Fragen aus Korea: Ueber Ameisensaeure-Behandlung

  • Liebe Imkerfreunde, ich gruesse euch aus Korea. Heute habe ich zwei Fragen ueber Ameisensaeure zu stellen.


    1. Beim Lesen ueber die Behandlung mit Ameisensaeure gege Varroa taucht oft eine Information ueber die Fuetterung. Z.B. “Vor dem Behandlungsbeginn im August ist eine einmalige Fuetterung der Voelker empfohlen. Nach dieser Behandlung koennen die Voelker fertig aufgefuettert warden” Meine Frage ist, was ist dann passiert, wenn die Voelker bei der Behandlung gefuettert werden? Warum empfiehlt man, bei der Behandlung nicht zu futtern?


    2. Korea ist zur Zeit die Regenzeit. Darf man bei Regenzeit auch problemlos Ameinsensaeure anwenden. Gibt es irgendwelches, was ich bei Regenzeit merken sollte?
    Ameisensaere-Behandlung ist in Korea relative fremd. Wir brauchen viele Informationen von euch. Ich glaube, ihr hat bereits viele Erfahrungen gesammelt oder?


    Liebe Gruesse aus Korea
    Chae

  • Hallo Chae,


    in Deutschland werden die Bienen (vermutlich wie überall auf der Welt) im Wesenlichen mit flüssigem Futter aufgefüttert. Durch die hohe Feuchtigkeit des offenen Futters sinkt die Ameisensäurekonzentration in der Luft und die Wirkung ist nicht zuverlässig.


    Wie das mit der Regenzeit ist, kann ich nicht sagen. In Deutschland darf es nicht kalt (<15 Grad) und nicht wärmer als 25 Grad sein. Ich weiß aber nicht wie sich die Luftfeuchtigkeit auf den Behandlungserfolg auswirkt und die ist in Deutschland immer sehr niedrig.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo!


    Ich denke, bei viel Regen und hoher Feuchtigkeit wird die Behandlung mit Ameisensäure nur schlecht funktionieren. Soweit ich mich erinnere, zieht Ameisensäure Wasser an - logischerweise wird dadurch die Säure verdünnt.
    Mich hat einmal während einer Behandlung im August nasses (und kaltes) Wetter erwischt. Ich habe von unten mit dem Universalverdunster behandelt. Nach den paar Tagen Regen waren die Verdunster voller Wasser. Ich konnte es richtig ausleeren.
    Was eventuell funktionieren könnte, wäre eine Behandlung von oben mit Schwammtuch.
    Was meinen die anderen dazu?


    lg, Stefan

  • Hallo Chae


    Warum versuchst du es nicht mal mit der Verdampfung von Oxalsäure? Bei so hoher Luftfeuchtigkeit ist das die ideale Behandlungsmethode. Sobald die OS verdampft, verteilt sich der Säurenebel in der Beute und in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit setzt sie sich als mikroskopisch feiner Säurebelag überall (an Bienen, Waben und Beute) ab und tötet die Varroa, sobald sie damit in Kontakt kommt.
    Diese Behandlung ist für die Bienen keine Belastung im Gegensatz träufeln oder sprühen der OS.
    Hierbei brauchst du auch nicht darauf achten ob es zu warm oder zu kalt ist, wie bei der Ameisensäure, solange kein Frost ist.


    Gruß Günter


    PS: Falls du nach einem Verdampfer suchst, schaue im Internet unter „Varrox“ oder unter „Oxalic acid JB200“. Beide sind gleich gut, den JB200 bekommst du vom Hersteller frei Haus geliefert.

  • Soweit ich informiert bin, kommt eine Oxalsäurebehandlung generell nur in der brutfreien Zeit in Betracht. Oder täusche ich mich da?

  • Hallo allerseits!


    Zitat


    Diese Behandlung ist für die Bienen keine Belastung im Gegensatz träufeln oder sprühen der OS.


    Warum?
    Wenn ich im Winter den Kasten kurz aufmache um ein paar ml Oxalsäure zu träufeln ist das bestimmt nicht weniger störend als diese verdampferei.
    Und es ist einfach.


    Außerdem scheinen alle hier zu vergessen, das Oxalsäure im verdampften Zustand giftig ist, beim einathmen und so! Im Labor wird mit Gasmaske gearbeitet. Ich käme mir komisch vor, mit voller Schutzmontur (Gasmaske,..) vor meinen Beuten zu stehen. Wenn das mein Nachbar sieht, will der meinen Honig nicht mehr kaufen. Bei der Träufel methode ist das nicht so. Hier geht miene eigene Gesundheit vor!
    Ausserdem ist der Behandlingmehrerfolg sehr gering.


    Nun, etwas vom Thema abgekommen, aber musste ich mal loswerden.


    Manuel

  • @ Manuel


    der Verdampfer wird durch das Flugloch geschoben und dann der Eingang abgedichtet. Sollte doch etwas Dampf durch Ritze aus der Beute austreten ist das beim elektrischen Verdampfer kein Problem. Ich benutze ein langes Kabel und bin nicht in der Nähe der Beuten.
    Wenn du schreibst, die Behandlungserfolg sei sehr gering, muss ich dagegen halten, dass du noch nicht viel Ahnung hast. :wink: 
    Studiere mal die folgende Webseite http://www.mellifera.de/oxneu.htm


    Günter


    Bienen seit 1974, will nun mit 50 Völkern in den Winter. Letzte Winterverluste durch Varroa NULL.

  • Moin!


    Ach so, duchs Flugloch, das ist doch etwas anders als ich mir das vorgestellt hatte.
    Ich wollte hald nur wiedergeben, was bei uns im Imkerverein immer wieder betont wird. Oxalsäure im Verdampften Zustand eingeatmet ist giftig und gefährlich.
    Deswegen machen wir es nach der Träufelmethode.
    Die Oxalsäure wird für den Verein angemischt und jeder kriegt was er braucht.
    Es ist simpel und ungefährlich. Mann braucht nur eine grosse Spritze und keinen Strom am Stand.


    Zitat


    Wenn du schreibst, die Behandlungserfolg sei sehr gering, muss ich dagegen halten, dass du noch nicht viel Ahnung hast.


    Da würde ich dich bitten genauer zu lesen. :(
    Ich schrieb Behandlungs _ mehr _ erfolg. Der zusätzliche (!!) Milbenfall im Vergleich zum verdampfen ist minimal und für mich nicht ausschlaggebend. Bei beiden verfahren werden so gut wie alle Milben erledigt.


    Ich bin bis jetzt gut gefahren, wir ich es bis jetzt gemacht habe. Nach dem schleudern Ameisensäure und im Winter Oxalsäure geträufelt. Da bleiben nicht viel Varroen über.


    Manuel