Wassergehalt beim Honig

  • Hallo,


    man kann den Wassergehalt beim Honig doch auch mit Hilfe der Dichte (spezifisches Gewicht) ermitteln.


    Das ist doch für einen Anfänger eine billigere Methode als so ein Refraktometer.


    Wie verhält sich denn die Dichte zum Wassergehalt? Ich kann leider keine Angaben in der Literatur finden. :-?


    Ich habe zum Bespiel nach der ersten Schleuderung eine Dichte von etwa 1,42 kg/l des Honigs ermittelt. Welchem Wassergehalt entspricht das denn?


    Gruß, Robert

  • Hi !
    Welchem Wassergehalt dies entspricht weiss ich leider nicht.Aber mess doch mal die Dichte eins DIB-Honiges.(kleiner 18%)
    So kannst Du zumindest vergleichen ...

  • Liebe Imker,


    wer seinen Honig nach dem Schleudern mißt mißt Mist. Was hat es für einen Sinn erst über die Keuzung zu brettern und anschließend zurückzulaufen um zu sehen, wie die Ampel stand oder ob man überhaupt Vorfahrt hatte. Also muß man vor dem Schleudern messen. Da hat man aber eben nur eine kleine Honigprobe und kein DIB-Glas voll.


    Es gibt aber noch einen andern Trick. Ins DIB-Glas geht doch nur Honig mit weniger als 18% Wasser. Also gießt man den Honig da rein und weiß anschließend, daß er weniger als 18% haben muß. So einfach. (Oder hat jeder DIB-Glaser ein Refraktometer?)


    Mit dem Refraktometer geht die Messung so schnell und einfach. Da wird einfach bei der angesetzte Ernte mehrfach am unteren Wabenrand verprobt. Wenn dort der Wassergehalt schon niedriger ist als gewünscht, dann wird der Honig darüber noch trockener sein. Und ansonsten macht es die Mischung. Ist man nicht sicher, dann probt man von paar Waben oben und unten und nimmt sich das "gedankliche Mittel".

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Für ganz ängstliche oder Neuimker (wie mich):


    Beim Einlegen der Bienenflucht kann man wie oben beschrieben kurz beproben (ich habe offene und gedeckelte Zellen separat gemessen) und könnte dann noch die Notbremse ziehen.


    Aber selbst in so einem verrückten Frühjahr wie 2005 war bei mir diese Beprobung bei 16,0 % und dann die Endmessung nach dem Schleudern bei
    16,1% Wassergehalt nach Karl-Fischer.
    Diese Labormethode ist absolut unbestechlich und erfasst nur Wasser
    (bei sachgemässer Durchführung)


    Trick am Rande: 2-3 Tage Schlechtwetter vor dem Ernten sind für den Wassergehalt eine super Schlankheitskur - der geht stark zurück.

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !

  • Hmm,


    danke für die vielen Antworten.
    Aber leider hat keine meine eigentliche Frage beantwortet.


    Nämlich, was für ein Zusammenhang zwischen Wassergehalt und Dichte des Honigs herrscht.


    Daß es so ein Gerät gibt, weiß ich. Habe selber eines (heist übrigens Aräometer) allerdings mit einer Dichteskala.
    Abgesehen davon braucht's nicht unbedingt so ein Gerät. Um die Dichte zu bestimmen reicht das genaue Volumen und Gewicht zu ermitteln.


    Daß es sinnvoll ist, vor dem Schleudern den Wassergehalt zu wissen ist mir auch klar.
    Für einen Anfänger oder Kleinimker lohnt sich aber die Anschaffung eines Refraktometers nicht. Da reicht auch die Spritzprobe, habe ich mir sagen lassen.


    Es geht mir nur um das reine Interesse und es wundert mich, daß bei so vielen Forumsteinehmern niemand Angaben darüber machen kann.


    Also nochmal die Frage an alle:


    In welchen Verhältnis stehen die Dichte und der Wassergehalt eines Honigs?


    Wer weiß es, oder weiß wo's steht und kann das mal ins Forum stellen?




    Grüße, Robert

  • Moin radiolaria


    radiolaria schrieb:

    Abgesehen davon braucht's nicht unbedingt so ein Gerät. Um die Dichte zu bestimmen reicht das genaue Volumen und Gewicht zu ermitteln.

    Wie macht man das ganz ohne Gerät? :lol:

    Zitat

    Für einen Anfänger oder Kleinimker lohnt sich aber die Anschaffung eines Refraktometers nicht. Da reicht auch die Spritzprobe, habe ich mir sagen lassen.

    Sage ich doch auch immer, daß der Klein-DIB-Glas-Imker nicht wissen muß wieviel Wasser wirklich in seinem Honig ist. Wenn der nicht aus dem DIB-Glas spritzt dann hat er unter 18% :o

    Zitat

    Es geht mir nur um das reine Interesse und es wundert mich, daß bei so vielen Forumsteinehmern niemand Angaben darüber machen kann.

    Weil niemand Dich beschämen will. Es geht um den Wasseranteil, also frage Dich nach der Dichte von Wasser. Und es geht um die Dichte von Zucker, die genaugenommen in jedem Honig anders ist.

    Zitat


    In welchen Verhältnis stehen die Dichte und der Wassergehalt eines Honigs?

    Zucker hat eine höhere Dichte als Wasser. Also hat eine Zuckerlösung eine höhere Dichte als Wasser. Also ist das Verhältnis aus Dichte der Lösung zu deren Wassergehalt die umgekehrte Proportion.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wenn es denn unbedingt sein muss, dann führt kein Weg an einer Eichkurve vorbei. Siehe:
    http://www.uni-bayreuth.de/dep…mittel/cola_dichtetab.htm


    Diese Arbeit muss aber dann mit einem Honig bekannten Wassergehalts gegengeprüft werden, um die Behauptung eines anderen Schreibers zu belegen, dass die Zuckerart für die Dichte unerheblich sei.


    Ich habe da aber meine Zweifel, dass dies stimmt.


    Siggi

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !

  • Hallo Henry,


    es ist doch bestimmt verständlich, daß man als Anfänger aus reiner Neugier und Interesse doch gerne mal gewußt hätte was man nun für einen Wassergehalt in Prozent erwirtschaftet hat. Genauso wie man gerne wüßte vieviele Beine und Flügel eine Biene hat und wie die inneren Organe angeordnet sind, obwohl das nicht notwendig wäre um zu Imkern.


    Gut..., das eine kann man in den meisten Büchern nachlesen oder man fragt jemanden der kundig ist.


    Zitat

    Wie macht man das ganz ohne Gerät?


    Witzbold,... ich meinte natürlich ohne Refraktometer oder Aräometer.
    Oder fragst Du ernsthaft? Dann.. :
    Markiere die Füllhöhe eines Eimers, wo der Honig drin ist und wiege den.
    Den leeren Eimer wiegst Du auch und dann den Eimer mit Wasser gefüllt bis zur Markierung auch noch wiegen.
    Die Dichte (speziefische Gewicht) berechnet sich dann wie folgt:
    [(Gewicht von Eimer mit Honig) - (Gewicht von leerem Eimer)] / [(Gewicht von Eimer mit Wasser) - (Gewicht von leerem Eimer)]
    Zugegeben, als Gerät braucht's 'ne Waage, aber sowas haben die meisten im Haushalt.


    Zitat

    Weil niemand Dich beschämen will. Es geht um den Wasseranteil, also frage Dich nach der Dichte von Wasser. Und es geht um die Dichte von Zucker, die genaugenommen in jedem Honig anders ist. Zucker hat eine höhere Dichte als Wasser. Also hat eine Zuckerlösung eine höhere Dichte als Wasser. Also ist das Verhältnis aus Dichte der Lösung zu deren Wassergehalt die umgekehrte Proportion.


    Drück ich mich denn so blöd aus??? :cry:


    Jou,.. das ist mir doch alles klar, deswegen frage ich ja. Was ich gerne hätte sind Zahlen, ermittelte Werte, Tabellen, Formeln oder Diagramme.


    so z.B:
    Wassergehalt - Dichte
    16,0% - 1,5
    16,5% - 1,45
    17,0% - 1,4
    oder besser noch eine Formel wie
    (Dichte) mal (Faktor x) gleich Wassergehalt.


    Mein Gedanke war:
    Es gibt doch schließlich ein Aräometer zu kaufen, wo man direkt den Wassergehalt ablesen kann. Da aber ein Aräometer eigentlich die Dichte bestimmt, muß doch blos die Skala ausgewechselt worden sein.
    Das heist doch, daß man mit der oben angegeben Waage und dem Eimer ganz billig seinen Wassergehalt selber eritteln kann, wenn man nur den Umrechnungsfaktor von der Dicht zum Wassergehalt hat.
    Ich finde das überhaupt nicht beschämend nach einer einfachen Formel zu Fragen, bevor ich mir die Mühe machen muß, die Dichte von verschieden Zuckerlösungen zu ermitteln. Zumal es doch offensichlich bereits schon mal von jemandem gemacht worden ist.


    Ich komm mir vor, als hätte ich gefragt: 'Wie groß ist der Kölner Dom?'
    und als Antwort bekomme ich: 'Etwas kleiner als das Ulmer Münster. Meß doch selber nach!


  • Lieber Siggi,


    ich habe hier nachgefragt, damit ich mir nicht selber die Arbeit machen muß.
    Die Tabelle die Du mir angibst, habe ich bei meiner Googelei längst angesehen und mußte festellen, daß sie aus lauter leeren Messergebnissen besteht.
    Die Arbeit hat längst jemand gemacht! Schaut doch bitte einfach mal in Eurer Literatur nach, und sobald Ihr fündig geworden seid, meldet Euch wieder. Ich habe leider in meiner nichts Brauchbares gefunden. Vieleicht hat ja jemand bessere Unterlagen dazu.


    Gruß, Robert

  • Moin Robert,


    radiolaria schrieb:

    Wie verhält sich denn die Dichte zum Wassergehalt?


    Zitat

    In welchen Verhältnis stehen die Dichte und der Wassergehalt eines Honigs?


    Antwort: im umgekehrten


    Zitat

    Drück ich mich denn so blöd aus?


    Antwort: Ja.


    Warum machen alle anderen Imker ihre Wassergehaltsmessung mit dem Refraktometer?


    Antwort: Weil die Dichtemessung noch ungenauer ist! Du kannst mir aber gerne eine Honigprobe schicken und ich schick Dir dann einen Wasserwert und dann kannst Du ganz genau sagen wieviel Wasser Du in diesen Honig noch reinschütten kannst, ehe er das DIB-Glas freiwillig verläßt und Dein Wägegerät und den Eimer eichen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • radiolaria schrieb:


    Für einen Anfänger oder Kleinimker lohnt sich aber die Anschaffung eines Refraktometers nicht. Da reicht auch die Spritzprobe, habe ich mir sagen lassen.


    Refraktometer gibt es bereits für 50€. Meist kann man auch bei einem Imker oder Imekrverein eins ausleihen. Ist weitaus einfacher als diese komplizierte Berechnung mit Dichte usw...
    Versuchs mal bei einem benachbarten Imker. Ist normalerweise kein Thema wenn du das Gerät mal für einen Nachmittag ausleihen willst.



    Api

  • Hallo Henry,


    Entschuldige, daß ich nicht genau genug gefragt habe.
    Ich hätte gerne den Proportionalfaktor gewusst.


    Und immernoch aus reiner Interesse und Spaß an der Materie.


    Das DIB-Glas ist mir dabei völlig Schnurz, Refraktometer zu teuer, und eine einmalige Messung die Du mir als Angebot machst (danke) würde die Frage auch nicht beantworten.


    Wenn Du aber genau weist, daß die Dichtemessung so ungenau ist, dann sei doch so nett und nenn bitte die Quelle woher Du das hast und zittiere den entsprechenden Absatz.
    Nächste Frage wäre nämlich dann, wie ungenau ist die Dichtemessung.
    Gibt das die Quelle auch an?


    Du gibst wirklich Honig-Kurse?
    Antwortest Du auf eine Frage in Deinem Kurs, vielviel Prozent Fruchtzucker im Durchschnitt so ein Honig hat, auch mit:
    'Genug Prozent, was interessiert dich das, du wirst schon sehen der Honig im DIB-Glas ist süß genug.' ?


    Gott sei Dank sucht sich der Schüler in der Beziehung selber den Lehrer.


    Gruß, Robert

  • Moin Frechdachs,

    radiolaria schrieb:

    Entschuldige, daß ich nicht genau genug gefragt habe.

    Iss scho recht. Das kommt bei Anfängern hier doch oft vor. :lol:

    Zitat


    Ich hätte gerne den Proportionalfaktor gewusst.

    Tut mir leid, denn kenn ich nicht und ich vermute sogar, den wird es nicht wirklich geben.

    Zitat


    eine einmalige Messung die Du mir als Angebot machst (danke) würde die Frage auch nicht beantworten.

    Dann mach Dir eben noch eine :wink: Ich bin doch ein Netter :P

    Zitat

    Wenn Du aber genau weist, daß die Dichtemessung so ungenau ist, dann sei doch so nett und nenn bitte die Quelle woher Du das hast und zittiere den entsprechenden Absatz.

    Ich habe zu DDR-Zeiten mit der Imkerei angefangen, was haben wir damals nicht alles versucht, um den Wassergehalt zu ermitteln. Würde es Deinem streng wissenschaftlich geprägten Urteil genügen, wenn ich sagte, daß schon Deine Haushaltswaage nicht genau genug ist oder muß es wirklich eine fremde Quelle sein?

    Zitat


    Nächste Frage wäre nämlich dann, wie ungenau ist die Dichtemessung.

    Nun das hängt ja auch von Deiner Waage ab

    Zitat


    Gibt das die Quelle auch an?

    Oft steht das direkt auf der Waage drauf. Manchmal sind die nur 200g genau und wieviel das dann auf einen 10kg-Eimer ausmacht, kriegst Du Cleverle selber raus.

    Zitat

    Du gibst wirklich Honig-Kurse?

    Na eigentlich nicht Honig-Kurse, sondern Honig-Bienen-Kurse. Da ist ganz bewußt sprachlicher Witz dahinter, wenn vielleicht auch nicht leicht zu entdecken. Bei mir kriegt man nämlich Honig, Honig-Bienen und (jetzt kommt's) Honigbienenkurse.

    Zitat


    Antwortest Du auf eine Frage in Deinem Kurs, vielviel Prozent Fruchtzucker im Durchschnitt so ein Honig hat, auch mit:
    'Genug Prozent, was interessiert dich das, du wirst schon sehen der Honig im DIB-Glas ist süß genug.' ?

    Wieso "auch", wer antwortet denn noch so?

    Zitat

    Gott sei Dank sucht sich der Schüler in der Beziehung selber den Lehrer.

    Oh, nein. Als Imkerpate suchst Du Dir die Schüler und das ist auch gut so. Manchmal kommen nämlich so Besserwisser daher und die mach ich dann nicht zu Imkern. Ich will doch Spaß dabei haben. Denen muß man sonst auch immer erst erklären, daß eine Standardantwort nicht immer der Widerspruch ist, sondern man als Imker aufnehmen, zuhören und erstmal nachmachen muß. Weltverbesserer und Andersmacher ohne Basiswissen und Hintergrund stören da nur.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder