Warnung vor 5 Waben Ableger!!!

  • Hallo Leuts!


    Ich weiss, dass man hier im Forum ja eigentlich nicht mit derber Wortwahl auftreten sollte, aber ich muss wirklich mal meinem Ärger Luft machen.


    Vor 14 Tagen habe ich mir von Holtermann zwei 5 Waben Ablegerkästen gekauft.
    Eigentlich wollte ich die ja in Vollholz haben, die waren aber gerade nicht lieferbar, also habe ich mich für die Hartschaum Variante entschieden.
    Ich habe schon zwei Hartschaumableger über die es keine Klagen gibt und ich hab mir auch keine weiteren Gedanken darüber gemacht.


    Leider, leider habe ich die Dinger schon grün angestrichen und konnte sie nicht mehr zurückgeben.


    Es sei jedermann eindringlich vor diesen Ablegerbeuten gewarnt!! So einen Mist habe ich für die Imkerei noch nie gekauft, ich begreife es nicht wie man so etwas auf den Markt bringen kann – es sei denn zur Bienenvernichtung!!! Ich bin wirklich fassungslos!


    Vorgestern habe ich mir die Begattungsableger angesehen: Bis auf einen kläglichen Rest alle Bienen tot!!


    Wie wir ja alle mitbekommen haben gab es die letzten Tage etwas Regen. Das hat den Bienen den Garaus gemacht in diesen Mistbeuten!
    Warum ist schnell erklärt: Diese Ableger haben im Deckel eine eingelassene Vertiefung, die durch ein minderwertiges Sperrholzbrettchen abgedeckt wird und die wohl zum Zusetzen der Weiselzelle gedacht ist. In dieser Vertiefung sammelt sich nun das gesamte Regenwasser und läuft fröhlich in die Beute!
    Verschlimmert wird dies dadurch, das das Sperrholz sich bei der ersten Feuchte logischerweise total verzieht und dann erst recht undicht wird.


    Der Innenraum der Beute ist nun jedoch unten geschlossen, will heissen es gibt keinen Boden mit Lüftungsgitter o.ä. - der gesamte untere Teil des Ablegers besteht aus einem Stück, was natürlich Megamist ist, weil sich auch das gesamte Gemüll + Milben auf den Boden ansammelt!


    Damit ist gewährleistet, das das einlaufende Wasser komplett in der Beute verbleibt!!
    Ein Ablauf über das Flugloch ist erst bei einem Wasserstand von mehr als 2 cm möglich, da das Flugloch höher liegt!


    Hiermit aber nicht genug!!


    Es gibt keinen separaten Futtertrog, sondern es wird wiederum ein billigstes Holzschied aus besagtem minderwertigem Sperrholz eingeschoben, welches die Futterkammer vom Rest der Beute abtrennen soll.


    Kommt nun Wasser – zwangsläufig!!! – in die Beute wird dieser Holzschied unten nass, was zu einer Ausdehnung führt. Die gesamte „Konstruktion“ wird undicht!
    Hierdurch beginnt der Futterteig sich mit dem Wasser zu vermischen und sich auf dem gesamten Boden der Beute zu verteilen!!
    Die Bienen fallen da natürlich rein, bleiben kleben und ersaufen jämmerlich!!


    Die verbliebenen Bienen sind natürlich nicht in der Lage dieses Problem zu lösen,
    der Futterteig fängt an zu gären und die Waben verschimmeln!


    Aber auch um diese wenigen verbliebenen Bienen haben sich die genialen Konstrukteure dieser Ablegerbeute gekümmert :cry: !
    Ob Ihrs glaubt oder nicht: Der Abstand des Deckels zu den oberen Wabenrändern ist zu klein!!!


    Damit muss man jedes mal, wenn man den Deckel abhebt bei Aufsetzen alle Bienen, die auf den oberen Rähmchen sitzen zerquetschen! Ich denke mal es ist hier auch jedem klar, was das ansonsten für die Bienen bedeutet!


    Ich dachte erst ich sei zu blöd, konnte es gar nicht fassen. Ich habe diese Nachricht auch dem Vertreiber zukommen lassen und bin auf die Antwort sehr gespannt!

  • Schon erstaunlich, dass jemand Holzdeckel einfach so der Witterung aussetzt!


    Wenn Du die Holzbeute bestellt hättest, dann wären die Bienen auch abgesoffen, Holz ist bekanntlich nicht sehr Wasserdicht, dafür gibt es dann Metaldeckel oder man legt Abdechungen über die Holzbeuten.


    Ich findes immer gut, wenn man über seine eigenen Fehler schreibt. Dafür aber den Beuteproduzenten verantwortlich zu machen, ist ja ein starkes Stück. Vielleicht sollte man einfach mal nachdenken! :D:D:D


    Der Deckel ist aber trotzdem Mist und somit auch das System !
    Schau doch mal bei Seip rein! 8), der kostet da das doppelte aber es gibt keine Probleme mit Regenwasser.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Moin Obstbrenner,


    das ist eine ärgerliche Sache, Qualität gibt es heute schon lange nicht mehr, ich habe mir vor kurzen einen Sonnenwachsschmelzer gekauft, nach ca 3 Woche war der Deckelrahmen voll verzogen und die Farbe abblättert ab, dazu konnten man sehen das es kein gutes Holz war, zum teil wurde Ecken und Risse verspachtelt.
    Für sein Geld bekommt man keine gute Qualität.
    Ein weiteres Beispiel, ich habe mir vor längere Zeit auch eine Kunststoffablegerkasten gekauft, diese Art Ablegerkasten wird bei einigen Händlern verkauft.
    Ein Imkerfreund von mir hat damals zwei bestellt, ich habe auch einen genommen, ich bin mit dem Kasten nicht zufrieden für DN ist noch ein Futtertrog dabei der Extra kosten, das schlimme an dem Kasten ist der Deckel, immer sammelt sich Wasser unter dem Deckel weil der Deckel nicht richtig sitzt und leicht verschiebt, dazu ist die Falz viel zu klein.
    Der Kasten muss extra abgedeckt werden sonst hab ich Wasser drin, eine Lüftung ist zwar vorhanden aber der Bodenabstand bis zu den Waben bei DN zu groß und völlig Unsinn, wenn der Ableger zu stark ist bauen die Bienen Wildbau unter die Waben.
    Das Flugloch ist eine Katastrophe, kein richtiges Flugbrett.
    Wer so einen Mist entwickelt hat echt keine Ahnung von Bienen.


    Den meist du sicher, für eine Freiaufstellung völlig ungeignet wegen Loch im Deckel, muss leider abgedeckt werden.

  • Anmerkung,


    bei Seip gibt es ja auch einen guten Ablegerkasten nur ist der Preis mir einfach zu teuer.
    Beim Holtermann gibt es den Frankbeute Ablegerkasten der mir sehr gut gefällt und der Preis auch ok ist.
    Beim Wienold gibt es auch einen Ablegerkasten, der Preis ist mir nicht bekannt.
    Alle diese 3 Kästen sind gut geeignet und können mit extra Aufsetzte als Abrüter und Zuchtkasten benutzt werden.
    Man sollte sich über Erfahrungen auch äusern können, das hat nix mit schlecht machen der Hersteller zu tun, dazu leben wir ja in einen Land wo jeder seine Meinung frei äußern kann.
    Ein Fehlkauf geht ganz schnell, dafür ist das Forum da sich untereinander zu helfen.

  • Michael2


    Deine "Pappschachtel" hatte ich auch mal irgendwo gesehen. Auch so ein Schrott 100%. Deiner Meinung!!


    Das das Wasser unter dem Pfalz eindringt ist bei meinem genau so!
    Liegt wahrscheinlich auch daran, daß man die Bienen die auf der Wabenoberseite sitzen nicht immer so breit gequetscht bekommt, das der Deckel anschließend halbwegs schließt!


    Zitat

    Den meist du sicher, für eine Freiaufstellung völlig ungeignet ..


    Da hast Du vollkommen Recht! Nur für's Wohnzimmer geeignet (ohne Bienen versteht sich!) 8)


    Was ich nur nicht begreife ist, daß der Ablegerkasten mit der Bestellnr. 1130 ein wirklich guter Kasten ist, auch da bin ich mit Dir einer Meinung.
    Wie kann Holtermann seinen Ruf durch so einen Schrott wie die 1600 nur so aufs Spiel setzen??



    @Bernie


    Zitat

    Schon erstaunlich, dass jemand Holzdeckel einfach so der Witterung aussetzt! Ich findes immer gut, wenn man über seine eigenen Fehler schreibt. Dafür aber den Beuteproduzenten verantwortlich zu machen, ist ja ein starkes Stück. Vielleicht sollte man einfach mal nachdenken!


    Ich habe nur getan, was laut Gebrauchsanweisung vorgeschrieben wurde!
    Da ich dem Braten aber nicht ganz getraut hatte, hatte ich zusätzlich noch einen Backstein drauf gelegt. Hat aber alles nichts geholfen!


    Und glaube mir: Ich habe über diese Ablegerbeute sehr lange nachgedacht!!


    Aber trotzt intensivsten Nachdenkens ist mir der Vorteil eines Ablegers in dem die Bienen absaufen, das Futter ausläuft (auch ohne Wasser) die Lüftung komplett fehlt, die Waben deshalb verschimmeln, die Beute verdreckt, jede abgefallene Milbe sofort wieder auf die Bienen kommt, das Futter sauer wird und die verbliebenden Bienen durch den Deckel zerquetscht werden einfach noch nicht aufgeganen!


    Vielleicht kannst Du da meinem unterbelichtetem Verstand etwas auf die Sprünge helfen?


    Das ich hierfür den Beutenproduzenten verantwortlich mache ist von mir wirklich dreist! Woran mag es bloß liegen???


    Liegt es evtl. daran, daß mir 10 Waben inkl. Pollenwaben verschimmelt sind?
    Oder liegt es daran, daß mir 2 Reinzuchtköniginnen verreckt sind??
    Oder liegt es daran, daß ich Angst habe das die verfaulten Waben ohne Bienen eine Faulbrutstätte waren?
    Oder an den vielen, vielen toten Bienen?
    Oder daran, daß ich mehr als eine Stunde gebraucht habe um die Beuten überhaupt wieder sauber zu bekommen?
    Oder vielleicht daran, daß alle Holzteile vergammelt, verzogen und unbrauchbar waren?
    Vielleicht auch daran, daß ich zusammen ca. € 80 (waren mal DM 160!!!) für diese beiden Dinger bezahlt habe?


    Nein, ich habs!


    Es wird einfach an meinem boshaften Charakter liegen!

  • Hallo Andreas,


    nur mal so am Rande. Warum verwendest du überhaupt Ablegerkästen? Diese Teile waren das, was mir bei der Magazinimkerei noch nie einleuchtete, außer man möchte die Ableger Platz sparend verschicken. Verwende doch einfach deine Magazine mit Trennschied (oder auch ohne). "Never change a running system!"


    Das mit deinen verendeten Ablegern ist, davon unbelastet natürlich Mist und es kann einem echt Leid um die Bienen tun!

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Reiner,


    außer zu deiner Signatur kann ich Dir in allem nur zustimmen! :wink: 
    Es gibt tatsächlich keinen Grund, Ableger in extra Kästen zu tun.
    Rausgeworfenes Geld, wenn ihr mich fragt.
    Guido
    Ich weiß, du hast 50 Stück davon, aber ich bleibe dabei, verscherbele sie bei EBay!

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • @Reiner+Michael


    Ich verwende die ausschließlich als Begattungskästen (und als Notausweich) !


    Das hat den enormen Vorteil, das man gleich im endgültigen Wabenmaß arbeiten kann.


    Ich habe mit den Mini-Begattungskästen keine ganz so gute Erfahrung gemacht. Bei diesen kleinen Begattungskästen fehlt es meiner Erfahrung nach einfach auch an Bienenmasse. Die Königinnenverluste bei den Ablegerbeuten sind auf alle Fälle deutlich geringer und die Königinnen kommen einfach besser in Fahrt. Man kann die Königin auch gleich beurteilen und muss nicht erst irgend ein Volk umweiseln um dann festzustellen, daß die Königin nichts bringt.


    Das Erweitern ist dann auch immer sehr praktisch: Waben umhängen und das wars!

  • Hallo Andreas,


    entschuldige, dass ich hartnäckig bleibe. Als Begattungsableger ist ok. Aber warum nicht gleich in der endgültigen Beute. Spart doch Arbeit, weil kein Umhängen! Für den "normalen" Imker sind Begattungsableger im Standmass optimal, Mini-Begattungskästen unnötig. Kleine Einheiten machen m.E. nur bei der Belieferung von Belegstelen Sinn. Und dafür ist ein Ablegerkasten im Standmas i.d.R. nicht zugelassen. Also ist er obsolet!

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Andreas,
    die Ablegerkästen habe ich auch mal getestet und halte sie aus den von dir genannten Gründen ebenfalls für ungeeignet.
    Ein weiterer Mangel ist die fehlende oder zu geringe Gitterfläche zum transportieren.


    Ich mache meine Ableger nur noch in normalen Kästen wie Reiner und Michael auch schon geschrieben haben.
    Vor längerer Zeit baute ich mal Doppelböden und Schiede aber auch das schafft nur einen unnötigen Arbeitsgang, wenn es auch eine gewisse Ersparnis mit sich bringt.
    Die Ableger bekommen bei der Bildung eine Honigwabe, Brutwaben und Mittelwände/Leerrähmchen, damit sie keinen Wildbau errichten wenn ich sie zu spät kontrolliere.
    Wenn sie ordentlich Brüten kann ich sie erweitern, Futterzargen aufsetzen und flüssig füttern damit sie gut bauen.


    Viele Grüsse, Hermann

  • Moin Männers,


    mit den Ablegern in der endgültigen Beute mache ich auch so, aber nur wenn ich eine einsatzfähige Königin habe.


    Die endgültige Beute als Begattungskästchen zu nutzen hat sich bei mir aus folgenden Gründen nicht so gut bewährt:


    1. Ich arbeite mit der großen Frankenbeute.
    Die hat nicht nur mehr Rähmchen, sondern ist auch vom Material her wesentlich dicker und hat auch eine dementsprechende Größe.
    Ich halte diese Beute als Begattungseinheit einfach zu groß!
    Mein Bienenvater hat mir mal erklärt, daß die Königin oftmals keine rechte Lust hat zum Begattungsflug. Die Bienen müssen Madame oftmals erst ein bischen in den werten Popo treten und das funktioniert bei einer kleineren Beute einfach besser.


    2. Wenn ich auf den Standbegattungsplatz fahre kann ich im Kombi ohne Probleme 10-12 Ablegerkästen mitnehmen. Mit der großen Beute kriege ich gerade mal 3 mit.
    reiner

    Zitat

    Und dafür ist ein Ablegerkasten im Standmas i.d.R. nicht zugelassen.


    Warum denn das?? Habe ich ja noch nie gehört!! Muss nur Drohnenfrei sein!


    3. Die Nachschau ist einfach praktischer.
    Ich zeichne die Königinnen erst, wenn sie in Brut sind und ein vernünftiges Ergebnis bringen. In der großen Beute dauert mir die Suche nach der Königin einfach zu lange.


    4. Diese Beuten sind auch sonst sehr handlich und vielseitig einsetzbar. (Sei es nun als Schwarmkasten oder Trachtanzeiger)


    Von daher bin ich eigentlich mit diesen Ablegerkästen vom Prinzip her sehr zufrieden.

  • Moin Obstbrenner,


    nach dem Raps machen wir sehr viele Ableger hier. Die von Dir beschriebene Scheiß-Kiste ist umgebaut ganz gut nutzbar. Aber eben nur umgebaut!


    1. Mit der Stichsäge wird ein großes Bodenloch eingeschnitten.
    2. Bogengaze wird innen flächig aufgelegt und mit etwas Heißleim heißverheißleimt.
    3. Der Plastefuttertrog kommt in die Futterkammer.
    4. Die Ablegerkisten stehen in einem Bienenhaus mit ordentlichem Dach dessen Front auch verkleidet ist in drei Reihen übereinander. Trocken.
    5. Die Kästen stehen immer auf Balken, damit die Lüftungen frei bleiben.
    6. Auf die Kästen unter die Deckel kommt Abdeckgaze.


    Es ist schon was wahres dran: Als Imker mußt Du immer an neuen Sachen was darn rum verbessern. Manchmal sogar wirklich. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Frank,


    mit Interesse habe ich Deine Artikel und die Bauanleitung gelesen, hier eine Frage:
    Warum muss beim Ablegerkasten in DN die Rähmchenauflage ausgefräst werden, warum hast Du die Bauanleitung nicht wie beim Zanderkasten gestaltet?