Völkerverluste - wieviel ist normal?

  • Hallo Alle Zusammen!


    Nebenan haben Ralf und ich es schon andiskutiert, jetzt will ich es von Euch wissen: Welchen Verlust an Völkern haltet Ihr für normal? Welche "Sterberate" ist für Euch im Winter normal und wieviele Völker verliert Ihr normalerweise im Sommer?


    Inzwischen habe ich schon recht häufig gehört, daß ein Sterben der Völker bis zu 30 % im Winter noch normal ist. Neuliche hatte ich eine Statistik in der Hand, in der 5-7 % Verluste im Sommer angegeben wurden, ist das realistisch?
    Persönlich haben wir noch keine Verluste im Sommer gehabt, beim Überwintern hatten wir dieses Jahr aber auch ca. 25 % Ausfall. Ich wüßte auch nicht, was wir dagegen hätten tun können, wenn die Bienen neben dem Futter verhungern oder drohnenbrütig werden hat man einfach verloren.


    Viele Grüße,
    Effendi

  • Moin effendi,


    die ganzen Aussagen über Verluste sind Flunkerei oder Selbstbetrug, Quatsch oder gefälschte Statistik. Ganz einfach: Wenn es gerade sinnvoll erscheint (wegen Mitleid oder Gen-Diskussion oder Spritzbrühe oder, oder, oder) viele Verluste zu haben, dann wird jedes abgeflogene EWK mitgezählt und dann werden Völker die den Winter nicht überstehen, bei denen man das aber längst schon geahnt und doch aus irgendwelchen Gründen nicht eingegriffen hat auch als Verluste gewertet. Und Behandlungsunterlassung wegen (angeblicher) Toleranzzucht natürlich auch.


    Wenn von eingewinterten 10 Vollvölkern im zeitigen Frühjahr 2 weisellos oder buckelbrütig sind und die mit zwei überwinterten Ablegern vereinigt werden, dann kann man sagen:
    "Zwei von zehn waren weisellos und zwei Ableger kamen auch nicht aus dem Winter"
    Oder man sagt:
    "10 Völker eingewintert 10 ausgewintert, (ätsch) was will man mehr"


    Ganz offen und ehrlich, mir ist noch nie, seit in in Magazinen in Kaltbau imkere, ein Volk über den Winter eingegangen. Nicht eines. Weil ich ein Volk, das im Februar mit einem anderen oder einem Ableger vereinige, eben nicht als Verlust zähle. Mir stirbt auch kein Volk einfach so. Ich bin doch nicht blind und sehe schon wenn was schief läuft. Auch im Winter oder Fruhjahr kann man da einen Ableger aufsetzen, wenn man will. Nur mancher will oder kann halt nicht. Und da halte ich etwa 10% Winterverlust für unspektakulär. Ein im Februar weiselloses Volk ist halt spätestens im April erledigt und sehr oft lohnt auch die Rettung nicht. Doch da bin ich eben Bienenstreichler und rette es eben doch irgendwie oder eigentlich ja nur die Bienen.


    Im Sommer dürfen keine Verluste an Bienenvölkern eintreten. Wodurch auch? Gift und Frevel sind ja keine imkerlichen Gründe und da hätte mancher Imker manchmal höhere Sommer- als Winterverluste. Alle anderen Probleme kann und wird der Imker entdecken und seinen Völkern helfen. Das kann er als Imker und das wird er auch tun. Völker die im Sommer einfach so drauf gehen gibt das nicht!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder