Behandlung mit Thymol

  • Ich habe mich entschieden bei einem Volk testweise die Spätsommerbehandlung mit Thymol (Apilive Var ) zu machen.
    Leider ist die Gebrauchsanweisung auf Italienisch und ich weiss nicht wie lange ich die Plättchen drin lassen soll ...


    Hat hier jemand damit erfahrungen ???

  • Hallo zusammen, ich würde gern am Wochenende meine zwei Ableger behandeln. Finde jetzt aber bei der Menge unterschiedliche Angaben. Hätte jetzt in jedes Volk erst mal einen halben Streifen in jede Ecke. Also ein ganzes Packet in die zwei Völker. Das ganze dann eine Woche später noch mal. Komme ich damit hin? Vielen dank schon mal.

  • Hallo Winfried,


    Du bist mit der ersten ALV Behandlung aber ganz schön spät dran... Ich halte mich schon länger an diese Dosierungsanleitung http://www.imkerhof-salzburg.at/portal/index.php?option=com_content&task=view&id=73&Itemid=84 (ohne Bienenwohl), also bei 2-zargigen Völkern 2 Plättchen = eine Packung, nach 2 Wochen eine weitere Packung. Damit bin ich, bis auf ein Ausrutscherjahr, bis jetzt gut gefahren. Ableger bekommen die Hälfte. Bei 6 Waben Dadant würde ich ein Plättchen nehmen, bei 9 Waben evt. eineinhalb, je nachdem wie gut die Waben ausgebaut sind.
    Hier nochmal die Dosierung, wie sie auf der Packung steht http://www.saarlandimker.de/downloads/apilife-var.pdf.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hallo,


    generell ist es jetzt leider spät an eine Behandlung zu denken.


    Wenn es Ableger sind, dann sollte man meinen, die seien bestenfalls bereits brutfrei behandelt worden und fertig, denn dann kann man sogar über eine Bienenprobe nachdenken oder das sogar getrost jetzt auslassen und nur eine Winterbehandlung machen.
    Die brutfreie Behandlung ist eine sehr effektive und sollte immer bevorzugt werden!!


    Prinzipieller Behandlungstermin ist im JULI (allerspätestens Anfang August)


    Die Bienen brauchen zur guten Überwinterung gesunde, viele Winterbienen.
    Die Produktion dieser Winterbienen fängt im Juli bereits an. Echt, ja, zwar auch noch im August und September aber wenn bereits im Juli, dann doch nicht aus Nonsens, die Jahrmillionen Bienenexistenz in dieser Form wird da Vorteile erbracht haben, sonst täten sie es anders.
    Wenn bei reduzierter Brutaktivität Varroas zunehmend in die Brut gelangen, dann schädigen sie dort selbige auch zunehmend, außerdem sitzen sie auf den geschlüpften Bienen ebenso in steigender Anzahl. Sie saugen nicht nur, sie verletzen, sie schwächen, sie übertragen Viren. Die Winterbienen, die da noch rauskommen, sind nicht OK, das Volk ist gestresst, es ist infiziert.
    Man sieht evtl. nix, viele Bienen, Kiste total voll (oder man merkt halt nix, weil man`s noch nicht weiß oder kann oder keine Erfahrung hat).
    Und dann kommt was kommen muss:
    Supergau, Zusammenbruch, Abfliegen, Kahlfliegen, Bienen, die frühzeitig sterben, kranke Bienen, Krabbler, Stummelflügel, keine ausreichende Anzahl Winterbienen und auf einmal ist entweder im Spätsommer/Herbst alles vorbei oder sie mickern so in den Winter hinein, evtl. mickern sie durch den Winter und krebsen an der Existenzgrenze herum.


    Soviel zum Hintergrund.


    Leute, und insbesondere liebe Anfänger,
    das Bienenjahr geht in Riesenmeilenschritten ab der Sommersonnenwende in eine andere gedankliche Richtung als die unsere. Auch wenn es draußen sprießt und grünt, und man vermeintlich ja noch tolle Tracht hat und Flug ohne Ende.
    Ab Mitte Juli Aufhören! Abernten. B e h a n d e l n
    Rechtzeitig!!!


    Spezis, Erfahrene, Spättrachtimker, Waldhonigernter etc. verfahren anders aber bereits seit Jahresstart ggf., weil sie darum wissen oder lösen auch Völker auf etc., das ist jetzt kein Argument.


    Gerade Anfänger meinen immer wieder, da sei nichts, sie müssten erst gucken, zählen, interpretieren, darauf reagieren, oder bekommen dann doch zu spät kalte Füße und wollen schließlich was tun. Oder erstmal noch ein wenig warten, weil es gibt ja keine oder kaum Milben usw. Und dann kippt das Ganze und auf einmal sind Milben überall und die Panik.
    Bitte, bitte, tut das nicht. Behandelt einfach Eure Völker, so wie ihr es im Kurs gelernt habt oder so wie es offizoell angeraten wird. Haltet Euch an Euer ausgesuchtes Schema oder an das Eures Imkerpaten. Nicht links und rechts gucken und herumschwanken und "ja aber" und "erstmal gucken" und "vielleicht besser doch soundso". Angucken, ausdrucken, auswendig lernen, durchziehen.
    Das Therapie-Regime wechseln könnt ihr in der nächsten Saison. Wer im August grübelt, was er denn jetzt mal nehmen soll und in welcher Dosierung, der hat`s schon verbummelt!
    Die Kür kommt später - Behandlung ist erstmal Anfängerpflicht.


    Gestern hatten wir das Thema Thymol Ende August schon. Ich zitiere mich hier mal nochmal selbst:


    Zitat

    Zum Thymol:
    Nein
    Thymol ist viel zu spät. Thymol schon ab Mitte Juli starten, Dauer 6-8 Wochen einplanen, länger kühl und feucht stellt die Wirksamkeit in Frage, Fütterung der Thymolbehandlung anpassen usw
    s. dazu hier z.B.


    und hier nochmal der Link zum Thema: https://bienenkunde.uni-hohenh…rroa/Thymolpraeparate.pdf


    Und bitte nicht in den falschen Hals kriegen,
    diese erneute Frage und Thema war nur der Startschuss für dieses Posting. Ich möchte weder jemanden "fertig machen" noch persönliche Standpauke abladen. Mir tun nur die Bienen leid.
    Bitte einfach mal glauben, dass es so besser ist und die Hausaufgaben machen.
    Varroa kann man nicht durch Grübeln, Interpretieren und Herumdiskutieren behandeln... man muss schon was machen oder breits gemaht haben.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich habe mich seit A. Juli fast nicht mehr um meine Bienen kümmern können ( wollen).
    In der 2. Juliwoche die leeren Honigzargen abgeräumt, einen Eimer Apiinfert drauf und A. der 3. Juliwoche die ersten Streifen Thymovar eingelegt, mittlerweile die 2. Streifen.
    Normalerweise habe ich immer AS mittels Nassenheider über 12 Tage gemacht, dieses Jahr ging es nicht anders.
    Ich wollte damit die These von beetic betätigen, diese Mittel brauchen eine lange Vorlaufzeit und deshalb Behandlungsbeginn M- E Juli, da sonst zur Winterbienenerbrütungszeit keine gesunden Bienen schlüpfen können.
    Ich denke, dass alle Völker ziemlich varroafrei sind, zumindestens fliegen alle gut, wenn ich gelegentlich zu den Bienen gehe.


  • Die Bienen brauchen zur guten Überwinterung gesunde, viele Winterbienen.
    Die Produktion dieser Winterbienen fängt im Juli bereits an. Echt, ja, zwar auch noch im August und September aber wenn bereits im Juli, dann doch nicht aus Nonsens, die Jahrmillionen Bienenexistenz in dieser Form wird da Vorteile erbracht haben, sonst täten sie es anders.


    Ganz interessant in diesem Zusammenhang: Lt. Ruttner in "Beute und Biene" bestimmt vor allem das Brutgeschäft und damit die Proteinzehrung der Ammenbienen ob diese langlebige "Winterbienen" werden oder kurzlebige "Sommerbienen". Demnach gibt es also keinen definierten "Ab jetzt gibt es nur noch Winterbienen"-Zeitpunkt, sondern die Größe des Brutnestes bestimmt sozusagen die Langlebigkeit. Demnach kann schon eine Brutunterbrechung im Sommer z.B. durch Käfigen "Winterbienen" hervorbringen...macht ja auch biologisch Sinn weil es ja zum Erhalt des Volkes sinnvoll ist, das Leben nun zu verlängern. Bin immer wieder fasziniert wie plastisch "der Bien" ist...einfach genial.
    Spricht natürlich nicht gegen rechtzeitige Behandlung denn nur gesunde Bienen können auch "plastisch" auf die Umwelt reagieren.


    Faszinierend, Mr. Spock!


    Melanie

  • Ja liebe Profis, Experten und weitere Vielposter, bevor man draufhaut geht es aber auch manchmal darum erstmal richtig zu lesen.


    Im zitierten Post ging es bei der Varroa weder um "grübeln, herumdiskutieren und interpretieren " sondern schlicht um die Frage was am besten zu tun ist wenn die Juli Behandlung doch nicht so angeschlagen hat wie man es gerne hätte, auch wenn es die ganz klassische Herangehensweise war.


    Meine Bienen müssen niemandem leid tun, die kamen alle gut aus dem Winter, es gab reichlich Honig und zwei davon sind nach Puderzucker komplett milbenfrei, bei einem muss ich offensichtlich nachbehandeln.


    Mir haben hier sehr viele Menschen im Forum weitergeholfen weil sie mir eben auf solche Fragen sehr lieb und hilfsbereit geantwortet haben - auch mein Imkerpate.


    Gequälte Bienen hat mir bisher keiner unterstellt.... Und sowas mag ich mir auch nicht sagen lassen. Mache ich auch nicht bei anderen...

  • :lol: Wenn Du Dich angsprochen fühlst! Warum? Es geht hier nirgends um Dich, hier nicht.


    geht es aber auch manchmal darum erstmal richtig zu lesen


    Genau: Dieser Thread ist vom 27.08.2005 ursprünglich, kann man oben sehen. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Dann wurde eine neue Frage angefügt und der Thread dazu wieder aufgefrischt.
    In #4 nämlich von Hermann75, darauf wurde im Folgenden geantwortet. Und die Frage war:

    Hallo zusammen, ich würde gern am Wochenende meine zwei Ableger behandeln. Finde jetzt aber bei der Menge unterschiedliche Angaben. Hätte jetzt in jedes Volk erst mal einen halben Streifen in jede Ecke. Also ein ganzes Packet in die zwei Völker. Das ganze dann eine Woche später noch mal. Komme ich damit hin? Vielen dank schon mal.


    Im zitierten Post ging es bei der Varroa weder um "grübeln, herumdiskutieren und interpretieren " sondern schlicht um die Frage was am besten zu tun ist wenn die Juli Behandlung doch nicht so angeschlagen hat wie man es gerne hätte, auch wenn es die ganz klassische Herangehensweise war.


    Es wurde die Antwort zum Thema Thymolanwendung zitiert, steht in #8 im hervorgehobenen Zitat-Kasten, der Link diente als Hinweis, woraus diese Antwort stammt, und es ging dort eben auch um die Thymolfrage jetzt, genau wie hier. Es ist immer noch zu spät dazu.


    Hier wurde nirgends was unterstellt, und schon gar nicht Dir persönlich, da steht etwas von Mitleid mit Bienen, nirgends steht, dass es Deine sein sollen. Ich weiß nicht, wo Du diese Bezüge auf Dich konkret hernimmst.
    Ich hatte extra versucht, zu erläutern, wie es zu diesem allgemeineren Ausholen und Ausführungen zum Thema Varroabehandlung und Terminen und Zusammenhängen kommt, und dass es nicht in den falschen Hals zu kriegen sei.


    Wer jedoch unbedingt möchte...


    Ein Hoch auf die Igno-Funktion!:daumen:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Also, Winfried, ich fasse noch mal kurz und sachlich zusammen:
    Die Behandlung mit ALV ist, wann auch immer die Winterbienen erbrütet werden, ein bischen zeitaufwändig und tricky. Nach dem Abschleudern resp. vor der Behandlung sollte zu 2/3 aufgefüttert sein, weil die Bienen das Futter während der Behandlung nicht so gut aufnehmen könnten. (Habe ich schon so oder so erlebt). Die Behandlung erstreckt sich über mehrere Wochen, wobei das Wetter einem dabei oft einen Strich durch die Rechnung machen kann. Hier sind schon seit Tagen Temperaturen von bis zu 35°C- da muß das Zeug raus, falls Du keine Brutschäden riskieren willst. Zur richtigen Zeit und unter den richtigen Bedingungen angewandt, kann ALV auch ohne Winterbehandlung funktionieren.
    Ich würde mir niemals anmaßen, jemandem vorzuschreiben, wie er Erfahrungen sammelt. Das macht jeder anders und es gibt bei der Behandlung von Schädlingen nie eine 100%tige Erfolgsgarantie. Aber jeder Imker möchte im nächsten Frühjahr volle Kisten haben :daumen:!
    Dewegen würde an ich an Deiner Stelle für 2016 die Idee einer Behandlung mit ALV ad acta legen und nach einer Befallskontrolle entscheiden, was Du alternativ unternimmst. Zum Thema Ameisen/Oxalsäure kann ich nichts zum Varroatratsch beitragen, da noch nie benutzt.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Das mit dem "schlecht" Futteraufnehmen stimmt nur bedingt. Ich habe im vergangenen
    Jahr mit ALF 10 Völker an einem Stand in einer Reihe behandelt. Davon hatte eins langsamer
    Futter aufgenommen als die anderen neun. Muss man ausprobieren ;)