Bienen im Baum

  • So, nun habe ich ein Problem und hoffe von euch auf gute Tipps! :D


    Am Wochenende wurde ich angerufen von einer Person sie hätte im Garten einen Baum, wo ein Bienenvolk drin lebt.
    Dieser Person macht dies nichts aus, da es weit weg vom Haus ist. Der Nachbar allerdings, welcher nur 1 Meter von dem besagten Baum seinen Garten hat, wurde angeblich schon 4 mal von diesen Bienen gestochen und dauernd angegriffen. Er verlangt, dass der Kammerjäger geholt wird und die Bienen vernichtet werden. Der „Eigentümer“ will keinen Streit, das Volk aber auch nicht einfach so umbringen.


    Ich habe mir das ganze angesehen, es gibt keine Chance einer Umsiedlung, da ein kleines Flugloch auf 50 cm vom Boden ist, ein anderes (Hauptflugloch) so auf 1,5 m. :o
    Der Baum hat nen Durchmesser von 50 cm, ne Höhe von 15-20 m und ist Eigentlich gesund.
    Wenn man nun die Rinde entfernen würde und hätte die Möglichkeit an die Waben ranzukommen, denke ich das es ne unheimliche Sauerei ist, viel Arbeit und vielleicht doch nicht möglich.


    Was denkt ihr was man tun könnte um das Volk zu retten, ausräuchern oder ausschwefeln kommt für mich nicht in Frage. :cry:


    Danke schon mal für eure Tipps!


    Mit freundlichen Grüßen
    Bienenhansi

  • Moin Moin aus Hamburg,
    Du schreibst :
    Der Baum hat nen Durchmesser von 50 cm, ne Höhe von 15-20 m und ist eigentlich gesund. :o
    Wenn man nun die Rinde entfernen würde und hätte die Möglichkeit an die Waben ranzukommen. :o
    Das Volk sitzt unter der Rinde ? :o Wie soll das den gehen ? :-? 
    Wenn es ein vernünftiges Volk ist , kann der Baum auch nicht gesund sein.
    Die brauchen Platz ! und den finden sie bestimmt nicht unter der Rinde.
    Das hilft Dir momentan zwar nicht wesentlich weiter aber vielleicht eröffnen sich weitere Möglichkeiten, wenn der Baum doch nicht so gesund ist ? :wink: 
    Falls das Volk aber wirklich so sitzt wie Du beschreibst , wird sich das Problem über Winter von alleine erledigen.


    Wird aber in jedem Fall ein interessanter Einsatz, die Honigwaben und das Brutnest vor der Einwinterung mit den Händen aus dem Baum zu pulen :D


    Viele Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Also ich würde es auf die harte Tour machen. Industriestaubsauger reinhängen und ON. Mit Brutwaben aus anderen Völker, falls es selbst stark genug ist, könnte noch ein Kunstschwarm werden, anderseits die Bienen anderen Völker zukehren.

  • Hallo Daniel,


    mit dem eigentlich Gesund meinte ich, das er nicht schon vertrocknet ist, und es nicht aussieht, das dies in den nächsten Jahren der Fall sein wird.
    Es muß ne Höhle im Stamm sein, mindestens 1 Meter in vertikaler Richtung. Meine Vermutung ist, das es auf einer Seite unter der Oberfläche ist, nicht genau in der Mitte, und man durch entfernen der Rinde rankommen könnte (ist aber Spekulation) am unteren Flugloch siet man auch ne Menge wie Sägespäne. Ich finde es echt faszinierend und wäre darüber in meinem Garten hoch erfreut. :lol:


    Franz Xaver meinst du nicht das würde zu nem schlechten ruf führen, wenn ein Imker mit Industriesauger ankommt? :oops: 
    Sind immerhin Tiere, von vielen von uns sogar Lieblingstiere, und wie aus Beiträgen zu entnehmen retten einige einzelne Bienen aus der Regentonne. :wink:


    Gruß Bienenhansi

  • haste das mit dem Industiestaubsauger schon mal gemacht?


    ich hab das mal in Zusammenhang mit was anderem gemacht!


    Die Bienen gehen zum größten Teil kaputt! sind im Grunde zu nix mehr zu gebrauchen!


    bienenhansi


    ich gehe davon aus, daß es ein ganz normaler Schwarm war, der da in den Baum eingezogen ist. Demnach ist da auch ein entsprechend großer Hohlraum vorhanden! und das wiederum läst den Schluß zu, daß der Baum doch nicht mehr ganz so Gesund ist! Gut Linden und Eichen haben oft solche Hohlräume und leben noch lange!


    Dennoch, der Baum verfault von innen, sonst würde kein Hohlraum darin entstehen können!


    Die Lösung ist also demnach den Baum zu fällen! denn selbst wenn das Volk jetzt irgendwie weg gemacht werden kann, also Kammerjäger, ist es keine Garantie, daß nicht irgend wann wieder ein Schwarm dort einzieht! und das gleiche von neuem los geht!


    Vielleicht reicht es aber auch, wenn der Nachbar nur seine Shampo-, Deo-, oder Afterschafe-Marke wechselt! :wink:


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Moin Holzfäller,


    Baum umnieten, geht schon deshalb nicht, weils bestimmt nicht erlaubt ist. Und habt Ihr schonmal erlebt wie der Wabenbau eines gefallenen Baumes aussieht? Das ist nur noch Brei. Außerdem bauen die Bienen in hohlen Bäumen unter Umständen sehr sehr lange Waben. Wo willst Du da oberhalb absägen? In Kopfhöhe? In 2,5m? Noch höher? Was, wenn Du den Hohlraum samt Waben ansägst? Wo fliegen dann die Späne hin und wird der Wabenbau irgendwie halten? Wird man den aus den Baumscheiben bergen können? Und was macht man mit einer 50cm langen aber nur 10cm breiten Wabe, wenn man sie denn irgendwie rausgezogen bekommt? Außerdem greift man oben immer voll in Honig. Das gibt nur Matsch! Da kriegt man nichts raus. Und unten greift man in hauchzarten Wabenbau, der nichts abstützen kann.


    Das mit dem Sauger funktioniert! Aber nur mit einem Sack mit Reißverschluß oder mit einem Zyklonsauger. Es gehen viele Bienen dabei drauf, wenn das Ding nur volle Last saugen kann. Regelbar auf kleinster Stufe nützt. Da gibt das nur wenige tote und Schwerverletzte. Und dann soll der sager ja auch nur ganz kurz laufen. Auch Zyklontonnen, sogenannte Grobschmutztonnen, zum vor die Sauger schalten, gehen gut. Anschließend ist ein Abschwefeln des Baumes allerdings immer noch nötig, wegen der Brut. Sonst gelingt es den gerade schlüpfenden Bienen sich aus den Eiern tatsächlich eine Königin zu ziehen, auch wenn ein Großteil der offenen Brut verhungert. Da muß man dann irgendwann wieder hin und eine üble Quälerei ist es außerdem.


    So hart das klingt: Nach Bienenflug unteres Flugloch so erweitern, daß die Schnauze vom Smoker rein paßt, oberes mit Wattebausch oder Gaze bienen- aber nicht luftdicht verschließen. Dann unten Schwefel abbrennen und einblasen und wenn oben die Dämpfe austreten ganz verschließen ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:

    Moin Holzfäller,


    So hart das klingt: Nach Bienenflug unteres Flugloch so erweitern, daß die Schnauze vom Smoker rein paßt, oberes mit Wattebausch oder Gaze bienen- aber nicht luftdicht verschließen. Dann unten Schwefel abbrennen und einblasen und wenn oben die Dämpfe austreten ganz verschließen ...


    JA HENRY ! SO MÜßTE MAN SIE ALLE KRIEGEN !!!! :roll::wink: 
    Lieber Bienenhansi , Du kannst dem Eigentümer dann wenigstens sagen , das sie nicht einfach umgebracht wurden. Das war schon etwas aufwendiger :wink:
    Frage : Kennt Henry den Nachbarn ? :wink:


    Viele Grüße aus dem Norden


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Moin Drohne Daniel,


    ich kenn' den Nachbarn nicht. Auch die Bienen kenn' ich nicht. Nichtemal den Baum. Ich habe aber leider schon Völker auf diese Weise ausrotten müssen, weil alles Reden oft nicht hilft, gerade wenn der Bienenschwarmbaumbesitzer kein Imker ist. Wir mußten hier schon aus völlig frei stehenden Betonlichtmasten Schwärme töten, weil sich jemand gestört fühlte und die Feuerwehr gerufen hat. Die rufen dann die Imker und wenn Du's nicht machst machst der nächste. Die sind irgendwie wegen Gefahrenabwehr und Seuchengefahr dazu verpflichtet.


    Vielleicht sollte man den Nachbarn zusehen lassen, wie man die Bienen wegen ihm umbringt. Sowas kann nur gut sein. Erstens sieht er, daß sein Nachbar tatsächlich was tut, wenn er sich gestört fühlt und zweitens beteiligt man ihn am schlechten Gewissen. Wenigstens verhindert man so Umbringen Duch zustopfen mit Lappen oder Ausschäumen oder Diesel reinkippen oder Verdünner oder mit der Lötlampe rummachen und weitere Grausamkeiten die ich schon sehen mußte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo @all,


    man muss immer Aufwand und Ergebnis im Auge behalten.
    Wegen eines zweifelhaften Schwarmes einen Baum fällen zu sollen, grenzt an Massnahmen aus Schilda. :roll: 
    Wenn man den renitenten Nachbarn nicht beruhigt kriegt, sollte man den Schwarm schonend töten, und fertig.
    Ich habe mal mit einem Kollegen, der für den NABU Eulenkisten aufstellt, einen ganzen Tag im Glockenturm eines Kirchturms verbracht.
    Eulen-Nistkästen haben die Größe eines Einbaukühlschrankes und sind entsprechend handlich. :wink: 
    Wir haben ein schönes Bienenvolk in einem solchen gefunden.
    Kollege Eulenschützer wollte um jeden Preis die Bienen gerettet wissen, aber auch aus seiner Eulenkiste raus haben.
    Ich kann euch sagen, es war eine superschöne Turnerei in dem alten Gebälk, besonders als mitten in der Umsiedelungsaktion ein Balken brach und mein Kumpel nur durch einen Sprung zur Seite nicht nach unten sauste.
    Zu guter Letzt ging dann noch das automatische Geläut los, und wir sind stolz wie Oskar mit unserer Kiste durchs Kirchenschiff nach draussen marschiert.
    Und trauten uns Wochen lang nicht unter die Leute, so verstochen waren wir.
    Also, ich würde es mir nochmal durch den Kopf gehen lassen, zumal du mit einem Kunstschwarm um diese Jahreszeit schon kaum mehr viel anfangen können wirst.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • toyotafan schrieb:

    haste das mit dem Industiestaubsauger schon mal gemacht?


    Ich habe letztens einen Hornisssenumsiedler beobachtet, der saugte alle Wächter vor dem Umsiedeln ein.
    Natürlich muss es ein passender Industriesauger sein mir direkter Einschleußung, nicht mit einem Feinsieb oder sogar Häcksler :lol::lol::lol:


    toyotafan schrieb:


    Dennoch, der Baum verfault von innen, sonst würde kein Hohlraum darin entstehen können! Dennoch, der Baum verfault von innen, sonst würde kein Hohlraum darin entstehen können. Gut Linden und Eichen haben oft solche Hohlräume und leben noch lange!


    Stimmt nicht unbedingt. Ich habe Obstbäume im Garten, die haben seit meiner Kindheit diese Hohlräume, die zum Teil von Hornissen, Staren und was weis ich noch besiedelt sind.
    Heuer zog zum ersten Mal ein Bienenschwarm ein, natürlich bleibt der zur Beobachtung drin.
    Diese Hohlräume, besonders in den Hartholzbäumen schaden dem Baum nicht, deswegen lebt der auch noch ewig im Gegensatz zu Weichhölzern wie der Fichte.

  • danke für einige tipps, werde morgen mal wieder vorbeigehen und sehen was sich machen lässt. auf die idee mit den sauger war ich noch nicht gekommen.


    was aber ein gedanke war: ich stelle unten ne beute auf, statt nen deckel ne bienenflucht und mache futter in die beute. um diese jahreszeit gehen doch alle flugbienen auf futtersuche, und was wäre nahgelegener? hat jemand auf diese art schon mal bienen gefangen?


    eins steht aber für mich fest, den baum werde ich nicht umsägen, und ausschwefeln werde ich sie auch nicht, dann soll es der nächste tun :oops:


    mfg wildlifebee

  • bienenhansi schrieb:


    was aber ein gedanke war: ich stelle unten ne beute auf, statt nen deckel ne bienenflucht und mache futter in die beute. um diese jahreszeit gehen doch alle flugbienen auf futtersuche, und was wäre nahgelegener?
    mfg wildlifebee


    Und die Jungbienen auf den Brutwaben, fliegen die auch in deinen Kasten oder sind die dann zum Kepieren im Baum verurteilt???.

  • Na Bienenhansi,


    dann denk mal nach und frag' Dich mal was brutaler ist, ein Bienenvolk ohne Flugbienen verhungern und eingehen zu lassen oder kurzen Prozeß zu machen. Das mit der Flugbienenwegfangerei ist absolut sinnlos. Was willste denn mit denen? Kaum daß die sich irgendwo eingeflogen haben ereilt die der Ruf des Bienenhimmels. Damit ist im wahrsten Sinne kein Staat zu machen, ein Bienenstaat schon garnicht. Und wegen vielleicht 14 Lebenstagen pro eingekehrter Biene irgend ein anderes Volk mit was weiß ich nicht alles zu infizieren ... Also das bringt nix.


    Auch beim Abschwefeln nehm ich das lieber selbst in die Hand. Nur dann kann man sicher sein, daß es ordentlich gemacht wird und nicht qualvoll. Zustopfen und Reinräuchern bringt nämlich schon Qual, weil wo nix raus kann auch nix rein geht. Also mach es selbst und richtig. Und wenn Du Bienenversteher bist, dann nimm vorher noch eine Lachgastablette oder CO2. Und denke daran, daß es kaum ein Schwarm über den ersten Winter schafft und über den zweiten wegen der Milbe schon garnicht. Dann müßtest Du eigentlich behandeln und nicht abschwefeln. Und wenn Du schwefelst, dann spare nicht!


    Und Absaugen ohne nachzuschwefeln ist auch übel. Stell Dir nur vor wie es ist, in einem großen Brutnest voller fauliger Bienenlarven und hereinbrechender Rankmaden frisch geschlüpfte hungrige Jungbienen zu sein, zu frieren und den aussichtslosen Kampf ums Überleben führen zu müssen, bis der Winter erst langsam alles auslöscht. Keine glückliche Jugend, die Königin vielleicht niemals sehen, nur immer hoffen, daß wenigstens eine schlüpfen wird und das letzte dafür geben. Und nach drei Wochen in all den Leichen doch einsehen müssen, daß nun nichts mehr zu machen ist. Nichtmal Wespen sind mehr da, für einen schnellen Tod ... :cry:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    in der Kiste geht keine einzige Bienen rein, man löst höchst eine Räuberei und schleppt sich noch irgendeine Krankheit in die Waben ein.
    Ohne die Brut, Königin ist das ganze Schwachsinn und sinnlos.
    Es gibt zwei Möglichkeiten, man schneidet das ganze auf oder schwefelt das Volk ab, überlegen werden die Bienen den Winter eh nicht.