Eigener Wachskreislauf / oder Kunststoff ?

  • Moin , Moin aus Hamburg.
    Ich wollte dieses Jahr eigentlich damit beginnen , mir einen eigenen Wachskreislauf aufzubauen. Dieses Vorhaben führte zu einigen Unmutsbekundungen einiger "Kollegen".
    Sprüche wie : Viel zu aufwendig , viele Probleme , Schweinkram ,
    zu teuer , funktioniert nicht richtig, kannst du mit deiner Zeit nichts besseres anfangen usw. usw.usw .............. :evil:


    Selbst mein Händler riet mir von einem gießen der Mittelwände ab.
    Er meinte , ich sollte auf Kunststoffrähmchen umsteigen und die Bienen die Honigräume jedes Jahr neu ausbauen lassen. :evil:


    Das mit den Kunststoffwaben ist ja nun überhaupt nicht mein Ding. :cry:


    Also, Frage an Euch:
    Wieviel arbeit ?
    Würdet Ihr es empfehlen ?
    Was ist mit den Kosten ?


    Ich würde mich sehr über ein paar ehrliche Informationen von Leuten freuen , die Erfahrung damit haben.


    Noch ein paar Eckdaten :Ich verwende bereits biologische Mittelwände (Afrika) und ich lasse jedes Jahr je Volk mindestens 1 Zarge Mittelwände ausbauen. Das heißt : ich habe je Volk und Jahr auch mindestens 1 Zarge zum einschmelzen. Der Drohnenrahmen wird auch regelmäßig ausgeschnitten (ca. 4 Rähmchen je Saison).
    Das ganze dann bei ca. 20 Völkern. Da kommt also auch schon ein wenig Wachs zusammen. :wink:


    Danke im Voraus ......


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • hallo, Daniel,


    ich finde das klasse! :wink:


    Alerdings werde ich nicht selber gießen, weil ich ja bekennender 4,9er Fan bin und es dafür noch keine Gußformen gibt.


    Die Idee mit den Kunststoffmittelwänden bitte sofort entsorgen!
    Vergiß es einfach! :evil: 
    Such hier mal nach "Nordwabe"....


    Ich sammle und schmelze vor mich hin, bis ich 50 kg oder mehr zusammen hab.
    www.die-oberpfalzwabe.de und auch einige andere bieten ab dieser Menge an, dein eigenes Wachs für relatives Kleingeld zu MWs umzuarbeiten und du kannst sogar dabeisein....


    Du mußt für dich selbst überlegen, was sich lohnt.


    Ich bin kein Freund des Selbstgießens, weil ich die gewalzten erheblich besser finde, aber das ist Ansichtssache.
    Die Bienen mögen es auf jeden Fall gerne dünner als gegossen... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, alle Miteinander


    Nun Daniel, da wir beide regional nahe beieinander wohnen kann ich dir eine Tel. Nr. nennen.
    Die Imkerei Gumrich bei Bad Segeberg bietet sich zur Herstellung von Mittelwänden aus eigenem Wachs an.
    Aber erst ab fünfzig Kilo weil er die Anlage vorher komplett reinigen muss. (hatte er mir versprochen)
    Ich finde die Rechnung nicht mehr, aber soweit ich mich erinnern kann lag der Preis etwa bei der Hälfte von den normalen Mittelwänden. (ist schon anderthalb Jahre her)
    Und spare auch die Versandkosten.
    Ich praktiziere die Eigenwachsnutzung von Beginn meiner Imkerei an und habe auch mit Dr. Wallner`s Mittelwänden angefangen.
    Für mich ist es keine Mehrarbeit, ich schmelze das Wachs zweimal und dann wird er noch einmal vor der Verarbeitung bei Gumrich geläutert.
    Für mich, ist es beruhigend rückstandfreies Wachs zu haben, dafür geben meine Bienen auch den besseren Honig, jedenfalls sind meine Kunden und ich davon überzeugt!


    Tel. Nr. 04551-6231 nach 18°° Uhr



    Ich wünsche viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo Daniel,


    uneingeschränkt den Damen zustimmen.! :wink: 
    Es gibt nix besseres.
    Bei meinen 40 Völkern kommt alles Wachs, also auch Reste, die man abkratzt, Drohnenbau, ausgeschmolzene Brutwaben usw. sofort in einen großen Sonnenwachsschmelzer.
    Bei genügender Menge werden diese Blöcke eingeschmolzen (im Wasserbad über Gasbrenner) und dann trocken gelagert.
    Dabei ein zweites Mal gereinigt.
    Zum MW-Giessen im Winter nehme ich die Blöcke ein weiteres Mal durch ein Sieb und los gehts.
    Obwohl ich jedes Jahr so um die 40 Kg Wachs zu MW giesse, bleibt noch jede Menge übrig, aus dem meine Frau Kerzen gießt.
    Aufwand? Ja, aber in Grenzen
    Erfolg? Riesig.
    Es ist ein tolles Gefühl, wenn deine Wachsproben von Wallner zurück kommen und kein Perizin oder ähnliches ist mehr nachweisbar!

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo,
    ich habe dieses Jahr angefangen einen eigenen Wachskreislauf zu bilden
    und habe mir dafür eine Giessform von Rettig gekauft.
    Diese Form ist erheblich günstiger wie die normalen im Imkereibedarf
    und funktioniert prima. Man muß ein paar Durchgänge üben aber dann geht es ganz gut. Sie ist allerdings nicht gekühlt und daher muß man so nach 6-7 Mittelwänden ca. 15 - 20 Min Pause machen.
    Wenn ich zusammenrechne, was ich dieses Jahr schon so nebenbei gegossen habe, hat sie sich schon gelohnt und die Bienen nehmen die Mittelwände gerne an.
    Die gegossenen Mittelwände sind spröder wie die gewalzten, die man im Fachhandel ansonsten bekommt, daher muß man sie sehr gerade lagern,
    wenn man auf Vorrat arbeiten will.
    Alles in allem, ich bereue es nicht und würde es wieder tun :D

  • Stimmt, Ralf,


    die Dinger sehen zwar aus wie von einem betrunkenen russischen Bären zusammengeschraubt, aber sie sind funktionell.
    Und gut.
    Matthias hat mir auch eine gebastelt, genau nach Vorlage.
    Ich komme damit super klar.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Grüß Gott,


    bitte keine kunststoffwaben. Der eigene wachskreisllauf ist die beste
    lösung. Schließlich ist dir ja bekannt was in deinem wachs drin ist.
    Ich selber kann ab 30 kg. mit meinem wachs eigene mittelwände gießen lassen. Kosten je kg. 3,- €. Ich finde den preis ok.


    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen