Einfüttern und Varroa

  • Habe heute meine Völker mit Apiinvet eingefüttert - natürlich auch durchgeschaut und Varroa laufen sehen - soll ich nun noch warten oder behandeln - und wenn behandeln dann wie?????


    REDDI

    "Wenn ich einem Hund in die Augen schaue, schäme ich mich ein Mensch zu sein!"

  • Hallo Red,


    wenn du Milben auf den Bienen sieht ist das ein schlechtes Zeichen, das du jetzt erst mit füttern anfängst ist sehr spät, das deine Völker gut überwintern bezweifele ich.
    Um gesunde Völker auf zu bauen muss man früher damit anfangen und nicht erst Mitte, ende August, das ist einfach zu spät.
    Meine Betriebsweise läuft nach einem eignen System, wenn keine Tracht ist wird ab 20 Juli abgeschleudert und jedes Volk wird einmal mit AS behandelt, damit bricht man den Gipfel der Milbenmenge die den Völker gefährlich werden kann.
    Macht man das nicht, werden die Winterbienen zu stark geschädigt.
    Nach der Behandlung bekommt jedes Volk 7,5 Kg Apifonda, also einen halben Block, damit kurppelt man die Bruttätigkeit sehr stark an und engt das Volk nicht ein.
    Nach kurzer Zeit gehen die Völker verstärkt in Brut und bilden bis zu 5-6 Brutwaben auf einer Zarge mit 11 DN Waben, ich wintere nur auf einer Zarge ein.
    Mit dieser Menge bekommt man super Völker die sehr stark überwintern.
    Eine Anmerkung, sollten Völker mit Milben auf den Bienen auffallen werden diese zwischendurch mit Milchsäure behandelt um aufsitzenden Milben zu killen.
    Wenn man mit Milchsäure 15 % besprüht und offene Brut vorhanden ist, sollte man die Wabe nur senkrecht besprühen, nicht waagerecht in die Wabe das kann zu Brutschäden führen.
    Um diese Zeit mache ich weitere Behandlungen mit AS von oben mit einer Menge bei 11 DN Waben 18 ml AS 60 %, das sind 1,5 ml pro besetzte Wabe, mehr führt zu Säureschäden.
    Wenn man von unten behandelt kann man 2 ml pro besetzte Wabe geben, das sind bei 11 DN Waben 22 ml.
    Wichtig ist auch das man nicht zu oft behandelt in kürzer Zeit, sonst geht die Königin aus der Brut, Langzeitbehandlungen mit AS sind schädlich für die Bienen und die Königin stellt nach kurzer Zeit das Brutgeschäft ein.
    Die Volker hatten jetzt gut 3 Woche eine Behandlungspause um eine möglichst hohe Brutwabenzahl zu erreichen, Völker mit Auffälligkeiten werden wie oben mit Milchsäure behandelt, man kann auch fertige Lösung nehmen z.B., Bienenwohl, dieses darf aber nur einmal angewendet werden.
    Wenn man es so macht wie beschrieben, wird man mit gesunden und kräftigen Völkern reich belohnt, und hat keine Krüppel oder schwache Völker die Varroageschädigt sind.
    So sehen gesunde Völker aus, die eine Zarge belegen, alle meine Völker ob jung oder alt sehen so aus.
    Das untere Bild zeigt ein Volk, was nur einmal im Jahr geschröpft wurde, dieses Volk hat eine erhöhte Milbenmenge, auf der Schublade sind min 200+ Milben, von dem Volk hab ich schon ca 400-450 Milben rausgeholt.
    Man sieht das eine Schröpfung der Völker unerlässlich ist, und ganz wichtig regelmäßig Drohnenbrut schneiden.
    Wenn man seine Völkerzahl nicht erweitern will aber auf diese Weise seine Völker führen will gibt es nur die Rotationsbetriebsweise.
    Um erfolgreich zu imkern und freunde daran zu haben muss man auch dafür was tun und nicht alles dem Schicksal zu überlassen.

  • Hallo Reddi,


    wenn deine Völker noch einigermasen stark sind, und die untere Kiste noch gut füllen, dann mach deine Völker Brutfrei, behandle sie mit was auch immer und füttere sie erst mal mit sehr dünnem Zuckerwasser oder verdünne meinetwegen auch das Apiinvert!


    damit die Bienen noch mal so richtig in Brut gehen!


    sonst seh ich da auch schwarz für deine Bienen!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Moin Simon,


    ich schätze nur grob, alles zu zählen ist viel Arbeit, so kann man sehen das eine Schröpfung unerlässlich ist, ich mache das meist über Bienenentnahme für Begattungskästchen, dieses Volk mit den vielen Milben war im Frühjahr etwas schwach dadurch konnte ich es nicht schröpfen.
    Dazu kommt noch das ich bei einigen Völkern die gute Eigenschaften haben auch Drohnen schlüpfen lasse da kommt auch eine Menge Milben zusammen, für eine gute Auslese ist das wichtig, die erste Drohnenwabe wird im Frühjahr nicht ausgeschnitten, wegen der Volksharmonie die sonst gestört wird.
    Hat ein Volk erst mal genug Drohnen kann man die Waben ausschneiden.
    Völker die einen hohen Befall haben sollte man mit Milchsäure behandeln um aufsitzende Milben zu killen, wirkt sehr gut und ist sehr Bienenverträglich, ich habe noch nie eine Königin dadurch verloren.
    Um noch mal auf die Behandlung mit AS zurück zu kommen, ich habe mehre Dosierungen getestet, und bin bei 18 ml = 1,5 ml pro Wabe von oben bei 11 DN Waben stehen geblieben, diese Dosierung ist sehr Bienenverträglich und es entstehen keine Säureschaden wie bei 20 ml pro Zarge.

  • Moin Michael2,


    bei Schwammtuchverdunstung gibt es so viele Unwägbarkeiten, da ist es mit den 4ml Unterschied auch egal. Zumindest für zweizargige oder dreizargige Behandlung. Bei AS-Schwammtuch auf nur einer Zarge kannst Du schon Recht haben mit weniger Säure, weil das generell heikler ist, wenn der Raum so gering ist. Ich behandle daher nur auf zwei und mehr Zargen. Notfalls erweitere ich direkt vor der Behandlung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • 1. Ist es hier bei mir in der Ecke normal, dass jetzt erst eingefüttert wird! Es gab absolut gute Tracht auch die letzten Wochen noch! Ich bin sogar einer der "frühen" der jetzt schon einfüttert - und es hat bislang immer geklappt! Ich habe alle Völker bislang durch bekommen.


    2. Es war ja auch nur eine nachfrage meinerseits - als Tipps von ""Erfahrenen" Imkern gedacht. Aber da hast du ja auch nur deine "Milchsäure" als Denkanstoss gebracht - sonst scheint es ja nichts zu geben.


    3. "Um erfolgreich zu imkern und freunde daran zu haben muss man auch dafür was tun und nicht alles dem Schicksal zu überlassen." ----- das ist dein Zitat: Sorry aber das macht mich stinksauer - das hört sich so an, dass ich alles dem Schicksal überlasse und mich um nichts kümmere - ich glaube kaum das du das beurteilen kannst - aber es macht mich nur noch sauer. Ich hege und pflege meine Bienen das ganze Jahr und scheue weder kosten noch mühen irgendetwas zu machen!!! Nur mal so als Randinfo zu deinem Zitat.


    Ichhabe mich hier immer wohl im Forum gefühlt - aber so hinstellen als wen, der nichts macht und nur auf ordentlich Honigertrag hofft lasse ich mich nicht - dann verlasse ich lieber das Forum


    REDDI

    "Wenn ich einem Hund in die Augen schaue, schäme ich mich ein Mensch zu sein!"

  • Hallo Red


    Laß Dich nicht ärgern!Ich habe schon 37 Jahre Bienen und habe in den letzten Jahren immer später mit der Einfütterung begonnen da der Klimawandel wahrscheinlich auch bei uns eine Rolle spielt.Ich kenne einige Imker die jetzt erst mit der Wintereinfütterung beginnen. Meine Bienen bekommen seit 2 Tagen das Flüssigfutter APIINVERT welches ich seit 3 Jahren benutze.Während der Fütterung hängt der Nassenheider Verdunster mit 85% Ameisensäure mit im Volk und den Völkern macht es nichts aus.Meine Völker haben den letzten Winter zu 99% überlebt und ich habe in diesem Jahr eine sehr gute Ernte gehabt.


    Viele Grüße aus Thüringen


    Rüdiger

  • Moin Reddi,


    Du schreibst, daß Du Varroa hast laufen sehn. Ich denke in jedem Volk kann man das heutzutage. Man muß nur genau hinschauen und gute Augen haben. Für befallsabhängige Behandlung oder gar Nothandlung zählt aber nicht der subjektive Befund sondern nur der natürliche Milbenfall bzw. eine Spülprobe nach der Waschmethode.


    Wenn jetzt behandelt wird ist nichts verloren. Und da Du ja fütterst wirst Du auch noch Brut erzeugen. Ist die gesund, weil milbenfrei dann muß es nicht Unmengen davon haben. Manche Völker bauen bis auf zwei, drei Brutwaben Anfang August ab und gehen nochmal gut in Brut wenn gefüttert wird und draußen die Pollenspender zu blühen beginnen. Dann kriegst Du genau was Du willst. Viele späte Winterbienen, die nach der Geburt gleich "eingefroren" werden und nichts mehr zu tun haben, bis zum Frühjahr. Und durch den brutmäßigen Durchhänger behalten die Völker auch ihre Vorräte.


    Laß' Dich nciht nervös machen. Mancher Berufsimker gibt am 22.09. zum ersten Male Futter in die Völker und Bayvarolstreifen und auch der kriegt noch genug Winterbienen in seine Kisten, um die Völker durch den Winter zu kriegen. (Allerdings sind die Völker natürlich Varroaschleudern bis dahin)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • RedDiamondBonny schrieb:


    3. "Um erfolgreich zu imkern und freunde daran zu haben muss man auch dafür was tun und nicht alles dem Schicksal zu überlassen." ----- das ist dein Zitat: Sorry aber das macht mich stinksauer - das hört sich so an, dass ich alles dem Schicksal überlasse und mich um nichts kümmere - ich glaube kaum das du das beurteilen kannst - aber es macht mich nur noch sauer. Ich hege und pflege meine Bienen das ganze Jahr und scheue weder kosten noch mühen irgendetwas zu machen!!! Nur mal so als Randinfo zu deinem Zitat.


    Ichhabe mich hier immer wohl im Forum gefühlt - aber so hinstellen als wen, der nichts macht und nur auf ordentlich Honigertrag hofft lasse ich mich nicht - dann verlasse ich lieber das Forum
    REDDI


    Hallo
    ich versteh dich nicht ganz, du hast eine Frage gestellt und fachliche einwandfreie Antworten bekommen. Jemand macht sich sogar die Mühe und schreibt eine A4 Seite voll, um dir zu helfen. Bei soviel Hilfsbereitschaft sollte man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und auch mal fünfe grade sein lassen. Ihr kennt euch ja eh nicht, oder?
    In diesen Sinne..


    max

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.

  • Hallo,


    bei der diesjährigen Milbenbehandlung (Bayvarol bzw. AS mit Schwammtuch 60% von Unten 2ml/Wabe) habe ich wieder Milben gezählt. Die Behandlung wurde am 30.07 durchgeführt.
    Gezählt wurde bis 16.8.(Start Einfütterung), Entfernung Bayvarol 2.9.
    Volk 1 (B.) -448; Volk2(B.)- 197 Volk 5(AS)-236 6(AS)-874



    Tschüß,
    Christian

  • Moin Christian,


    was ist es, daß Du uns sagen willst, mit den Zahlen? Ist Dein Volk 6 jetzt milbenfrei? Und Dein Volk 2 hat noch welche?


    Liebe Imker, bitte seht doch endlich ein, daß es unsinnig ist, innerhalb einer Behandlung Milben zu zählen. Man kann daraus wirklich nichts ableiten.


    Die Erkenntnis, wieviel Milben im Volke sind, gewinnt man durch den nat. Milbenfall vor einer Behandlung und die Erkenntnis, ob die Behandlung funktioniert hat und wie viele Milben noch immer im Volk sind, gewinnt man aus dem nat. Milbenfall nach Behandlungsabschluß. Die Milben die während der Behandlung fallen, zeigen nur, daß überhaupt welche da sind, aber es nützt schon nichts, wenn man nicht weiß wieviele Milben vorher fielen. Denn aus einem milbenfreien Volk fallen eben auch bei der wirksamsten Methode keine und aus einem total vermilbten auch ohne. Da kann man stundenlang und ganz akribisch während der Behandlung zählen, am Ende weiß man nur wieviele Milben jetzt nicht mehr im Volke sind. (Yeah - die haben wir also erfolgreich umgebracht und abgemurkst, die Mistviecher! :lol: ) Doch wen interessiert das. Da man nicht weiß wieviele noch im Volke sind, kann man nicht mal sagen wieviel vor der Behandlung da waren. Auch wirken die Methoden von Volk zu Volk dermaßen unterschiedlich, daß selbst ein Volksvergleich Unsinn bleibt.


    Gebt also lieber mal den nat. Tagesfall vor der Behandlung an, wenn ihr sagen wollt, ob es wenig oder viel Milben gibt, dieses Jahr.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo @ all,


    ich sammle ab sofort Spenden, um Henrys Beitrag jeden Monat auf den Titelblättern sämtlicher Imkerzeitungen mindestens 1 Jahr lang abzudrucken!
    Er schreibt:

    Zitat


    Die Erkenntnis, wieviel Milben im Volke sind, gewinnt man durch den nat. Milbenfall vor einer Behandlung und die Erkenntnis, ob die Behandlung funktioniert hat und wie viele Milben noch immer im Volk sind, gewinnt man aus dem nat. Milbenfall nach Behandlungsabschluß. Die Milben die während der Behandlung fallen, zeigen nur, daß überhaupt welche da sind, aber es nützt schon nichts, wenn man nicht weiß wieviele Milben vorher fielen. Denn aus einem milbenfreien Volk fallen eben auch bei der wirksamsten Methode keine und aus einem total vermilbten auch ohne. Da kann man stundenlang und ganz akribisch während der Behandlung zählen, am Ende weiß man nur wieviele Milben jetzt nicht mehr im Volke sind


    Oder wenigstens so lange, bis es jeder kapiert hat. :wink: 
    Aber so viel Geld kriegen wir nicht zusammen!

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Milbentotschläger :wink: ,
    ich finde es ok wenn man Milben abschätzt oder zählt. Man muss eben etwas mit den Daten anfangen! Wie Henry schon bemerkt hat, bringt es nur etwas, wenn die Daten in ein Verhältnis gebracht werden. Der absolute Milbenfall einer Behandlung bringt als Bewertung wenig, vielleicht leuchten die Warnlampen auf, wenn man 10000 auf dem Brett liegen sieht. Das Behandlungsergbnis abzuschätzen und zu deuten halte ich für wichtig. Fallen sofort viele Milben, dann hat 1. das Volk auch viele Milben :wink: oder 2. Der Wirkungsgrad ist hoch, dies ist meist der Fall wenn 1. zutrifft. So gesehen an meiner Milbenschleuder: Nach einem Tag AS sind schon über 3000 unten gelegen. Vermutlich steigt der Wirkungsgrad der AS, wenn viele Milben im Volk sind. Oder umgedreht, den Milben (und den Bienen!) geht es bei einem Massenbefall besonders schlecht und sind deshalb auch AS-anfälliger.
    Fallen wenig Milben, dann kann man viel spekulieren. Deshalb sollte man den nat. Milbenfall immer im Auge behalten. Spannend finde ich die absoluten Zahlen, wenn man eine Abschlussbehandlung gemacht hat und sich über den Wirkungsgrad der einzelnen Behandlungen Gedanken macht. Ist das für die Imkerei oder den Imker zu viel, zu aufwändig oder zu komplex? Man muss die Erhebung auch nicht für den ganzen Bestand durchführen, es reichen ein paar zufällig ausgewählte Völker um einen Einblick zu bekommen.
    Gruß
    Simon