Ameisensäure

  • Hi,


    wann und wie behandel ich meinen Volker mit Ameisensäure?
    Es wird doch bestimmt schon Zeit?
    Danke für eure Hilfe und ausführlichen Schilderungen.


    Holger

  • also jetzt ist höchste zeit zum behandeln, schon fast zu spät, wie ich meine.
    Ich behandele von Oben mit Schwammtuch ( 2 küchentücher mit Ameisensäure getränkt und mit Zeitungen umwickelt)
    Zwischen Deckel und der obersten Zarge/Raum kommt ein Zwischenstück( wie kasten bloss nciht so hoch, ca 10cm), damit Platz ist für die getränkten Tücher.
    die Tücher lasse ich drinnen, meist 2-3 tage, bis die Bienen anfangen daran herumzunagen, dann sind sie nicht mehr wirksam, nach 2 wochen sollte man die behandlung wiederholen, dann nochmal nach dem einfüttern.

  • Hallo Holger,


    hier der Link "varrao unter kontrolle":
    http://www.wild-und-honigbiene…arroa_unter_Kontrolle.pdf
    Nützliche Broschüre rund um die Viehcher und dabei ist auch eine ausführliche Schilderung der AS-Behandlung mittels Schwammtuch, Medizinflasche und Nassenheider. Über die nicht empfohlenen Verfahren kann man natürlich streiten.
    Musst dich halt für eine AS-Verfahren entscheiden.


    Gruß Peter

  • Hallo zusammen


    ich will dieses Jahr auch mal die Schwammtuchmethode probieren.


    Ich hätte aber eine Frage :


    Wie hoch sollte die Konzentration der Ameisensäure sein ???


    Danke und Gruß


    Jürgen

  • 60%

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Von oben

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Servus miteinander,


    wir benutzen die konzentrierte Ameisensäure (99+ %) auf leicht angefeuchteten Schwammtüchern (ausgewrungen), zur Not die 85 %ige Säure. Die Behandlung machen wir am Abend, wenn es noch so 15 -18 °C hat und die Nächte nicht kälter werden. Auf diese Weise schadet auch die hohe Konzentration nicht und die Wirkung dauert bis am nächsten Tag, wenn die Tagestemperatur wieder steigt. 2 ml Säure pro Zanderrähmchen.
    Bisher hatten wir mit der Methode noch keine Verluste durch die Behandlung.


    Letztes Jahr hatten wir bei uns in der Gegend übrigens nach der Behandlungszeit eine massive Reinvasion begünstigt durch sehr mildes Wetter ende September, wodurch einige Völker (auch bei uns) eingegangen sind. Bei uns im Verein wird deshalb eine weitere Behandlung im September/Oktober empfohlen. Oxalsäure im November/Dezember ist trotzdem nötig.


    Viele Grüße,


    Effendi

  • Guten Tag,


    hat jemand Erfahrung mit dem Einsatz von 85 % AS auf einem Filz/Pappdeckel ?


    Bei einer Schulung vor einigen Jahren hat ein Imkermeister diese Variante vorgestellt. Auf eine Pappplattte ca. 15 x 20 cm werden 12 ml. 85 % AS geträufelt und dann am Abend ins Volk auf die oberste Zarge gelegt. Diese Behandlung soll dann 3 x im Abstand von 5 Tagen wiederholt werden.


    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • Naja, ist es jetzt wirklich wichtig, von wo die AS verdunstet? Zur not tut es wohl auch ein alter Putzlumpen...


    Für die Ameisensäure gibt es meines Wissens nur zwei Methoden, die Medizinflasche, in der eine größere Menge AS über einen längeren Zeitraum verdampft wird und die Schwammtuchmethode, bei der eine kleinere Menge AS schnell verdampft wird, so daß die Konzentration in der Stockluft stark ansteigt. Sämtliche Verdunster, Pappdeckel, Schwammtücher, Dochte oder was es sonst noch gibt funktionieren entweder nach der einen oder nach der anderen Methode.


    Wichtig ist vor allem, daß die Konzentration der verdunsteten Ameisensäure im Bienenstock stimmt. Eine zu niedrige Konzentration bringt nichts, vie Varroen bleiben am leben. Eine zu hohe Konzentration schadet dagegen den Bienen.
    Deswegen sind die Mengenangaben für die verwendete AS mur im Kontext mit den verwendeten Beutensystemen bzw. Rähmchen sinnvoll.


    Für Deutsch-Normal werden PRO RÄHMCHEN 2 ml 85 % ige Säure empfohlen, für Zander 2-3 ml. Bei größeren oder kleineren Rähmchenmaßen ist die Menge entsprechend zu variieren. Für die Menge der AS ist dabei das Volumen wichtig, das das Rähmchen im Stock einnimmt. Für die Behandlung ist also entscheidend, wieviele Rähmchen im Stock platz haben, nicht wieviele tatsächlich vorhanden sind.


    Für ein einzargiges Volk, DNM mit 10 Rähmchen pro Zarge braucht man also beispielsweise 20 ml Ameisensäure, für ein zweizargiges Volk 40 ml.


    Letzte Komponente ist die Temperatur. Bei zu hohen Temperaturen verdunstet zuviel AS, die Bienen werden geschädigt. Bei zu niedrigen Temperaturen reicht die verdunstete Menge nicht für eine genügend hohe Konzentration in der Stockluft. Bei hohen Temperaturen (>20°C) wird daher bevorzugt niedriger konzentrierte AS (60 %) verwendet.


    Wir bevorzugen den Einsatz von konzentrierter Säure bei etwas niedrigeren Temperaturen am Abend.


    Viele Grüße,
    Effendi

  • Zitat

    hat jemand Erfahrung mit dem Einsatz von 85 % AS auf einem Filz/Pappdeckel ?


    ..ja, das habe ich früher praktiziert. Und möchte eigentlich davor warnen. Man braucht fingerspitzengefühl, wieviel Säure man auf den Bierdeckel aufbringt (temperaturabhängig). Meist dosiert man über, so dass Königinnen- und auch Jungbienenverluste die Folge sind.


    Das Problem der Verdampfung pro Zeiteinheit ist mit den verschiedenen Verdunstnstern gut gelöst. Mein Favorit ist nach wie vor der Verdunster "FAM Liebefeld" aus der Schweiz.


    MfG

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo!
    Also ich habe schon ein wenig im Forum gestöbert und viele Meinungen gegen den Nassenheider Verdunster (vertikal so denke ich) gelesen. Da wird immer davon geschrieben, dass die Völker bei Langzeitbehandlungen aus der Brut gehen. Stimmt das? Der einzige Vorteil wäre doch somit, dass angeblich die Q-Verluste geringer sein sollen. Gibt es sonst noch Vorteile? Welche Methode könnt inr empfehlen?