Imkern auf Grönland?

  • Gestern gesehen in Bayern3 22.48 Uhr im Beitrag über die Klimaerwärmung auf Grönland. Ein kurioses aber auch erschreckendes Szenario tut sich da auf. Im Süden Grönlands wird über kommerzielle Waldnutzung nachgedacht, Kartoffeln werden angebaut und ... geimkert! Und das wohl ziemlich erfolgreich im Vergleich zum Festland, denn 50kg pro Volk, doppelt so wie in Dänemark, können geerntet werden.
    Gruß
    Simon

  • Hallo zusammen,
    zur Zeit der Wikinger, wenn lebten doch gleich Erik der Rote und
    Leif Erikson?, war Grönland noch nicht vereist.
    Grönland war lange Zeit von den Wikingern besiedelt, bis die zunehmende
    Kälte die Besiedlung unmöglich für diese machte.
    Kannten die Wikinger Bienenhaltung?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • hallo, Lothar,


    ein bißchen später war es schon :wink: 
    Lies mal von Jane Smiley "Die Grönland-Saga".
    Die spielt zur Zeit der zunehmenden Wetterverschlechterung, und daraus geht klar hervor, daß es auf Grönland keine Bienenhaltung gab; Honig wurde gegen andere Produkte importiert.
    Die Metbereitung erfolgte durch Verdünnen des Honigs mit "etwas" Wasser und der Zugabe einer Portion gegorener Blaubeeren.
    Und jedesmal gab es nach dem Verzehr Randale und Tote.... :evil: wenn auch in diesem Buch nur einmal.
    Auf jeden Fall war Grönland um 1200 schon zu kalt dafür, aber die Wikinger an sich kannten Bienenpflege bzw. reine Ausräuberei wohl schon.
    Da müßte man wohl eher in Südnorwegen oder Schweden suchen, in Island war damals eine Periode heftiger vulkanischer Aktivität, die vieles verschüttet hat....


    Ich hatte am WE einen schwedischen Kollegen zu Gast, der meinte, in 30 Jahren könnte man wohl in Schweden Wein anbauen, wenn es so weiterginge....
    Die Flora würde sich jedenfalls verändern, wenn man ein Auge darauf habe.
    Und die Erträge seiner Bienen gingen, von verregneten Jahren abgesehen, kontinuierlich nach oben.
    Sein 92jähriger Großvater schüttelt immer nur den Kopf: soviel sei das früher(wann?) nicht gewesen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Auf Island hats ein Imker mal versucht, aber die Vegetationsphase ist einfach zu kurz! Nur etwa 2-3 Monate blüht da alles und dann wars das.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo!
    Auf Island werden seit einigen Jahren wieder Bienen gehalten. Die Anzahl der Imker steigt auch langsam. Bienen wurden in den letzten Jahren aus Schweden, dann aus Norwegen und letztes Jahr aus Åhland importiert. Von Anfang an gab es Probleme mit der Überwinterung. Dann hat man gelernt die Beuten zum Schutz vor dem Wind in Scheunen oder anderen Gebäuden zu überwintern und seitdem geht es besser. ( Information aus schwedischen Imkerzeitungen)
    Übrigens habe ich über die Imkerei auf Island vor ein paar Jahren hier im Forum geschrieben, kann es im Augenblick leider nicht finden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

  • Hallo!
    Kann auf deine Frage leider keine Antwort geben.
    Hier etwas mehr Konkretes aus dem Jahresbericht über 2010.
    Reinigungsflug Mitte April. Von 41 eingewinterten Völkern haben 28 den Winter überlebt.
    Im Juni kamen 32 Paketbienenvölker von der Insel Åhland. 8 Imkeranfänger bekamen ihre ersten Völker. Während des Sommers fielen 14 Schwärme an. Ende August war die Schleuderzeit zu Ende. Man hatte jetzt 70 Völker Buckfast. Im Schnitt gaben die Wirtschaftsvölker 8,5 kg Honig. Das beste Volk gab 30 kg.
    22 Imker winterten zusammen 62 Völker ein.


    Zwischenbericht von 2011
    18 Anfänger - davon 10 Frauen - beginnen im Januar einen Anfängerkurs.
    42 Völker haben den Winter überlebt. 64 Paketbienenvölker werden von Åhland bestellt.
    Im Sommer gibt es 100 Völker auf Island.


    Zu luxnigras Frage: Von einer Varroabehandlung wird im Jahresbericht nichts geschrieben.
    Über die Imkerei auf Island kann man auf der homepage www.byflugur.is auf Isländisch, Englisch und Schwedisch lesen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

  • Hallo!
    Darüber habe ich mir eigentlich noch nicht so viele Gedanken gemacht.
    Diese Gebiete liegen ja nördlich des natürlichen Ausbreitungsgebietes der Biene. Da überleben die Bienen den Winter nicht ohne die Hilfe des Imkers. Das bedeutet daß es keine verwilderten Schwärme gibt. Damit ist schon einmal die Ausbreitung der Varroa begrenzt. Zwischen den verschiedenen Imkereien in den verschiedenen Orten sind so große Abstände, dass die Varroen nicht von einem Ort zum anderen wandern können.
    Wenn sich dann die Imker in diesen Bebieten dazu entschließen keine Bienen aus Varroagebieten zu kaufen, keine Königinnen zu importieren, dann kann die Varroa nicht kommen. Die Imkervereine haben die Königinnenzucht intensiviert um den Bedarf an Königinnen intern decken zu können. Man kann nur hoffen, dass wirklich kein einziger Imker in diesen Gebieten meint, er müsse nun unbedingt Bienen von auswärts holen.
    Soweit meine Gedanken zu deiner Frage.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans