Ameisensäure bei Ablegern

  • Liebe Imkerfeunde,


    Ich möchte meine Ableger mit Ameisensäure behandeln. Schwammtuch von oben. Die Zarge ist bestückt mit 5 BW und 2 FW. Die restlichen 5 Waben sind ausgeschleuderte HW, aber noch nicht von den Bienen besetzt.
    Nehme ich jetzt 14ml AS, d.h. pro besetzter Wabe 2ml. oder 24ml. AS d.h.pro eingehängter Wabe. Und wie oft behandle ich.


    Und gleich noch eine Frage: Werden diese Ableger noch auf 2 Zargen erweitert, oder überwintere ich einzargig.
    Vielen Dank für eure Antworten, und viele gesunde Winterbienen wünscht euch


    Lutz

  • Moin Lutz,


    die Wabenzahl bestimmt die Menge, nicht die besetzten Waben. Es geht um den zu begasenden Raum nicht um die Anzahl der zu behandelnden Bienen. 12 Waben bilden 13 Gassen und eigentlich nehmen viele Bienen darin sogar Platz weg.


    Also bleibe mal bei den Pi*Daumen 20 bzw. auch 22 ml pro Zarge. Das klappt gut und so genau schießen die Preußen nicht. Wollte man wirklich alle Parameter, die die Verdunstung im Volk beeinflussen bei der eingesetzten Menge berücksichtigen, dann wären das ja mindestens Luftdruck, rel. Luftfeuchte, Temperatur, Luftwechsel, Fläche des offenen Futters, Feuchte des offenen Futters, Beschaffenheit und Größe der Schwammtücher, Temperatur, Alter und Konzentration der Säure, Lage der Schwammtücher usw. usw. Und man müßte Hellseher sein, denn man müßte ja wissen wie das Wetter die nächsten Stunden wird usw.


    Die Ableger wären mir zu klein und selbst schön kontinuierlich gefüttert fehlte mir zuviel Jahr, um die noch sicher auf zwei Zargen zu bringen. Bei warmhaltigen Beuten und erwartungsgemäß spätem Kälteeinbruch kann man dennoch so verfahren, auch wenn sie dann den Raum nicht ganz besetzen. Mit einräumiger Überwinterung haben andere mehr Erfahrung, ich mache die nach Möglichkeit nicht. Ich vereinige lieber und bilde die Ableger nächstes Jahr neu, hab' aber eine sicherere Überwinterung mit weniger Futter und weniger Material. Für Zweiräumige oder Dreiräumige Überwinterung muß (zumindest im Segeberger Kunststoff) die Kiste aber auch nicht pfroppenvoll sein. Wenn die Anordnung stimmt machen da unbesetzte Randwaben auch nix. Man kann Randwaben sogar entnehmen und praktisch auf drei Zargen á 9 Waben überwintern. Auch das geht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Lutz,
    wann möchtest du die Ableger behandeln?
    Ist es jetzt schon nötig solche Einheiten zu behandeln?
    Ableger behandle ich ausschließlich nach der Auffütterung, 1xAS reicht.
    Meine Empfehlung für ungewisse Zeiten im Frühjahr: Jetzt Ableger aufsetzen, mit dem Einfüttern kann gleich begonnen werden. Vorteil: Volk sitzt und brütet auf ausreichender Fläche unten, Abstand zur AS Quelle schont die Brut. Ob das Volk die zwei Räume "ausfüllt" ist egal. Ich würde aber nur wenn es unbedingt notwendig ist aufsetzen und mit fünf unbesetzten Waben ist das noch ein bischen hin. Aber die Einheiten wachsen noch!
    Auf zwei Räumen stark eingewinterte Altvölker schrumpfen oft stärker als die erweiterten Ableger. Die Erweiterung kann auch nachteilig sein, die Steuerung des Bienensitzes gelingt bei Einzargern im Frühjahr besser.
    Ich bevorzuge die einräumige Ablegerführung.
    Gruß
    SH