Zuckerwasser wird sauer

  • Hallo Zusammen
    Ich habe es schon einmal versucht eine Antwort zu bekommen.
    Nun ist es wieder geschehen.
    Ich konnte 50kg Zucker wegschmeissen, weil das Zuckerwasser 1:1 sauer wurde.
    Wer kann mir sagen, warum Zuckerwasser sauer werden kann und wie ich das verhindern kann.
    Wie macht Ihr konkret das Zuckerwasser und wie lange dauert es bis es verfuttert wird.
    Mit freundlichem Gruss
    Hugo

  • Hallo, Hugo,


    das liegt daran, daß die Zuckerkonzentration bei 1:1 oder auch 2:3 nicht hoch genug ist, um Bakterien- oder Pilzwachstum zu verhindern.
    Bakterien, Schleimpilze und Algen sind immer in der Luft, und somit auch sofort im Futter.


    Die einzige Lösung ist es, immer nur kleine Portionen anzusetzen, soviel wie innert 3 Tagen auch abgenomen wird.


    Oder eben Fertigfutter, da ist die Konzentration hoch genug, daß es nicht im Eimergammelt.
    In der Futterzarge ist es mir auch schon schleimig geworden, wenn ich zuviel auf einmal gegeben habe.


    Ganz früher hat man Chinosol aus der Apotheke zugegeben, aber da man nicht genau weiß, wie es auf die Bienen wirkt, ist man da eigentlich von runter.


    Tut mir leid, wirklich weiterhelfen kann ich dir da auch nicht.....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Hugo,


    oft bringt der Kristallzucker die Hefen schon mit. Besonders die großen Gebinde und Industiezucker, der abgesackt kommt. Außerdem wird der Zucker oft nicht sofort gelöst, sondern darf durch die Säcke hindurch auf Betonböden schonmal vorher etwas Wasser ziehen und gammeln. Das ist dann wie ein Hefeansatz. Es ist fast nicht möglich aus Kristallzucker und Wasser ohne Aufkochen oder Pumpenzirkulation, eine so gleichmäßige und hohe Zuckerkonzentration zu erreichen, daß der Zucker selbst konservierend wirkt. Oft setzt sich unten noch Zucker ab. Den kann man sehen, darüber steht die klare Zuckerbrühe, doch darüber kommt noch eine Schicht Wasser, und die kann man oft nicht sehen. Selbst wenn also die Konzentration rein rechnerisch insgesamt über den notwendigen 70% liegt (bei der exakten Zahl bin ich nicht ganz sicher, könnte mehr sein) damit der Zucker konservierend wirkt, gammelt der Wasserfilm und die Hefen bauen den Zucker ab, wobei natürlich sofort dessen Konzentration sinkt und innerhalb weniger Tage oder sogar Stunden das ganze Gefäß sauer oder schleimig wird.


    Deshalb haben die Altforderen auch nie größere Futtereinrichtungen für ihre Beuten gewollt und lieber ihre Futterflaschen und Kästchen (über die die Futterzargenbesitzer heute natürlich lächeln :) ) mit täglich einem halben Liter gefüllt. Deren Kristallzucker war schon vorher nicht hefefrei und das wußten die genau.


    Die Abnahmemenge der Völker ist sehr sehr unterschiedlich und hängt sehr stark vom Wetter, Tracht und den Gegebenheitein im Volke ab. Wie Stärke, Bienengemisch und Platz. Es kann durchaus sein, daß Völker innerhalb von zwei Nächten eine komplette Futterzarge aussaugen und offen auf die Waben verteilen und Nachbarvölker von drei Litern Brühe am nächsten Morgen noch was haben, in den Waben aber schon viel verdeckelt. Auch brauchen manche Völker regelrecht Anschub, ehe sie die Futterstelle überhaupt annehmen. Da steht dann das Futter schonmal stundenlang rum ehe es überhaupt entdeckt wird. Innen bißchen kleckern oder Honig mit auflösen hilft da allerdings ab.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Sabi(e)ne und Henry
    Ich danke für die guten Antworten.
    Also muss ich das Zuckerwasser mit heissem Wasser anmachen oder sofort verwerten.
    Ich habe auch noch in eine Zuckerfabrik angerufen und ein weiterer Punkt ist, im Lagergefäss dafür sorgen, dass möglichst wenig Luft eingeschlossen wird.
    Also die Plastikbehälter bis oben zu füllen.
    Nochmals besten dank.
    Mit freundlichem Gruss
    Hugo

  • Hallo Hugo


    Warum versuchst du nicht mal Apiinvert dann kann auch nichts sauer werden auserdem kommtes durch die speziele Zuckermischung auch nicht zum auskristallisieren in den Waben (evnt. verhungern trotz des ausreichenden Futters). Bezüglich des heißen Wassers muß man auch eines bedenken : derZucker lösst sich zwar perfekt auf aber gleichzeitig steigt auch der HMF Wert im Futter rapide.(warum achten wir auf diesen Wert beim Honig wenn er uns im Winterfutter egal ist????)
    Und wenn du rechnest wie vile Aufwand du weniger hast (Futter anmachen ect...) dann rechnet sich der Mehrpreis meiner Meinung nach.
    Auserdem sollte man den Bienen wenn man Ihnen schon den guten Honig nimmt (un der besteht ja auch nicht nur aus einer Zuckerart) ein anständiges Futter geben.


    MFG aus Tirol

    15 Völker , 900m Seehöhe
    nur Standbegattung, Carnica Buckfast Mellifera Mischung, Holz DNM Auszugsbeuten ,


    In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare "Aristoteles"

  • Moin Pauli Michael,


    Pauli Michael schrieb:

    Bezüglich des heißen Wassers muß man auch eines bedenken : derZucker lösst sich zwar perfekt auf aber gleichzeitig steigt auch der HMF Wert im Futter rapide.

    Kannst Du das bitte mal erklären, immer davon ausgehend, daß unser Kristallzucker hier nahezu reiner Rübenzucker ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Pauli Michael,


    Deine Quelle ist teilweise eindeutig und teilweise wieder nicht. :wink:


    Deshalb mal hier die Klarstellung und hoffentlich eindeutiger:
    HMF entsteht mal prinzipiell aus Fructose. Rohr- oder Rübenzucker ist aber Saccharose. Der Prozentsatz steht auf den Zuckerpackungen auch drauf. In aller Regel 100%. Die Saccharose kann technisch durch Säurezusatz in Glucose und Fructose gespalten werden, um sie dann anders zu verwenden. Enzyme der Biene können das auch. Der Vorgang heißt dann Saccharase oder Invertieren. Dann ist es aber kein Haushalts-, Rohr- oder Rübenzucker mehr. Die Enzyme werden bei Temperaturen schon über 40°C zerstört, kennt man ja, als meßbare Abnahme der Enzymaktivität im Honig. Die Enzyme haben aber bereits Fructose erzeugt (oder die wurde eingetragen) und aus dieser Fructose wird unter Wärmeeinfluß Hydroxymethylfurfural (HMF). Der HMF-Wert steigt auch mit dem Alter des Honigs, auch des Honigs in der Wabe. Aber Fructose ist als Ausgansstoff unbedingt nötig. Aus Saccharose kann schon strukturell kein HMF entstehen ehe sie nicht aufgespalten ist.


    Bienen nehmen Zuckermischungen besser ab als reine Zucker. Deshalb hat man früher Enzyme oder Säuren zugemischt um Mischungen aus Saccharose, Fructose und Glucose, also eine nektaränhlichere Brühe zu erhalten. (Bei trocken geliefertem Zuckerteig ist das auch noch immer so)Reiner Haushaltszucker enthält solche Enzyme jedoch nicht und reagiert auch nicht sauer. Und selbst wenn im Haushaltszucker in Spuren Fructose vorhanden wäre und nur aus diesen Spuren HMF entstehen könnte, wenn er beim Lösen erwärmt wird, dann muß man sich doch mal fragen, was mit dem Zucker denn so passiert ist bevor er in die Tüte kam. War er da nicht auch gelöst? Und ziehmlich heiß? Und das auch länger? Und dann soll man sich auch im Vergleich mal die HMF-Werte von Sommerhonig der im nächsten Frühjahr aufgezehrt wird und nicht entnommen wurde ansehen.


    Die Warnung vorm warmen oder heißem Auflösen von Haushaltszucker ist also unnütz. Keine Fructose - kein HMF. Beim Auflösen von altem Frühjahrshonig sollte man allerdings mal drüber nachdenken.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Hugo


    Ich füttere meine Bienen schon immer mit Zuckerwasser auf.
    Wenn du Bienentee mit verwendest wird das Futter
    wesentlich schneller angenommen+ein wenig Knoblauchpulver
    dann wirds auch nicht sauer.


    mfg


    Glas Konrad

  • Hallo Zusammen
    Ich möchte beim Zuckerwasser bleiben und verzichte auf die Sirupe, welche ich nur selten brauche.
    Betreffend Bienentee und Knoblauchpulver interessiert mich die Menge pro Liter oder 100 Liter Wasser.
    Mit freundlichem Gruss
    Hugo

  • Hallo Hugo



    BIENENTEE-TEEMISCHUNG


    für die Herbstauffütterung


    2 Teile Johanniskraut
    2 Teile Kamille
    2 Teile Pfefferminze
    4 Teile Thymian
    2 Teile Wermut


    Für die Bienenteezubereitung verwenden wir die oben
    genannten Kräuter und mischen alle Komponenten
    zusammen.Von dieser Mischung nehmen wir 3-4
    gehäufte Teelöffel, 1 Liter siedendendes Wasser und
    lassen die Kräuter 10 Minuten ziehen.
    Das abgeseihte TEE-Konzentrat wird mit 10 Liter
    Zuckerwasser (2 Teile Zucker:1 Teil Wasser) vermengt und verfüttert.
    + 1-2 geh. Tl Knoblauchpulver auf 10 Liter Zuckerwasser.


    Mit freundlichen Grüßen


    Glas Konrad

  • Hallo


    Ich möchte zu diesem Thema nur kurz was sagen.Vor Jahren als ich noch ca. 40 Völker hatte gabs bei uns noch kein Vertigfutter sondern nur 75 kg Zuckersäcke. Beim Einfüttern hatte man da ganz schön zu tun um eine Lösung herzustellen! Meine 30 kg Milchkannen wurden zu 3/4 mit Zucker gefüllt und dann mit kochenden Wasser übergossen bis die Kanne voll war die Lösung würde solange gerührt bis der Zucker aufgelöst war und so lange Wasser nachgefüllt bis die Kanne voll war.Manchmal wurde noch ein Spritzer Essigessenz hinzu gefügt, der Essig sollte gegen die Nosematose helfen. Meine Völker waren immer gesund und ich hatte nur sehr geringe Winterverlust zu beklagen! Heute kauf ich flüssiges Vertigfutter und spare mir diese Arbeit.


    Viele Grüße


    Rüdiger