Varroa Behandlung bei Ablegern?

  • Hallo,


    ich habe 3 Ableger erstellt, bei denen lt. Plan heute die Königinnen schlüpfen müssten. Ich bin mir jetzt etwas unsicher, ob ich die Ableger mit Bienenwohl behandeln sollte oder nicht und vor allem wann. Einerseits möchte ich die Ableger so wenig wie möglich stören und den frisch geschlüpften Königinnen eine Säuredusche ersparen. Vor dem Schlupf war ja aber immer verdeckelte Brut in den Völkern, die ich mit Bienenwohl wohl nicht erreichen kann. Wenn ich zu lange warte ist aber wieder verdeckelte Brut von der neuen Königin in den Völkern.


    Ich weiß nicht wie hoch der Befall in den Ablegern ist. Wie macht Ihr das mit euren Ablegern?

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Die verdeckelte Brut schlüpft und die neue Königin beginnt nicht sofort mit dem Eierlegen, so dass irgendwann nur noch offenen Brut in den Ablegern ist und zu diesem Zeitpunkt behandle ich mit Bienenwohl (wenn ich es nicht wiedermal verpasse :-? )

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin Thomas,


    ich behandle alle Völker und Ableger eines Standes immer gleich und immer zur gleichen Zeit. Ableger sind dann eben dran, wenn alle dran sind. Nur Schwärme, die bekommen in der Schwarmfangkiste ihre Dosis und dann erst wieder eine Winterbehandlung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    mach es doch wie ich, ziehe meine Königinnen immer in Begattungskästchen, weil diese 1 viel schneller in Eilage gehen und man diese dann sicher in einen Ableger wo viele Jungbienen vorhanden sind einweiselt.
    Man bildet Ableger am besten mit schlüpfender Brut, setzt eine begattete Königin zu, die sofort in Eilage geht.
    Vor dem Einweisel werden die Bienen mit Milchsäure besprüht, da ja viele Bienen schlüpfen erwischt man auch viele Milben, man hat kräftige gesunde Jungvölker mit wenig Milben und einer legenden Königin, diese sollte bei Trachtmangel am besten mit Futterteig gefüttert werden, flüssig erhöht die Räubereigefahr.
    Natürlich kann man auch Bienenwohl nehmen, bei sprühen bitte ur senkrecht sprühen und nicht in die Zellen, dann gibt es auch keine Ätzschäden an Bienen und Brut.
    Wenn man solche Ableger auf einen extra Stand verstellt wo keine Bienen weiter stehen,
    hat kann man auch keine Ausfälle mehr durch Varroa.
    @ Thomas bei der Behandlung mit eine unbegattet Königin kann es passieren das die Bienen die Königin abstechen.
    Mir ist das schon passiert, deshalb mache ich das wie oben beschrieben, man hat ein System und arbeitet alle Stufen durch und hat wenig Ausfälle, bei dem Wetter zur zeit ist eine Begattung der Königinnen nicht 100% sicher, wenn diese dann noch in einen Ableger sind, und die Königin verloren geht wegen kühlen Wetter, können die Ableger schnell Drohnenbrütig werden, weil man ja erst mal eine gewisse Zeit nicht nachschaut, mit guten Gewissen denkt man die Königin geht bald in Eilage.
    Im Schnitt dauert es bis zur Eilage im Ableger bis zu zwei Wochen.
    Wichtig an der Ganzen Sache ist das Wetter für gute Begattung muss es warm sein um 20 Grad.
    Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.

  • Erst mal Danke,


    da ich das Risiko die Königin zu verlieren nicht eingehen möchte, werde ich mich Henrys Vorgehensweise anschließen und im Spätsommer mit Ameisensäure (vielleicht auch Apiguard) behandeln.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo Henry,


    man will doch gesunde kräftige Jungvölker in den Winter bringen mit möglichst wenig Milben, wenn man erst zur Auffütterungszeit behandelt hat man schon wieder mehre in den Ableger diese sitzen dann noch in der Brut und man hat es viel schwerer diese raus zu bekommen, dazu stört man die Ableger nur mit der Behandlung.
    Warum so schwer machen wenn es viel leichter geht, wenn man die Möglichkeit hat die Ableger in einer Brutfreien Zeit zu behandeln.
    Mit diese Betriebsweise oder besser gesagt Ablegerführung schafft man Varroaarme Jungvölker was eigentlich jeden sein Ziel sein soll.
    Varroa ist ein Auslöser auch für anderen Krankheiten, z.B. Viren benutzen die Milben als Trägern und zur weiteren Verbreitung, wenn die Ableger oder Völker wenig Milben haben, ist die Gefahr durch Viren auch gering.

  • Moin Thomas,


    zuviel der Ehre, aber das ist eigentlich auch nur die Empfehlung vom Liebig. Und der legt die Windel unter seine Sammelbrutableger und behandelt die Einzelwaben mit OS beim Umhängen in die Begattungsableger vorm Zusetzen der Königinnen.


    Im Vortrag hat er jedoch gesagt, daß bei frühen Zuchten der Milbendruck in den Sammelbrutablegern garnicht so hoch wäre, wie immer angegeben, weil die Drohnenbrut viel wegfing und sehr viele Milben der großen Sommerpopulation bei der Entnahme der Brutwabe samt Bienen in den andern Brutwaben eingedeckelt seien. Er behndelt also nicht mehr bei der Ablegerbildung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry ,


    ehrlich gesagt ist es mir egal was Liebig macht und was nicht, ich selbst muss damit klar kommen und will gesunde Ableger und Völker haben.
    Das was er weiter gibt sind nur Empfehlung, ein muss gibt es dabei nicht, ich teste lieber selbst was ich für richtig und gut finde.
    Ich habe noch nie großen Wert auf Radschläge von Instituten oder hohe Herren von oben gehalten, meinen eigenen Erfolg sehe ich von Tag zu Tag und bin mit dem zufrieden, man lernt um einiges mehr wenn für sich selbst testet und ausprobiert.
    Da ich schon einige Jahre meine ökologische Imkerei betreibe und weiter führen will ohne Perizin und Co und das mit vollem Erfolg.
    Jeder soll für sich den richtigen Weg finden aber dabei auch dran denken das mit jeden Einsatz von Perizin und ähnliche Mittel unser Wachs weiter angereichert wird.

  • Liebig wechselt seine Meinung eh wie ein Fähnlein im Wind :D


    thomas


    Du hast ja jetzt erstmal ein wenig Zeit bis die Königin in Eilage geht - wenn du dann in einer Woche kontrollierst ob Stifte vorhanden sind - kannst du ja mal eine Kontrollbehandlung mit Bienenwohl machen - je nachdem ob noch verdeckelte Brut vorhanden ist, hat diese Probe dann Aussagekraft, ob eine Blockbehandlung nötig ist, oder ob es reicht wenn du erst Ende Juli behandelst.


    Ciao,
    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Hab`da auch ne kleine Frage am Rande :
    Wieoft und wieviel füttert man denn einem Ableger etwa zu ?

  • Moin phillipbj84,


    das ist trachtabhängig. Zu Rapszeiten oder anderen Volltrachten gar nicht und danach je nach Bedarf. Es ist auch gut möglich mit Teig oder Maische kontinuierlich zu füttern, weil das Futter dann fast nur angenommen und umgelagert wird, wenn nichts durch's Flugloch kommt und weil das sehr wenig Arbeit ist. Futtertasche hinten dran hängen und einmal im Monat nachschauen.


    Wirkungsvoller vor allem für den Wabenbau ist natürlich flüssige Fütterung mit dünner Lösung. Das nützt aber erst wenn frisch geschlüpfte Bienen da sind, also wenn entweder noch mitgegebene Boenen schlüpfen oder schon neue. Flüssig füttert man nicht, wenn die Königin noch nicht legt. Dann ballern die der Neuen nämlich das Brutnest zu.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hi Henry !


    Danke für die Antwort.
    Vielleicht kannst Du mir noch sagen was Du mit "dünnflüssiger Lösung" meinst ?
    Zuckerwasser 1:2 oder 1:3 ?
    Da ich als Anfänger kaum ausgebaute Waben habe steht u.a. der Wabenbau im vordergrund .
    Kann man eigentlich den Wildbau entfernen und das Wachs den Bienen irgendwie wieder "zugänglich" machen ?Wäre doch eine feine Sache wenn das Wachs gleich wieder in neuen Waben verbaut werden würde.Ich meine damit aber nicht den umweg über Mittelwände,davon habe ich genug ...

  • Hallo Phil,


    ich bin zwar nicht Henry, aber ich hoffe Du bist mit meiner Antwort auch zufrieden.


    "Dünnflüssig" - heißt in diesem Zusammenhang 1:1! 1 kg Zucker auf 1 Liter Wasser.


    Entfernten Wildbau kannst Du nur einschmelzen und Mittelwände daraus machen, oder machen lassen.



    Ich hoffe dies hilft Dir weiter
    Franz