Futterwaben überwintern

  • Wie überwintere ich am besten Futterwaben für nächstes Jahr?? Kann ich diese einfrieren oder kann ich diese anders haltabar machen?

  • Moin Toddy,


    was gut funktioniert hat war einfrieren mit Trockeneis und Lagern unter CO2. Einfrieren zur Wachsmotteneierabtötung in der Truhe reicht aber vollkommen aus, wenn die Futterwaben weitgehend oder gänzlich gedeckelt sind und anschließend mottendicht überwintert werden. Meine stehen in Zargen im Gerätehaus und dort wird es winters so kalt wie draußen. Wenn man die regelmäßig im Sommer kontrolliert und Mottenbefall und Rankmaden sofort beseitigt, dann schafft man das locker, die bis in die mottenfreien Wintermonate zu kriegen. Werden sie vorher befallen muß man die Rankmaden samt Gespinsten rausziehen und die Waben möglichst bald wieder in Völker geben.


    Trockeneis gibt es bei jedem Partyservice. Man legt es in eine Futterzarge oder oben auf die Waben und wartet bis unten aus dem Flugloch "Rauch" bzw. Nebel rauskommt. Der Boden wird vorher verschlossen oder man kippt der Einfacheit halber ganz ohne Boden den Zargestapel einfach etwas an. Kaltes CO2 fällt von oben durch die Waben und drückt die Luft unten raus. Anschließend klebt man das Flugloch mit Panzertape zu oder nimmt einfach den Unterlegkeil weg. (Meine Frau war nicht so begeistert, als ich das vorletztes Jahr auf der Wiese getestet hab, weil vor dem Flugloch das Gras im Sommer erfroren ist. :cry: Man muß also nicht warten bis Reif davor auftritt :wink:) Biologisch ist das Verfahren allemal und die Waben stehen dann ab dem Moment in CO2 und sind damit für keine Schädlinge mehr erreichbar. Aber Vorsicht mit Trockeneis: Erstens ist es so kalt, daß man es nicht anfassen darf und zweitens schmilzt es zu CO2-Gas mit dem zig-fachen Volumen und drittens narkotisiert es einen selbst, wenn es im Auto schmilzt was nicht nur zu einem Sekundenschlaf führt ...


    Ich habe aber festgestellt, daß es wenig Sinn macht Futterwaben zu überwintern, wenn man beim Einfüttern nicht geizig ist und die als Frühjahrsreserve unbedingt nutzen muß. Ich setzte meine in diesem Jahr vorm Auffüttern dort wieder in die Völker, wo ich die verlockensten Honigwaben aus dem oberen Brutraum gestohlen habe. Da ich anschließend die leeren HR oben drüber setzte und auffüttere und erst im Frühjahr die Dritte untere Zarge entferne, sitzen die Futterwaben, dann genau da, wo ich sie hin haben will, nämlich im unteren BR des neuen Jahres. Sie gehen dann an genau der Stelle wieder in den Kreislauf von der sie auch stammen.


    Im Frühjahr gewonnene Futterwaben sind warm und haben einen Volksgeruch. Damit gebildete Ableger haben es leichter als wenn sie ein kaltes "Zuckerbrett" aus dem Schrank kriegen und raus aus den Völkern müssen die Futterwaben im Frühjahr ja eh.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder