Wie stechen Bienen ?

  • Hallo Forum.
    Also, ich mache mir gerade Gedanken über: wie stechen Bienen.
    Es geht immer so schnell, dass ich es nicht mitbekomme.
    Bei Mücken ist es einfacher. Die setzen sich hin und fangen - je nach Hunger - sofort oder relativ schnell an ihren Rüssel in dich zu bohren.
    Wenn Du etwas wartes, bis sie dich angebohrt haben, ist es ganz leicht draufzuschlagen. Klappt immer, denn sie können den Rüssel nicht so schnell wieder rausziehen (man muss aber Geduld haben bis er richtig fest sitzt :D )
    So nun zu den Bienen. Ich habe es öfter erlebt, dass mir nichts, dir nichts,
    kurz bösartig brummt, die Biene sich stukaartig auf Dich stürzt, dich rammt und natürlich kannst Du dann den Stachel ziehen :evil: 
    Ich kann mich an die Zeit erinnern, in der die Biene Maya bei meinen Kindern "in" war. Ich meine mich an Bilder zu erinnern, in denen Henry ?
    zum stechen im Sturzflug dargestellt war, A.... ich meine Hintern voran
    und ran an den Feind.
    Ist an dieser Darstellung vielleicht was dran ? Wer weiss was. Interessant wäre für mich mal einen "Bienenstich" in Zeitlupe zu sehen :P


    In diesem Sinne. Pedro.

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Hallo Pedro
    Genau so ist es, gut aufgepasst :lol:

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Moin Jungs,


    desderwegen wissen wir Imkers ja auch was "Arsch-zuerst-Bienen" sind. Schön ist es, weil man weiß, daß sie


    ersten, wenn sie erst mal auf der Haut sitzen und nicht gestochen haben, das auch vermutlich nicht mehr tun werden und


    zweitens, wenn sie gestochen haben, sie das nicht nochmal tun :wink: was


    drittens, dazu führt, daß Wegzucken vollkommen unsinnig ist. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • WILLI !!!!!!!
    DER DICKE , DER NIE ETWAS BEGRIFFEN HAT HIEß : WILLI !!!


    das ist elementar wichtig !


    Mach mal eine Standschau mit 30 Kindern einer 1 Klasse und behaupte . die Drohne bei Biene Maja würde Henry heißen. :oops:


    Selbst wenn Du eine Doktorarbeit über Bienen geschrieben hättest, würden Sie Dir kein Wort von dem was du erzählst glauben. :wink:


    Der Rest , den du behalten hast stimmt aber. :wink:


    Viele Grüße aus dem sonnigen Norden


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hat schonmal jemand versucht sich den Stachel von einer toten Biene selbst in die Haut zu stechen ?
    Ich habe es ein paar mal probiert aber immer ist der stachel umgecknickt bzw. hat sich durchgebogen.
    Weiss der Bäcker wie die Summsen das hin bekommen ...

    Grüssle aus dem Nordschwarzwald


    Lagerfeuer1971

  • Moin Lagerfeuer,


    na das kann ich Dir erklären:


    Der Stachel besteht aus zwei Stacheln, die wie Schienen ineinander laufen. Außen haben sie Widerhaken, innen bilden sie einen Kanal. Diese beiden Schienen werden nun von den Muskeln gegeneinander bewegt. Nehmen wir an die rechte hat sich gerade außen verhakt, dann wird bei dieser Muskelbewegung die linke weiter in die Haut getrieben. Beim Wechsel der Bewegungsrichtung verhakt sich die und die rechte rutscht ein Bißchen tiefer ins rohe schmerzende zuckend leidende Fleisch des sich im Todeskampf der tausend und abertausend Stiche windenden Bienenbelästigers (sorry :oops: )


    Desderwegen geht das mit trockenen und toten Stacheln auch nicht, denn sie werden nicht wie Wespenstachel eingestochen und rausgezogen, sondern ziehn sich rein. Im Mikroskop kann man an einen zerbrochenen Stachel das angeblich sehen. Ich hab' es aber auch nur auf elektronenmikroskopischen Aufnahmen wirklich gut gesehen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Stachelspitze im Raster-Elektronen-Mikroskop Blockdiagramm der Stachelspitze


    lagerfeuer1971 schrieb:

    Weiss der Bäcker wie die Summsen das hin bekommen ...


    Hallo Lagerfeuer,


    Die beiden gezähnten Stechborsten (Stilette) mit je etw 10 starken Widerhaken werden auf der Stachelrinne (Führungsschiene) abwechselnd sägeartig schnell auf und ab bewegt und dringen so in die Haut ein.
    Eine elastische Haut an jeder Stechborste wirkt dabei wie eine Pumpe und drückt das Gift durch die Stachelrinne in die Wunde.


    Beim Zustechen stanzt der Stachel ein Loch in die spröde Insekten-Chitinhaut und kann deshalb wieder zurück gezogen werden.


    Unsere elastische Haut zieht sich um den Stachel zusammen und verhindert so das Herausziehen. Nach dem Abreißen des Stechapparates arbeitet der zugehörige Nervenknoten
    weiter und der Stachel kann selbständig tiefer eindringen.


    Die Wespen sind besser dran. Noch innerhalb der Stichwunde können sie erst ihre Stechborsten mit den Widerhaken in die Stachelrinne und dann den ganzen Stachel zurückziehen.


    Übrigens ist der Königinnen-Stachel größer und kräftiger als der Arbeiterinnen-Stachel,
    allerdings nur mit je 3 kleinen Widerhaken. Auch die Giftdrüse ist größer.


    Meine Bild-Quelle (anschauen lohnt sich): http://www.webmuseum.ch/Natur/Bienen/bi_index.cfm

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Heintzelmann schrieb:

    Ich habe es öfter erlebt, dass mir nichts, dir nichts,
    kurz bösartig brummt, ...


    Was verstehst Du unter bösartigem Brummen? Glücklicherweise hatten es noch nicht so viele Kamikazebienen auf mich abgesehen, aber ich bin der Meinung der Anflug einer zum Letzten entschlossenen Arbeiterin liegt etwa 4-6 Halbtöne höher als der normale Flugsound. Oder bilde ich mir das nur ein?

  • Hallo.
    Mann, ich sage ja, das Forum ist Gold wert :) Jetzt weiss ich wieder
    (fast) alles. Danke.
    mic Ja kann schon sein, dass die Töne beim Angriffsflug höher sind.
    Liegt wohl an der Geschwindigkeit. Also alles wie bei den Stukas :D 
    @ Daniel Ja, ja natürlich "WILLI". Sorry Henry soltest nicht verwechselt werden.
    Nun zu dem Sägestich: das muss ja in rasender Geschwindigkeit passieren, denn wenn man bedenkt, dass der Stich in einem Bruchteil von Sekunden stattfindet und gleichzeitig noch "gesägt" wird ; mein lieber Scholli ! Da lobe ich mir doch die Mücken. Da kann man das Bohren wenigstens gut beobachten :cry: 
     
    In diesem Sinne. Pedro

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Moin Pedro,


    Heintzelmann schrieb:

    ... das Forum ist Gold wert ... ... Sorry Henry soltest nicht verwechselt werden ...
    ... Sägestich: das muss ja in rasender Geschwindigkeit passieren ...


    Du hast in allen Punkten absolut Recht! :wink:


    Frieder Hummel : Danke, für die wirklich tollen Fotos. Es sind also eigentlich sogar drei Stachelteile. Tolle Bilder. Wirklich. Vielleicht sollte ich sowas an meinem Bienengerätehaus aufhängen. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Mich hat mal eine Imme genau an der Lippe erwischt. Das war dann zwei Tage eine monstös aufgeblasene Lippe, die sehr zu Erheiterung meiner Umwelt beigetragen hat. Beim Laufen ist die Oberlippe immer mitgeschwungen, aber noch viel schlimmer, es war unmöglich Bier aus der Flasche zu trinken.


    Grausam,


    McBee

    mal 3 Völker, mal 5 Völker. Dieses Jahr mit 4 Völkern begonnen, hoffentlich keine Verluste und wenn alles klappt, kann ich dieses Jahr sogar mit ein paar Ablegern und den Wirtschaftsvölkern in den Winter gehen.
    Apis Carnica, Zandermaß

  • Henry schrieb:

    Desderwegen geht das mit trockenen und toten Stacheln auch nicht, denn sie werden nicht wie Wespenstachel eingestochen und rausgezogen, sondern ziehn sich rein.


    Als Junge habe ich mit Freunden im Veterinärmedizinischen Institut einige Wochen lang Bienen seziert - das Muskelfleisch des Thorax wurde präpariert.
    Was glaubts Du, wie oft wir uns mit den toten Bienen gestochen haben. Von wegen - mit Toten geht das nicht.


    Thomas

  • Der Stachel stirbt zuletzt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Dann gibt es ja noch Hoffnung ! :wink:


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)