August Ludwig "Unsere Bienen" 1922

  • Moin Hartmut,


    die Rechte am Text kann er dann über diese Zeit hinaus so ohne weiteres nicht erwerben, nur an der herausgeberischen Leistung können welche bestehen. Wir haben im Lepiforum den Schütze für online aufgearbeitet, also transkribiert, erläutert, die Nomenklatur auf den Stand gebracht.


    Guck Dir das mal an:http://www.lepiforum.de/literatur/literatur.pl?Schuetze . Der Text liegt als Scan vor und eben als neu abgeschriebene Fassung, also durchsuchbar. Sowas könnte man hier auch machen, mit alter Literatur...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich habe eben erst hier gelesen, deshalb erst jetzt etwas zur Schrift:


    Die Druckschrift heißt 'Fraktur' und gehört zur Schreibschrift 'Deutsche Schrift'. Diese wurde mit einer breiten Feder geschrieben und hatte deshalb je nachdem in welcher Richtung sie bewegt wurde, breite oder dünne Striche. Da auch schon damals Schülerinnen, aber besonders Schüler nicht so sauber schreiben konnten und es wegen der Feder schwierig war, hat der Graphiker Sütterlin eine vereinfachte Schrift entwickelt, für die nur ein einfaches spitzes Schreibgerät gebraucht wurde. Nach ihm ist sie dann 'Sütterlinschrift' genannt.
    Diese Druck- und Schreibschriften waren im Dritten Reich bis 1941 offiziell zu verwendende Schriften. Dann kamen die Herrschenden auf die Idee, die Frakturschrift als 'Judenlettern' zu bezeichnen. Der Grund lag darin, dass viele Druckereien oder Verlagshäuser in jüdischer Hand waren. Die Partei gab bekannt, dass ab sofort nur die Lateinische Druckschrift benutzt werden durfte. Das geschah so überraschend, das man eine Briefmarke mit Fraktur angekündigt und dann mit Lateinischer Druckschrift herausgab. Und das i-Tüpfelchen daran war, dass diese plötzliche und sofort umzusetzende Mitteilung auf einem Briefbogen der Partei veröffentlicht wurde, dessen umfangreicher Briefkopf komplett in Fraktur gedruckt war.
    So haben diese Rassenfanatiker nicht nur die 'Deutsche Biene', sondern auch die 'Deutsche Druckschrift = Fraktur' ausgemerzt.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Vor dem Sütterlin wurde in Kurrentschrift geschrieben (handschriftlich). Also hat Sütterlin schon mit der Ausmerzung der Handschrift begonnen.


    Ich schreibe in Kurrentschrift, weil es sehr flüssig zu schreiben ist. Mit der Hand Druckschrift schreiben ist auch ein bisschen gaga....Angefangen habe ich damit, weil ich viele alte handschriftliche Texte lesen wollte. Ist nicht so schwer, wie es aussieht. Für das Gehirn ist es einfacher, weil wir eben keine Drucker sind.


    Gruß
    Bernhard

  • Der Text liegt als Scan vor und eben als neu abgeschriebene Fassung, also durchsuchbar. Sowas könnte man hier auch machen, mit alter Literatur...

    :daumen:

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo Miteinander,
    diesen "Übergang" von deutscher Schrift zu lateinischer Schrift hat mir meine Mutter mal geschildert, sie musste in der Schule damals umlernen.
    Und damals gab es nur eine Schreibschrift.
    Heute wird verschiedene gelehrt, je nach Grundschule.
    Probleme gibt es dann auf weiterführenden Schulen, wenn diese eine andere Schreibschrift verlangen.
    Wenn es denn mal beim Schreiben bleiben würde, in Bayern gibt es auf einigen Grundschulen eine andere Art schriftlich zu rechnen...
    Zurück zum Buch:
    Sehr gut finde ich den Überblick über die damals gebräuchlichen Beutenformen; auch als Blick hinaus zu den Nachbarländern und über den "Teich".
    Ein Kapitel, welches ich in heutigen Fachbüchern vermisse: die Unterweisung von Anfängern.
    Wenn auch der Anspruch des Autors wohl ein bisschen übers Ziel hinaus zielt:
    Sinngemäß: Bei der Lehrstunde habe dieses Buch auggeschlagen auf dem Tisch zu liegen.
    Dieses ist sicherlich dem Zeitgeist zu schulden.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • @ Bernhard


    Die meisten von uns schreiben eine Kurrentschrift; denn das bedeutet ja lediglich, dass die einzelnen Buchstaben fortlaufend miteinander verbunden sind. Somit sind die deutsche Schrift, die Sütterli und die lateinische Schrift alles Kurrentschriften. Daneben gibt es die verschiedenen Druckschriften, wie z. B. die Fraktur.
    Die heute in den Grundschulen gelehrten vereinfachten Ausgangsschriften enthalten viele Elemente der Druckschriften und sollen, da auch Kurrentschriften, eine Schreibflussrichtung nach rechts aufweisen, was aber bei einigen Buchstaben nicht der Fall ist.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Tach und a Merry X-Mas at all...


    Der Weihnachtsmann brachte gestern einen echten Schatz und eine unsägliche Freude ins Haus...
    ...einen August Ludwig "Unsere Bienen" Erstauflage von 1906 mit über 800 Seiten, dutzenden Abbildungen nebst einigen Klappkarten über die äußere und innere Anatomie der drei Immenwesen und natürlich der von Henry bebeispielten A.Ludwig eigenen unterhaltsamen Schreibweise. Seine 108 (!) Jahre sieht man dem Band natürlich an (used condition...wäre milde ausgedrückt) aber dieser Zustand ändert nichts am Charme des Buches... :liebe002:


    Herzliche und weihnachtliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Mirko


    mit einer Erstauflage bist du ganz weit vorn, meinen Glückwunsch ich freue mich mit dir. Ich schaue auch immer wieder gern, in mein Buch "Unsere Bienen".
    Ich leistete mir ja dieses Jahr das Buch von Gerstung "Der Bien und seine Zucht", da bin ich auch begeistert, ist nur ein Nachdruck, aber man kann es gut lesen.


    Einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Gerstung "Der Bien und seine Zucht", ... nur ein Nachdruck...


    Von diesem habe ich leider auch nur den Nachdruck der 1905er Auflage. Das weisse Paier schreckt ein wenig und auch die sich über 2 Buchseiten erstreckenden Legekreise der Königin sind "zerpflückt" aber das Lesevergnügen ist hierdurch nur partiell geschmälert.
    Ab und an schmökere ich gern in den beiden, mir zur Verfügung stehenden und reicher bebilderten pdf-Ausgaben (:oops:) (Der Bien und seine Zucht 1910 und 1919). Wenn man´s im Vollbild-Modus auf´m Tablet liest, geht das winters sogar im Ohrensessel oder auf der Ofenbank. :cool:


    Herzliche Grüße
    Mirko

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