Top Bar Hives in Deutschland ? 1. Prototyp gebaut...

  • Hat schon jemand eine dieser Kenianischen Top Bar Hives nachgebaut
    und in Betrieb ( www.bushfarms.com/bees ) ?
    Ich könnte von einem benachbarten Sägewerk welches Schalungsbretter
    herstellt Abfallstücke in etwa der Abmessungen wie in og. Link beschrieben
    umsonst bekommen. Und da eh mein Bienenhaus sich zum Sonntag-
    Nachmittag-Familienausflugsziel entwickelt hat wäre das auch rein
    optisch interessant. Als Alternative bliebe die Einraumbeute von Mellifera,
    man müsste von den Rähmchenmaßen aus die Beute kontruieren, oder
    gibt es inzwischen auch Zeichnungen ?

  • Moin,


    die Einraumbeute ist für meinen Geschmack zu aufwendig konstruiert. Die TBHs sind da einfacher zu bauen. Wenn Du Informationsmaterial brauchst - ich habe ne Menge darüber gesammelt.


    Ich möchte diesen Winter Stabilbaubeuten bauen aus Baumstämmen. Etwas modifizierte Klotzbeuten. Fotos werde ich reinstellen.


    Hast Du den Menschen unter dem von Dir genannten Link schonmal angeschrieben?


    Viele Grüße,


    Bernhard Heuvel

  • Hallo, nein Kontakt habe ich noch keinen aufgenommen. War nur am
    überlegen ob das bei unseren Witterungsverhältnissen überhaupt geht,
    die TBH´s stehen ja alle in wärmeren Gebieten als bei uns. Was ich mich
    im Moment frage wie das mit der Honigzarge auf den TBH´s funktioniert,
    da ja die "Rähmchen" oben aufliegen und ganz zusammen liegen....
    Bauplan ist kein Problem, über Google findet man einiges. Hauptsächlich
    ging es mir darum ob ich die TBH´s isolieren soll z.B. mit Styrodur....

  • Moin,


    wenn Du eine Honigzarge oben draufstellen willst, lässt an der Frontseite der TBH einen Spalt frei, oder Du bohrst Löcher in die TopBars oder läßt andere Schlitze....


    Allerdings sehe ich dann nicht den Sinn, warum Du dann TBH verwenden möchtest. Schließlich liegt der Vorteil der TBH darin, daß man keine Magazine heben muß.


    Wie dick sind Magazinwände? Die Magazine werden auch nicht besser isoliert und werden weniger für diese Eigenschaft kritisiert. Ich nehme an, daß eine Isolierung mit Schaumstoff/Styropor im Deckel der TBH reicht, um den Bienen einen ausreichenden Winterschutz zu bieten. In Holland, in Deutschland, sogar in Kanada werden diese Beuten verwendet. Der Trend geht ja / ist ja, Bienen wieder kälter zu überwintern. Ob alle bei uns eingeführten südländischen Bienen diesen Trend gut finden....sei dahingestellt.


    Hier noch mehr Informationen zu Honigzargen auf TBH:


    http://www.ibiblio.org/pub/aca…nt/top_bar_faqs/tbhf.html


    Dort im Abschnitt "Supering TBHs".


    Ciao,


    Bernhard

  • So, die 1. TBH habe ich inzwischen gebaut. Es waren 2 Probleme zu lösen:


    1. wasserfeste Verleimung - wasserfesten Leim gekauft, die geleimten
    Teile ins Regenwasserbecken gelegt - und - Leim hat sich aufgelöst. Dann
    habe ich mir von Henkel den sog. X-PERT in Kartuschenform gekauft,
    Teile liegen seit 3 Tagen im Regenwasserbecken...hält. Der Kleber
    schäumt auch leicht aus, so daß kleine Unebenheiten ausgeglichen werden.


    2. Winkel der Seitenteile - sollten 120 Grad betragen, baut man die
    Seitenteile nach Plan kommt man auf 112 Grad ??? Habe ich da jetzt
    irgendwie einen Denkfehler ?


    Hier mal die Zeichnung (dort steht allerdings nichts von 120 Grad):


  • Hallo
    Interessiere mich auch für die TBH habe schon einwenig herumgesurft und etliche TBH gesehen und festgestellt das die Schräge der Seitenteile sehr unterschiedlich waren. Gibt es eine bevorzugte Gradzahl bei der die Bienen nicht anbauen oder hängt das auch mit der Breite bzw Länge der Waben zusammen eventuell wegen der Stabilität. Wenn die Waben zu schwer werden weil viel Honig drin :-)) bauen die Bienen die Seiten an um zu stabilisieren. Ich nehme an das die Honigwaben mehr betroffen sind vom anbauen wie die Brutwaben. Kann das jemand bestätigen haben wir schon TBH Imker hier?
    Die Kirchhainer Begattungskästchen sind doch auch nach diesem Prinzip aufgebaut (hab leider keine) welche Gradzahl wurde denn da benutzt?


    Danke Jörg

  • Hallo miteinander,


    den Reiz, ein Beute des Typs Topbar Bee Hive zu bauen kann ich gut verstehen, aber meines Wissens sind diese entwickelt worden, um einen an die tropischen Bedingungen Beutentyp zu haben. TBHs sehen ja auch optisch ein wenig aus wie die traditionellen Klotzbeuten, die man im ländlichen Afrika gelegentlich in hohen Bäumen sieht. TBHs werden (z.B. in Ostafrika) in Bäume gehängt, weil es 1. tagsüber in Bodennähe zu heiß wird und 2. sie so besser vor vier- und zweibeinigen Räubern geschützt sind. Hier ist übrigens das Bild einer Imkerin mit ihrer Klotzbeute (in der Nähe von Tabora in Zentraltansania, echte Akazie als Haupttracht!)


    http://www.wild-und-honigbienen.de/html/bilder_bisher_9.html


    Es grüßt herzlich,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Hallo allerseits,


    wenn Ihr solch eine neue Beute baut, überlegt Euch doch vorher, wie Ihr es mit der Varroa Behandlung und Kontrolle machen wollt. Konkret: Wie arbeite ich mit der Stockwindel bei diesen Beuten?
    Denn: Ohne Stockwindel keine Kontrolle auf Varroa Befall und keine Kontrolle über den Erfolg einer Behandlung.


    Viele Grüße Hubert
    PS:
    Ich habe diese Beuten schon mit Drahtboden im Internet gesehen.


    Ferner gibt es irgendwo Bilder über eine THB mit Glasscheiben an den Längs Seiten.
    Wäre doch gerade als Anfänger nett, wenn man täglich schauen könnte, was die Bienen in der neuen Beute so machen, ohne alles aufmachen zu müssen.
    Viele Grüße Hubert

  • Hubert,


    Zitat

    wenn Ihr solch eine neue Beute baut, überlegt Euch doch vorher, wie Ihr es mit der Varroa Behandlung und Kontrolle machen wollt. Konkret: Wie arbeite ich mit der Stockwindel bei diesen Beuten?
    Denn: Ohne Stockwindel keine Kontrolle auf Varroa Befall und keine Kontrolle über den Erfolg einer Behandlung.


    Sieh der Tatsache ins Auge: JEDER hat Varroa, und es ist Zeitverschwendung, abgefallene Milben zu zählen.
    Du kannst mit dem natürlichen Totenfall einen Überblick über den relativen Befall gewinnen, aber das hilft dir angesichts der Virusinfektionen kein Stück weiter.
    Wenig Varroen mit hoher Virusübertragung sind wesentlich gefährlicher als viele Varroen ohne Viren.
    Wie willst du den Durchseuchungsgrad feststellen?
    Und, was willst du gegen die Viren tun?


    Der einzig effiziente Weg wäre es, eine garantiert tödliche Varroa-Krankheit zu implementieren, aber auch da würde sich binnen weniger Jahre eine Resistenz etablieren.
    Der letzendlich wirkliche Ausweg ist nach wie vor, eine varroa-tolerante Biene zu züchten; was mit den Tracheenmilben bei den Buckis geklappt hat, sollte auch mit anderen Parasiten klappen.


    Gegen Viren hilft ebenfalls nur natürliche Resistenz; entweder man überlebt die Infektion und kann seine Gene weitergeben oder man stirbt...
    Und abolut NICHTS wirkt auf 100% einer gegebenen Population tödlich.
    Es gibt immer Überlebende.
    Die gilt es zu finden und zu vermehren.


    TBHs wurden bewußt einfach konstruiert, um Holz zu sparen.
    Das Äquivalent des "liegenden Baumstammes", sozusagen eine Lagerbeute.
    Und nicht nur, um gegen Ameisen in tropischen Gegenden sicher zu sein.
    Der zweite Grund liegt in der primitiven (=so einfach wie möglichen, aber funktionierenden; keine Wertung) Betriebsweise, um ein Maximum an Honig und Wachs mit einem Minimum an Aufwand zu bekommen.
    Daß TBHs bienenfreundlicher sind, wage ich noch zu bezweifeln, aber es ist eine interessante Variation. Ich hatte letztes Jahr welche gebaut, aber durch den kalten Mai den optimalen Zeitpunkt für ihre Besiedelung verpaßt.
    Der gezwungenermaßen sehr vorsichtige Umgang mit den instabilen riesigen Waben im ersten Jahr hat mich dann von weiteren Versuchen abgehalten.
    Eine normale Lagerbeute ist vom Handling her in unseren Breiten interessanter.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Imkers,


    und sie sterben doch - manchmal sogar aus!


    sabi(e)ne schrieb:

    Und abolut NICHTS wirkt auf 100% einer gegebenen Population tödlich.
    Es gibt immer Überlebende.
    Die gilt es zu finden und zu vermehren.


    Jarassic Park war bloß ein Film :lol: Saurier sind ausgestorben.
    Homo erectus auch. Und es gibt eine Reihe anderer Populationen, nach denen ich nicht mehr ernstlich suchen würde. Stabilität ist biologisch instabil.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry,!!!!!!!


    du weißt genau, daß ich Seuchen oder irgendwelche Chemie meine! :evil: 
    Und die Saurier haben immerhin ein paar Millionen Jahre geschafft, uns gibt es erst seit 100.000 Jahren....
    Wenn deine Theorie stimmt, dann müßten wir es schon mit der chemischen Keule geschafft haben, Ratten, Mäuse und Kakerlaken auszurotten 8)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabi(e)ne,


    mit der biologischen und chemischen Keule haben wir das schon manches Mal geschafft.


    Ausgesetzter Degu erledigt alle Schlangen auf Jamaika. DDT im Fisch verhindert dauerhaft Fortpflanzung von Adlern in Litauen und Lettland. Temperaturerhöhung läßt Algen in Korallen sterben. Usw.


    Populationen sterben aus, wenn sie sich nicht an veränderte, ihnen lebensfeindliche Bedingungen anpassen können. Es gibt sehr viele solchen Veränderungen gegen die es keine Anpassungsmöglichkeiten gibt. Bleihaltige Luft im Wilden Westen zum Beispiel, hat dort ganze Populationen von Sheriffs ausgelöscht und die hatten nicht die Spur einer Chance gegen umherfliegende Geschosse resistent zu werden. Bis heute nicht. Das Resistenzthema ist nicht mit Pauschalaussagen zu diskutieren, weil eben nicht gegen alles und jeden Resistenzen aufgebaut werden können. Eine verbrannte Milbe pflanzt sich nicht mehr fort, eine brennende auch nicht und für die unverbrannte bedeutet es keinen Vermehrungsvorteil, wenn andere verbrannt sind. Es geht hier nicht um Populationsstabilität mit Futter, Pflanzenfresser und Räuber. Es geht um Parasitenpopulationen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Abandon,


    hier noch ein Englisch sprachiger Link zum Thema. Vielleicht hilft er weiter?


    http://www2.gsu.edu/~biojdsx/main.htm


    Übrigens spielt die Varroa in Ostafrika, wo die TBHs in der zeitgemäßen Imkerei weit verbreitet sind, gar keine Rolle.


    Viele Grüße,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Hallo, Henry,

    Zitat

    Es geht um Parasitenpopulationen.


    ich hab es schon hundertmal gesagt: ein guter und adaptierter Parasit bringt seinen Wirt nicht um, weil das auch sein eigenes Ende bedeutet.
    Es sind immer "neue" Parasiten, die ihre Wirte töten.
    Bis beide Spezies gelernt haben, miteinander zu leben, dauert es was....
    Und genau DA greift die Nicht-behandeln-Theorie.
    Weil eben nicht jedes Individuum durch die Parasiten stirbt.
    Geschwächt, krank, aber lebend.
    Und das sehe ich als unsere Chance an, und eigentlich als die einzige.
    Der Versuch auf Unije war gut, aber zu kurz und es wurde an den Ergebnissen böse gedreht, weil die falsche Biene zu gut war.
    Normalerweise müßte man eine Insel mit ganzjähriger Tracht auf 10 Jahre pachten, so viele verschiedene Abstammungen wie nur möglich hinstellen und dann tatsächlich erst nach 10 Jahren wieder nachsehen.
    Die Überlebenden sind mit Sicherheit tolerant gegen alles.. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen