Beutenaufbau umgedreht?

  • Guten Morgen,


    mich treibt grade die Frage um, ob man im Magazin den Aufbau nicht auch komplett umkehren kann.


    Also Boden, 4-6 HR, dann 2-3 BR und Flugloch ganz oben, knapp unterm Deckel?


    Weil man ja öfter in die BR gucken muß als in die HR, und mir nach dieser Saison mit vielen HR rauf- und runterwuchten doch der Rücken ziemlich wehtut.
    Mechanisierung wäre da zwar auch eine Möglichkeit, geht aber sofort sehr ins Geld.


    Wenn sie sich daran halten, den Honig brutnest- und vor allem Flugloch-fern zu lagern, sollte das doch funktionieren, oder hat jemand gute Argumente dagegen?


    (Und wenn man der Theorie zustimmt, daß die Volksstärke sich nach dem verfügbaren Raum richtet, wäre es sogar empfehlenswert, die geleerten HR wieder unterzustellen und über die ganze Saison da zu lassen, inklusive Winter, auf daß das Volk in der nächsten Saison schön groß wird....mal so als theoretische Überlegung).


    Einer der dahinterstehenden Gedanken ist der, daß aufgesetzte Zargen mit MW oder StarterStrips deswegen so schlecht angenommen werden, weil die Baubienen sich für ihre Verhältnisse entsetzlich weit vom Volk entfernen müssen.
    Meiner Meinung nach werden diese leeren Zargen deshalb durch das Umhängen von Waben von unten nach oben besser angenommen, weil dann wenigstens schon ein paar Bienen mehr oben sind....


    Die Baubienen bauen ja von oben nach unten. Kommt der neue Raum unten drunter, behalten sie den Kontakt zu allen anderen, ohne diesen Bruch des bienenleeren Raums dazwischen.


    In meinen Augen wäre es eine große Verlockung, die Bruträume ziemlich oben zu haben.
    Und bei meinen Beuten auch kein Akt, die umzubauen.
    In den Boden lediglich die 4. Leiste, um ihn zuzumachen, und in eine Zarge ein Flugloch. Ende.
    Alles umstapeln und fertig.


    Was mich allerdings bei meinen Gedankenspielen noch stört: dann liegt der ganze Müll wie im Baum auf dem Boden und gammmelt da vor sich hin, hygienisch ist dann nicht unbedingt....
    Und eine komplizierte Schublade will ich dafür eigentlich nicht einbauen, das würde die ganze schöne Einfachheit ruinieren. Da bleibt dann nix anderes, als alle paar Wochen mal abzubauen und den Boden zu wechseln, oder?


    Ich würde mich freuen, eure Gedanken dazu zu lesen!
    Falls jemand über so etwas schon in der Literatur was gefunden hat, wäre ich für Hinweise dankbar.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin sabi(e)ne,


    was du dir das ausgedacht hast funzt leider nicht ganz, jeder weiß das Bienen Futter, Honig Fluglochfern ablagern.
    Dazu werden die unteren Räume leerbleiben, weil Bienen nach oben und nach hinten eintragen, und nicht nach unten, wenn dann nur zur zweischenlagerung.

  • Michael2 :


    wenn das Flugloch Höhe Oberträger fast unterm Deckel ist, wo sollen sie denn da noch was nach oben eintragen?
    Und "hinten" ist irgendwann voll, also werden sie wohl nach unten müssen....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    ... der Boden hat dann ... nur noch Gitterboden ...


    Hallo Sabi(e)ne,


    bei meinen Lagerbeuten befindet sich im hinteren Beutenteil ein kleiner Gitterboden, der für die Belüftung im Winter gedacht ist.
    Wenn er im Frühjahr zu lange offen bleibt, dann wird das Brutnest gelegentlich auch "fluglochfern" bei dieser "Frischluft-Zufuhr-Nähe" angelegt.


    Wie der Lüneburger Stülper mit oben (am Beginn der Rundung) liegendem Flugloch zeigt, ist ansonsten deine Idee ein Versuch wert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Sabine !


    ´wirst lachen, aber die selbe Idee hatte ich auch schon, haargenau. Die Überlegung war auch, die Schwärmerei besser einzudämmen. Man könnte ja ohne Absperrgitter ständig eine neue Zarge mit Baurähmchen aufsetzen, sowie die vorhergehende ausgebaut ist. Das Volk würde ständig bauen wie ein Schwarm, nicht auf "dumme Gedanken" kommen und die unteren Zargen beim Auslaufen der Brut gleich voll Honig machen. Was mich bisher abgehalten hat, es zu versuchen: Wir haben im Frühjahr oft üble Kälteperioden wo man sich nicht getraut, komplett leere Zargen aufzusetzen. Man müßte es aber wirklich schon bei der Obstblüte tun, weil es sonst bezüglich Schwarmstimmung zu spät ist. Na ja, seit zwei Jahren nehme ich´s mir immer wieder vor :P . Vielleicht nächstes Jahr....


    lg
    Stefan

  • Hallo, Stefan,


    nein, da unterscheiden sich unsere Gedankengänge gewaltig.


    Was ich mir denke, ist "den hohlen Baum" simulieren und von Anfang an ein ziemlich großes Volumen vorzugeben und das auch so stehenzulassen.
    Also nix mit "neue Zarge aufsetzen".
    Den Schwarmtrieb kriegst du damit auch nicht verhindert, das ist eine elementare biologische Funktion wie Hunger oder Durst, den kann man nur nutzen, aber nicht bekämpfen.


    Mir geht es dabei auch weniger um Schwarmverhinderung, sondern um das Optimum für die Bienen bei gleichzeitiger Rückenschonung für mich.
    Mit Lagerbeuten kann ich mich nur sehr begrenzt anfreunden, TBHs zum Ausprobieren ja, aber nicht für alle und auf Dauer.


    Wenn ich mir die Fotos von wilden Schwärmen ansehe, erkenne ich bei allen eine starke vertikale Ausrichtung mit relativ klar abgegrenzten Bereichen, deren Nutzung im Lauf des Jahres durchaus wechselt.
    Und natürlich bin ich da durch Denis Murrells präzise Beobachtungen beeinflußt.


    Ich möchte einfach wissen, ob mit dieser vertikalen Ausrichtung mit Flugloch oben , Brutnest ziemlich oben und alles andere unten sich die Bienen wohler fühlen, was sich dann durchaus auch in höheren Erträgen zeigen darf ,-)


    Außerdem muß ich wesentlich öfter den Brutraum kontrollieren als die Honigräume und da wäre es schon nett, die Kilos unten zu haben.


    Frieder Hummel :
    genau von den Körben hab ich die Idee ja ;-)


    Ich erhoffe mir zusätzlich bessere Überwinterung, wenn die Traube viel weiter vom Boden wegsitzt als normal.
    Und ich spekuliere darauf, daß sie durch die Möglichkeit des relativ unbegrenzten Platzes nach unten das Brutnest mit den zu erzeugenden Winterbienen länger offenlassen und somit auch stärker in den Winter gehen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    mit der besseren Überwinterung würde mir keine Hoffnung machen, das wurde alles schonmal ausprobiert. Überwinterung bodennah und auf Podesten etc. Auch ist die Aufzucht von Winterbienen kaum durch Platzmangel limitiert, außer man macht was falsch. Ansich aber eine gute Idee zum Ausprobieren! Probleme würde mir der Anflug der Bienen bereiten. Landen die dann in Gesichtshöhe an die Beute? Wo landen die Tiere, wenn das Flugloch und eine Brutraumzarge bei einer Nachschau abgestapelt wird? Wo sitzen die Wächterbienen? Wo halten sich die Sammelrinnen in trachtarmer Zeit oder bei schlechtem Wetter auf, durchängen können sie kaum, sind dann alle oben? Das wäre ziemlich eklig, sich durch einen Bienenpelz an die Waben zu kämpfen. Spannend wäre auch die Frage nach dem Wassergehalt. Hat der Honig bodennah mehr oder weniger Wasser? Wie klappt das mit der Ameisensäure? Nur noch Schwammtuch von unten möglich? Wie geht das mit dem Auffüttern? Füttern von Oben oder Unten?
    Gruß
    Simon

  • Hallo, Simon,


    Zitat

    Landen die dann in Gesichtshöhe an die Beute? Wo landen die
    Tiere, wenn das Flugloch und eine Brutraumzarge bei einer Nachschau
    abgestapelt wird?


    Ja, so ungefähr. Ich denke nicht, daß die Nachschau so das große Problem wird, ich drösel ja nicht jeden Tag stundenlang alles auf ;-)


    Zitat

    Wo halten sich die
    Sammelrinnen in trachtarmer Zeit oder bei schlechtem Wetter auf,
    durchängen können sie kaum, sind dann alle oben?


    Wieso können sie nicht durchhängen???Bei mehreren Ablegern (normal, Flugschlitz unten) hängen sie übrigens an der gesamten Vorderfront hoch ab, das hört immer erst nach dem Aufsetzen der zweiten Zarge auf...


    Um den Wassergehalt im Honig mache ich mir noch keine Sorgen, frühestens nächstes Jahr ;-)


    Ameisensäure kommt mir bekannterweise eh nicht rein, also auch null Problem.


    Füttern von oben, Futterzarge bienenfrei oder offener Eimer. Unten wäre mir zu ferkelich...;-)


    ich denke, sowas muß man ausprobieren, alle theoretischen Überlegungen sind da nett, aber nicht beweiskräftig.
    Und schaden wird es ihnen kaum, zumindest kann ich auch nach gründlichem Nachdenken nichts entdecken, was dagegen spräche....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin sabi(e)ne,


    ich frage mich vor allem, wo der oder die Vorteile liegen werden oder sollen. (ich bin der Schwarzseher und Gentechnikverteidiger von Dienst und erfülle hier jetzt nur mein Klischee :lol: )


    Wenn denn tatsächlich die HR unten sind, wegen "der Last die Du zu tragen nicht mehr bereit bist" ( :wink: ) dann stellt das doch auch alle anderen Bearbeitungsschritte auf den Kopf. Selbst wenn Du erstmal noch davon ausgehst, daß es für die Bienen Wurst ist, ob sie oben oder unten abfliegen (was es nicht ist) dann muß Du doch irgendwann mal so ein Verkehrt-rum-volk starten. Um das Flugloch in etwa an der selben Stelle zu haben, müssen also gleich leere HR oder Leerzarge drunter. Wann wirst Du aber sehen, ob Du erweitern mußt? Oben sind dann immer Bienen in den Gassen. Gut Du wirst das aus dem Bauch raus entscheiden und unten MW geben. Die Baubienen bauen dann aus der Wärme des Brutnestes raus in die Kälte des Bodens und nicht um Lücken zu schließen sondern nur um sich zu erweitern Das geht nicht oder nur wenn sehr viel Bienenüberschuß dort wärmt. Die normale Bauerneuerung wird also nicht funktionieren. Eine kalte Nacht und Schluß ist mit der Bauerei. (Der Stülper ist unten zu!) Wieviele HR willst Du dann eigentlich einplanen und was passiert, wenn Dir so ein Volk (wie die Töchter der Nr. 25) aufgeht wie Hefekuchen und Du auf 5 oder 6 Zargen erweitern müßtest Du aber ein Flugloch in der 4. Etage hast?


    Wohin die Bienen kehren, wenn es nötig ist? Ein Einlaufbrett am Siemens-Lufthaken vor die Beute gehängt? Nee geht ja nicht, denn wenn Du die HR abschüttelst steht Dein Volk und damit das Flugloch ja irgendwo anders oder umkreist Dich auf der Suche, die Beute ist dann ja irgendwie weg. Und leere Räume mußt Du unten auch wieder zugeben. Nur wieviele? Nach dem Raps setze ich einen HR auf, auch wenn ich 3 runter nahm.


    Kondensatbildung zum Honig/Futter lösen: Wird das so funktionieren, wenn die warme feuchte Luft, die sich immer nach oben schichtet, jetzt nicht mehr zwischen den Futterwaben, sondern zwischen leeren Waben steht und unten kalte und damit trockene Luft liegen bliebe?


    Hauptproblem Zugluft: Wenn der Boden offen ist oder irgendwelche Öffnungen oder Ritzen hat, dann wird durch den Kamin der Beute im Winter die warme Luft zum Flugloch raus verschwinden und Du hast genau das wovor alle seit Jarhunderten warnen - Zugluft in der Kiste. Die Alternative wäre dann geschlossener Boden, dann hast Du auch wovor alle heute warnen.


    Ich habe übrigens noch nie einen Naturbau im Baum oder sonstiger Höhle gesehen, der überwintert hat und weit unterhalb des Flugloches Wabenbau hatte. So 10-15 cm vielleicht mehr nicht. Ich glaube die bauen dort nicht freiwillig weiter, selbst wenn Platz wäre. Das deckt sich auch mit dem Korbe. Dort haben sich die Untersetzer auch nicht bewährt, obwohl es sie gibt und dort ist das Flugloch auch nicht ganz oben.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Sabine !


    Da hat der Henry eben recht mit seinen Einwänden. Einfach alles umdrehen ohne sonst die Betriebsweise zu ändern, wird kaum was bringen. Das ist garantiert schon alles probiert und verworfen worden. Wenn du nicht nach oben erweiterst, wird nicht viel einkommen, massenhaft Honig werden sie nicht nach unten tragen, bin ich mir sicher. Deswegen habe ich eben gedacht, daß man besser aufsetzt und dann die Königin mit ihrem Brutnest mit der Wärme nach oben in die neugebauten Waben ziehen läßt. Die Waben weiter unten bleiben dann trotzdem zunächst belagert, weil ja noch Brut drin ist.
    Warum kannst du dich eigentlich nicht mit Lagerbeuten anfreunden ? Ich hab zwar keine, abe interessant finde ich die auch.


    Stefan

  • Hallo,


    eigentlich ist es doch ein unfassbares Wunder,
    dass es trotz der in diesem Thread genannten Misslichkeiten und Unzulänglichkeiten,
    nach einigen (ca. 5) Jahr-Millionen Höhlenleben, immer noch unsere "Höhlenbienen" gibt ;)


    Bei der Höhle im vermodernden Baum wird das Flugloch kaum vorwiegend unten gewesen sein,
    sondern an jeder x-beliebigen Stelle,
    und auch oben, besonders wenn die Höhle ursprünglich vom Specht gezimmert wurde.
     
    Dann gab es am Höhlenboden statt Flugloch und Gitterboden nur Müll
    (mit entsprechenden Müll verarbeitenden Mitbewohnern),
    oder bei Feuchte evtl. auch ein "Sumpf".

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo zusammen,
    Hallo Sabine,
    Deine Idee klingt gut.
    Mein Verdacht, wie dieses Experiment ausgeht, sieht so aus:
    Die Bienen werden die untergesetzten Honigräume nicht annehmen.
    Sie werden ihr Brutnest fluglochnah weiterpflegen und den Honig in den
    hinteren Wabenbereich einlagern.
    Bei guter Tracht wird Dir das Brutnest verhonigen.
    Einzig das Herunterhängen von verhonigenden Brutwaben und der Ersatz
    von Mittelwänden oder Leerwaben könnte dieses verzögern.
    Dem widerspricht , das es für Stülper auch Untersatzringe gab.
    Ähnliches gab es früher bei uns in der Senne.
    Die Körbe wurden direkt auf den Boden gestellt.
    Die Bienen haben sich bei Platzmangel Raum in die Erde verschafft.
    Aber diese Beispiele zeigen auch nur eine Erweiterung des
    B R U T R A U M E S n a c h u n t e n .
    Damit hat man sich anfänglich bei Magazinbeuten auch versucht.
    Bis eines Tages jemand fragte, warum man Beuten nicht nach o b e n
    erweitert... Das hat doch auch Vorteile...
    Ich kenne nur zwei Beutenarten, bei denen man ohne Heben des Honigraumes an den Brutraum kommt: Hinterbehandlungsbeuten und
    Lagerbeuten. Und erwähnte Stülper.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • hallo sabine
    die Idee ist sehr verlokend
    aber wenn du erweiterst also den honigraum gibst must du 2räume heben
    dein flugloch ist nicht mehr an der selben stelle die bienen haben probleme es zu finden oder verfliegen sich sogar
    aber wenn du eine durchsau machst nimst du ihnen das flugloch jetzt wirst du von ihnen direkt als eindringling gesehen und angegriffen
    den alle die in den stock wollen müssen ja an dir vorbei
    dies ist meine meinung vieleicht habe ich deine idee aber auch falsch verstanden hätte dann gerne eine erklärung
    hoffe dir geholfen zu haben
    mfg.volle