honig 7%), dann wärst Du verpflichtet diese an das Finanzamt weiterzuleiten und Du wärst fortan verpflichtet auf all Deinen Honig draufzuschlagen und an das Finanzamt abzuführen!


    Ohne Steuernummer darfst du keine Mehrwertsteuer ausweisen...
    Der Vorteil "mit" ist natürlich, daß du umgekehrt genauso die Vorsteuer aus deinen betrieblichen Anschaffungen ziehen kannst.
    Allerdings solltest du dann darauf achten, spätestens nach 3 Jahren mal einen (kleinen) steuerlichen Gewinn zu machen; andererseits würde dir das FA den Stempel "Liebhaberei" aufdrücken und die gezogene Vorsteuer zurückfordern für die letzten Jahre. Böse Falle das.....


    LG, Sabi(e)e, die aktuell grad heute ne USt-Sonderprüfung hat :roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Liebe Leute,


    ich wollte mal 'ne Weile hier nix schreiben, wegen des großen Zeitverlustes, den ich dabei erleide, aber dieses Thema hier enthält soviel Halbwahrheit und Unsinn, daß ich einfach antworten muß. Ich gebe zu, meine Mutter ist Steuerberater und ich rede noch manchmal mit ihr. :wink:


    Es geht schon los mit den Vorraussetzungen zur Steuerpflicht. Die sind bei jedem anders. Ich bin z.B. Selbständig und aus meiner Gewerbetätigkeit schon Umsatzsteuerpflichtig. Man ist aber nur einmal Steuerbürger, weshalb ich also auch immer MwSt. ausweisen und abführen muß.


    Ganz anders ein Arbeitnehmer. Hat der wenige Völker, dann muß der keine ESt zahlen, weil das Finanzamt ihm keinen Gewinn unterstellt. Er muß dann tatsächlich die Völker auf der Erklärung angeben. Die MwSt., als landwirtschaftliche MwSt. derzeit 9%, kann er ausweisen. Er muß sie aber eben nicht abführen. Bekommt aber auch keine Vorsteuer erstattet. Das ist ein typischer Sonderfall. In der Literatur als "Honigimkerei" bezeichnet.


    Hat er aber viele Völker oder verkauft er mit wenigen Völkern eher Bienen, Propolis und Königinnen als Honig (gewerblicher Imker), dann gilt die Befreiung von der Buchführungspflicht nicht mehr. Dann muß er sowohl für die USt als auch für die ESt. eine Erklärung abgeben und dazu mindestens eine EÜ-Rechnung führen. Von der Ust kann er sich befreien lassen, wenn er nicht aus andern Gründen steuerpflichtig ist und einen gewissen Umsatz nicht überschreitet.


    Noch spannender ist es bei einem Landwirt, der einen Hofladen betreibt und unter der Woche schaffen geht. Der muß für seine landwirtschaftlichen Produkte 9% USt verlangen, aber nicht im Hofladen, da sind es 7% für Honig als Lebensmittel. Verkauft er den Honig allerdings im Hofladen als Geschenkgebinde mit einer Kerze und einer Biene aus Plüsch, dann werden es schon wieder 16% und wenn er das ganze versendet entscheidet der überwiegende Steuersatz über die Steuer, die er für das Porto verlangen muß, Falls er mal ein Geschenk und ein Glas Honig im selben Paket verschickt.


    Noch lustiger wird es, wenn ein anderseits bereits gewerblicher Imker, also ich zum Beispiel, Honig und eben auch Völker und Königinnen verkauft. Dann wird er auch für die Imkerei buchführungspflichtig. Und wenn er dann mit der ganzen Imkerei keinen Gewinn macht und das über Jahre und das auch nie vorhatte, dann muß er den Teil VSt zurückerstatten, den er nicht hat einfordern oder verrechnen dürfen, obwohl ihn das Finanzamt dazu zwang. Ich will jetzt nicht auf den Fall eingehen, wo es überhaupt nicht zu einer Buchführung kommen kann, weil der Bauer mit seinem Trecker ihm die Bienen für eine Kiste Honig gerückt hat oder wenn ein anderer Imker ihm für die Königinnen, deren Abstammung "Legendary 25" ja Insidern bekannt ist, mit einem Hobock Kastanienhonig belohnt.


    Wenn nun ein gewerblicher anderweitig steuerpflichtiger Imker MwSt. ausweist, muß er die auch abführen. Weißt er sie nicht aus, schuldet er sie trotzdem dem Finanzamt, weil er zur Erhebung der Steuer verpflichtet ist. Ihn trifft die Zahllast. So oder so.


    Deshalb mein Rat: Imkerei als Nebenberuf ist immer und ausschließlich "Honigimkerei". Wir verkaufen keine Bienen, keine Schwärme und kein Propolis. Wir führen keine Kurse durch und lassen keine Bienen gegen Geld stechen. Wir führen keine Bücher. Wir schreiben nix aber auch garnix auf und wir führen nix ab. Erst wenn uns das Finanzamt zwingen will, dann ...


    ... ja dann schmeißen wir alles hin.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • sabi(e)ne schrieb:
    Zitat

    Dem Händler, dem Du deinen Honig verkaufst, ist es völlig wurscht ob Du mit oder ohne UmSt die Ware ausweist.


    Nein, denn ohne USt-Ausweis kann er die Vorsteuer nicht ziehen..

    Doch Sabine, genau deswegen ist es dem wurscht.
    Wenn Du keine Steuer ausweist, hat er ja auch keine bezahlt und darf deswegen auch keine ziehen.
    Entweder Du verkaufst dem Händler Honig für 100 Euro ohne USt und der Händler ist 100 Euro los.
    Oder Du verkaufst ihm für 107 Euro inkl. USt , dann zieht der Händler 7 Euro Vorsteuer und ist ebenfalls 100 Euro los.
    Du darfst nicht vergessen, daß Du auch um 7% aufschlagen mußt, sobald Mehrwertsteuer ausgewiesen wird, denn die mußt Du doch ans Finanzamt weiterleiten. Sonst würdest Du doch die Steuer letzlich bezahlen, aber die soll der Endverbraucher löhnen.


    sabi(e)ne schrieb:
    Zitat

    Also nochmal, solltest Du nur einmal die Umsatzsteuer ausweisen (ich meine das wären bei Honig 7%), dann wärst Du verpflichtet diese an das Finanzamt weiterzuleiten und Du wärst fortan verpflichtet auf all Deinen Honig draufzuschlagen und an das Finanzamt abzuführen!


    Ohne Steuernummer darfst du keine Mehrwertsteuer ausweisen...


    Deine Steuernummer (oder aber auch eine USt-Id-Nr.)muß natürlich neuerdings bei USt-Ausweisung mit auf der Quittung stehen, die findest Du aber im letzten Steuerbescheid dazu muß Du nix beantragen. Du kannst also jederzeit, nur hat das Konsequenzen. Ich wollt damit nur sagen, sobald Du das nur einmal machst, ist zu beachten, daß Du Dich damit gleichtzeitig verpflichtest für mindestens die nächsten 5 Jahre auf all Deinen Honig USt zu erheben und abzuführen. Das heist auch, Du must mit dem ersten Ausweisen von USt auch eine Umsatzsteuererlärung beim Finanzamt abgeben.


    Aber wie Henry schon sagte ist das für Gio alles völlig wurscht. Um diese 7% Mehrwertsteuer für Lebensmittel braucht er sich erst dann kümmern, sobald er im letzten Jahr mehr als 17500 Euro Umsatz damit gemacht hat.
    Vorher sollte er keine 7% ausweisen, sonst wirds kompliziert.

  • Zitat

    Entweder Du verkaufst dem Händler Honig für 100 Euro ohne USt und der Händler ist 100 Euro los.
    Oder Du verkaufst ihm für 107 Euro inkl. USt , dann zieht der Händler 7 Euro Vorsteuer und ist ebenfalls 100 Euro los.


    Dann kann er aber im Regelfall die 7 Euro gegen die Umsatzsteuer verrechnen, die er dann auf den Honig abzuführen hat!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • @ Sabi(e)ne
    ... wenn ich mich nicht ganz täusche: für Honig gilt der Steuersatz von 9% und Steuernummer und ID-Nummer sind zwei verschiedene Paar Schuh.

  • @ alle!
    ...lest euch nochmal gut durch, was Henry zuvor geschrieben hat. Soweit ich es beurteilen kann, hat er nämlich Recht. Im Übrigen, in meinem Fall hat das Finanzamt entschieden was Hobby ist und was nicht. Auch das mit der angeblichen Grenze bei 30 Völkern ist so nicht richtig. Als ich seinerzeit 30 Völker hatte, sagte das Finanzamt, dass ich damit klar auf Gewinn aus bin, denn den Honig von 30 Völker kann eine Familie allein gar nicht verkonsumieren. Kurzerhand hat man mich daraufhin seitens des Finanzamtes zum Landwirt gemacht. Allerdings bin ich nicht buchführungspflichtig. Es hat sich aber als äußerst nützlich erwiesen, sich dennoch Aufzeichnungen über Einnahmen und Ausgaben zu machen.

  • Zitat

    Deshalb mein Rat: Imkerei als Nebenberuf ist immer und ausschließlich "Honigimkerei". Wir verkaufen keine Bienen, keine Schwärme und kein Propolis. Wir führen keine Kurse durch und lassen keine Bienen gegen Geld stechen. Wir führen keine Bücher. Wir schreiben nix aber auch garnix auf und wir führen nix ab. Erst wenn uns das Finanzamt zwingen will, dann ...


    Also ich habe seit einiger Zeit 4 Bienenvölker. Dieses Jahr gabs zum ersten Mal richtig satt Honig.
    Klar mache ich derzeit anch Investition in Schleuder, Zargen, etc. noch keinen Gewinn, aber in 2 Jahren koennte das schon anders aussehen.


    Soll ich beim Finanzamt Bescheid geben, dass ich 4 Völker hab und NUR den Honig verkaufe, der dabei rauskommt. (genau so isses auch)
    Oder steche ich da in ein Wespennest und die wollen dann evtl. doch von mir, dass ich jedem einzelnen, der en Glas Honig kauft, ne Rechnung schreib und das beleg usw. ?


    Ich will Honig verkaufen, ohne Angst haben zu muessen, dass das Finanzamt mir irgendwann mit nem boesen Brief kommt.



    Und: Passt vielleicht nicht ganz so gut hierher, aber:
    Ich setze keinerlei chemische Mittel zur Varroa-Bekaempfung ein, aber erzaehlen kann ich ja viel: Gibt's ne Möglichkeit, den Honig auf "Unbelassenheit" prüfen zu lassen? Wie teuer ist das?



    Vielen Dank!


    abeille


    .[/b]

  • Hallo alle zusammen,


    ich war mir auch immer nicht sicher mit der Sache und habe vor längerer Zeit bei unserem zuständigen Landwirtschaftsministerium angefragt.
    Folgende Antwort habe ich bekommen :
    Sehr geehrter Herr Patjens,
     
    gern beantworte ich Ihre Frage.


    Imkerei zählt zur Landwirtschaft. Bienenprodukte gehören in den Bereich der Primärproduktion. Honig ist ein landwirtschaftliches Erzeugnis. Als Imker kann man den aus Bienenvölkern geernteten Honig direkt vermarkten und muss dafür kein Gewerbe anmelden. Ab einer bestimmten Größe des imkerlichen Betriebes, im Regelfall 30 Bienenvölker, muss dieser beim zuständigen Finanzamt angemeldet werden.


    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrer Imkerei.



    Gruß aus dem Bieneninstitut Celle


    Dr. Werner von der Ohe

  • Ralf Patjens schrieb:

    .........im Regelfall 30 Bienenvölker, muss dieser beim zuständigen Finanzamt angemeldet werden.......


    was aber noch lange nicht Steuern zahlen heißt, im Gegenteil!


    wenn man es nur richtig macht!


    Von daher ist das oben genannte Buch schon eine wichtige Stütze, was die Steuern in Imkereien betrifft!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!