Bienenschwarm im September?

  • Kann es sein, dass ein Bienenvolk im September noch schwärmt? Wurde heute zu einem offensichtlichen Schwarm gerufen, leider etwas zu spät, war schon "w" "e" "c" "h", also "wech".


    Aber die Anzeichen haben gepasst:
    200 m Entfernung zu einem Bienenstand (hab den letzten IMKERFREUND gelesen, weiß, dass mir der Schwarm nicht gehören würde, obwohl das Grundstück - Sandgrube - der Firma gehört bei der ich beschäftigt bin!)
    Bienentraube mit vielen schwärmenden Bienen an einer Planierraupe
    Jede Menge tote Bienen im Führerhaus der Raupe - haben wohl den Ausgang nicht mehr gefunden (leider!)


    Was war wohl der Grund?
    Varroadruck? Oder einfach nur die pralle Sonne? (Bienenstand ist der vollen Sonne - angelehnt an einen Waldrand - ausgesetzt)


    Hätte dieser Schwarm noch eine reelle Chance auf Überleben im Winter, wenn ich ihn eingefangen hätte? Oder ist es schon zu spät wegen des noch fehlenden Wabenbaus?


    Gruß
    Luffi

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • [Varroadruck? Oder einfach nur die pralle Sonne?]


    Hallo,
    nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre sehe ich hier zwei Möglichkeiten. Die Erste und wahrscheinlichste ist der Varroadruck der das Volk bewogen hat auszuziehen. Der Zweite leider auch ein häufiger in dieser Jahreszeit das Volk wurde nicht eingefüttert bzw. wurde beim einfüttern ausgeräubert (Hungerschwarm).
    Ich glaube Du hättest keine große Freude an diesem Schwarm gehabt wenn er noch nicht "wech" gewesen wäre. Ist so für Deine Bienen sicherlich der bessere Weg gewesen.
    Gruß an die ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • luffi schrieb:

    ....
    200 m Entfernung zu einem Bienenstand (hab den letzten IMKERFREUND gelesen, weiß, dass mir der Schwarm nicht gehören würde, obwohl das Grundstück - Sandgrube - der Firma gehört bei der ich beschäftigt bin!)
    ....


    Öhm, das stand im Imkerfreund ?
    Das ist aber nicht richtig! Der Schwarm gehört demjenigen, der ihn zu erst findet. Man muss ihn noch nicht mal in einer Beute einschlagen, es reicht schon, wenn man kenntlich macht, dass man Anspruch auf den Schwarm erhebt. Also z.B. einen Zettel beim Schwarm anbringen, dass man nur kurz eine Kiste holt, um den Schwarm einzufangen. Dadurch ist man schon Eigentümer des Schwarms.


    Findet man aber den Schwarm, will eine Kiste holen und zeigt nicht an, dass man den Schwarm einfangen will und zwischendurch kommt ein anderer vorbei und schnappt sich den Schwarm weg, dann hat man Pech gehabt ;)


    Ich glaub, man darf sogar fremde Grundstücke betreten, um einen Schwarm einzufangen. Muss aber Schäden begleichen, die man evtl. verursacht.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • :o Wer hat schon immer einen Zettel dabei, früher reichte ein Hut oder eine Jacke hinzulegen als Kennzeichen.
    Schwärme im September würde ich nur mit großen Bauchschmerzen annehmen, weil das meist Notschwärme wegen Krankheit oder Hunger sind, wo man nicht sicher sein kann, was man sich da ans Haus holt.
    Zumindest würde ich sie so isoliert wie nur möglich aufstellen, sofort varroabehandeln und in diesem Fall auch noch hungern lassen wg. Faulbrutsporen. Dafür aber danach dann sehr massiv füttern und nach zwei Wochen auch noch ausgebaute und Futterwaben zuhängen, denn sonst könnte die Zeit verdammt zu knapp werden. :-?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    :o Wer hat schon immer einen Zettel dabei, früher reichte ein Hut oder eine Jacke hinzulegen als Kennzeichen. .....


    Reicht es ja heute auch noch ;)
    Nur könnte man ja auch denken, den Hut hat einer verloren und dann gibts wieder Streit.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hi!


    Es freut mich, dass mein Beitrag vom letzten Jahr inzwischen beantwortet worden ist. Vor einem Jahr gab es für mich als Imker-Neuling noch viele Fragen, die sich inzwischen zum großen Teil geklärt haben. Insbesondere bei dem betreffenden Schwarm:


    Der Schwarm gehörte, wie ich inzwischen weiß, einem Imkerfreund aus meinem Verein, der nach 15 jähriger Pause wieder mit den Bienen angefangen hatte. Von einer Sommerbehandlung wusste er damals, als seine Bienen von der Varroamilbe dahingerafft wurden noch nichts. "Umständehalber" hat er dann mit der Imkerei aufgehört. Inzwischen sind seine Enkel äußerst interessiert an den Bienen (wen wunderts :wink: ) und er hat wieder neu angefangen. Aber leider hat er sich nach so langer Zeit auch nicht wieder richtig mit den Bedrohungen durch die Varroa befasst, so dass er auch dieses Mal beinahe Schiffbruch erlitten hat. Von 3 Völkern sind 2 über den Winter eingegangen. Eines der toten Völker war das Schwarmvolk vom Letzten September.


    Inzwischen hat er sich im Frühjahr 2 Völker dazu gekauft und er ist als aktiver und wissbegieriger Imker im Verein auf jeder Monatsversammlung und bildet sich im abendlichen Gespräch weiter.


    Erstes Indiz dafür, dass sie Ameisensäurebehandlung (vielleicht) geholfen hat, ist, dass es diese Jahr zumindest keinen späten Schwarm gegeben hat :D . Auch weitere Schwärme wurden mir nicht berichtet :cry: .


    Ich kann mal wieder nur sabi(e)ne in Ihrer Meinung bestätigen, dass so ein später Schwarm ein Problerm ist. Quarantäne wäre angesagt gewesen.


    Einen Ableger hatte er nach eigener Aussage früher nie gebildet, die 2-3 Schwärme reichten ihm immer aus, um seinen Völkerbestand zu verjüngen. Wie einfach muss Imkern vor der Zeit der Varroamilbe doch gewesen sein :evil: .

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hi,
    ein Imkerkollege hat gestern einen Schwarm eingesammelt. Er hing an einer Pausenbank einer Grundschule, pünktlich zur Pause.
    Eingeschlagen, Behandlung angefangen, vorsichtig ausgebaute Waben rein, langsam einfüttern mit Fertigfutter. Was vergessen????
    Gruß Knäcke

  • :o 2-3 Tage erst hungern lassen in KS-Kiste!
    Als Quarantäne-Maßnahme.
    Und danach um Himmelswillen NICHT die Kiste über der Beute auskippen, sondern nur legen und einlaufen lassen, damit sowenig Sporen wie möglich miteingeschleppt werden.


    Schwärme um diese Zeit sind nicht gesund oder kurz vor dem Verhungern gewesen, es ist nicht die Zeit für normale Artvermehrung.
    Jedes Volk, das außerhalb der normalen Schwarmzeit einen Schwarm abgibt, tut das, um selbst zu überleben, der Schwarm ist dann ein Opfer, um den Rest zu retten.
    Oder das ganze Volk ist als Hungerschwarm ausgezogen...
    Wie groß war er?


    Ich hab oben erwähnt, ich hätte ein großes Problem damit, den einfach so anzunehmen...
    Auf jeden Fall in der Gegend gucken, was mit Faulbrut oder einem schlampigen Imker ist, der noch nicht gefüttert hat.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :lol: Wenn der Hungerschwarm aber nicht quarantänt wird, kann ich ein oder zwei Jahre später der AFB-Herd der Gegend sein.... :evil:
    Schwärme im September haben bei mir die Wahl: entweder 3 Tage Quarantäne oder sicherer Tod in freier Wildbahn im Winter.
    Alles andere ist mir zu riskant, und das heißt schon was.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen