2. Oktober Entedank

  • Moin Imkers,


    was macht Ihr zu Erntedank?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry
    Natürlich "Danken" für die gute Ernte ;-)

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Was denn Franz-Xaver,


    Dein kleener Großer wird schon achde. Da mußt Du wohl mal die Videos nacharbeiten. Auf meiner DVD ist der noch deutlich jünger.


    @forum: Geht ansonsten Erntedank wirklich so an Euch vorüber?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Nee bienenhansi,


    findest Du wirklich ich schreibe hier zu wenig? :lol::lol::lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry et al.,
    Erntedank oder in manchen Gegenden Deutschlands auch "Martini" (11.11.)
    ist der Tag, an dem man früher traditionellerweise seine Pacht abzuliefern hatte.
    D.h. die Bauern fuhren mit dem Zehnten zu ihrem Lehnsherren und die Knechte und Mägde wurden ausbezahlt und konnten, sofern gewünscht, den Hof wechseln.
    Und heute bringen die Imker (so auch ich !) aus Dankbarkeit und natürlich als "kleine Belohnung" dem Förster und den Bauern, die uns das Jahr über in ihren Wiesen und Wäldern geduldet haben, ein Glas Honig und evtl. eine kleine Flasche Bärenfang.
    Ich halte diese Geste als vertrauensbildende Massnahme für sehr wichtig.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo, Michael,


    mag sein, daß das regional verschieden ist, aber Hofwechsel für Knechte und Mägde war eigentlich immer an St.Michaelis :wink: das müßtest du doch wissen! :wink: 
    Zumindest in ganz Nordeuropa, und das ganze MA hindurch...
    (Ich weiß es, weil das mein Geburri ist :lol: )


    An Bärenfang für meine Stellplatzgeber hatte ich auch schon gedacht, aber wo krieg ich richtig guten her?
    Hat da wer Tipps für mich?
    Selbermachen scheidet mangels Honig aus; ich hab nicht an Likör gedacht und stattdessen Met angesetzt, der aber erst in ein paar Jahren fertig ist.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ihr seid Superimker, aber vom Brauchtum, besonders in der guten alten Zeit, scheint ihr nicht so bewandert zu sein. Deshalb von meiner Seite die Aufklärung darüber, wobei ich selbst noch machmal so einen Knechte - bzw. Magdwechsel mit erlebt habe.


    Mit dem Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar wird an den Besuch Marias mit Jesus im Tempel von Jerusalem erinnert. Nach altem Brauch werden in der katholischen Kirche an diesem Tag die Kerzen und Wachsstöcke für den kirchlichen und privaten Jahresbedarf geweiht.
     
    Nach kirchlichem Kalender geht außerdem am 2. Februar (40 Tage nach Weihnachten), die Weihnachtszeit zu Ende (die übrigens nicht mit dem 1. Advent begionnt, sondern erst an Heilig Abend).
     
    Auf dem Land war dieser Tag früher sehr bedeutend, weil mit ihm das bäuerliche Arbeitsjahr zu Ende ging. Um diese Zeit herum mußten oder konnten Mägde und Knechte ihre Stellung wechseln, auch "schlenkeln" genannt. Von den früher üblichen Lichtmess-Märkten haben sich nur wenige erhalten.

  • Hallöchen Sabi(e)ne,


    Zitat

    aber Hofwechsel für Knechte und Mägde war eigentlich immer an St.Michaelis das müßtest du doch wissen!


    Das stimmt natürlich.
    Aber ob die nun am 29. September (Michaelistag) oder drei Tage später den Platz wechselten, ist ja nicht so furchtbar auseinander.
    Wo Du allerdings guten Bärenfang herbekommst, wenn nicht selbst gemacht, weiß ich auch nicht. :wink: 
    Meinen braut meine Frau nach einem alten Hexenrezept und der wird mit Gold aufgewogen!

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Xaver,


    es scheint tatsächlich verschiedene Brauchtümer zu geben.
    Aus alten Akten meiner Altvorderen weiß ich, dass Knechte und Mägde an "Michelstag" entlassen wurden.
    Offiziell, damit sie Weihnachten zu Hause bei den Ihren feiern konnten.
    Inoffiziell wollten die Bauern natürlich über Winter keine unnötigen Mäuler stopfen.
    Mit dem Lichtmesstag, an dem das bäuerliche Leben ja wiederauferstand, wurden sie dann wieder verdingt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • hallo, Xare,


    der Personalwechsel zu St. Michael (29.9.) hatte handfeste Gründe:
    man fütterte so keine faulen Leute durch den Winter.
    Und die Neuen kamen durch ihr Überleben des Winters in eine Verpflichtung dem Hof gegenüber.
    Wenn du bedenkst, daß unweigerlich jeder zugrunde ging, der keinen Platz zum Winter hatte, ist das System eigentlich sehr logisch....


    Lichtmeß war der Tag, wo der Winter so langsam ans Ende kam; da mußten sich dann auch die "Wintermägde" einen neuen Platz besorgen.
    Die stellte man über Winter ein, gegen Kost & Logis, wenn Besonderes anlag, eine Geburt im Haushalt, oder viel Spinnerei & Weberei wegen einer Hochzeit.
    Xare, du hast schon nur noch Zeiten miterlebt, wo selten jemand verhungert ist, weil er keinen Winterplatz hatte, aber glaub mir, das war jahrhundertelang anders.....
    Früher wurden die Vorräte im Herbst gemessen & gewogen, und ausgerechnet, wie weit man mit wieviel Personen kam....


    Offizielles Winterende war früher eher Ostern....(ich rede vom frühen bis späten MA)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Michael schrieb:

    Hallo Xaver,


    es scheint tatsächlich verschiedene Brauchtümer zu geben.
    Aus alten Akten meiner Altvorderen weiß ich, dass Knechte und Mägde an "Michelstag" entlassen wurden.
    Offiziell, damit sie Weihnachten zu Hause bei den Ihren feiern konnten.
    Inoffiziell wollten die Bauern natürlich über Winter keine unnötigen Mäuler stopfen.
    Mit dem Lichtmesstag, an dem das bäuerliche Leben ja wiederauferstand, wurden sie dann wieder verdingt.


    Meine Mutter musste ab ihrem 13. Lebensjahr bis zu ihrer Heirat als Magd arbeiten., deshalb weiß ich auch noch viel über diese Dinge, vielleicht waren sie in Bayern auch anders.


    Der offizielle Wechsel der Dienstboten war eben Lichtmess oder meint ihr der Bauer hat sich seine Arbeit im Wald, was eben die Winterarbeit für die Knechte war oder die Stallarbeit der Mägde selbst gemacht.


    Wenn der Knecht oder die Magd keine Wachsstöckel erhielten, war dies so etwas wie eine offizelle Kündigung.


    Diese Woche nach ( um ) Lichtmeß bezeichnete mam auch als "Scklankl (Schlenkltage) wo die gekündigten Dienstboten sich neu verdingten. Zu dieser Zeit ruhte das bäuerliche Leben etwas.

  • :wink: 
    Von Michaeli bis Martini sind immerhin fast 6 Wochen.... :wink:


    Was mich ärgert, ist, daß ich ein geniales Bärenfangrezept aus Polen hab und keinen vernünftigen Honig mehr dafür....*grummel


    Muß ich mir was anderes einfallen lassen...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen