Honig auftauen

  • Hat jemand Erfahrung mit Auftauen von Honig in der Mikrowelle unter ganz schwacher Stufe? Ist das möglich oder sind die entstehenden Temperaturen dort doch noch zu hoch?

  • Hallo,
    ich habe keine Erfahrung mit dem Auftauen von Honig in der µ-Welle, aber ich weiß einiges über den physikalischen Vorgang.


    Folgendes: Die µ-Welle ist eigentlich ein Hochleistungssender einer bestimmten Frequenz, und zwar mit genau der Wellenlänge, mit der das Wassermolekül schwingt. Das bedeutet, daß zunächst nur das Wasser die komplette Energie aufnimmt.


    Durch Interferenzerscheinungen, die sich innerhalb des Raumes des µW.-Herdes abspielen , treten an bestimmten (fast punktuellen) Stellen sehr hochengeetische Wellen auf und an anderen weniger. (aus dem Grunde sind in neueren und besseren µ-W. auch Drehteller)
    Die Wassermoleküle geraten in heftigste Schwingungen und geben diese an ihre Umgebung ab.
    In einem Glas Wasser entstehen also zunächst an bestimmten Stellen sehr hohe Temperaturen und an anderen Stellen gar nicht. Da Wasser aber sehr flüssig ist, wird die Energie schon nach sehr kurzer Zeit verteilt.


    Anders verhält es sich mit starren oder zähen Materialien (Honig).
    Bei Honig wird zunächst an bestimmten Stellen im Glas das Wasser sehr heiß (oft über Hundert Grad), kann die Energie aber nicht so schön gleichmäßig abgeben, indem es z.B. weiterfließt. So bekommt die unmittelbare Umgebung die Energie ab.


    Kurzum, Du wirst Bereiche haben, in denen sich (selbst bei kleinster Stufe) sehr hohe Temperaturen entwickeln, und Bereiche die nahezu kalt bleiben.


    Das ist eigentlich auch der Grund, warum die µ-W. ein gewisses Risiko birgt bei der Erhitzung von Lebensmitteln. Es kann nicht vorrausgesagt werden, was für organische Stoffe resultieren, die aus der katalytischen Denaturierung der Eiweiße aus diesen überhitzten Bereichen entstehen.


    Gruß Robert

  • Ich würde sagen, es kommt darauf an, was du mit dem Honig vor hast.
    Honig für den Verzehr würde ich nicht in die Mikrowelle geben. Wie schon oben gesagt wurde, lässt sich die Temperatur nur schlecht kontrollieren. Da gehen meines Erachtens zu viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren.
    Zum Backen, etc. beförder ich ihn ohne Bedenken in eben diese. Aber Vorsicht, ist das Glas offen (mit Metalldeckel geht's ja nicht), blubbert der Honig heraus, wenn er zu lange drinnen bleibt. Musste ich selber leidvoll erfahren. :( Ich brauchte schnell flüssigen Honig für Futterteig. Kurz nicht aufgepasst, und das Glas war halbleer; der Rest in der Mikrowelle verteilt. War eine echte Sauerei.
    Also, immer schön aufpassen, wenn du deinen Honig bestrahlen willst.


    lg, Stefan

  • Hallo AC,
    selbiges Problem hatte ich bis vor ein paar Tagen auch.
    Mangels Erfahrung ( dieses Jahr erst angefangen ) stand ich auch vor dem Problem, dass der Honig irgendwie nicht mehr aus dem Eimer wollte.


    Ich habe aber dann auf einer US Seite was gelesen, wo eigentlich nur ein isolierter Raum mit einer Glühlampe versehen wurde, die ( ausser natürlich Licht ) die Wärme zum auftauen des Honigs liefert.


    Ich mir einen alten Kühlschrank besorgt, Kühlanlage rausgeschmissen und ne Glühlampe mit 60 Watt reingelegt.
    1 Stunde später hatte der Innenraum ca. 55 °C, was mir natürlich zuviel war. :o
    Also 40 Watt Glühlampe rein und siehe da meine beiden Thermometer, die ich in verschiedenen Höhen angebracht habe zeigten ca. 42° C an.


    Nun muss ich dazu sagen, dass ich ein 500g Glas erfolgreich aufgetaut habe, allerdings der Versuch mit dem Eimer noch aussteht.


    Wenn`s interressiert, ich stell den Eimer heute noch rein...


  • Kauf dir bei z.B. Conrad Electronic ein Thermostat und regle so deine Glühlampe. Sonst bist du nie vor Überhitzung des Honigs sicher. Da gibts auch für ein paar Cent einen Temperaturunterbrecher zur Absicherung.
    Ubrigends das Thema haben wir hier jeden Herbst. Nutz mal die Suchfunktion


    max

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.

  • Hallo zusammen,


    fürs "Auftauen" habe ich mir selber was gebaut. Ich imkere in der Frankenbeute (auch Styropor) und habe immer auch freie Magazine; gerade zur Ernte oder im Herbst. Der Aufbau von unten nach oben.


    - PU-Platte von 2 cm für die Isolierung nach unten zum Fußboden
    - Holzplatte für die Gewichtsübertragung (damit PU-Platte geschont wird)
    - Holztisch mit einer Höhe von ca. 20 cm, wo die Elektrogeräte untergeschaubt werden (Tisch kann auch später zum Abfüllen verwandt werden.) Für die Zirkulation ist der Tisch umlaufend 2 cm kleiner als der Innenraum der Beute.
    - untergeschraubte Elektrogeräte: Thermostat bis 40° C (bis auf 1° C einstellbar), kleiner Ventilator, 40 W Glühbirne
    - 3 Styropormagazine
    - 1 Styropordeckel


    Funktionsweise:
    Das Thermostat ist vor dem Ventilator angebracht. Hinter dem Ventilator hängt die Glühbirne. Bei Erreichen der eingestellten Temperatur geht die Glühbirne aus. Der Ventilator läuft durch. Sobald die Temperatur um 1° fällt, geht die Birne wieder an.


    Ich habe es mit einem Digitalthermometer über mehrere Tage getestet. Die 38° wurden unter dem Deckel nicht überschritten. Anschließend habe ich einen Hobbock mit Rapshonig aufgetaut. Klappe super und konnte nach einem Tag abgefüllt werden.


    Meine Kosten:
    Styroporbeuten sind vorhanden, Ventilator war auch vorhanden, Thermostat 15 €, Glühbirne+Holz+PU-Platte sind für ca. 10 € zuhaben (sofern keine Rest da sind). Mit etwas Geschick ohne weiteres nachzubauen. Viel Spaß!


    Falls du Bilder dazu benötigst, Antworte kurz

  • Peter Sauter schrieb:

    Ich mir einen alten Kühlschrank besorgt, Kühlanlage rausgeschmissen und ne Glühlampe mit 60 Watt reingelegt.
    1 Stunde später hatte der Innenraum ca. 55 °C, was mir natürlich zuviel war. :o
    Also 40 Watt Glühlampe rein und siehe da meine beiden Thermometer, die ich in verschiedenen Höhen angebracht habe zeigten ca. 42° C an.


    was unbedingt wichtig ist , ist ein Ventilator oder etwas was für genügend Umluft sorgt. Denn bei so niedrigen Temperaturen und stehender Luft sind Temperaturdifferenzen von oben nach unten bis zu 10° C möglich!


    Gruß, Robert

  • Hallo Robert,
    die Sache mit der Ventilation habe ich mir auch überlegt.
    Nachdem ich aber 2 Thermometer im Kühlschrank deponiert habe, haben sich Temperaturdifferenzen von ca. 3 °C vom Boden bis zur Decke ergeben.
    Da die Warme Luft nach oben steigt, nehme ich diesen Wert als Maximum und richte mich nach ihm.


    Für eine gleichmässige Temperatur ist ein Venti sicherlich unerlässlich, und den bau ich auch noch ein.

  • Hallole,
    Es geht noch einfacher,
    Ich nehme einen Entsafter.
    Der 12Kg Honigeimer passt da gut rein ( Unter ben Eimer muss ein Gitter zwecks Abstand).
    Wasser rein und Thermastat auf 40°.
    So hab ich dann auch noch Platz gespart, Der Kühlschrank steht ja sonst auch nur im Weg.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Hallo zusammen,
    ich habe mir auch einen Kühlschrank zum Wärmeschrank umgebaut.
    Nur hab ich das ganze "Kühlzeugs" drin gelassen!
    Das Teil steht in meinem Bienenhaus und im Sommer gibt es immer kaltes Bier :lol:


    AJ

    Grüsse aus dem (sym)badischen Bretten

  • AJ schrieb:

    Hallo zusammen,
    ich habe mir auch einen Kühlschrank zum Wärmeschrank umgebaut.
    Nur hab ich das ganze "Kühlzeugs" drin gelassen!
    Das Teil steht in meinem Bienenhaus und im Sommer gibt es immer kaltes Bier :lol:
    AJ


    Hallo
    ich kann mir nicht vorstellen wie das funktioniert :D und würde dass mal am liebsten im Sommer (>30°C) besichtigen :wink: 
    nur schade dass du soweit weg bist.
    Grüsse max

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.