Mit oder ohne Windel überwintern lassen?

  • Hallo!


    Eine große Frage habe ich bezüglich der Windeln im Winter. Überwintert man die Bienen besser mit gezogener Windel, also "unten offen" oder mit eingelegter Unterlage? Ist der Stock nach unten offen, kommt der Wind in die Beute und verursacht so Streß, ist die Windel noch drin, bleibt der Stock mehr geschlossen - aber heruntergefallenr Gemüll kann auf der Windel schimmeln.


    Gibt es hierzu eindeutige Empfehlungen?


    Viele Grüße,
    Effendi

  • Moin effendi


    effendi schrieb:

    Gibt es hierzu eindeutige Empfehlungen?


    Ja, die gibt es. Die Windel ist ein Diagnosegerät, kein Verschluß für den Beutenboden. Sie liegt nur unter dem Gitter, während der Behandlung und während der Milbenkontrolle. (wobei, da hat man sie ja eigentlich in der Hand :roll: ) Der offene Boden heißt offener Boden weil er offen ist. Sonst wär es ein offener Boden mit Windel drunter. :wink:


    Die Beute bildet eine Glocke. Es gibt praktisch keine Luftbewegung innerhalb. Aber es gibt einen Luftaustausch. Und der ist wichtig. Deshalb sägen auch alle Leute die Böden ihrer Beuten auf. Damit die arschkalte Luft am Bienenarsch spürbar wird und die Bienen nicht vorzeitig zu brüten beginnen oder gar die Traube auflösen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Naja, ich weiß nicht ob man es den Bienen zumuten sollte auf 1300 Metern über dem Meeresspiegel mit offenem Boden zu überwintern, da könnt Ihr sagen was Ihr wollt, es kommt immer auf die Situation des einzelnen Imkers an. Was auf 400 M.ü.d.M. gut sein mag muß auf der dreifachen Höhe nicht auch gut sein. Außerdem sägen nicht alle Imker Ihre Böden auf, ich hab welche gesehen die einfach nur Schlitze reingesägt haben... Luftzirkulation ok, aber Luftzug???

  • Ich überwintere auf 300 und auf 800m Höhe. Die Schublade bleibt zur Varroadiagnose drinne, danacn kommt sie raus. Kein Schimmel, kein massives Schwitzwasserproblem, kein Stress bei zugeschneiten Völkern. Am liebsten wäre es mir, ich hätte das Ding gar nicht drinnen, dann müsste ich sie auch nicht putzen. Es ist schön anzusehen, wie sich die Völker selbständig eine Verbindung nach außen "auftauen". Da kann das Flugloch noch so vereist sein, Luft kommt immer an die Völker. Ich glaube nicht, dass sie die Windel einen großen Einfluss auf das Brutverhalten hat. Ich glaube auch nicht, dass eine zusätzliche Isolation eine messbare Auswirkung auf den Futterverbrauch hat. Zumindest im Winter gibts da keine Unterschiede, im Sommer aber schon. Stimmt das: in gut isolierten Beuten gibt es etwas mehr Honig als in 20mm Holzbeuten?
    In anderen Klimazonen gelten evtl. andere Verhältnisse: In Alaska werden Magazine oft meterdick eingepackt: http://balder.prohosting.com/~starrier/


    Gruß
    Simon

  • Hallo Lupi,


    offener Boden heißt nicht Luftzug! Auch kommt es auf das regionale Klima an, nicht nur auf die Seehöhe. Fährst du im Mai nach Norwegen wirst du auf 1300m noch gut Ding Schnee haben. Bei euch wohl nicht mehr. Aber: dort wird mit offenem Boden überwintert. So lange ein Volk genug Futter hat kanns kaum zu kalt werden.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Mag schon sein daß es in Norwegen so gemacht wird, hier bei mir macht es jedenfalls keiner. Deshalb kann ich eigentlich auch nix negatives darüber sagen, aber ich bleib bei meiner Meinung. Außerdem denke ich daß es auch eine Rolle spielt wie hoch der Beutenboden ist, bzw. ob der Beutenboden 20cm über der Erde ist oder 50 bis 60cm, oder?

  • Hallo Lupi,


    ob "man" es bei euch "macht" oder nicht, ist uns ziemlich wurscht.
    Du hast uns um unsere Meinung gefragt, sie bekommen und das wars.
    Ob Du die Beuten nun auf- oder zumachst, oder ob Du die Dinger einbuddelst oder mit in dein Bettchen nimmst :wink: , wird keinem hier den Schlaf rauben.
    Wir haben Dir erzählt, was sich in mitlerweile jahrzehntelanger Praxis in allen Teilen der Welt bewährt hat, und was Du davon nun annimmst oder nicht, bleibt ganz allein dir überlassen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Fühlt sich hier jemand auf den Schlips getreten???
    Ich dacht ein Forum wäre zum Meinungsaustausch da...
    Lieber Michael, wenn es Dir Wurscht ist wie wir es machen, dann kannst du es ja auch für Dich behalten. Oder schreibst Du vielleicht nur deshalb hier im Forum weil Du unbedingt auf 2000 Beiträge kommen willst???
     :lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol:

  • lupi :


    Mit sowas machst du dich hier gerade "unheimlich" beliebt.... :evil:
     
    Michael (ohne Zahl) ist einer der sachlichsten und vor allem kompetentesten Schreiber hier, dem es nun wirklich nicht um die Zahl seiner Beiträge geht! :roll::roll::roll:


    Du solltest vielleicht erst mal sehr viel mehr lesen, bevor du urteilst..... :o

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Kompetent oder nicht steht hier nicht zur Debatte. Überflüssige Bemerkungen allerdings schon.
    Das wars dann wohl, nun wird mir wohl keiner mehr antworten... :oops::oops::oops::oops:

  • Zitat

    Deshalb kann ich eigentlich auch nix negatives darüber sagen, aber ich bleib bei meiner Meinung. Außerdem denke ich daß es auch eine Rolle spielt wie hoch der Beutenboden ist, bzw. ob der Beutenboden 20cm über der Erde ist oder 50 bis 60cm, oder?


    ich gehöre zu der aussterbenden Imker-species, die immer noch auf Hinterbehandlungsbeuten schwören. Neben meinem Bienenhaus stehen allerdings auch Magazine.
    Und jetzt kommt das Paradoxon meiner Betriebsweise: die Hinterbehandlungsbeuten werden dick eingepackt und die Magazine haben einen offenen Boden ,der im Winter auch offen bleibt.
    Nach mehr als 10 Jahren Erfahrung: die Überwinterung ist in beiden Gruppen (Hinterbehandlungsbeuten und Magazine) gleich gut. Lediglich einen großen Unterschied gibt es: die Magazinvöker zehren sehr viel mehr Futter als die warm eingepackten Völker. Unterschiedliche Frühjahrsentwicklung konnte ich nicht feststellen.



    Nach meiner Erfahrung im Flachland ist also warm einpacken oder kalt überwintern nur eine Glaubensfrage.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • nein....


    Siehe Karl Kehrle, Meine Betriebsweise.
    Völker total warm einpacken, führte zu "keinem Frühjahrsimpuls", mit aufstrebender Entwicklung, sondern zu einem "Herumlungern und zögerlichen Brutbeginn".


    Warum soll ich Fehler anderer wiederholen?
    Und gerade, wenn sie die Größe hatten, eben nicht nur ihre Erfolge, sondern auch ihre Fehlschläge zu publizieren?


    Ich hab aufgrund der früheren und veröffentlichten Beispiele gar nicht erst mit einem geschlossenen Boden angefangen, obwohl mir damals mein Imkerpate Pest, Cholera und Verhungern vorhersagte....


    Mit jeweils 28-36 kg Futter hatte ich in den letzten Jahren allen Mist dieser Erde, aber noch nie verhungerte Völker.
    Und eine gewaltige Brutentwicklung im Frühjahr....(wenn nötig, auch Neopoll-Fütterung ab März!)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen