Wiedervekäufer

  • Hallo,


    möchte mein Honig den öffentlichen Geschäften anbieten, kann mir einer sagen wieviel ich pro Glas Fruhtracht / Sommertracht verlangen kann?
    Der Verkaufspreis von mir ist 4€

  • Moin Gio,


    ich beliefere Bäckereien und Backshops mit Honig. Der Honig ist mit deren Adresse versehen und trägt deren Etikett. Ich gebe auf meine Preise etwa 33% Rabatt, wenn ich die Bäcker-Verkaufspreise selbst auf die Gläser drucke.


    Beispiel Frühtracht:
    250g-Glas Verkaufspreis beim Bäcker 2.60 Euro
    ich liefere 12 Gläser und kriege 8 bezahlt also 20.80 Euro oder 1.73 pro Glas. Die Erstlieferung steht auf Kommision da. Ich ersetze ungefragt Sorten und Mengen, immer wenn ich vorbeikomme. Wegen der Kommision ist es ja eh immer noch mein Honig.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo!


    Wenn sich ein Händler mit 33% Spanne zufrieden gibt, ist das schon ein arger Glücksfall. Meiner Erfahrung nach kalkulieren die meisten Händler mit 100% Aufschlag, wollen aber zumindest 2.- Euro pro Glas verdienen. Drunter ist für sie uninteressant, wenns einer macht, geht das eher schon in Richtung "Gefälligkeit".


    Wenn man wirklich alle Kosten berücksichtigt, (Glas, Etikett, Einlage, Aufkleber, Arbeitszeit für Rühren, Abfüllen, Etikettieren, Verkauf), kommt man locker auf einen runden Euro pro Glas. Da wirds schwierig, den Honig noch gewinnbringend zu verkaufen.


    Grüße, Reinhard

    Wanderimkerei, Nebenerwerb mit derzeit ca. 50 Wirtschaftsvölkern, mehr oder weniger Carnica-Landmädels, nur Standbegattung, Langstroth-Flachzargen in Brut- und Honigraum. imkere seit 1987.

  • Moin Reinhadt,


    wenn ein Bäcker irgendwoher ein 250g-Glas Honig aus der Region mit seinem Aufdruck billiger und auf Kommision angeliefert kriegt, dann muß er's halt dort kaufen. Und wenn er 250g Honig teurer als für 2.60 Euro verkaufen kann, dann hat er den Beruf verfehlt, dann sollte er nicht Bäcker, sondern Honig-Verkäufer werden. Die Bäcker verdienen 0.87 Euro ohne Kapitaleinsatz und ohne weitere Kosten, einfach nur, wenn ein Frühstücksbrötchenkunde noch mal eben ein Glas Honig mitnimmt und vor allem, die haben den Honig (und die Marmelade und die Bild und Magerine und Milch) und der Brötchenkunde muß nicht deswegen zum Aldi und dort auch gleich die Aufbackbrötchen mitnehmen.


    Was zahlt der Bäcker denn, wenn er Metro-0815-Honig ohne eigenes Etikett, sondern Goldhand-Ware, einkauft und sich ins Regal stellt, nachdem er ihn selber abgeholt und selbstverständlich auch bezahlt hat? Und kriegt er da überhaupt 250g-Gläser?


    Um wieviel höher ist mein Aufwand Etiketten mit dem Bäckereilogo zu versehen und beim eigenen Einkauf (ich bin halt auch Bäckerkunde) mal eben die Gläser nachzuliefern? Null, Nix, Nüschd. Zum Bäcker muß ich ohnehin und ich spreche die Bäcker, die ich beliefern will, ja gerade an, weil ich dort ohnehin öfter unterwegs bin. Nach Schwerin auf Aquisetour geh' ich nicht von Leipzig aus. :lol: Nein meine Bäckerkunden übernehmen dann die Verteilung in ihre Filialen und auf ihre Lieferautos selbst. Und manchmal liegt nur eine Filiale an meinem Weg und die kriegen dann den Honig eben auch mit.


    Das klappt schon. Man muß nur mal ganz konkret fragen. Kundenbindung ist das einzige sinnvolle Marketingmittel der kleinen Bäckereien und genau das unterstützt mein Honig. Die müssen also nicht 2 Euro dran verdienen und ich auch nicht. 10.40 Euro pro Kilo ist jedenfalls kein schlechter Preis im End-Verkauf und knapp 7.00 Euro bei Abgabe an die Bäcker liegt wohl höher, als mancher hier im Hofverkauf bekommt bzw. will.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    nun verstehe ich aber gar nicht , wieso ich hier vor einiger Zeit /2004) mit meinen Preisen von 2.-€ für bekloppt erklärt wurde...
    1,73 - Sooo preiswert war ich denn doch noch nie, es sei denn irgendein Depp will die Ost- in die Westmark umrechnen und hier den kalten krieg noch mal gewinnen...
    Übrigens sieht's bei mir mit der Ernte eh nicht gut aus - war halt wieder mal ein Lehr- und Aufbaujahr. Aber immerhin werden 22 Völker eingewintert - für mich ein Erfolg, da von 51 nur 19 Schwächlinge übrigeblieben waren - die Ursachen sind mir immer noch nicht ganz klar.


    Fatalerweise gibt's aber z.Z. nur Erfolgsmeldungen - obwohl es auch den Nachbarn schlecht ergangen ist. Vielleicht sind die heutigen Biene doch nicht mehr richtig winterhart ???


    Allen die den letzten Winter überstanden haben meinen Glückwunsch!


    Grüße ralf_2