Wie haltet ihr die Waben warm ?

  • Moin, moin aus Hamburg,
    wie haltet ihr eigentlich eine größere Menge geerneter Waben warm ?
    Ich heize meinen Arbeitsraum zur Zeit so auf ca 30 - 35 C° auf. So gibt es keine Probleme , das der Honig zähflüssig wird. Er läuft super aus den Waben und aus der Schleuder.
    Nur ich komme bei der Arbeit auch echt in Schweiß. So mehrere Tage nacheinander bei den Temperaturen ....... ist schon hart.
    Nacktschleudern ........ das wär`s. :roll: 
    Was ist mit dem Wärmemeister ? Funktioniert das Ding nur zum "auftauen" ? oder kann man die Zargen mit den geernteten Waben einfach dort ein paar Stunden (über Nacht ) lagen ?
    Weiß jemand Rat ?


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Moin Daniel,


    das Erkalten der Waben ist möglichst zu vermeiden. Wieder warm werden die nur äußerst unwillig. Auch zirkuliert die Luft in den Zargen ganz schlecht.


    Ich ernte immer in Styroporzargen und lege auch immer gleich einen Deckeln auf. Der Schleuderraum hat um die 38° jedenfalls über 35°C. Dort stehen die Zargenstapel aber auch mit Deckeln. Kalt gewordene Waben kann man zwar im Wärmeschrank auftauen, aber das dauert ewig und kost auch sinnlos Geld.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Daniel,


    fürs "Auftauen" habe ich mir selber was gebaut. Das müsste fürs Warmhalten auch funktionieren.


    Ich imkere in der Frankenbeute (auch Styropor) und habe immer auch freie Magazine; gerade zur Ernte oder im Herbst. Der Aufbau von unten nach oben.


    - PU-Platte von 2 cm für die Isolierung nach unten zum Fußboden
    - Holzplatte für die Gewichtsübertragung (damit PU-Platte geschont wird)
    - Holztisch mit einer Höhe von ca. 20 cm, wo die Elektrogeräte untergeschaubt werden (Tisch kann auch später zum Abfüllen verwandt werden.) Für die Zirkulation ist der Tisch umlaufend 2 cm kleiner als der Innenraum der Beute.
    - untergeschraubte Elektrogeräte: Thermostat bis 40° C (bis auf 1° C einstellbar), kleiner Ventilator, 40 W Glühbirne
    - 3 Styropormagazine
    - 1 Styropordeckel


    Funktionsweise:
    Das Thermostat ist vor dem Ventilator angebracht. Hinter dem Ventilator hängt die Glühbirne. Bei Erreichen der eingestellten Temperatur geht die Glühbirne aus. Der Ventilator läuft durch. Sobald die Temperatur um 1° fällt, geht die Birne wieder an.


    Ich habe es mit einem Digitalthermometer über mehrere Tage getestet. Die 38° wurden unter dem Deckel nicht überschritten. Anschließend habe ich einen Hobbock mit Rapshonig aufgetaut. Klappe super und konnte nach einem Tag abgefüllt werden.


    So und nun bezogen auf deinen Fall:
    Wenn du in die Magazine mit etwas Abstand (wegen der Zirkulation) die Waben einhängst, müssten diese warm bleiben. Um die Temperatur von 38° vielleicht schneller zu erreichen, könnte man auch eine 60 W Birne verwenden; wenn die Temperatur erreicht ist, geht sie ohnehin aus.


    Meine Kosten:
    Styroporbeuten sind vorhanden, Ventilator war auch vorhanden, Thermostat 15 €, Glühbirne+Holz+PU-Platte sind für ca. 10 € zuhaben (sofern keine Rest da sind). Mit etwas Geschick ohne weiteres nachzubauen. Viel Spaß!


    Falls du Bilder dazu benötigst, Antworte kurz. Freue mich, wenn ich auch einmal etwas ins Forum einbringen kann und nicht immer nur Fragen habe.

  • hallo,


    wenn Du genügend Platz im Auto hast, dann stell die Waben dort rein und das Auto mit geschlossenen Fenstern in die Sonne. Selbst bei kühlem Wetter oder leichter Bewölkung wird es dort immer über 30 Grad warm. Nur blöd wenn es regnet oder stürmt.


    Gruß, Robert

  • Servus!


    Habe mir im Schleuderraum eine ganz einfache Wärmekammer aus Sperrholzplatten gebaut (ca. 1 m x 1,80 m , nicht mal isoliert, Platz für ca. 35 Zargen). Sie kann nach der Erntesaison einfach abgebaut werden. Nach dem Abernten kommen die Honigzargen da rein. In der Kammer steht ein kleiner Elektro-Radiator, der sich mit Zeitschaltuhr alle 90 min für 15 min einschaltet. Das hält die Raumtemperatur bei ca. 30 Grad. Mit in der Kammer steht auch ein Raumluftentfeuchter, damit der Honig keine Feuchtigkeit zieht.


    So ausgerüstet kann ich ernten, wenn es Tracht, Wetter und Terminkalender erlauben und stehe nicht unter Zeitdruck, den Honig sofort noch stockwarm schleudern zu müssen. Zum Schleudern werden dann jeweils 5 Zargen aus der Kammer geholt. Der Honig lässt sich super schleudern und ich muss den Schleuderraum nicht auf Tropentemperatur heizen.


    Ciao, Reinhard

    Wanderimkerei, Nebenerwerb mit derzeit ca. 50 Wirtschaftsvölkern, mehr oder weniger Carnica-Landmädels, nur Standbegattung, Langstroth-Flachzargen in Brut- und Honigraum. imkere seit 1987.