Varroabehandlung

  • Habe soeben meine erste Varroabehandlung mit AS an 3 einzargigen Ablegern durchgeführt. Die Zahlen der gefallenen Varroen waren 180, 60, 74. Wie sind diese Zahlen zu bewerten?

  • Moin AC,


    wie letztes Jahr auch, kann ich nur sagen, daß der Milbenfall während einer Behandlung nichts aussagt und zwar garnichts. :o
    Hat ein Volk nur wenige Milben und die Behandlung wirkt perfekt, also nahezu 100%ig, dann fallen dennoch nur die wenigen Milben die im Volk waren.
    Hat ein Volk dagegen massig Milben und die Behnadlung wirkt nicht so gut oder fast garnicht, fallen dennoch Milben wärend der Behandlung. Dazwischen gibt es alle Schattierungen. Es kann also sein, daß das Volk mit dem höheren Milbenfall hinterher weniger Milben hat als eines mit wenig Milbenfall.


    Das Einze was man klar sagen kann ist, daß die vorgefundenen Milben auch im Volk gewesen sein müssen. :wink: Doch was woll man mit der Information. Entscheident ist doch, daß man weiß, wieviele noch im Volke sind und das ermittelt man durch die Kontrolle des natürlichen Milbenfalls nach Abschluß der Behandlung. Den Behandlungserfolg sieht man nicht am Milbenfall während der Behandlung, da ist es mehr ein Indiz, ob die Behandlung überhaupt irgendwie funktioniert, sonder an der Differenz zwischen Milbenfall davor und Milbenfall danach.


    Es gibt nur eine Ausnahme: Bei einer Kontrolluntersuchung, die die Wirksamkeit der vorangegangenen Behandlung testen soll, erfolgt eine Restentmilbung (in aller Regel mit Perizin) und dann wird gezählt wieviele Milben die letzte Behandlung überlebt hatten. Nur dann lohnt sich die Zählerei während der Behandlung. Ansonsten reicht es, wenn man sieht, daß deutlich mehr Milben fallen als natürlich.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin, Henry,


    Zitat

    Es gibt nur eine Ausnahme: Bei einer Kontrolluntersuchung, die die Wirksamkeit der vorangegangenen Behandlung testen soll, erfolgt eine Restentmilbung (in aller Regel mit Perizin) und dann wird gezählt wieviele Milben die letzte Behandlung überlebt hatten.


    Setzt du da nicht ein wenig blauäugig voraus, daß Perizin oder ähnliche rein chemische Mittel IMMER und 100% wirken?


    Wenn ich so lese, welche Resistenzen in anderen Ländern schon vorhanden sind, sehe ich da schon ein Problem und würde mich nicht darauf verlassen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabi(e)ne,


    für die Aussage oben ist es Wurst, ob mit Perizin oder was auch immer zur Rest- oder Kontrollentmilbung behandelt wird. Die Institute nehmen nur zur Analyse im Moment noch immer Perizin, um andere Behandlungsmethoden zu vergleichen, weil es wohl am deutlichsten wirkt und sozusagen ein vergleichbarer Standard ist. Nach Perizinanwendung erhöht sich jedenfalls mit keiner anderen Methode der Milbenfall wieder.


    Mir ging es darum aufzuzeigen, daß Milbenzählen während der Behandlung unsinnig ist, es sei denn es geht nicht um den Milbenbefall des bahandelten Volkes, sondern um die Wirksamkeit der zuvor angewandten Behandlungsmethode.


    Bist Du da anderer Meinung? (Ich zähl' auf Dich :wink: )

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    wenn Perizin 100% wirken würde dann wären alle Milben tote, die Industrie wird nie ein Mittel auf den Markt bringen das alles Milben tötet, sonst könnten diese gar nichts mehr an den Imker verdienen.
    Das Perizin im südlichen Teil von Europa schon Resistenzen zeigt ist ja bekannt, dazu reichert man das Wachs weiter mit dem Mist an.
    Ich sage genau das Gegenteil was Henry behauptet, der Befallsgrad ist dieses Jahr bei mir weit unten dem als 2004.
    Ich hatte letztes Jahr Völker mit einem Abfall von bis 250 Milben zum Teil, bei einer Behandlung.
    Dieses Jahr liegt der Schnitt zwischen 50-100 Milben.
    Der Unterschied im Befall zum vergangen Jahr liegt an der kühlen Witterung die wir das ganze Frühjahr hatten, dadurch waren manche Völker aus der Brut gegangen, und die Milben konnten sich auch nicht optimal entwickeln, dazu habe ich noch viele Begattungsvölkchen gebildet.
    Der Befallsgrad von @AC ist eigentlich normal, ein Volk mit Ca. 150+ hatte ich gestern auch, dieses Volk hatte ich auch nur einmal was entnommen, das waren 2-3 Brutwaben.
    Wenn man die Drohnenbrut ausschneidet und Ableger bildet oder die Völker auf andere weise Bienen entnimmt verdünnt man den Befallsgrad merklich, und die Milben verteilen sich.
    Wer von den beiden Maßnahmen keine durchführt hat sicher mehr Milben in den Völkern.
    Wenn man keine Völker weiter vermehren will, dann sollte man die Rotationsbetriebsweise anwenden.

  • Hallo,


    Noch was, der natürliche Milbenabfall ist viel zu ungenau, Ameisen und andere Tiere tragen Milben weg, diese Tiere hat sicher jeder am Stand.
    Ich schaue mir ein Volk an, ob man Milben auf den Bienen sieht, dann behandel ich einmal, daran richtige ich mich, dann warte ich ab was abfällt, wenn über 3 Tagen viele Milben fallen, hat das Volk auch viele, dann kann man nach einer Wochen noch mal behandeln, der größte Teil ist erst mal raus, dazu fallen noch einige die sicher noch in der Brut befinden.
    Damit bin ich bis heute immer gut gefahren.

  • Zitat

    Ich schaue mir ein Volk an, ob man Milben auf den Bienen sieht, dann behandel ich einmal, daran richtige ich mich, dann warte ich ab was abfällt, wenn über 3 Tagen viele Milben fallen, hat das Volk auch viele, dann kann man nach einer Wochen noch mal behandeln, der größte Teil ist erst mal raus, dazu fallen noch einige die sicher noch in der Brut befinden.


    :o :o :o :o :o


    80% der Milben sind während des Sommers in der gedeckelten Brut...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Rainer
    Auch bei mir ist der natürliche Abfall sehr gering. Ob es auf mein kontinuirliches Baurahmenschneiden und schröpfen zurück zu führen ist, kann ich nicht beurteilen, aber wenn es so sein sollte, bin ich sehr zufrieden mit dem Erfolg. ;-)
    Gespannt bin ich auf die Völker in der Weißtanne, denn dann kann ich eine vage Beurteilung abgeben.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Moin Michael2,


    bitte verdrehe mal meine Aussagen nicht. Nicht Perizin wirkt 100%ig, sonder nichts anderes wirkt besser, steht da. Und genau so ist das auch gemeint. Und es steht da, daß die Institute Perizin zur Kontrolle anderer Verfahren benutzen. Das willst Du doch nicht bestreiten. Das steht so in fast jeder Studie. Und das Milbenzählen während der Behandlung nur Sinn macht, wenn man eine Restentmilbung zur Analyse durchführt. Das steht da auch.


    Ich habe garnichts über den Befallsgrad dieses Jahr gesagt. Wie kannst Du da das ganze Gegenteil behaupten? :o


    Wie kannst Du aus den Aussagen von AC bezüglich Milbenfalls während der Behandlung irgendetwas ableiten? Was für eine AS-Behandlung hat er durchgeführt? Über welchen Zeitraum wurden die Milben gezählt? Du machst genau den selben Fehler, wie alle Behandlungsmilbenzähler. Wenn viele Milben fallen sind viele da, das ist wohl so. Aber wenn wenig Milben fallen, dann heißt das vielleicht bloß, daß die Behandlung nicht funktioniert. Und fallen viele, dann können noch viel viel mehr in den Völkern sein. Wenn ein Volk einen natürlichen Milbenfall von 100 Milben am Tag hat, dann lege ich Dir auch ein frisch gewaschenes Taschentuch auf und zähle dann 700 Milben, nächste Woche. Doch wo war da der Behandlungserfolg? Und wenn ich mit meinem Taschentuch 700 Milben gemeuchelt habe, muß ich dann noch eine Winterbehandlung machen? Merkst Du den Unsinn?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry,



    Unsinn hin oder her.
    Ich achte schon darauf das die Behandlung nach Plan verläuft.
    Den natürlichen Milbenabfall beobachte ich erst gar nicht der ist mir viel zu ungenau, wie schon oben geschrieben tragen Tiere die Milben weg.
    Die gängigste Form der AS-Behandlung ist das Schwammtuch, mit Verdunster bekommt keine solchen Werte wie AC hat.
    Was die Institute in den Völkern kippen kann mir ehrlich gesagt egal sein, ich muss den Honig sicher nicht essen, um eine Kontrollbehandlung durch zu führen kann man auch Oxalsäure im Verdampfer nehmen die hat sicher keine Rückstände.
    Wenn viel gefallen ist dann sind auch viel Milben drin, das war immer so schon gewesen, ich behandele gleich nach der Abschleuderung die Völker, das ist meist an 20 Juli, da brauch nicht noch paar warte bis Milben natürlich abfallen, die Völker haben immer Milben, nur der Befall ist unterschiedlich.
    Wenn nichts weiter fällt sollte man sich das Volk anschauen, und ob die Behandlung gewirkt hat.
    Mit dieser Arbeitsweise ist mir in der Vergangenheit kein Volk an der Varroa eingegangen.
    Der Befallsgrad ging ja von mir aus.

  • Moin Michael2,


    michael2 schrieb:

    Den natürlichen Milbenabfall beobachte ich erst gar nicht der ist mir viel zu ungenau, wie schon oben geschrieben tragen Tiere die Milben weg.

    Vor dem Schwammtuch ist mir das auch egal

    Zitat

    Wenn viel gefallen ist dann sind auch viel Milben drin, das war immer so schon gewesen, ich behandele gleich nach der Abschleuderung die Völker, das ist meist an 20 Juli,

    Bei mir ist es Anfang August

    Zitat

    da brauch nicht noch paar warte bis Milben natürlich abfallen, die Völker haben immer Milben, nur der Befall ist unterschiedlich.

    Uneingeschränkte Zustimmung, deshalb kriegen auch alle die Behandlung, auch die Schwärme und die Ableger

    Zitat

    Wenn nichts weiter fällt sollte man sich das Volk anschauen, und ob die Behandlung gewirkt hat.

    Das mach ich nicht, zweimal Schwammtuch am WE das klappt schon.

    Zitat


    Mit dieser Arbeitsweise ist mir in der Vergangenheit kein Volk an der Varroa eingegangen.

    Ebenfalls uneingeschränkte Zustimmung! Ich schiebe erst zur Winterbehandlung die Windel wieder ein. Während der Schwammtücher fallen immer deutlich Milben und wenn ich die auf den Windeln sehe, reicht mir das. Dann kommen die Windeln auch wieder raus, die Milben dürfen bis ins Gras fallen und in selbiges beißen. Wichtig: Deshalb auch Bausperre raus!


    Zitat

    Der Befallsgrad ging ja von mir aus.

    :o Wie - Du hast Varrose? Juckt das nicht fürchterlich? :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    um noch was anzufügen, eine ausführliche Kontrolle der Völker ist um diese Zeit wichtig, egal ob 80% der Milben in der Brut sind.
    Auffälligkeiten sieht man nur bei der Durchsicht.
    Henry , Ableger, Kunstschwärme, lose Bienen zur Verstärkung werden vor dem einschlagen immer mit Milchsäure behandelt.
    So verschleppt man keine Milben und man hat schon vorbehandelte Jungvölker die geringe Anzahl von Milben aufweisen.