• ich hab bisher noch keine erfahrung mit zementhonig sammel "dürfen".
    jetzt hab eine fichte entdeckt die von oben bis unten voll mit den grossen schwarzen läusen ist. wird auch schon von bienen und wespen beflogen. die ersten beflügelten läuse sind auch schon unterwegs. meine bienen schiessen auch schon alle in richtung wald, ich weiss aber nicht zu welchen läusen sie da gehen :-? 
    wann ist denn, falls es doch kommen sollte, mit der hauptzementernte zu rechnen?


    gruss
    wolfgang
    der schon mal nach nem presslufthammer sucht. :wink:

  • "Zementhonig" wär schon was! :D 
    Dann könnten mir die Mädls unser elend großes, altes Haus endlich renovieren. Ich weiß aber nicht, ob das Bundesdenkmalamt da mitspielen würde; die scheinen prinzipiell entgegengesetzter Meinung zu sein.
    Aber Spaß bei Seite. Mit "Zementhonig" meinst du wohl Melezitosehonig (z.B. Heidetracht). Den kriegst du von den vielen Läusen nicht, dafür aber herrlich dunklen, leckeren Waldhonig. Der kristallisiert zwar auch, aber in Zement verwandelt er sich nicht.
    Kannst den Presslufhammer ruhig noch im Baumarkt stehen lassen. :wink:


    lg, Stefan

  • Jetzt wird's immer wilder. Melezitosehonig aus der Heide? Bist Du sicher? Auch die Geschichte mit den Fichten hab' ich noch nicht gehört; bisher dachte ich immer, Melezitosehonig komme vor allem von Läusen auf Lärchen.


    Viele Grüße, Johannes

  • Melizitosehonig oder auch Zementhonig hat ein Mehrfachzucker eben die melizitose, welche dazu führt, daß der Honig schon sehr schnell hart wird! manchmal schon in der Wabe. Er kann so hart werden, daß die Waben eben wie Zementiert sind.


    Frühr war man der festen Überzeugung, daß dieser Honig ausschließlich von den Lärchen kommt.


    Es gibt aber genug Beweise, daß eben diese Schwarze Fichtenrindenlaus mit für diesen Honig verantwortlich ist!


    Vorallem dan, wenn bei Regenwetter sehr hohe Zunahmen sind!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hi Ihr!


    Is ja interessant! Ich wusste garnicht, dass der Zementhonig von der Lärche kommt! Es heißt doch immer es wär von der Fichte!
    Wie kann es sein, dass in Gegenden wo kaum eine Lärche wächst große Mengen Zementhonig anfallen?
    (Hab ich selber bei meinem ehemaligen Imkerpaten erlebt)


    Gruß Moritz

  • Hallo,


    Fichtenhonig ist ein ganz toller Honig. Er wird so gut wie nie hart, vorausgesetzt es ist wirklich ausschließlich Fichtenhonig. Dieser Honig hat nichts, aber auch gar nichts mit dem harten "Zementhonig" zu tun. Fichtenhonig gibt es bei uns von Mitte Juni bis Mitte/Ende Juli.


    Der "Zementhonig" wird bei uns auch Blatthonig genannt und kommt von allen möglichen Laubbäumen, die bei sehr starker Hitze dieses klebrige Zeug ausschwitzen - meines Wissens sind da keine Läuse beteiligt, evtl. liege ich hier aber falsch... :wink: Leider gibt es Jahre in denen der Blatthonig zeitlich mit der Fichtentracht zusammenfällt, daher warscheinlich die Gerüchte.


    Ein weiterer sehr harter Honig kommt von der Heide, oder von heideartigen Vegetationen ab August bis Ende September, dies ist ebenfalls ein ganz anderes Kapitel.


    Gruß
    Franz

  • Habe die Ehre,


    Melezitosehonig kann von vielen Honigtauerzeugern "erzeugt" werden. Verantwortlich dafür ist ein anders zusammen gesetzter Phloemsaft. Dies geschieht meist bei Massenvermehrung der Läuse (1. Voraussetzung) UND gleichzeitiger Trockenheit (2.Voraussetzung). Durch die andere Zuckerverteilung im Pflanzensaft ist auch das Ausscheidungsprodukt der Läuse anders und enthält Melezitosezucker, der "zementartig" in der Wabe klebt. Lärchenhonig wurde er vor allem wegen des zeitlichen Zusammenhanges genannt. Die Massenvermehrung der Lärchenläuse fällt auf den Johannitag. Um diese Zeit herrscht häufig heisses, trockenes Wetter, also ist auch der Phloemsaft ungünstig in der Zusammensetzung. Das traf bei den früher berechenbareren Wettersituationen wohl eher zu :evil: . Melezitosehonig kann also auch von Läusen auf der Fichte erzeugt werden, nach einem Berliner Läusepapst (dessen Name mir grad nicht einfällt) auch von der Rotbraunen Bepuderten Fichtenrindenlaus.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • BINGO!


    Ein echt netter Mensch und äußerst kompetent. War ein echtes Erlbnis mit ihm durchs Unterholz zu brettern und Läuse zu suchen. Er ist uns fast ausgerastet als wir auf Latschenkiefern eine Art entdeckten die er noch nicht kannte

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Moin Reiner,


    dann seid Ihr ja durch Latschenkiefern gelatscht, wie dr Sachse so sachd. Wer dazu noch Holzschuhe trug, latschte vielleicht mit Kieferlatschen durch Latschenkiefern. Vielleicht sogar mit Latschenkieferlatschen?


    (Sorry, hatte eine Scheißtag ...)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    Melizitosehonig hatte ich schon mehrmals, „Zementhonig“ nur einmal.
    Er kristallisierte fast über Nacht in den Waben, an Schleudern war gar nicht zu denken.
    Die Bienen trugen zwar sehr viel ein,und Anfang August wurden auch noch viele Mittelwände ausgebaut, sie konnten die Kristalle später aber auch nicht richtig auflösen.
    Vor den Fluglöchern lagen später haufenweise weiße Krümmel.
    Der „Zementhonig“ ist auch ein Melizitosehonig aber in konzentrierter Form.
    In meinem Fall stammte er eindeutig von der großen schwarzen Fichtenlaus.
    Unter den Kolonien der Läuse entstanden Pfützen, soviel tropfte es.
    Nach gut zwei Wochen war die Tracht dann wieder zu Ende.
    Viele Grüße, Hermann