gäriger Honig

  • hallo alle,


    kurze frage... ich bin anfänger und habe gerade frisch 3 bienenvölker übernommen... mein ziehimker ist leider kurz nachdem ich mich entschlossen hatte, bei ihm über die schulter zu schauen gestorben. bei der dursicht seiner gerätschaften etc. habe ich im keller noch 5 kartons honig (ich vermute aus dem letzten jahr) gefunden... diese sind meiner meinung nach aber gärig, da er komisch riecht und auch nicht mehr so schön aussieht... meine frage nun... kann man damit noch irgendwas machen???? irgendeine verwendung, oder bleibt da nur das wegschmeissen?


    danke euch...


    gruss frank

  • Guter Met gelingt auch nur mit Honig in Spitzenqualität.
    Karl Kehrle, Meine Betriebsweise.


    Ich würde den Honig einfüttern und zwar so schnell wie möglich.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,


    aus umgekippten Honig niemals Met machen!


    Das z.T. schlechte Image des Met ist mitunter gerade daruf zurück zu führen!


    Man glaubt man kann aus einen umgekippten Honig noch einen guten Met machen!


    das ist ein großer Irrtum!


    Schwabenimker versauen mit sowas nur den guten Ruf des Honigweines!


    Schlechter oder umgekippter Honig ist allenfalls noch was für den Ausguß!



    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hall Sabi(e)ne,


    mit dem gärigen Honig zur Met-Herstellung hast Du absolut recht.
    Aber:

    Zitat

    Ich würde den Honig einfüttern und zwar so schnell wie möglich.


    Würde ich auch nicht tun.
    Es bricht einem zwar das Herz, wenn man 100 oder mehr Kg Honig wegschmeißt, aber die Bienen bekommen die Hefen auch nicht mehr aus dem Honig, und was dann geschieht, weiss ja auch kein Mensch.
    Jedenfalls stelle ich es mir als nicht sehr angenehm vor, wenn unsere Bienen auf hefebelastetem Honig überwintern müssen und können drei Monate nicht aufs Klo. :roll: 
    Ich habe mal umgekippten, gärigen Honig verfüttert, und ich bilde mir ein, den Geruch noch Monate später in den Völkern gerochen zu haben.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Michael schrieb:


    Es bricht einem zwar das Herz, wenn man 100 oder mehr Kg Honig wegschmeißt, aber die Bienen bekommen die Hefen auch nicht mehr aus dem Honig, und was dann geschieht, weiss ja auch kein Mensch.
    Jedenfalls stelle ich es mir als nicht sehr angenehm vor, wenn unsere Bienen auf hefebelastetem Honig überwintern müssen und können drei Monate nicht aufs Klo. :roll: 
    Ich habe mal umgekippten, gärigen Honig verfüttert, und ich bilde mir ein, den Geruch noch Monate später in den Völkern gerochen zu haben.



    Genauso sehe ich das auch, ab in die Biotonne!

  • Hallo, alle Miteinander


    Aus diesem Grund, lieber Toyotafan, schrieb man in früheren Zeiten dass der Honig aufgekocht werden sollte.
    Damit wurden die unerwünschten Hefen abgetötet und edlere Hefe wurde zugesetzt.
    Allerdings ist das schöne Aroma des Honigs dann dahin und nur mehr Zuckerwasser mit Honiggeschmack.
    Ich habe auch einmal gärigen Honig verarbeitet ohne Abkochen und selbst als Essig war es nur ein Produkt für den Ausguss.
    Vielleicht findet sich ein Schweinehalter der den Honig nimmt, Schweine sollen richtig gierig danach sein und dann gut schlafen.
    Ob der Alkohol schuld daran ist?


    Ich wünsche viele gesunde Bienen


    Margret

  • Moin Imkers,


    Aufkochen ist auch nicht gut, obwohl ich eine alte WM66 bei einigen Imkern dafür schon im Einsatz gesehen habe. Beim Honigkochen entsteht noch mehr HMF als in altem Honig ohnehin schon drin ist. (und diesmal stimmt es tatsächlich, denn in Honig ist ja wirklich Fructose! :wink: )


    Also bleibt nur Brantweinherstellung zur Gewinnung von Scheibenenteiser und Reinigungsmittel.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    du schreibst:

    Zitat

    WM66


    Ist das etwa die legendäre, selbst hier im Westen bestaunte Waschmaschine aus den 60er Jahren?
    Die man auch zum Einkochen, Sterilisieren und gegen unerwünschte Schwangerschaften benutzen konnte? :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • W=Wasch
    M=Maschine
    66=Entwickelt 1966


    Wellrad im Boden, abnehmbar, manuell schaltbare Heizspirale im Boden, (Edel)-Stahlkübel, Thermometer, Modelle mit Pumpe erhältlich aber immer manuell zu befüllen.


    Kann alles, auch Hemdsärmel 127-mal verdrehen und somit Mediterane Knitterstrukturen zaubern, Knöpfe abtrennen, Kragen einklemmen und durchscheuern, Kunstfasern am Heizstab unter Wasser schmelzen, Lauge verwendbar bis sie ausflockt, stehengelassen mit oder ohne Wäsche hoch aromatisch.


    Wird in der Imkerei eingesetzt zum:
    - Wachsschmelzen, kann wirklich kochen und dabei wellern
    - Zuckerlösung herstellen, wird unten in der Nähe des Wellrades warm, da wo's Dicke sich immer absetzt
    - Alten Honig aufkochen
    - Heißes Wasser zum Beutenscheuern und Rähmchenabkochen bereitstellen
    - Met vorwärmen
    - Lager von allerhand Zeuch im trockenen Bottich
    - Als Tritt für Glühlampenwechsel
    - Als Wachssammelkiste bis zum Schmelzen
    - ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin!


    Wunderbar, ich sehe meine Postings tragen erste Früchte, trotz der Löschung !


    Wie sich herausstellte, wurden von unserem Bücherwurm wiedereinmal gute Ratschläge gegeben, die aber Gott sei dank, durch die Imker mit Praktischererfahrung gleich widerlegt wurden !


    Besten Dank meine Herren !


    Zitat

    ich bitte mir zu verzeihen, weil ich noch nie "umgekippten" Honig hatte...


    Warum ist man dann nur der Meinung, irgendwelche Ratschläge geben zu müssen ? Naja, das wird sich mir bestimmt auch irgendwann mal erschließen! :D


    Zur Metherstellung wird Honig immer aufgekocht, bei Bärenfang ist das anders. Oh :o schreib ich da über etwas was ich nur gelesen hab ???? ich hoffe das ist nicht ansteckend! 8)


    Bei Bärenfang braucht man den Honig nicht aufkochen aber ein Lizens zum Verkaufen,da kommt dann der Zoll (Brandweinsteuer über 11%)!


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !


  • 100% Zustimmung!


    Manche Leute können eben mit konstruktiver Kritik nicht umgehen und strafen diese dann mit Missachtung/Löschung!


    Ciao,
    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)