EWK Entsiedelung

  • Moin Imkers,


    noch ist die Zuchtseison nicht ganz vorbei, aber irgend wann wird sie es sein. Vielen der EWK-Völkchen geht es gut. Bestimmt 80% sind inzwischen mit dem zweiten oder dritten Brutsatz belegt und pfroppenvoll. Wenn man sie umstellt, kann man ein Wenig ausgleichen. Doch spätestens im August müssen die aufgelöst werden.


    Wie macht Ihr das und was macht Ihr mit den teilweise fest eingebauten Brutflächen und Rähmchen der EWKs?


    Die hier leider übliche Methode des einfach austerben lassens kann ich nicht mit meiner Seele vereinbaren. :cry:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ...die Waben samt Brut schneide ich aus und führe sie dem Wachsschmelzer zu. Damit werden auch die Milben darin vernichtet. Man könnte auch (habe ich "früher" praktiziert) jeweils 3 EWK-Waben in ein DNM-Rähmchen pressen und in Völker hängen bzw. ein neues Volk nur aus diesen Rähmchen erstellen. Aber wie gesagt, seit der Varroa kommen sie alle in den Wachsschmelzer....



    Die Bienen allerdings bilden einen schönen Freiluft-Kunstschwarm: eine Königinn in einen Wohlgemuth-Käfig, der in ein Rähmchen genagelt ist, an einem Baum o.ä. aufhängen und alle EWK'S gleichzeitig entvölkern. Die Bienen sammeln sich um dieses Rähmchen mit Königin und am Abend wird dieser Freiluft-Kunstschwarm in eine Beute eingeschlagen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Henry


    Meine EWK Rähmchen stelle ich mit Bienen in den Honigraum.Dabei werden sie bevor ich sie einhänge mit Wasser besprüht um unnötige Stecherei zu vermeiden.Desweiteren hänge ich einen Nassenheider Verdunster mit Ameisensäure in den Honigraum damit die vorhanden Milben gleich vernichtet werden.Dieses Verfahren wende ich aber nur in Trachtloser Zeit an. Die Bienen können somit alle schlüpfen und die Rähmchen kann man nach einiger Zeit ( schön leer geräumt )heraus nehmen.


    Viele Grüße


    Rüdiger

  • Hallo,
    ja, seit der Varroa soll man die EWK-Brut lieber vernichten als in Ablegern oder Völkern auslaufen lassen - gibt es gesicherte Erkenntnisse darüber, daß EWK-Brut stärker vermilbt ist, als die übrigen Völker des Standes?
    Mir tut es schon um Drohnenbrut leid, wenn sie vernichtet werden muß - abgesehen von der Sauerei im Wachsschmelzer. Bin immer froh wenn diese Phase geschafft ist. Das Vernichten von Arbeiterinnenbrut krieg ich eigentlich nur fertig, wenn eine Stichprobe (oder Durchleuchten - bei jungen Waben und starker Lichtquelle geht das) einen hohen Befallsgrad mit Varroamilben ergibt.
    Grüße ralf_2

  • ralf_2 schrieb:

    Hallo,
    ja, seit der Varroa soll man die EWK-Brut lieber vernichten als in Ablegern oder Völkern auslaufen lassen - gibt es gesicherte Erkenntnisse darüber, daß EWK-Brut stärker vermilbt ist, als die übrigen Völker des Standes?


    Aus dem Bauch heraus würde ich vermuten, dass die EWK-Brut weniger stark vermilbt ist als die aus "normalen" Bienenvölkern. Der Großteil der Milben befindet sich in der verdeckelten Brut, nicht auf den Bienen die man zur Bildung der Minikunstschwärme benötigt. Dazu kommt denn noch die Pause, bis die junge Königin in Brut geht.


    Meiner Meinung nach dürfte der Milbendruck in den Begattungskästchen vermutlich niedriger als in einem normalen Volk sein.


    Grüße


    Ulrich