Still umgeweiselt? Oder doch nicht?

  • Liebe Bienenspezis,
    das Thema läßt mich ja nun nicht los - diese Woche muß ich nun entscheiden, was da Sache ist und wie ich handeln soll.


    Heutige Durchsicht ergab: Ein kleines, dezentrales Brutnest, auf 3-4 Waben der unteren Zarge. Viele Stifte, eindeutig Königinnenstifte. Habe dort auch die alte Königin gefunden (hatte sie gezeichnet). Noch ziemlich viele Drohnen; die Drohnenbrut wurde jedoch ausgeräumt; die obere Zarge fasst ausschließlich Futter. Auch die angesetzten Weiselzellen sind verschwunden; hatte diese jedoch nie im verdeckelten Zustand gesehen - aber womöglich habe ich auch nicht alle entdeckt.


    Ich bin mir nun unsicher, ob es inzwischen eine neue Königin gibt und ob es sein kann, daß sie zusammen mit alten im selben Brutnest rumkrabbelt. Weiselprobe bringt ja nix, sie haben ja junge Brut und es ist ja zumindest eine Königin da.


    Hatte mir folgendes überlegt: Warum nicht die alte Königin entfernen und lauschen, ob sie anfangen zu weinen. Wenn ja, dann haben sie wirklich keine neue und ich sollte ihnen eine geben. Wenn nicht - umso besser.


    Nur: kann man diese Weisellosigkeit auch als rechter Laie sicher erkennen? Wann setzt dieses Weinen ein? Möchte die Nachfolgerin nicht durch eine ev. zugesetzte gefährden.


    Für Eure Tipps bedankt sich
    Melanie

  • Zitat

    Ich bin mir nun unsicher, ob es inzwischen eine neue Königin gibt und ob es sein kann, daß sie zusammen mit alten im selben Brutnest rumkrabbelt.


    2 Königinnen in einem Volke kommen immer wieder vor. Hatte ich dieses Jahr auch erst wieder. Allerdings: wenn 2 Königinnen in einem Volk sind, so haben sie getrennte Brutnester, meist durch eine Pollen/Futterwabe voneinander getrennt.


    Und wenn man als Imker das Volk weiter beobachtet, stellt man fest, dass nach einer gewissen Zeit die Bienen eine Königin umbringen. Darum würde ich im vorliegenden Falle einfach nix machen und nur beobachten, was die Bienen weiter machen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Danke für die Info. Ich werde dann wohl noch einmal gründlich durch das Brutnest schauen ob ich diese Unterteilung erkennen kann. Ansonsten ist mir Abwarten etwas zu riskant...die vielen Drohnen und eben daß ich selbst die Entwicklung einer möglichen Nachfolgerin nicht richtig verfolgen konnte, macht mich einfach stutzig. Womöglich haben sie es sich einfach zwischendurch anders überlegt und doch keine Nachfolgerin hochgezgen...


    Daher: Wenn ich die alte rausnehme, müßte man am Verhalten der Bienen doch erkennen können, ob sie denn nun die einzige ist, oder?


    Melanie

  • Hallo Melanie,


    ich frage mich, warum Du aus purer Neugier, vorhast ständig im Nest rumzuwurschteln und irgendwelche Risiken eingehst.
    Wenn Du nichts machst und nur abwartest, dann regelt sich das doch von selbst.
    Entweder die Bienen haben nicht umgeweiselt und die Zellen wieder abgetragen, dann war es wohl eher ein letzter Schwarmversuch, der an der späten Jahreszeit scheiterte.
    Oder es wurde umgeweiselt und es befinden sich zwei Königinen im Stock, dann wird wohl früher oder später die schlechtere dran glauben müssen.
    Du hast doch frische Brut gesehen, daß ist doch ein sicheres Zeichen, daß es Nachwuchs gibt.
    Sollte die junge Königin noch nicht begattet sein, und die alte noch stiften, dann wartest Du auch besser. Solange noch Drohnen da sind, wird die Neue schon ihr Samenpaket abbekommen. Es kommt in den nächsten Tagen ja auch noch gutes Flugwetter zum hochzeiten.


    Jedes Eingreifen würde doch die Sache nur verkomplizieren.


    Grüße, Robert

  • ...bin ich jetzt an diesem Punkt angekommen.
    Viele Imkerkollegen haben mir nämlich geraten, sofort selber umzuweiseln als die ersten Weiselzellen sichtbar waren und die alte Königin massig Buckelbrut erzeugt hat. Wohl der Beleg dafür, daß sie wirklich nicht in Ordnung ist.


    Ich halte es aber auch eher mit der Idee "Der Bien wirds schon richten" und habe sie daher mal gewähren lassen. Nun versuche ich, das ganze zu verstehen und eben - wie wohl jeder Praxisanfänger - bloß sicherzustellen, daß das Ganze nicht den Bach runtergeht. Ist doch verständlich, oder?


    Letztlich weiß ich doch gar nicht, ob die jetzt erzeugte Brut nicht wieder nur massig Buckelbrut wird. Klar, kann man ja nach dem Verdeckeln sehen...nur womöglich ist es dann eben zu spät um noch irgendwoher eine Königin zu bekommen falls es eben wirklich keine 2. Königin gibt.


    Irritiert mich einfach, daß ich nie eine verdeckelte Weiselzelle gefunden habe...und daß eben immer noch massig Drohnen im Volk sind.


    Darum dachte ich mir, daß eine Entnahme der alten das doch recht schnell klären kann. Wäre doch schade, wenn ich im Frühjahr dann nur einen traurigen Bienenhaufen vorfinde...sowas tät mich ganz ungemein demotivieren und dann bleibe ich womöglich doch nur den Hornissen und Hummeln treu. Die machen nämlich wirklich alles alleine...nur eben zu wenig Honig :D


    Melanie

  • Zitat

    Darum dachte ich mir, daß eine Entnahme der alten das doch recht schnell klären kann.


    ..die alte Königinn hat Buckelbrut erzeugt? ...das ändert meine Einschätzung! ...in dem Falle würde ich diese Königin sofort zwischen Daumen und Zeigefinger umbringen. Und nach 2-3 Tagen nachschauen, ob Weiselzellen angeblasen sind. Wenn ja, sofort eine neue Königin einweiseln. Die jetzige Zeit ist kritisch für die Überwinterung! Es müssen die Winterbienen erzeugt werden, deshalb sollte das Volk nicht lange weisellos sein und auf keinen Fall jetzt noch selber eine Königin ziehen. Das wäre zu spät!

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • hallo, melanie,


    wenn die Alte schon buckelbrütig ist, wo sollte dann eine neue herkommen?


    Schließe mich nahtlos meinem Vorschreiber an, und in DEM Fall ist Eile geboten!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    ich hätte erst garnicht so weit gewartet, man sollte wenn man mit Bienen anfängt immer mit min zwei Völkern anfangen so kann man sich auch selbst helfen, wenn ein Volk weisellos wird.
    Man kann dem anderen Volk eine Wabe zuhänge und schon geht’s wieder weiter.
    Wenn man den verdacht hat das mit den Königin etwas nicht stimmt, sofort entfernen und eine neue zusetzen.
    Jetzt wird jede Winterbiene gebracht, jede Verzögerung wo keine Brut erzeugt wird schwächt das Volk und eine optimale Überwinterung ist somit nicht mehr 100% gewährleistet.
    Wenn ein Volk keine Königin hat sollte immer eine Weiselprobe gemacht werden.
    Buckelbrut/Drohnenbrut ist auffällig, da sollte die Königin entfernt werden und eine neu eingesetzt, die Brut kann man köpfen das die Bienen diese ausfresse.
    Mit einer kleinen Futtergabe erhöht man die Chance das die Königin schnell angenommen wird, und diese auch gleich in Eilage geht.

  • Hymenoptera schrieb:

    ...nur womöglich ist es dann eben zu spät um noch irgendwoher eine Königin zu bekommen falls es eben wirklich keine 2. Königin gibt.


    Hallo Melanie,


    ich denke, um diese Zeit kannst Du bei vielen Züchtern noch Königinnen bekommen, da jetzt noch ein guter Zeitpunkt zum Umweiseln ist, und einige ja auch Reserveköniginnen überwintern. Meine letzte Serie ist z. B. gerade auf Hochzeitsflug gegangen :-)


    Sonnige Grüße


    Hedy

  • ...lang lebe die Königin.
    Herrjeh, wie wird man mit dem Gefühl fertig, Königinnenmord begangen zu haben? Oder die Ermordnung einer vieltausendfachen Mutter?


    So tröste ich mich mit der Vorstellung einer aktiven Sterbehilfe und lausche jetzt, ob ich denn nun eine Veränderung im Summton feststellen kann und ob das "Bienenweinen" einsetzt. Werde Donnerstag mal nachschauen ob Weiselzellen angesetzt wurden oder nicht. Jedenfalls habe ich auch bei der 2. Durchsicht nur viele Stifte aber keinen Hinweis auf eine 2. Königin oder ein 2. Brutnest gefunden. Bin gespannt wie das jetzt weitergeht und werde auf jeden Fall eine 2. Königin bereithalten.


    Danke für Euer reges Feedback!


    Melanie


    P.S. Und wenn ich doch nun mal in den glücklichen Umstand kommen sollte, eine gutbezahlte Halbtagsstelle zu finden, werden es bestimmt noch mehr Völker und nach einigen Jahren der Erfahrung mag auch diese experimentelle Grundstimmung zum Erliegen kommen - bis dahin bitte ich aber alle Imkercracks, Spezies und Bienenweisen mir etwas "Ausprobieren und Testen" zuzugestehen. Und bitte alle Berliner Halbtagesstellen mit naturwissenaschftlerischem-IT-technischen Background an mich mailen!


    Danke!