Was ist denn mit diesem Projekt???

  • Hallöle,
    der Überlebensmischmasch aus Gotland befindet sich in einer Folgegeneration auf der Schwäbischen Alb (milit. Sperrgebiet). Sehr stechfreudig, aber "vitaler" als die Kontrollgruppe. Ich werde es merken, wenn sich die Drohnen an meinen Stand verirrt haben. Möglich wärs....

  • Das, was dort ausprobiert wird, funktioniert auf einem Stand in D bereits im dreizehnten Jahr erfolgreich, ohne Unterbrechung, ohne so dramatische Verluste wie auf Gotland und ohne Inselblick.


    Gruß


    Manne

  • ich frage deshalb, weil nirgends Daten zu diesem mit finanziellen Zuwendungen bedachten Projekt zu finden sind.


    Zumindest finde ich keine.


    Wer hat Links?
    Danke!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallöli,


    ich habe nicht nach privaten Projekten gefragt, sondern ausdrücklich nach dem Gotland-Projekt.....


    (Als privater Imker würde ich mich auch schön bedeckt halten, allein wegen der Gefahr, daß die Nachbarn die Fackel gegen Re-Invasion rausholen....*grummel)


    Aber ich denke, wenn dieses Gotland-Projekt öffentlich gefördert wird, sollten auch Daten öffentlich zur Verfügung stehen, oder?


    Und ich finde nichts dazu.....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Insel-Selektionsversuch Gotland


    Beteiligte: Dr. Peter Rosenkranz, Dr. Ingemar Fries, Toni Imdorf, Dr. Henrik Hansen, Imker vor Ort


    Ziele: Langzeituntersuchung zum Verlauf des Varroa-Befalls in einer Population von unbehandelten Bienenvölkern europäischer Rassen unter gemäßigten Klimabedingungen. Es soll geklärt werden, ob auch in Europa (ähnlich wie in Asien, Nordafrika und Südamerika) die Entwicklung eines stabilen Parasit-Wirt-Gleichgewichts über natürliche Selektionsprozesse möglich ist.


    Versuch: Im Jahr 1999 wurden im Südteil der Insel Gotland 150 Bienenvölker verschiedener europäischer Rassen (carnica, ligustica, buckfast, mellifera) auf 8 Bienenstände verteilt. Die Völker hatten zu diesem Zeitpunkt einen Varroa-Ausgangsbefall von knapp 3% (3 Milben pro 100 Bienen). Es gibt keine weiteren Imker in diesem Teil der Insel. Die Völker wurden (und werden) nicht gegen die Varroatose behandelt. Die Bearbeitung erfolgt extensiv, es wird lediglich eine ausreichende Futterversorgung sicher gestellt. Die Völker werden nicht erweitert, Schwärmen ist ein Teil des Selektionsprozesses. An allen Ständen werden ausreichend Schwarmkisten angeboten. Die imkerliche Hauptarbeit besteht demzufolge in der Versorgung der in die Schwarmkisten eingezogenen Schwärme.
    Die Bodeneinlagen werden regelmäßig ausgezählt, die Volksentwicklung und der Varroa-Befall (Bienenproben) wird mindestens zweimal pro Jahr kontrolliert. Das Projekt wird von den Freunden der Landesanstalt für Bienenkunde e.V. finanziell unterstützt.


    Bisherige Ergebnisse: Im Frühjahr 2000 wurden 142 Völker ausgewintert, davon schwärmten 91! Leider konnte nur ein kleiner Teil der Schwärme wiedergefunden werden. Nur zwei Völker sind Varroatose-bedingt eingegangen. Es wurden 130 Völker eingewintert, von denen 107 überlebten (siehe Tabelle). Im Sommer 2001 wurden umfangreichere Untersuchungen vor Ort durchgeführt. Während dieser Zeit schwärmten 33 Völker, 18 Schwärme konnten gefangen werden. Im Winter 2001/ 2002 kam es zu erheblichen Verlusten: Lediglich 27 der 118 eingewinterten Bienenvölker überlebten bis zum Sommer 2002. Inzwischen wurden noch 23 Völker eingewintert, von denen einige einen erstaunlich gesunden und starken Eindruck machen.
    Der bisherige Verlauf bestätigt frühere Erfahrungen, nach denen Bienenvölker 3 bis 5 Jahre nach einer Infektion mit Varroa-Milben eingehen. Ob die nun den 4. Winter ohne Varroa-Behandlung überlebenden Völker tatsächlich tolerant sind oder lediglich am Ende des Zusammenbruchs der gesamten Bienenpopulation auf Südgotland stehen, wird das Jahr 2003 zeigen. Es ist geplant, von den in 2003 überlebenden Völkern Königinnen nachzuziehen und diese einer intensiven Prüfung zu unterziehen.
    ..............................................1999..2000..2001..2002
    Eingewinterte Bienenvölker.....150....130...118.....23
    Überlebende Bienenvölker.........-..... 142...107.....27



    Tabelle: Anzahl an eingewinterten und überlebenden Bienenvölkern während des Gotland-Projektes von 1999 – 2002.

  • hallo, Manne,


    danke für die schnelle Antwort!
    Darf man das so verstehen, daß nach 2003 nichts mehr übrig war, von dem man hätte nachziehen können?


    DAS wäre allerdings katastrophal....


    Wann gibt es denn endlich mal einen Insel-Survival-Versuch mit small cell bees?


    Mrs Lusby arbeitet seit 1998 damit und keine Anzeichen von Totalverlust..


    Warum wird sowas einfach komplett ignoriert???

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    Bruce Springsteen

  • 2003 waren nur noch wenige Völker übrig und noch weniger im passablen Zustand. Über den Rasseursprung der überlebenden Völker hält man sich ganz bedeckt.


    Gruß


    Manne

  • Was die kleinen Zellen anbelangt, kenne ich Fälle, wo alle Völker darauf umgestellt wurden und die Imker damit trotzdem Totalverlust erlitten. Was in der Sowjetunion klappte und heute in den USA klappen soll..., naja...


    Gruß


    Manne

  • Manne,


    nicht "klappen soll", sondern "klappt".


    Frag Erik Österlund, der war vor zwei Jahren bei ihr.....
    Ich kann mir die Reise nicht leisten, aber ich kenne auch in D genug Fälle, wo es schon sehr lange funzt...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Wie war das nochmal mit diesem Inselversuch vor Kroatien, wo am Ende nurnoch Buckfastvölker am leben waren und der Versuch still und heimlich eingestellt wurde :D!


    Sprich glaub nur Daten die du selber gefälscht hast! Nieder mit den Instituten :evil:


    Ciao,
    Marco :P

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • MarcoNrw schrieb:

    glaub nur Daten die du selber gefälscht hast!


    Das kannst Du tun.
    Verlange aber nicht von anderen, dass sie glauben, was Du manipulierst oder gutgläubig wiederholst!


    Gruß


    Manne