Ableger von Varroa erledigt?

  • Hallo!


    Mit der Königinnenzucht scheint es heuer nicht so recht zu klappen. Zuerst hatte ich damit zu kämpfen, dass die Bienen die Weisezellen nicht annehmen wollten, dann ist ein Begattungsableger samt junger Königin abgehauen und hat eine volle Wabe mit verdeckelter Brut zurückgelassen und jetzt schon wieder was.
    Am Freitag habe ich einem anderen Begattungsableger Futterteig gegeben. Das Völkchen war ok, Königin vorhanden, nur die Futtervorräte waren knapp. Heute wollte ich diese kleinen Völker mit Bienenwohl behandeln, damit ich die Waben später anderen Völkern zuhängen kann ohne gleich Massen an Milben zu verfrachten.
    Da war's schon wieder eins weniger. In nur drei Tagen hatte sich ein weiterer Ableger "aufgelöst". Nur paar Arbeiterinnen waren noch da; außerdem eine Hand voll verdeckelter, nicht geschlüpfter Zellen, Honig in der Wabe, eine Mittelwand teils ausgezogen - bloß keine Bienen. Alles in allem deutet es auf einen Zusammenbruch durch Varroa. Kann das sein?
    Wenn's tatsächlich so ist, wird es das Muttervolk wohl auch nicht mehr lange machen. Behandeln kann ich nicht, weil die Sonnenblume (gerade) noch blüht.


    lg, Stefan

  • Hallo Stefan,


    ob es wirklich die Varroa ist kannst du eigentlich schon daran erkennen ob in der Brut welche ja noch vorhanden ist Milben zu finden sind!


    Du nimmst dazu eine Entdeckelungsgabel und holst die schlüpfende Brut damit raus!


    wenn du dann schnell auf der unterseite nach siehst müßen dort Milben rum rennen!


    wenn du aber keine findest, dann war es bestimmt was anderes, das deine Bienen gekillt hat!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Moin gazdin,


    gazdin schrieb:

    ... Behandeln kann ich nicht, weil die Sonnenblume (gerade) noch blüht.


    Spricht da der Geiz? Wenn Völker deutliche Varroaanzeichen zeigen, ist Abbruch des Honigjahres angesagt, allerdings ist es da meist ohnehin zu spät. Genau dieses Abwarten und Abfliegen-lassen führt übrigens immer zu den verheerenden Reinvasionen in gesunde Völker der Nachbarn. Deshalb können die Standimker die Spättracht-Wanderer nicht leiden. Die lassen in Sonnenblume und Goldrute die Völker unbehandelt ins Stadium der Brutschäden laufen, weil sie zu Hause ohnehin die Jungvölker stehen haben und der Standimker hat sein Bienenjahr abgeschlossen und behandelt und ihm gehen die Völker dann auch mit hohen Milbenlasten in den Winter. Toll und Danke Allerseits!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry
    Dann erkläre mir bitte mal, wie man in einer Spättracht (z.b Weißtanne), seine Völker behandeln soll?.
    Das einzige, was mir dazu einfällt, wäre abschwefeln. Aber das bringe ich als "nicht jede einelne Bienen-Retter" aber nun doch nicht übers Herz.
    Ich kabn doch nur nach der Tracht noch das behandeln, was übrig geblieben ist. (3 mal, dein Argument aus dem anderen Beitrag sehe ich ein ;-) )

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo gazdin


    Schwache Völker um diese Jahreszeit ohne Futter sind meist leichte Beute für Wespen und Räuberbienen! Man findet meist nur noch einige Restbienen und natürlich den Rest der Brut die wenn man ein Paar Tage wartet von den Wespen auch noch entsorgt wird !


    Grüße aus Thüringen


    Rüdiger

  • Hallo!


    Henry :
    Nun, ich imkere vermutlich noch nicht so lange wie du (nach 5 Jahren seh ich mich noch als Lehrling) und habe deine Beiträge immer als bereichernd empfunden. Nur schade, dass sie immer so bissig sind. :( Das Gift würd' ich dort lassen, wo wir ohnehin genug davon haben und wo es hingehört. Weil wir manchmal gestochen werden, müssen wir nicht auch immer gleich stechen. Und ... der Standimker bin in diesem Fall ich selbst. (Bevor jetzt wieder was kommt: Ich bin förmlich umzingelt von einem jungen Erwerbsimker, der bisher noch nicht darüber geklagt hat, dass seine Völker zu Hauf das Zeitliche segnen.)
    Nichts für ungut. Diesmal habe ich eben mein Fett abbekommen. Und ich kann damit leben.


    Ich glaube nicht, dass es Räuberei war. Die kenn ich nur zu gut; das ganze Futter war noch da, keine wie im Rausch wild herumfliegenden Bienen, keine Wespen, etc.
    Das war jetzt schon der zweite Ableger, der plötzlich weg war; eine andere Beschreibung fällt mir dazu nicht ein. Was es war? Keine Ahnung. Aber ich bleibe drann und beobachte die Sache. Einen solchen Begattungsableger gibt es noch. Mal schauen, was aus dem wird.


    lg, Stefan

  • wenn ich das aber von gazdin etwas genauer interpretieren tu, dann ergeben sich für mich da zwei Dinge:


    entweder waren da schon vom Frühjahr/Winter so viele Milben in seinen Völkern, daß der Ableger an Varroa zusammen bricht, oder es ist was ganz anderes als die Varroa!


    Bei mir gab’s letztes Jahr und auch 2003 große Probleme mit der Königinnen Aufzucht!
    Die Königinnen sind einfach nicht geschlüpft manchmal nur die Hälfte manchmal eine ganze Serie nicht! und dann klappe es wieder, und bei der nächsten Serie wieder nicht!


    ich hab schon an meinen Fähigkeiten gezweifelt! und viel nach gedacht was alles als Ursache in betracht zu ziehen ist!


    Dieses Jahr bin ich nicht in den Raps!


    Und dieses Jahr hat die Königinnenzucht bestens geklappt ob wohl es oft viel zu kalt war!


    Dieses Jahr gedeihen auch meine Ableger wieder so gut, daß ich sie nicht mehr verstärken muß um zu Überwinterungsfähige Einheiten zu werden!


    Also noch mal zu Problem gazdin!


    Wenn es die Milben sind, die hier die Probleme machen, dann müsste man in der Brut auch welche finden! und zwar nicht wenig!


    sind da aber mit oben beschriebener Methode keine Milben zu finden, dann tipp ich doch eher auf Vergiftung bzw. Schwächung durch Pflanzenschutz!


    Man bedenke, daß es eine sehr große Zahl an Pflanzenschutz-Mittel gibt, welche als Bienenungefährlich in die offene Blüte gespritzt werden darf!


    Wie gut aber die Bienen (Königinnen) welche mit solch kontaminiertem Pollen aufgezogen wurden sind kann keiner so genau sagen!


    Was viele auch nicht wissen ist, daß wenn man solche Mittel mit einem oder zwei anderen mischt, daß diese dann mit unter Wirkungen zeigen bei den Bienen. Wenn auch nur schleichende!


    Und jetzt in diesem Zusammenhang die Frage:


    Warum vertragen unsere Bienen immer weniger Milben?


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Moin Stefan,


    gazdin schrieb:

    ... deine Beiträge ... immer so bissig sind.


    Tut mir Leid, daß es Dich getroffen hat (und daß meine Beiträge immer so giftig sind) Ärger Dich ma nich. Ich kann halt nicht die Weichspültour.


    Wenn Du denkst es ist Varroa (und so sagt es die Überschrift) dann gibts im Bieneninteresse nur eines: Behandeln und Honig (so nicht noch oder schon entnehmbar) ausbuchen. Zum Glück für die Bienen und zum Pech für den Honigimker. So sag' das nicht nur ich, so sagt das auch der Liebig.


    Guido : Ich will mir nicht anmaßen eine perfekte und bewährte Lösung für Waldtrachtimker vorzuschlagen, weil mein West-Sachsen nun leider nicht zu den speziellen Waldtrachtgegenden gehört. Ich weise lediglich darauf hin, wie auch hier die gängige Praxis aussieht und welche bösen Folgen sie hat. (Ich verlange vom Musikkritiker nicht daß er singen kann. Falsche Töne darf er dennoch monieren. :wink: ) Ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, Vollvölker bis über den September ohne Behandlung unterhalb einer im Winter tödlichen Schadschwelle zu halten, weiß ich nicht. Daß aber bei Berufsimkern, ganz klar sortiert wird, in Wagen die weiter unbehandelt in der Spättracht zum Einsatz kommen und solchen die behandelt und früh aufgefüttert werden, das weiß ich. Und da gibt es dann die Möglichkeit stark befallene entweder früh zu behandeln und raus zu nehmen oder eben ganz auf die Behandlung zu verzichten und in der Goldrute und danach noch zu verheizen. Beim Berufsimker nennt man das aber nicht Honiggeiz, sondern Betriebsweise. Und falls so ein 36- oder 40-Völker-Trümmer in der Nähe eines Standimkers zur Räuberei einlädt oder sich teilweise abfliegt ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder