Flugloch einengen oder nicht

  • Als Neuling im Forum erst mal ein "Hallo" an alle! :-)


    Dank eines Schwarms bin ich seit diesem Jahr der Imkerei verfallen. Inzwischen besitze ich noch einen Ableger und ein weiteres Volk. Alle sitzen zur Überwinterung bereit auf 2 Zargen.


    Natürlich habe ich inzwischen auch schon jede Menge Literatur gewälzt und festgestellt, dass die Imkerei neben stichhaltigen Argumenten auch Glaubensfrage ist. Bisher konnte ich mit meinem gesunden Menschenverstand den besten Weg für mich bestimmen. Nun bin ich aber doch auf etwas gestoßen, wo ich mir unschlüssig bin:


    Ich imkere mit einer gebrauchten Martinsbeute (Magazinbeute mit 9 Zander). Leider waren bei dieser Beute noch alte, niedere Böden dabei. D.h. ohne Gitter oder Varroaschieber. Böden in der einfachsten Ausführung eben. Jetzt möchte ich das Flugloch für den Winter entsprechend ausstatten. Pfefferle empfiehlt das Flugloch mit einem Keil aus Hartholz einzuengen, um das Eindringen von Mäusen zu verhindern. Solch ein Keil war bei den Beuten dabei und ich nutze ihn auch in Hinsicht auf Räuberei bei der Einfütterung.


    In einem anderen Buch wird jedoch empfohlen, das Flugloch weit geöffnet zu halten und nur mit einem Mäusegitter zu versehen, da sonst eventuell ein Sauerstoffmangel entsteht und die Gefahr des Verbrausens besteht. Übrigens fächeln die Bienen bei den momentanen Temperaturen (28°C) auch recht munter.


    Ich kann mir die unterschiedlichen Empfehlungen nur dadurch erklären, dass beide von unterschiedlichen Böden ausgehen. D.h. einmal mit (geöffneten) Gitter und einmal ohne. Ist das des Rätsels Lösung oder habe ich etwas übersehen?


    Welche Kombination verwendet ihr bzw. was würdet ihr empfehlen?

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Hallo Brumser,
    Nein, Du hast nichts übersehen. So ist es nun mal in der Imkerei: jeder Krämer lobt seine Ware (und (fast) jeder Imker glaubt, nur er imkert richtig). Aber im Ernst, dass mit der Größe des Flugloches ist wohl auch landschaftsbedingt (Klima!) unterschiedlich. Hier an der Nordseeküste habe ich die Flugbretter im Winter (wie übrigens auch im Sommer) über die volle Breite geöffnet. 1.) die Bienen sollen im Winter die Kälte merken, damit sie eine feste Wintertraube bilden und 2.) ist dadurch eher eine gute Luftzirkulation gewährleistet, sodass auch nicht so schnell Schimmelwaben entstehen. Natürlich setze ich im Herbst die Mäusegitter ein. Eine Einengung gibt es bei mir nur während der Auffütterung. Bei sehr starken Völkern mache ich es selbst dann nicht.

  • Hallo Brumser,


    eine Anmerkung noch dazu:
    Wenn du, wie Du schreibst "einfache Böden" hast, gehe ich davon aus, dass diese geschlossen sind und kein Lüftungsgitter haben?
    Wenn nein, mach die Löcher sperrangelweit auf, damit Du im Frühjahr keinen Schimmel auf den Waben hast.
    Einfach ein geeignetes Mäusegitter mit Heftzwecken befestigen.
    Bei offenen Gitterböden ist die notwendige Luftzirkulation von selbst gegeben und du kannst den Mäuseschutz mit dem Fluglochkeil vornehmen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    ja meine Böden sind ohne Lüftungsgitter. Werde den Keil entfernen und ein Mäusegitter am Flugloch anbringen. Im Frühjahr wird dann auf Gitterböden umgestellt.


    Danke für eure Antworten!

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.