TBH für Ökos (Achtung: große Bilder!)

  • Moin,


    hier meine ersten visuellen Gedanken um eine "ökologische Beute". Ich habe als Träger (sprich topbar) die Leisten des Weissenseifener Hängekorbes favorisiert - leicht abgewandelt. Damit die Bienen während der Bearbeitung nicht über die ganze Fläche gestört werden, sondern nur an den Waben, an denen man arbeitet. Ähnlich den Topbars keine Lücken und 3,2-3,8cm breit. Durch die Bögen kann der Wabenbau die natürliche Eierform annehmen. Es entsteht ausserdem eine Wärmekappe und keine Kälteecken.


    Die grobe Form der Beute entspricht der "Californischen Kenya Top Bar Hive". Das Original ist zum großen Teil aus Plastik - bei mir solls eine Holzbeute werden. Eine Schräge ist gut, weil die dadurch entstehende Rinne unten offen bleibt - mit Varroagitter verkleidet. Durch die Schräge läßt sich auch ohne Installation weiterer Leisten ein Brett zur Varroakontrolle und Winterisolierung einschieben. Der Deckel ist noch nicht ganz spruchreif. Der Eingang wird entweder als seitlicher Schlitz, seiltiche Bohrlöcher oder als Verlängerung der Schräge unter der Beute eingebaut. Wieder wie die CKTBH.


    Die Beute lässt sich für den Transport als stapelbare Version bauen (siehe zweites Bild), oder mit abnehmbaren Beinen für die Freiaufstellung (drittes Bild).




  • Hallo Bernhard,
    ist dein Vorhaben eher eine Auseinandersetzung mit Klischees und deiner Distanzierung? Ab wann ist man ein "Öko"? Dann wenn ich meinen Honig in ungebleichten Jutesäckchen verkaufe? Auch ich habe Waben in Naturbau-Eiform, in einer nicht Öko Beute. Wenn Öko-Hardliner, dann mach doch die furchtbare Schräge auch weg. Ich würde die Bienenbehausung "bienengemäßer" gestalten. Wie das geht weiß ich nicht, frag mal die Bienen.
    Gruß
    SH

  • Hallo SH,


    das Wort 'Öko' scheint für Dich ein Reizwort zu sein - warum? :o


    Grüße,


    Bernhard

  • Hallo


    Öko oder Bio steht höchst auf Papier, wir alle imkern und halten unsere Bienen in derselben Umwelt, da gibt es kein Unterschied.
    Das ist nur ne Geldschneiderei sonst nichts, es gibt höchst eine chemiefreie Imkerei wo man auf Perizin und Co verzichtet und eignes Wachs verwendet.
    Schöne Bilder. :D

  • Hallo Bernhard,
    auch wenn du in der Sparte "Ökologische Bienenhaltung" gepostet hast, scheint mir dein Vorhaben bei Bienenbeuten besser diskutiert. Besser in der noch zu erstellenden Sparte "Alternative Bienenhaltung". Die etwas andere Bienenhaltung in der TBH bedeutet nicht gleichermaßen auch ökologische Haltung.
    Gruß
    Simon

  • Hallo Michael 2


    Bei solchen Aussagen bezüglich Bio oder Ökoimkereien würde ich mir vorsichtig sein!! Es mag zwar deine Meinung sein aber sie geht schlichtweg an der Realität vorbei.


    1) Natur


    Du hast recht wenn du sagst dass wir alle in der selben Natur Imkern
    (Auch ich kann mir nicht aussuchen wo meine Bienen hinfliegen).
    Allerdings kann eine Bioimkerei nur dort angemeldet werden wo nur wenige Flächen in der Umgebung konventionell bewirtschaftet werden.


    2) Varroabehandlung und rückstandsfreies Wachs


    Bei der Varroabehandlung wird genau vorgegeben welche Mittel verwendet werden dürfen. und das Wachs jedes Jahr auf Rückstände hin untersucht. (Was bei der Umstellung auf "BIO" die Erneuerung des kompletten Wabenbaus bedeutet wegen der Apistan Altlasten;heist bei euch Perizin oder so)


    3)Winterfutter


    Es muss Zucker aus bilogischem Anbau gefüttert werden was zwar für die Bienen keinen Unterschied macht aber dem Umweltschutz dient. (Dünge Spritzmittel)


    4)Jährliche Kontrollen


    Der Honig muss gewisse Werte aufweisen.


    Wasser max. 18%
    HMF 0
    Invertase mind. 50 U mg


    Desweiteren dürfen nur Holzbeuten verwendet werden.
    Auch die Bienenrasse muss dem Land entsprechen (Carnica Meliffera Buckfast)und das schneiden des Flügels von Königinnen ist verboten.
    Weiters ist der Königinnenzukauf nur beschränkt möglich.


    ect...ect...ect....


    Das nur ein kleiner Auszug!!!!!!!!!!!1


    Ich will nicht behaupten dass Bio Honig besser ist oder schmeckt aber du musst akzeptieren dass manche sich eben die Mühe antun (ich hab nur 15 Völker) und sich eben über die Schulter schauen lassen und gegebenenfalls auch auf die Finger klopfen lassen müssen .


    Desweiteren habe ich die Gewissheit dass ich alles in meiner Macht stehende getan habe um Honig in Topqualität zu ernten.


    Es ist nicht so dass man sich anmeldet bezahlt und schon ist man Bio Imker!!!!!!!!! (24 Monate Umstellungszeitraum)


    MFG aus Tirol

    15 Völker , 900m Seehöhe
    nur Standbegattung, Carnica Buckfast Mellifera Mischung, Holz DNM Auszugsbeuten ,


    In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare "Aristoteles"

  • hallo,
    nun ich tue mich auch schwer mit dem bio.


    (wo nur wenige Flächen in der Umgebung konventionell bewirtschaftet werden. )


    wer legt fest wieviel prozent der flächen bewirtschaftet werden, es dürfte dann dort nur biologisch sein und nicht gespritzt werden und das im umkreis von 5km sonst können sie auf einem falschen gebiet fliegen und nischt iss mit öko.
    Der rest wie keine chemie bei der varoabehandlung,honig bis 18%, wachskreislauf ist für jeden imker der wirtschaftlich arbeitet und seinen honig an den mann oder frau bring selbstverständlich.


    Biozucker, hmm da kann ich leider nichts zusagen wie die belastungen des zuckers gegenüber des biozuckers aussehen falls es welche gibt.


    Das nur die ursprüngliche beheimatete bienen im einsatz kommt muß ich sagen finde ich ok und ein punkt der sich unterscheidet . Ist hier in deutschland die dunkle biene und wer wert auf den ökologischen stempel legt sollte ihm auch nur bekommen wenn er die heimatliche rasse führt.


    Holzbeuten ist auch ok, habe ich grundsätzlich auch.


    Aber Bernhard wenn es um "DIE ÖKOLOGISCHE BEUTE " geht dann mußt du es wie die alten zeitler tuen und die bienen im holen baumstamm halten. Weil das eigentlich die ursprüngliche behausung unser biene ist. Da brauch man nichts erfinden und mobiele rähmchen sind da auch fehl am platz. Ist aber wegen der heutigen varoa nicht mehr möglich. Aber wenns dir spaß macht wünsch ich dir viel glück.
    gruß stugger

  • Moin Pauli Michael,


    was meinst Du mit "Honigqualität: HMF 0"?


    Wie soll das denn gehen? Und für welchen Zeitraum soll das eingehalten werden? Es gibt schon keinen Honig gänzlich ohne HMF und innerhalb einer durchaus angemessenen Lagerfrist steigt der sogar noch erheblich an, besonders, wenn im Honig die Invertase weiter aktiv bleibt und weiter Fructose ausspaltet. (aus der das Hydroxymethylfurfural ja erst entsteht) Selbst ganz toller Bio-Honig kriegt im Glas also HMF und nicht zu knapp. Ist es also nach einem Lagerjahr dann ganz sicher kein BIO-Honig mehr. Das wär' dann aber schlecht, weil es sich bei "BIO" um eine zugesicherte Eigenschaft handelt mit der der Verkäufer einen Wettbewerbsvorteil anstrebt und der Kunde einen Gewährleistungsanspruch auf die Zugesicherte Eigenschaft hat. Daß diese sicher verloren geht, ist aber bereits ein imanenter Mangel beim Gefahrenübergang. Oh, das wird ein Problem. Denn der Verkäufer weiß ja, daß sein Produkt nicht mangelfrei ist und bleiben wird und verkauft es trotzdemn als BIO. Wenn jemand aber etwas verkauft und den Mangel seinem Kunden verschweigt oder ihn ganz bewußt über die Beschaffenheit eines Produktes täuscht, um sich damit einen Vorteil zu verschaffen, dann hat das sowohl zivil- als auch strafrechtliche Folgen. Und daß der Kunde getäuscht wurde, wenn er nur BIO-Honig kaufen wollte und eben keinen andern und der aber schon Tage später kein BIO-Honig mehr ist ja garnicht sein kann, das ist ja sonnenklar.


    Wer also "BIO" auf seinen Honig schreibt und damit HMF 0 meint und gleichzeitig ein "Mindestens haltbar bis" ist also mindestens ein unredlicher Kaufmann ohne Anspruch auf Bezahlung oder vielleicht sogar ein Betrüger. Ich würde mir also solche "HMF 0" - Aussagen verkneifen und logischerweise auch nicht unter einem Siegel verkaufen, dessen Verwendung "HMF 0" impliziert.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich habe gelesen das in einem Test in England mehrere Bio Honig Sorten hatten das höchste HMF. Der Grund -Biohonig geht nicht so schnell weg von Regalen weg (der Preis ist höher).


    Das HMF 0 ist Quatsch. Ist es wahr das Biohonig hat weniger HMF als der Honig der ist produziert in konventionelle Weise. Doch nicht, oder?


    Ich habe mit einem Bioimker gesprochen (sicher sind noch mehrere, die denken und handeln ähnlich), das Biohonig ist 100% pur und andere Honig ist Scheisse. Die erzählen das natürlich auch Ihren Kunden. So wird der Image von Honig beschädigt und es kann auch zurückschlagen.


    Der normale Verbraucher hat sehr wenige Wissen von Honig und man kann die leicht betrügen und Quatsch erzählen. Das Vertrauen zurückzugewinnen ist viel schwerer.....


    Imkergrüsse aus Lettland!


    Ainars

  • Moin Ainars,


    ich denke genau wie Du!

    Ainars schrieb:

    Ist es wahr das Biohonig hat weniger HMF als der Honig der ist produziert in konventionelle Weise. Doch nicht, oder?


    Jedenfalls keine ich keinen Grund warum das so sein sollte. Im Volk unterscheiden sich weder Temperatur noch Tracht und wenn der konventionelle Imker seinen Honig volkswarm schleudert, siebt und anschließend noch rührt oder gleich abfüllt, dann unterscheidet sich die Verarbeitungskette nicht vom BIO-Imker. Weshalb sollte dann weniger HMF im BIO-Honig sein? Oder gibt es inzwischen eine Möglichkeit für BIO-Imker HMF aus dem Honig wieder zu entfernen? Schließlich wollen sie ihren Honig als HMF-frei verkaufen. (Oder das ist eine Forums-ente) Aber umarbeiten dürfen die den Honig doch nicht. Wie kann das also gehen? Eigentlich müßten die HMF-Werte sogar deutlich höher liegen als bei konventionellen Imkern. Schließlich ist der Honiganteil der über Winter in den Völkern bleibt und damit älter wird (genau wie im Regal) wesentlich höher als konventionell. Und die Trennung Futter / Honig erfolgt in Folge dessen auch nicht so streng, warum auch. Es wird also durchschnittlich älterer Honig geschleudert und es gilt je älter desto mehr HMF.


    Vielleicht klärt das mal ein BIO-Imker oder das mit "HMF 0" war wirklich nur ein Schreibfehler? :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • :oops::oops::oops: 
    Möchte mich vielmals entschuldigen !!!!!!!!!!!!!
    Mir ist klar das ein Honig einen gewissen HMF Wert aufweist.
    Passierte im Eifer des schreibens.
     :oops:


    Zu Ainar: Ich glaube das auf der ganzen Welt von Imkern guter Honig produziert wird und ich habe schon in meinem ersten Posting darauf hingewiesen das auch "konventioneller " Honig eine sehr gute Qualität haben kann. Nochmals entschuldigung für die HMF Katastrophe die ich angerichtet habe!!!!

    15 Völker , 900m Seehöhe
    nur Standbegattung, Carnica Buckfast Mellifera Mischung, Holz DNM Auszugsbeuten ,


    In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare "Aristoteles"

  • Zum HMF: Es sollte kleiner 5mg/kg zum Zeitpunkt der Untersuchung heisen.


    Gruß aus Tirol

    15 Völker , 900m Seehöhe
    nur Standbegattung, Carnica Buckfast Mellifera Mischung, Holz DNM Auszugsbeuten ,


    In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare "Aristoteles"

  • Hallo Bernhard,


    ich trage mich auch mit dem Gedanken einige Topbar-Beuten zu konstruieren, eher zu experimentellen Zwecken. In Ostafrika (vor allem Kenia und Tansania) ist dieser Beutentyp sehr weit verbreitet. Hier ein Bild aus der Sikonge in der Nähe von Tabora (in Zentraltansania) mit Imkerin und Topbar-Beute [http://www.wild-und-honigbienen.de/url]. Die Beuten werden hoch in Bäume gehängt als Schutz gegen Honigdiebe (einschließlich Menschen), aber vor allem wegen der (nach)mittäglichen Hitze in Äquatornähe.
    Bin gespannt etwas von Deinen Erfahrungen zu hören.


    Viele Grüße,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)