warum kaltbau?

  • im hollaendischen imkerforum fragt man sich schon einige zeit warum die standardbeuten alle in kaltbau sind. nach der versuch "das war bei den korben auch schon so" glaube ich jetzt, die hollaender wissen es nicht!! denn auf die frage, warum das bei den korben auch schon so war, hatte niemand eine antwort...


    warum haben die korbimker sich damals fuer kaltbau entschieden?


    hat jemand eine ahnung?


    vielen dank,


    Elmar Mook

  • ..die Wege vom Flugloch aus kürzer sind?


    Im Kaltbau kommt man relativ schnell auf jede Wabe, im Warmbau hat man viel weitere Strecken....


    Außerdem haben sich die Bienen nicht unbedingt an die Vorgaben gehalten, in der LWK Münster steht ein nettes Beispiel zum Besichtigen, wo alle Waben Knicke in Richtung Warmbau haben... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    immer wieder eine schöne Frage um einen eingeschlafenen Imkerversammlung zum Leben zu erwecken! Ich finde Kaltbau besser, weil der Zehrweg für die Bienen länger ist, sie selber die Durchlüftung besser steuern können, die sog. Pufferzone länger ist. Vorausgesetzt man hat ein "langes" Wabenmass wie Zander, Langstroth oder Dadant. DNM ist zu kurz um die Kaltbauvorteile ausnutzen zu können. "Kaltbau" ist eigentlich verwirrend, Längsbau trifft es wohl besser, da es im Kaltbau mit nichten kälter ist :D


    Im Korb, sprich Wildbau wirst du ALLES finden mit ganz leichter Tendenz zum Längsbau.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo zusammen,
    da meines Wissens in den Niederlanden ähnliche Körbe wie in der Lüneburger Heide oder auch im benachbarten Westfalen
    (obwohl ich nicht weiss, warum diese zwei Fluglöcher haben),
    verwendet werden, hat das den gleichen Grund, weshalb diese
    Längs-oder Kaltbau haben:
    Das bei den Lüneburgern Imkern sogenannte Stülpen (Namensgebend),
    also das Umdrehen der Körbe, klappt halt nur bei Längsbau.
    Bei Warm-/Querbau brechen die Waben dabei.
    Der Grund dafür ist rein Arbeitstechnisch.
    Vielleicht hilft dies den niederländischen Imkerfreunden ja weiter.
    Viele Grüße nach dort
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • danke fuer die antworte!


    aber...


    das mit das umdrehen der korben habe ich im hollaendischen forum auch schon versucht. aber da hat man mir entgegengeworfen dass man einfach der korb ein viertel dreht und es dann, ohne bruch, unkehren kann.
    da ich noch nie mit korbe gearbeitet habe, weiss' ich es nicht, aber es kommt mir logisch vor...


    das mit den Pufferzzone verstehe ich nur teilweise, was lese ich am besten damit ich mehr drueber lerne?
    jedenfalls erklaert das noch nicht weshalb die korbe und die normalmagazine (die hollaendischen sind wie die deutschen) kaltbau haben. wenn es, wegen zu kurze waben, keine vorteile hat, warum hat mann sich damals dann dafuer entscheidet?


    es waere doch erstaunlich wenn wirklich niemand weiss warum!

  • Hallo Elmar,
    die Körbe um ein Viertel drehen mag bei einigen Dutzend Völkern ja noch angehen, von der Arbeitszeit her gesehen.
    Die Korbimkereien in der Lüneburger Heide hatten aber einige hundert Völker. Da läppert sich dieser Zeitanteil ordentlich zusammen.
    Leider weiss ich nicht, ob bei Euch die Körbe mit "Speilen" verstärkt wurden.
    Speile sind dünne Holzspieße, die seitlich durch den Korb geschlagen wurden, um den Wabenbau zu stabilisieren("speilen").
    Dieses ist notwendig, damit beim "Abtrommeln", durch beklopfen der
    Korbwände wurden die Bienen beim Abernten aus dem Korb getrieben,
    dadurch erhielt man nackte Völker oder Trommelschwärme , der honigvolle Wabenbau nicht brach.
    Bei Längsbau erwischt man beim speilen alle Waben, bei Querbau eventuell nur eine Wabengasse.
    Auch hier ist der Grund ein arbeitstechnischer.
    Pufferzone ist eine Ausgleichsfläche, die etwa 35 mm beträgt.
    Nachlesen kann man das bei Bretschko, "Naturgemäße Bienenzucht"
    und "Der Magazinimker".
    Wie groß sind denn bei Euch die Normalwaben?
    Längsbau hat bestimmt den gleichen Grund wie bei vielen anderen Wabenmaßen in Magazinen:
    Die Vorder- /Rückseiten sind dann kleiner als die Seiten .
    Dadurch passen dann mehr Völker in die Reihe.
    Also wieder ein arbeitstechnischer Grund.
    Viele Grüße in die Niederlande
    Lothar

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  • Die Standardbeuten sind hauptsächlich aus einem einfachen Grund im Kaltbau:
    Kippkontrolle !
    Die Waben sollen bei der Kippkontrolle (von der Rückseite der Beute) nicht die Bienen quetschen! Wenn Du aber z.B. im DNM - Magazin oder auch HBB arbeitest ist oft der Warmbau (Querbau) die bessere Wahl, vor allem wenn man Sortenhonig ernten möchte, indem man bei allen Völkern jeweils ganz hinten/oben in relativ kurzen Abständen die reifen Honigwaben entnimmt und die restlichen Waben nachrückt + vorne neue Mittelwände einhängt.

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