Warm-und Kaltbau in einer Beute

  • Was meinen die Bienenexperten: ist es möglich Warm- und Kaltbau in einer Beute zu installieren?


    Den Brutraum im Kaltbau, den Honigraum im Warmbau? Dabei soll der Honigraum nicht über sondern neben dem Brutraum installiert sein. Gibt es schon solche Beuten?


    Wie sieht es im Wildbau aus: bauen die Bienen den ganzen Hohlraum mit geraden Waben aus, oder gibt es Wellen oder rechtwinklig angelegte Waben? Werden die Randwaben dann überbrückt?


    Würde eine solche Anordnung in Magazinen funktionieren (Brutraum kalt, Honigraum warm)?


    Freue mich auf Antworten unserer Experten hier im Forum


    Bernhard Heuvel

  • Moin, Bernhard,


    möglich ist alles....aber ist alles unbedingt sinnvoll?


    Wenn du, wie ich mal annehme, mit Rähmchen arbeiten willst, verkomplizierst du deine Beute damit bautechnisch sehr.


    Ob die Bienen das dann auch so annehmen, wie du dir das denkst, ist die zweite Frage.
    Diese exakte Trennung von Brut- und Honigraum gibt es ja eigentlich gar nicht, denk kugelförmig! ;-) ..oder wenigstens längsoval.


    Im Wildbau kommt ALLES vor.
    Grade Waben, Waben mit 30° Winkeln, welche mit 90°, gebogene, gewellte, alles einfach...
    Teilweise wird im Kaltbau angefangen und nach der zweiten Wabe im Warmbau weitergemacht oder umgekehrt...
    Wenn du Gelegenheit hast, alte Körbe zu sehen, da ist sowas häufig vertreten...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich hatte mal das Problem, daß ich Völker von DNM auf
    Zander umfrisieren wollte/musste.


    Dazu hatte ich im Frühjahr auf eine Zarge mit DNM eine leere mit Zander
    gesetzt (die alte DNM war eine obskure Handarbeit vom Vorbesitzer,
    die Zander eine Frankenbeute; die Lücken habe ich mit angeschraubten
    Holzleisten überbrückt).


    Bei nächster Gelegenheit kommt dann die alte DNM unten weg, und
    es geht in Zukunft von oben mit Zander weiter.


    Jedenfalls: Den Übergang auf das neue Maß und dabei um 90 Grad
    Winkel zwischen den unteren und oberen Waben haben die Damen
    nicht übelgenommen.
    Etwas viel Verbau, aber das kann auch daran liegen, daß der Abstand
    in senkrechter Richtung vielleicht zu groß war; darum hatte ich mich
    nicht gekümmert.


    mfgkw

  • Moin,


    sabi(e)ne : ganz unsinnig ist das nicht = ich versuche das "nectar management" für TBH anzuwenden.


    Das Prinzip des nm wurde bei vertikal ausgerichteten Beuten angewandt und der Drang der Bienen -Honig über Kopf einzulagern- ausgenutzt. Warum lagern die Bienen den Honig über Kopf ein, fragte ich mich. Ich habe diese Frage für mich so beantwortet, daß die Wärme sich unter der Decke staut - folglich dort im Winter der gemütlichste Platz ist. Im Winter braucht es dort Vorräte, also nix wie rein damit in die Kuschelecke.


    Bei meinen Trogbeuten wende ich einen Trick meines alten Imkerpaten an, um zu überwintern: dort wohin ich die Bienen haben möchte, lege ich ein Schaumstoffkissen in einer aufgesetzten Leerzarge oben drüber ein - und zwar so, daß eine halbkugelige Wölbung durch das Kissen entsteht. Einfach Matte einlegen, in der Mitte wieder anheben - fertig ist die Kugel. Diese Wärmefalle wird immer (!) angenommen - egal, wo die Bienen vorher waren.


    Dort lagern sie den Honig/Zuckerwasser ein und dort überwintern sie auch.


    In der Wildnis gibt es horizontale, vertikale und schräge Höhlungen. Hohle Äste oder Baumstämme. Wenn Bienen diese annehmen, passen sie sich an - egal, ob es die vertikale Höhlung des Stammes oder die horizontale Höhlung des Astes ist. Ich habe noch keine Wildbauten in natura gesehen, kenne aber einige Photos und sehe auch an meinen Trogbeuten und Einraumbeuten, daß horizontal "im Prinzip" gleich vertikal ist. Brutnest fluglochnah, Honig entfernt usw usw..


    Das nectar management lässt sich aber nicht ohne weiteres in die Horizontale übernehmen. Warum? - frage ich mich. Meine erste Vermutung ist die Anordnung der Waben im Kalt- oder Warmbau. Nach oben gesehen, können die Bienen die Löcher (näheres siehe Skript nm) in den Vorräten "entdecken". Dort werden sie überwintern, dort achten sie auf Vollständigkeit der Vorräte.


    Meine Überlegung ging nun in die Richtung die Anordnung der Waben in den Trogbeuten und später in TBH zu variieren, um den Bienen die Möglichkeit "zur Einsicht der Vorräte" zu geben. Der weitere Effekt wäre , daß die Bienen Waben natürlicherweise immer wellig und versetzt bauen - nicht ohne Grund, wie anzunehmen ist! Wärmeregulation, Pflege etc.


    Die Natur ist perfekt, wir können sie nicht verbessern. (auch wenn einige das gleuben). Wir sollten den Bienen möglichst nah an ihrer natürlichen Lebensweise halten. Um trotz natürlicher Haltung genügend Honig zu gewinnen, sehe ich die Erkenntnisse des nectar management als revolutionär an. Das eröffnet Möglichkeiten für die "Öko-" Imkerei.


    Ich möchte ohne Rähmchen und Mittelwänden arbeiten. Diese regeln mir zu sehr den Aufbau des Bienenstocks; Zellgröße, Ausrichtung des Ecken des Sechsecks, Größe und Form der Waben, Ausrichtung der Waben selbst.


    Die ständigen Schwarmkontrollen im Frühjahr sind Imker und Bienen lästig und stellen eine inakzeptable Lösung dar. Das ist doch nur eine Notlösung. Mit dem nectar management ist das gut gelöst.


    Ich mag die Einfachheit der TBHs und möchte nun diese mit dem nm verbinden. Ich suche im Prinzip die wirkliche Ursache für das nectar management. Findet man diese, so müßte das Prinzip auch auf horizontaler Ebene zu verwirklichen sein. Oder wenn wir den Grund nicht finden, dann möchte ich versuchen, eine vertikale TBH zu bauen ;o)


    Mal sehen, was eure Gedanken dazu sind!



    Bernhard Heuvel

  • Moin Bernhard,


    mein Gedanke dazu, und zwar zum Hauptthema, ist, daß es solche Beuten als Hinterbehandler gab und gibt. Den Bienen ist es offensichtlich egal, ob die Waben im Sommer im HR über dem Gitter anders stehen als im BR.


    Zu Deinem zweiten Beitrag drückt dieser Smily --> :lol: meine Gedanken ganz gut aus. Und ich frage mich natürlich, wo man denn leere unbebrütete Riegel-oben-Waben hernimmt, wenn man die im Herbst zerquetscht hat. Daß man leere Waben für's nm aus dem ls vom mr. w braucht, haste ja sicher gelesen. Wie macht man das Mosaik-speicherbild in nur einer Etage? Und wie verhindert man daß aus TBH unterhalb der oberen Etagen BBH werden?


    Wieder Bienenexperimente - Schade, daß die nicht präventiv stechen. :cry:


    Wenn Du noch nie wilden Naturbau gesehen hast, dann nimm' wenigstens mal ein Buch zur Hand. Möglichst ein altes. Weil Blinde, die über die Sonne reden, Bedauern erzeugen und keine Hochachtung. Ich werd bei Dir immer das Gefühl nicht los, daß Du gleichzeitig mit der Aufnahme in die Fahrschule, Deine Bewerbung zu Formel-1-Teams abschickst und denen auch gleich noch paar Tipps gratis schenkst.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ach neee, Henry ist auch wieder da.


    Bücher scheinst Du oft zur Hand zu nehmen, die Inhalte als Dogma festzusetzen und danach das Denken abzuschalten. :evil:


    So auch beim "nectar managment"-Skript: Zitat:

    Zitat


    wo man denn leere unbebrütete Riegel-oben-Waben hernimmt, wenn man die im Herbst zerquetscht hat. Daß man leere Waben für's nm aus dem ls vom mr. w braucht, haste ja sicher gelesen.


    Habe ich gelesen, und? Die Erkenntnisse sind doch viel tiefer als ein paar Waben hin- und herzuhängen. Wieder mal nur Nachahmer, Henry?


    Was mich wirklich nervt, Henry, ist dein ständiger Verweis auf meine junge Imkerschaft. Dein ewiges: hey, hier ist ein Bienenquäler. Das ist recht schnell und einfach behauptet, Henry. Nutzt Du natürlich. Aber ob die von Dir gewählte Betriebsweise so wirklich bienenfreundlich ist - diese Antwort steht noch aus.


    Ich habe Dich schon persönlich angeschrieben, Henry, weil ich dieses ewige Hin- und Her im Forum vermeiden wollte. Ich brauche die Öffentlichkeit nicht, um mit Dir zu diskutieren. Geantwortet hast Du nach Monaten immer noch nicht. Auch das zeigt mir, worum es Dir wirklich _nicht_ geht. Um die armen "gequälten" Bienen bestimmt nicht.


    Zu Gute halten muß ich Dir dieses Mal, daß Du wenigstens zum Teil zum Thema geantwortet hast. Die Frage :

    Zitat

    Wie macht man das Mosaik-speicherbild in nur einer Etage?

    ist berechtigt - die Chancen das so hinzubekommen schlecht.
    Wenn Du das Skript gelesen hast, wirst Du auch gelesen haben, daß es auch andere Ansätze gab, die der Autor probierte und nicht weiter verfolgte. Ich nehme an, die Erkenntnisse der Beobachtungen lassen sich ebenso auf andere Weise weiter verfolgen. Mit neuen Überlegungen und Ansätzen.


    Ich möchte die Hinterbehandler auch nicht neu erfinden. Diese sind ja nicht ganz das, was ich mir so vorstelle.


    Wäre nicht das nectar management wäre die TBH - nennen wir es für die Henrys unter uns "große Trogbeute ohne Aufsatz"- mein persönlicher Favorit. Ähnliche Ansätze gibt es ja bei den Öko-Imkern mit den Einraumbeuten. Dort werden aber immer noch Rähmchen verwendet, wegen der hohen Waben und der Schleuderfestigkeit.(ich habe auch zwei Einraumbeuten - bin aber immer noch nicht bei "meiner" Beute angelangt).


    Für weitere Anregungen auch anderer Bienenflüsterer zur Konstruktion einer Trogbeute/TBH mit intregiertem "nectar management " wäre ich dankbar. Auch um weitere Beiträge von Henry bitte ich. Du kennst das Skript und wir könnten weiter die Köpfe aneinander schlagend in die Tiefe gehen. Das bringt meistens mehr hervor, als einstimmige Diskussionen.


    Was verbirgt sich wirklich hinter dem Phänomen des nm....


    Viele Grüße vom Niederrhein,


    Bernhard Heuvel :D

  • Moin Bernhard,


    Du hattest mir die längste PN meines Lebens geschickt. Ich dachte das war ein Monolog. Ich hatte keine Ahnung, daß ich da hätte antworten sollen. Sorry.


    Wie, lieber Kollege, soll ich denn zu Ausdruck bringen, daß ich finde, daß Imkerei nunmal verantwortungsvolle Tierhaltung und nicht Betriebsweisen- und Utensiliensammelei ist? Natürlich probiere ich auch einiges aus und natürlich klappt da nicht alles. Doch kann ich wirklich nur raten, nimm' ein altes Buch zur Hand. Die sind oft von Pfarrern geschrieben und haben deshalb immer einen Hang zur Verehrung der Schöpfung, der Kreatur im Allgemeinen und den Bienen im Besonderen. Dann machst Du bestimmte Experimente einfach nicht. Und da meine ich nun nicht hier das Umstapeln von leeren und vollen Waben called nm from the ls. Spannend an der Imkerei (und auch dem Lesen alter Bücher) ist zu sehen, was man gestern noch nicht wußte und erst wenn man's heute weiß kann man ungefähr einschätzen was man alles nicht weiß und auch morgen noch nicht wissen wird und man weiß dann auch was die damals noch nicht wußten und was wir heute nicht mehr wissen, weil alle Welt so tut als wäre es Allgemeinwissen.


    Ich habe nicht hinter den Berg gehalten, bei keinem Thema hier und ich muß deshalb auch so manches klare Wort abhalten können. Und ich sage auch weiterhin ganz deutlich, wenn man irgend eine Methode verändern will, dann muß man sie erst mal reproduzieren und mit ähnlichem Erfolg einsetzen können oder vorher durch Ableitung die Ergebnisse seines Tuns einschätzen. Dazu braucht es vor allem eigene Erfahrung. Beim Modellbau nimmt man dafür Anfängermodelle und den Tauchschein gibt es deshalb auch in Stufen. Bei Tierhaltung geht es gleich voll los und deshalb ist erfolgreich und so exakt wie möglich Nachmachen erstmal ein sehr guter Anfang. Vielleicht auch beim nm.


    ... und mir geht es nur um die Bienen!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    Du hattest mir die längste PN meines Lebens geschickt. Ich dachte das war ein Monolog. Ich hatte keine Ahnung, daß ich da hätte antworten sollen. Sorry


    :D Haha...


    Machen kommt von Tun. Ich kenne mich in der Landwirtschaft und in der Tierhaltung aus. Wenn ich Schweinemastanlagen vorgeführt bekomme, dann mache ich das nicht nach, weil für mich da augenscheinlich ein Mißstand vorliegt. Wenn ich Bienenhaltung vorgeführt bekomme, die augenscheinlich zu kränklichen Bienen führt, dann mache ich das auch nicht nach. Wenn ich Gentechnik im Samenbau vorgeführt bekomme, dann bleibe ich trotzdem beim Samennachbau durch Auslese.


    Mein Gefühl sagt mir, daß das Rumgewühle im Brutnest um Schwarmzellen zu finden eine blöde Notlösung zur Schwarmverhinderung ist. Mein Gefühl sagt mir, daß das Umhängen, Tauschen und Gerademachen von Waben nicht gerade förderlich für die Bienen ist. Wer ein bisschen Gespür für Tiere hat, wird das ebenfalls feststellen. Ich bin da nicht der Einzige in Deutschland, der so fühlt. Die Auswirkungen sehen wir ja heute. Kranke Bienen, die selbst nicht überleben können. Aber hauptsache nach DIN 0815 vorgegangen.


    Für mich persönlich gibt es nur den Weg in eine möglichst bienengerechte Haltung, die auch für den Imker etwas abwirft. Bisher war die bienengerechte Haltung eben nicht imkergerecht genug. Die neuen Erkenntnisse könnten das ändern - Bienen und Imker zusammenführen.


    Lernen kann ich eh wenig von der herkömmlichen Betriebsweise. Warum also lernen, wie man gegen die Wand läuft, wenn ich doch gleich von Anfang an lernen könnte, wie man außen rum geht?


    Vielleicht sollten wir mit dem Thema in die Öko-Ecke des Forums abwandern, Henry? Sonst kommen wir von dem Thema Beute ab und die Sortierung des Forums kommt durcheinander.


    Von den anderen Imkern, die in die bienegerechte Haltung tendieren, würde ich gerne wissen, welche Gedanken sie sich gemacht haben. Der Weissensiefer Hängekorb zum Beispiel als Kompromiss zwischen Mobil- und Stabilbau. Vielleicht läßt sich diese Konstruktion abändern, um nectar management anzuwenden? Vielleicht auch eine Klotzbeute komplett mit Stabilbau und abgewandeltem nm? Sind nur gedankliche Saltos um ein paar Ideen zu Tage zu fördern. Wieder sowas neumodisches - BRAINSTORMING. Yeah. :D


    :wink: Bernhard Heuvel

  • [quote='BernhardHeuvelVielleicht sollten wir mit dem Thema in die Öko-Ecke des Forums abwandern, ...?[/quote]


    Geh' schon mal vor. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder