Entnahme der kompletten verdeckelten Brut

  • Hallo,


    bald ist das Abschleudern angesagt, und es geht an die Varraobahndlung.


    Ich werde dieses Jahr bei meinen Völkern die komplette verdeckelte Brut entnehmen dann gleich Behandeln und sofort mit Einfüttern beginnen.
    Aus der verdeckelten Brut werden Sammelbrutableger gebildet und auf einen anderen Stand verbracht.


    Ich denke mit dieser Methode spart man sich ein Menge Zeit und hat noch gute Erfolge. Diese Methode ist zwar keine Neue, aber ich würde trotzdem mal eure Meinung hören ( na gut lesen :wink: ).


    Grüße Obstler79

  • Hallo Obstler, ich bezweifle, dass du mit dieser Methode Zeit sparst. Wie lange brauchst du um die Brut aus den Völkern zu holen und dabei keine Königin zu übersehen? Wird bei dir dann jedes Altvolk eingewintert oder selektierst du auch aus? Wegen der Varroa halte ich die Vorgehensweise für überflüssig. Behandeln muss man so oder so nochmal. Eher finde es eine gute Möglichkeit, wenn man noch Ableger machen möchte, dann aber mit neuen Königinnen.
    Gruß
    Simon

  • Moin obstler,


    woher kommen die Jungbienen, die die Winterbienen aufziehen werden, wenn die Brut woanders schlüpft?


    Wenn Du jetzt noch auf ordentlich vielen Waben Brut hast und davon gehe ich mal aus, dann entnimmst Du auch 8, 9 oder nochmehr Waben. Selbst wenn Du dann starke Ableger bildest, werden das pro Volk immer noch mindestens zweie. Woher die Ablegerkisten oder Boden und Zargen nehmen? Und womit die entnommenen Waben ersetzen?


    Wieviele Bienen zum Wärmen willst Du den Brutwaben mitgeben und wo nimmst Du die her?


    Was wird mit den Pollenkränzen around the Brutnest? Der Pollen wird fehlen, wenn das Volk so schnell wie möglich und durch's Einfüttern angeregt stark in Brut geht. Das gibt schwache vorverbrauchte Wintervölker.


    Wo liegt der Vorteil Deiner Methode? Du hast am Ende zig varroaverseuchte Ableger zu behandeln und einzufüttern und Deinen Völkern fehlt Brut und Pollen. Ich kann weder eine Zeitersparnis noch einen andern sinnvollen Effekt entdecken. Vielleicht versteh ich's aber bloß nicht richtig. :cry:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Einen wunderschönen guten Abend, an diesem wunderschönen guten Abend :D 
    Er hat doch recht, bei der Abschleudern, also Mitte-Ende Juli schränkt die Königin Ihr Brutnest naturgegeben ein, d.h. es sind meistens nur zwischen 2-4 gedeckelte Brutwaben vorhanden.
    Wieso soll er die nicht entnehmen?
    Jeder weiß doch das die Varroa in der gedeckelten Brut sitzt, so schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe
    1. er nimmt die Varroa weitgehenst aus dem Volk
    2. er kann das Altvolk gleich behandeln und bekommt so auch noch einen großen Teil des Viechs raus.
    Wieso spart er keine Zeit?
    Er braucht doch die Königin nicht suchen, er schüttelt die Bienen ab und nimmt die Bienen aus dem Honigraum wenn er abschleudert.
    Keine Angst, Obstler, dann müste jedes um dieses Jahreszei weisellose Volk kapputgehen, tut es aber aus meiner Erfahrung nicht sondern es ist meistens das/ die stärksten Völker im Frühjahr.
    Warum?
    Weil es optimal gegen die Varroa behandelt worden ist.
    Genügent Jungbienen sind auch vorhanden und ein Volk das nur auf den Brutwaben Pollen hat ?????
    Last euch nicht auslachen (sorry), um diese Jahreszeit sind in den Völkern richtige Pollenbretter.
    Also mach das ruhig, nimm den Völker die gedeckelten Brutwaben, geb immer von 2-3 Völkern die Waben zu, gebe im Moment noch keine Königin, breche nach ca. 6-8 Tg. die Zellen und setzte eine Begattete zu.
    Füttern und Mittelwände nicht vergessen und wenn die alte Brut nach ca. 10 Tg.
    geschlüpft ist behandle das Volk gegen Varroa, schreit jetzt nicht: Da ist schon wieder gedeckelte Brut da!!
    Nein ist noch nicht, da die Königin, da sie gekäfigt war und erst ausgefressen werden muß, noch mindesten 2 Tg. keine Eier legt.
    Gute Nacht und viele Grüße
    Heike

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo,
    Na ja, man kann das so machen. In den 80er Jahren (des vorigen Jh :D:D ) haben wir das auch so gemacht - mangels tauglicher Medikamente hilft die Verringerung der Milbenpopulation im Wirschaftsvolk auf diese Weise - aber nur zeitweise, denn hier wird das Problem nur verlagert - nicht erschlagen. und es kann noch zurückschlagen...
    Heute mach ich das nicht mehr - zu viel Aufwand und auch um diese Zeit m.E, zu spät für Ableger - hab jetzt schon zu viele wegen der Schwarmverhinderung... wenn jemand dringend welche braucht...
    Außerdem hab ich keinen Außenstand mehr, der weit genug von anderen Bienenvölkern entfernt ist, um dort die "vermilbte" Brut auslaufen zu lassen..
    Meine Methode seit einigen Jahren: HCOOH im Verdunster - u.U. zweimal.
    Winterverluste infolge Varoatose seit dem ~ 0 auf alle Fälle Verluste insegesamt <3% , auch im verlustreichen Winter vor 2 Jahren.
    Also wie gesagt - wer will der kann. Aber man kann auch anders. Und müssen muß man nicht. :D:D 
    Grüße ralf_2

  • Ich hab auch so etwas in etwa vor.Vom Aufwand seh ich auch kein Problem.Man kann schön die Altwaben ausmisten,neue Königinnen zusetzen und hat ne 100% ige Varrobehandlung mit den üblichen Mittelchen 8) .Sammelableger kann man auch im Juli meiner Ansicht nach
    am Stand belassen, Zellen ausbrechen ,Brut schlüpfen lassen,ordentlich behandeln und danach auflösen wenn man keine Ableger mehr braucht.
    Oder ,oder ,oder ...
    Mach man ruhig :lol: 
    Gruss
    Jürgen vom Bodensee

  • Hallo,


    erstmal Danke für eure Beiträge. :)


    Also, so wie es Heike beschrieben hat, habe ich es auch vor.
    Verdeckelte Brut komplett raus in ein 2-zargiges Magazin dann auf anderen Stand.
    Altes Volk mit geschleuderten Waben ausstatten und ein halber oder ganzer Block Futterteig rein + Sprühbehandlung ( OXALsäure).



    1. die Behandelten Völker brauchen dann erstmal keine Pflege mehr,
    später nur mal nachfüttern.


    Dem Sammelbrutableger laß ich erstmal alle Bienen schlüpfen dann kommt eine offene Brutwabe rein, wenn die verdeckelt ist, kommt sie raus dann kommt ne Weisel+Futter rein und der Ableger rennt los. Selbst wenn aus dem Sammelbrutableger nichts werden würde wäre ja egal Hauptsache die Altvölker sind einigermaßen Varroa-frei.(aus dem Sammelbrutableger wird schon was :lol: )


    Ach ja bei der Futter-Kontrolle wird man sich wundern was die Völker wieder für ein schönes Brutnest reingezaubert haben. :wink:


    Also bis bald


    obstler

  • Hallo Obstler,
    hast du die letztjährige ADIZ zur Hand, in der die Brutentnahme mit dem Verbleib der Brutwaben verglichen wird? Müsste mal nachlesen, aber der "Bringer" war die Brutentnahme nicht. Ich würde sowas nur machen, wenn die Brut wirtschaftlich weiterverwertet wird, beispielsweise um den Völkerbestand zu verdoppeln wenn die Ablegerbildung nicht funktioniert hat etc. Aber wegen der Varroa würde ich keinen solche Verrenkungen machen, das ist unnötig. Hast du letztes Jahr größere Verluste gehabt oder bist du unzufrieden mit den funktionierenden alternativen Methoden?
    Gruß
    Simon