Nachzuchtwürdig?

  • So sehr ich Liebigs Vorstellungen von "Einfach imkern" begrüße, muß ich doch eine kleine Einschränkung machen. Standbegattungen führen bei mir häufig zu einem schlechten Ergebnis, betrifft zum einen die Schwarmträgheit aber auch ein für mich sehr wichtiges Thema: die Sanftmut. In meiner Nachbarschaft gibt es Imker, die gerade darauf keinen gesteigerten Wert legen. Daher habe ich mich auf die Belegstelle begeben.


    Nun habe ich ein Volk auf meinem Stand, das in Punkto Sanftmut durch nichts übertroffen wird und ebenso keinerlei Anzeichen für einen Schwarm zeigte. Die Kö ist im dritten Jahr, auch in diesem Sommer waren noch nicht einmal Spielnäpfchen zu sehen. Aber was die Honigleistunleistung betrifft , ist es etwas mager. Hängt den Vergleichsvölkern weit hinterher. Die Bienen selbst sind mit ihre KÖ scheinbar sehr zufrieden.


    Nun möchte ich noch eine Zuchtserie von diesem Volk ansetzen und die Damen auf der Belegstelle zur Hochzeitsreise bringen. Kann man die fehlende Leistung "anzüchten". Was sagen die Experten?


    Grüße
    Christoph

  • Hallo Christoph,


    ich würde sagen versuchs einfach. Wunder würde ich mir aber nicht erwarten. Du kannst zwar durch die Anpaarung einen gewissen Heterosiseffekt erreichen, wie hoch der ist und ob der die Honigleistung dauerhaft nach oben schnellen läßt ist fraglich. Bedenke auch folgendes. Wenn du zwei Tiere unterschiedlicher Leistung verpaarst vererbt sich von der Mehrleistung nur 25% tatsächlich weiter. Das ist die langjährige Erfahrung in der Tierzucht, wenn man Heterosiseffekte nicht hinzu zieht. Ist aber viel Arbeit.


    Wie war denn die Volksstärke deines sanften Volkes? Auch so groß wie bei den Vergleichsvölkern? Sonstige Eigenschaften, wie z.B. Propolisierung, Wabenbau, Varroaabfall, Frühjahrsentwicklung etc.? Wahrscheinlich wäre es besser parallel dazu von einem zuverlässigen Züchter zwei, drei Ladys zu besorgen, diese im nächsten Jahr zu prüfen und dann die Zucht darauf auf zu bauen.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Reiner,


    die Volksstärke ist normal, besetzt dicht drei Zandermagazine (á 10 Waben). Mich überzeugen halt die beiden genannten Eigenschaften, die ich so noch nicht kennengelernt habe. Seit Jahren larve ich mit Mayener Zuchtstoff um, bin damit sehr zufrieden. In diesem Jahr habe ich einmal damit die Insel und unsere Belegstelle beschickt. Wir werden sehen, wie sich diese Königinnen entwickeln. Gelegentlich habe ich auch einzelne Königinnen zugekauft. Die Erfahrungen sind unterschiedlich von ganz hervorragend bis Totalausfall. Ich bin mir natürlich darüber im klaren, dass eine vernünftige Aussage über den Zustand zugekaufter Königinnen nur möglich ist, wenn man eine gewisse Anzahl vom gleichen Züchter hat , dafür ist meine Imkerei aber leider zu klein. Kann mich auch aus zeitlichen Gründen nicht weiter vergrößern.


    Grüße
    Christoph

  • Hallo Christoph !


    Also mir kommen die Bienen ziemlich instinktlos vor und das wirklich im negativen Sinne ! Von so einem Volk würde ich nie nachzüchten, denn die geringe Aggressivität, Schwarmlust und der geringe Sammelfleiß (die Faulheit) scheinen mir 3 Seiten der selben Medaille :wink: zu sein: mangelnde Vitalität. Natürlich möchten wir eine nette und schwarmträge Biene haben, aber das darf nicht so weit führen, daß sie anlagenmäßig nur noch Krüppel sind. Der Honigertrag zeigt es dir. Die Natur würde kurzen Prozeß mit ihnen machen...


    lg
    Stefan

  • StefanK schrieb:


    Also mir kommen die Bienen ziemlich instinktlos vor und das wirklich im negativen Sinne ! Von so einem Volk würde ich nie nachzüchten, denn die geringe Aggressivität, Schwarmlust und der geringe Sammelfleiß (die Faulheit) scheinen mir 3 Seiten der selben Medaille :wink: zu sein: mangelnde Vitalität. Natürlich möchten wir eine nette und schwarmträge Biene haben, aber das darf nicht so weit führen, daß sie anlagenmäßig nur noch Krüppel sind. Der Honigertrag zeigt es dir. Die Natur würde kurzen Prozeß mit ihnen machen...


    Das würde ich nicht so sehen. Schwarmträgheit, Friedfertigkeit und (fehlender) Sammelfleiß müssen nicht unbedingt zusammenhängen. Allenfalls wenn noch sehr geringe Volksstärke hinzukommt erklärt dies sowohl den geringen Honigertrag als auch den fehlenden Schwarmtrieb.


    Dieses Jahr ist es eh zu spät, aber an der Stelle des OP würde ich es einfach einmal probieren.


    Grüße


    Ulrich

  • Servus!


    Also für mich hört sich das nicht nach einem nachzuchtwürdigen Volk an! 3 besetzte Räume am 4.Juli halte ich für eindeutig zu schwach. Die Völker, die bei mir als evtl. Zuchtstoffspender in Frage kommen standen zu der Zeit in der Linde und besetzten stramm je 7 Langstroth-Flachzargen . ( 7*2/3 entspricht 4 Ganzzargen+1Flachtzarge). Die fehlende Schwarmlust hat ihre Ursache wohl in der fehlenden Volksstärke.


    Ein Volk mit zudem stark unterdurchschnittlicher Honigleistung kommt für die Nachzucht nicht in Frage.


    Ich bin ja ein Fan der Standbegattung und finde, dass mit ihr ausgesprochen vitale, ertragsstarke und gut zu bearbeitende Völker möglich sind.


    Schöne Grüße, Reinhard

    Wanderimkerei, Nebenerwerb mit derzeit ca. 50 Wirtschaftsvölkern, mehr oder weniger Carnica-Landmädels, nur Standbegattung, Langstroth-Flachzargen in Brut- und Honigraum. imkere seit 1987.

  • Hallo Christoph,


    von dem Volk nach zu ziehen würde ich sein lassen, das gibt sicher nichts gutes, wenn man es doch will dann nur für Test.
    Zu sanfte Bienen sind auch nichts, die haben schlechten Ertrag.
    Um ehrlich zu sein will ich von Mayener Linie nichts umlarven oder geschenkt bekommen, das Material ist nichts Wert, davon hatte ich schon Bienen, nie wieder den Mist sollen die besser selbst behalten, Schwarmteufel die nichts bringen dazu noch stechen.
    Es gibt immer mal Ausfälle aber nicht alle Königinnen auf einmal, ich hatte damals 40 DM für eine Königin bezahlt, alle 4 waren so.
    Nie wieder will ich davon Zuchtstoff haben oder geschenkt bekommen, da ist Schrott nicht dagegen.
    Was heute da für Material ist weiß ich nicht, aber ich habe noch nie darüber was Gutes gehört.
    Reinhard
    Fleischvölker brauch man nicht diese Schwärmen nur und fressen zu viel, was habe ich von Völkern mit 4 Zargen, nur Arbeit.
    Leistung hat nicht immer was mit der Volksstärke zu tun.

  • Zitat

    Fleischvölker brauch man nicht diese Schwärmen nur und fressen zu viel, was habe ich von Völkern mit 4 Zargen, nur Arbeit.
    Leistung hat nicht immer was mit der Volksstärke zu tun.


    Leistung hat IMMER was mit Volksstärke zu tun!


    Wie sollen schwache oder durchschnittliche Völker mehr Leistung bringen als starke Völker mit entsprechend vielen Flugbienen???


    Ich empfehle dir dringend die Lektüre Bruder Adams "Meine Betriebsweise"!
    Vielleicht geht dir dann ein Kronleuchter auf....weil das nicht nur für Buckfast, sondern auch für alle anderen Bienen"rassen" gilt....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabienchen,


    das kann nur von die kommen, ich hab bestimmt mehr Bücher über Imkerei als du denken kannst So quatsch kannst nur du schreiben, ich brauch sicher kein Volk was 4 Zargen belegt und mehr, wo für so das bitte schön gut sein, das ich den Hals nicht voll Honig bekomm, und dann hinter jammere ach war paar Tage kalt und jetzt ist nicht übrig.
    Scheinbar hattest du bis jetzt nur Bienen die Leistung nur bei mehre Zargen bringen.
    Honig in großen Mengen zu ernten ist mit Raps sicher keine Kunst, eine Frühtracht ein zu tragen ohne Raps das ist eine Kunst, und das min 25-30 Kg.
    Da brauch ich sicher kein Volk für was mir aus der Kiste platzt.
    Wer erzählt das Völker die weniger Bienen haben wenig Honig bringen der hat keine Ahnung, es gibt Völker die bringen mit weniger Bienen mehr Honig ein als manches Fleischvolk.
    Ich hatte bei Abschleudern ein Volk was rammel voll Bienen war, Honig war da nicht viel 8 kg beim Abschleudern, Brut, Brut, und fast keine Vorräte.
    Die Vergleichsvölker hatten 25 Kg Wald mit Blüte.

  • michael2 schrieb:


    Honig in großen Mengen zu ernten ist mit Raps sicher keine Kunst, eine Frühtracht ein zu tragen ohne Raps das ist eine Kunst, und das min 25-30 Kg.
    Da brauch ich sicher kein Volk für was mir aus der Kiste platzt.
    Wer erzählt das Völker die weniger Bienen haben wenig Honig bringen der hat keine Ahnung, es gibt Völker die bringen mit weniger Bienen mehr Honig ein als manches Fleischvolk.



    sabi(e)ne schrieb:

    Leistung hat IMMER was mit Volksstärke zu tun!



    Hallo Miteinander,
    hier bräuchte es gar keine Debatten geben, denn Recht haben beide. Ein Volk mit 60.000 Bienen bringt in Volltracht nicht nur das doppelte an Honigertrag gegenüber einem Volk mit 30.000 Bienen, sondern ein vielfaches. Dies behaupten nicht nur namhafte Bienenwissenschaftler, sondern dass weiß man auch aus eigener Erahrung.


    Ein sehr starkes Volk bringt in einer Läppertracht nichts, gegenteiliges kann der Fall sein, dass noch zugefüttert werden muss. Ein schwächeres Volk, nicht zu verwechseln mit einem Schwächling ist aber durch aus in der Lage, hier 10 -20 kg zu bevorraten.


    @ Dass du liest, wissen wir Michael2
     :lol::lol::lol:

  • hallo,
    ich muß mich der meinung von honigmayerhofer anschließen.
    Ich bin frühtrachtimker, nach der linde (wenn sie honigt) ist hier nur läppertracht es sei man hat ein vertrag mit einem klee vermehrungsbetrieb.


    Dieses jahr habe ich zum beispiel ein volk das als brut und bienenspender gedacht war auf 11 waben DNM sitzen lassen. Es hat dieses jahr den meisten honig gebrach obwohl die anderen völker auf 22 waben saßen. Buder adam war spättracht imker ist in der heide gewandert und dazu braucht man schon sehr starke völker.
    Es gibt viele bücher über die perfekte betriebsweise und jeder scheibt was anderes und jedes jahr ist die wetterlage anders da kann man mit starken völker glück und viel honig oder bei ungünstigen wetter mit viel regen mit weniger bienen mehr erträge haben. Das richtige rezept muß man sich schon selbst nach der region zusammen stellen.
    gruß stugger
     
    Achja was die nachzucht betrifft, sanftmütig ist für mich auch ein wichtiger gesichtspunkt, wo dran ich wieder von einer meiner standbegatteten völker gestern erinnert worden bin. :lol: Auch wenn viele erfahrende züchter hier schreiben das volk ist schrott gibt es immer wieder völker die aus der art schlagen und alle guten eigenschaften in der f1 generation vereinigen, manche "reinzuchtköniginnen haben auch mangelnde leistung aber die nachkommen sind super .(hedroefeckt)Also einfach versuchen die natur hält wunder bereit die nicht einmal die besten züchter voraussagen können.

  • Liebe Freunde,


    nun hat es auf meine Frage doch noch einige, zum Teil sehr kontroverse, Antworten gegeben. Ob nun drei oder vier Zargen Zander im 10er-Magazin im Juni erreicht werden, hängt auch davon ab, wie der Imker subjektiv die Notwendigkeit der Erweiterung einschätzt. Seit einiger Zeit komme ich zu der Überzeugung, die Bienen etwas enger sitzen zu lassen. Es bekommt, so habe ich den Eindruck, dem Honig entscheidend besser. Mancher hätte dieses Volk, von dem die Rede ist, vielleicht auf vier Zargen gesetzt... Entscheidend ist für mich, wie verhält es sich zum Standdurchschnitt: Die Hälfte der Trachtvölker saß dieses Jahr auf vier Räumen, die anderen auf dreien. Die Honigleistung lag dabei am unteren Rand der Völker. Im August würde ich diese Volk normalerweise auflösen, ich habe mich aber entschlossen, im nächsten Jahr einen Zuchtversuch zu starten. Honigleistung ist sicher schwieriger anzuzüchten als Sanftmut, aber zwei für mich sehr wichtige Kriterien liegen halt schon vor: Schwarmträgheit und Sanftmut!


    Michael2: Du solltest mit deinen Pauschalurteilen etwas zurückhaltender sein. Die Königinnen, die ich vor Jahren von dir hatte, hätte man am besten gleich fliegen lassen (Stecher und Leistungsschwach).


    Meine Erfahrungen mit dem Mayener Zuchtstoff ist dagegen überwiegend positiv.


    Aggressivität und Sammelfreude gehören auch nicht automatisch zusammen! Und jeder könnte dafür genügend Beispiele nennen.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Christoph schrieb:

    Lieber Franz Xaver,


    die eine Königin ist die beste an meinem Stand, sanftmütig und sehr sehr ertragreich!
    Viele Grüße nach Bayern
    Christoph


    Hallo Michael2,,
    soll ich dir Zuchtstoff zukommen lassen, der Christoph scheint mit meiner "Bayerncarnica" besser zurecht zu kommen.


    Du solltest nicht immer meinen, die anderen seinen auf der "Brennsuppe" daher geschwommen. Es gibt auch noch andere Züchter, nur halten die immer hinter Berg und verkaufen nicht mal Königinnen, nur spezielle Freunde bekommen gelegentlich eine geschenkt. Mein alter Imkerfreund ist so einer, speziell hier habe ich den Königinnenzuchtfilm gedreht. Kurze Hose, offenes Hemd, das ist seit 4 Jahrzehnten ist seine Imkerkleidung. Der verkauft keine Königinnen, ich habe aber Zuchtstoff geholt und für Christoph eine erwerben können, nachdem ich ihm vorgeflunkert habe, wieder ganz auf Carnica umzusteigen.
    Den Leistungsstand seiner Bienen habe ich noch nicht erreicht, zumindestens nicht flächendeckend an meinenm Stand, wobei aber meine bisherigen Zuchtversuche, auch über Buckfast und Carnica sehr hilfreich waren.

  • Hallo Christoph,


    von dem Bienenmaterial hab ich sehr viel verteil, und verkauft, du bist der einzige der behauptet das es nichts taugt und jammert rum.
    In der Privatmail hab ich es dir ja auch geschrieben, das sich außer dir keiner beschwert hat, wie gesagt gibt es genug Leute die mit dem Material zufrieden sind.
    Böse Bienen hab ich nicht da waren schon einige hier bei mir auf Besuch.
    Ich kann meine ganzen Völker ohne Schleier bearbeiten.
    Meine Jahresernte von 2004 war 750 kg.