Kleiner Beutenkäfer - jetzt ist es tatsächlich amtlich.....

  • Guten Morgen,


    nach der Meldung von gestern abend hab ich sofort mein Veterinäramt angefragt und folgende Antwort bekommen:



    Soch. Und nun?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Forum,


    nix, so und nun!


    Ihr tut ja so, als ob uns Gevatter Beutenkäfer auf dem linken Fuss erwischt hätte. (Obwohl, ich wette, 75% der Imker kennen ihn tatsächlich nicht. :evil: )
    Es überrascht ja wirklich nicht, dass er da ist, mich wundert nur, dass es so lange gedauert hat.
    Da wir ihn aber kennen, wissen, wie er aussieht und auch seinen Lebenszyklus und die Schlupfwinkel, die er in den Beuten braucht, kennen, sollte es uns möglich sein, ihn in Schach zu halten und mit ihm zu leben.
    Im Gegensatz zur Varroamilbe Ende der 70er begegnen wir ihm auf gleicher Augenhöhe, und das ist doch schonmal was.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin Michael,


    machmal möchte ich auch so Dein sonniges Gemüt haben. :lol: Bei uns im Verein haben 50% der Mitglieder angekündigt sofort mit der Bienenhaltung aufzuhören, wenn sie den Käfer haben. Ich weiß jedenfalls nicht so genau, was ich tun werde. Offene Böden sind dann ja auch irgendwie eine Einladung zur Verpuppung direkt unter den Kisten. Mal abwarten was wirklich passiert. Aber auf Augenhöhe mit dem Vicht fühle ich mich nicht. :cry:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    Danke für das "sonnige Gemüt" :P 
    Ich bin froh, mir dies (wieder) erarbeitet zu haben.
    Mir persönlich macht dieses Tierchen zwar auch Kopfzerbrechen, aber panikieren oder gar aufhören mit der Imkerei werde ich sicherlich nicht.
    Fakt ist, dass in vielen Ländern dieser Welt trotz des Beutenkäfers Bienen gehalten werden, und nicht nur, weil, wie in Amiland, das Tierchen mit Coumaphos gejagt wird.
    Sehe ich die Schreckensbilder von vom Beutenkäfer überrannten und zerstörten Imkereien fällt immer gleich auf, dass der Beutenkäfer sich da sauwohl fühlt, wo nichts oder das falsche gegen ihn unternommen wird.
    Also Riesenimkereien, die extensiv arbeiten, ihre Völker zweimal im Jahr bearbeiten (wenn überhaupt), schwache, kranke Völker dulden und dann die Verluste ans Finanzamt melden. :
    Auch wir hier in D. werden Verluste haben, ganz sicher, aber wenn wir gelernt haben, Völker so zu führen, dass sie die Beuten füllen, dass sie sie bis ins letzte Eck belaufen können und nicht wegen irgendwelchen Brettchen auf Schieberchen, die dann wieder von Glasplättchen bedeckt sind, daran gehindert werden, ist mir nicht bange.
    Denn wenn die Bienen an die Brut des Beutenkäfers dran können, machen sie ihr den Garaus!
    Wir müssen sie nur lassen.
    Und dies ist der Unterschied zur Varroa!
    Daher wieder meine Grundforderungen:
    -einfache, stabile, unkomplizierte Beuten
    -Verzicht auf unnötigen Schnickschnack
    -Beutengröße der Volksstärke anpassen
    -Hygiene am Bienenstand
    Lieber Henry, wenn 70% der Imker aufhörten, dann
    wäre es ein Gewinn für die Imkerei ! :o
    Es sind doch die "3-Völker-hinterm-Haus, aber-alles-besser-wissenden-Imker". Sorry, aber auf die verzichte ich gerne.
    Letzten November haben wir auf der Kreisversammlung den Beutenkäfer-Film gezeigt, mit Beamer, also in Kinogröße.
    Während des Filmes wurde herzhaft diskutiert, so z.B. wie schön doch die Ernte 1976 gewesen sei, und auch das Imkerfest von 1952 war toll usw.
    Nach dem Film meldete sich einer der Herren zu Wort und meinte, man habe nun aber genug über [/u]Varroa[u] gesehen, und man möge doch einmal über anderes reden. !!! :evil: 
    Eben jener Herr wollte im Frühjahr an einen Anfänger 2 Völker verkaufen.
    Dieser hat sich dann -Gott sei Dank- die Völker angesehen, bevor er sie abtransportierte.
    Ein Volk war massiv mit AFB befallen, in einem Stadium, dass man es unmöglich übersehen konnte, das andere war auch hoch positiv.
    Wohlgemerkt:
    Der Anfänger hat Alarm gegeben, nicht der Kollege, der sich übrigens gerne mit dem Titel "Imkermeister" schmückt.
    Nee, nee Henry, da bleibe ich lieber Karteileiche im Imkerverein, lege 1-2 mal pro Jahr einen Kranz nieder und in fünf Jahren versaufe ich die Vereinskasse.
    Und selbst wenn mir die Herren Imkerfreunde jetzt die Fensterscheiben einschmeißen, ich bleibe bei meiner Meinung.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Eine tolle Einstellung, genau so habe ich sie auch !!
    Man läßt alles auf sich zukommen setzt sich damit auseinander und findet eine Lösung. Andere Möglichkeiten gibt es nicht viele.
    Aufhören wäre feige so nach dem Motto " die Ratten verlassen das sinkende Schiff "


    viele Grüße
    W. Goller

  • Na Bissl müßt ihr die aber auch verstehen,


    da hat so ein Imker seit 20 oder 40 Jahren sein Bienenhaus. Hat Hinterbehandler mit doppeltem Boden oder auch 'ne Gerstung-Beute. Alles daran nützt dem Käfer mehr als es der Biene nützt. Es gibt sie, die Winkel und Nischen, die Ritzen und Risse. Und unser Imker ist auch gerade 75 Jahre alt. Was soll der tun? Das Bienenhaus auf Kunstoffbeuten in Oberbehandlung umrüsten? Die alten Beuten verbrennen und nach Magazinen in Kuntzsch-hoch suchen oder gleich die Waben mitverbrennen und seine Völker umwohnen. Kunstschwarmsanierung - also Neuanfang, ohne Waben. Wo er doch gelernt hat, daß ein überreicher Wabenvorrat (regelmäßig geschwefelt) der Schlüsel zum Erfolg in der Hinterbehandlungimkerei ist. Nee, der muß dann aufhören und das macht ihn traurig und verbittert, weil ein Imker bis zum Lebensende Imker ist. Nur er wird dann entweder keine Bienen mehr haben oder erleben, wie der Käfer seine Bienen vernichtet. Keine schöne Aussicht. Oder?


    Und wenn er dann versucht seine Völker zu verkaufen oder zu verschenken, dann merkt er auch noch, daß seine Lieblinge kein Schwein haben will. (So geschehen mit einem sehr schwer kranken Imker unseres Vereins. Gewinnt letztes Jahr mit deutlichem Abstand die Honigprobe und wird diese Jahr seine Völker einfach nicht los. Da hat er sie spontan abgeschwefelt. Das muß furchtbar für den gewesen sein. Natürlich kommt er jetzt auch nicht mehr in den Verein, bald wird es wohl nirgend mehr hingehen ...)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Zusammen
    Nur keine Panik. Hier die Info von Celle welche ich bekommen habe:


    Liebe Info-Dienst-Teilnehmer,


    gestern ist fälschlicherweise eine Meldung über den Tierseuchennachrichtendienst herausgegangen, dass der Kleine Beutenkäfer in Deutschland aufgetreten ist (LK Wolfenbüttel). Die Nachricht wurde versehentlich von einem Veterinär gesendet.


    Nach einigen klärenden Telefongesprächen habe ich herausgefunden, dass es sich definitiv um eine Falschmeldung handelt. Die Veterinärämter werden über TSN eine Entwarnung bekommen.


    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. Werner von der Ohe


    So ein Infodienst ist doch eine gute Sache.
    Mit freundlichem Gruss
    Hugo Greber

  • Moin , Moin aus Hamburg,
    habe heute folgende Mail erhalten :
    Falschmeldung zu Kleinem Beutenkäfer im Umlauf.


    Am Freitagmorgen stand in verschiedenen Imkerforen im deutsch- und französischsprachigen Raum eine Meldung über den angeblich amtlich bestätigten Fund des Kleinen Beutenkäfers Aethina tumida in Burgdorf/Kreis Wolfenbüttel. Naturgemäß löste diese Meldung über den früher oder später tatsächlich zu erwartenden Einfall des bereits in Frankreich aufgetauchten Bienenschädlings blankes Entsetzen bei vielen Imkern aus, insbesondere als auch von Seiten sattsam bekannter Querulanten gleich eine Urheberschaft der Verbreitung durch die Bieneninstitute unterstellt wurde.


    Was war geschehen und wie kam es dann zu dieser Falschmeldung? Angelich sollte der Käfer am 20. Juli in Burgdorf gefunden worden sein und seit dem 27. Juli sollte dann der Befund amtlich vorliegen. Über das Veterinäramt Bochum wurde ein Bochumer Bienenseuchensachverständiger informiert und über eine weitere Quelle fand die Meldung dann Eingang in die imkerlichen Foren.


    Tatsächlich ist nichts dran, wie bereits am frühen Morgen auf Nachfrage bei den Kreisveterinärämtern Hannover und Wolfenbüttel, dem Imkerverein Burgdorf sowie dem Friedrich-Löffler-Institut in Wusterhausen feststand. Noch am frühen Vormittag konnten Annerose Fogel und ich (Info : Klaus Maresch ! ) nach kurzer Recherche in den Imkerforen bereits die Entwarnungen veröffentlichen, bevor das Bieneninstitut Celle seinerseits die Entwarnung mit einer eigenen Rundmail bestätigte.


    Passiert war folgendes: aus technischen Gründen wurde mit Hilfe einer Testmail die Verbindung des VetAmtes Wolfenbüttel zum Friedrich-Löffler-Institut in Wusterhausen überprüft. Das FLI koordiniert den Tierseuchennachrichtendienst der VetÄmter, jedes VetAmt meldet zunächst dorthin den Ausbruch aller meldepflichtigen Tierseuchen und das FLI gibt den Stand dann weiter an alle Veterinärämter. Über diesen Tierseuchenbericht erhält Imkerbund.org übrigens auch die relevanten Daten zur Erstellung des Faulbrutkatasters.


    Dummerweise wurde vergessen, diese Testmail als eine solche zu kennzeichnen, der Sachbearbeiter hatte laut Auskunft des VetAmtes Wolfenbüttel nun ausgerechnet den Kleinen Beutekäfer ausgewählt. Über den Verteiler fand diese nunmehr scheinbar offizielle Mail den Weg nach Bochum zu Frau Dr. Ferdinand, diese informierte die Bienenseuchensachverständigen der Region und damit nahm alles seinen Lauf.


    Auffällig war jedoch schon, daß der Fund auf den 20. Juli datierte und trotz der Brisanz des Themas bislang in der Öffentlichkeits nichts publik geworden war. Schon das allein veranlaßte ein genaueres Hinsehen und Recherchieren, vor allem weil wie eingangs erwähnt bereits das übliche dumme Zeug aus der Ecke sattsam bekannter Spinner kam. Ohne die Meldung näher zu überprüfen, die ja lediglich aus vierter Hand stammte, stand für einige Elemente bereits fest, daß die Bieneninstitute diesen Käfer absichtlich aussetzen würden, um ihre Existenznotwendigkeit zu untermauern.


    Soviel dazu. Wie gesagt : Der Verfasser des Schreiben ist im Text namentlich genannt. Für den Inhalt und dessen Wahrheitsgehalt zeige ich
    mich nicht verantwortlich.


    Viele Grüße Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)